Parallelen… Parallels…


(English below)

Deutsch

Im Jahre 2011 veröffentlichte das Mindener Tageblatt einen (von insgesamt 20) Leserbrief|en von mir, der recht hohe Wellen schlug und zu Verunglimpfungen und gar massivste Gewaltandrohungen gegen mich führte. Das ist elf Jahre her und man sollte meinen, dass ich froh sein konnte und kann, dass nichts Einschneidendes passierte. Was den Inhalt betrifft, hat dieser heute noch eine wohl ‚ewige Aktualität‘. Das deutsche Jagdgesetz, vom Naziverbrecher Hermann ‚Meier‘ novelliert, existiert immer noch und – die in der Beziehung nicht überdachte Einstellung zur parallel edxistierenden Tierwelt bleibt auf unterstem Niveau – gesetztlich legitimiert, versteht sich. Um den -nicht nur aus meiner Sicht- Irrsinn der Jagd auf Tiere nicht gänzlich aus dem allgemeinen Bewusstsein verschwinden zu lassen, poste ich -trotz der aktuellen Problematiken, wie Klima, Ukraine, Hungersnot in Afrika, weitere Kriege weltweit, Kriminalität und unendlich weiter- den vollständigen Text des eingangs genannten Leserbriefes, der doch tatsächlich eigentlich nicht erstaunliche Parallelen zu immer noch gegenwärtigen, menschlichen Verhaltensweisen deutlich macht. Die Barbarei des ‚Menschen‘ (Kollektivsingular) nicht nur der Tierwelt, sondern auch der eigenen Spezies gegenüber, geht weiter und schafft es, das Aggressionspotenzial mit der Definition der Notwendigkeit ‚bei Laune‘ zu halten. Beim Schreiben des letzten Satzes meldete sich mein Magen….

Hier der vollständige Text des Leserbriefes :

Artikel >Reichlich Deckung am gedeckten Tisch< MT v. 09.11.2011

Leserbrief

‚Die Größe einer Nation lässt sich daran ermessen, wie sie ihre Tiere behandelt.‘ Dieser Satz Gandhis muss in Jägerohren wie blanker Hohn klingen, realitätsfern und blauäugig.
Nation findet allerdings auch in OWL statt. –
In der WDR-Lokalzeit schildern junge Jägersfrauen ihre prickelnde Nervosität vor dem Schuss. Drückjagden gegen das Schwarzwild in Porta Westfalica zum Zwecke der Schadensbegrenzung in der Landwirtschaft, deren Begeisterung sich in Grenzen hält und immer so weiter … Erstaunlich ist auch, wie die Jägerschaft ihren ‚Nutzen‘ definiert. Naturschutz mit geladenen Waffen, bleibelastete Munitionsrückstände auf den Böden, Lebensgefahr für Menschen, die sich in ihrer Nähe aufhalten usw .. alles schon x-mal aufgelistet. Überhaupt nicht zur Kenntnis genommen wird die mentale Seite der Wildtiere. Getrieben, gehetzt, angeschossen, erschossen, aufgebrochen. Es sind ja nur ‚Viecher‘, die Schaden durch Überpopulation anrichten. Dass diese entstehen, weil sie die Jägerschaft durch Anfütterung selber erzeugt, ist nicht mehr nur Insiderwissen. Quasi als Kanonenfutter.
Ein mit seinem Gewehr martialisch hockender Jäger vor einem in der eigenen Blutlache liegenden, erlegten Wildschwein zeigt deutlich, wie interpretierbar Ignoranz und Lebensverachtung sind oder sein können, per Gesetz geregelt und legitimiert. Immer noch. Die niedersten Abgründe der Seele mal ganz cool nach oben gekehrt.
Es scheint eine kribbelnde Faszination des Tötens zu sein, bei der Körpersekrete in Bewegung geraten, allerdings bei sensibilisierten Menschen den Reflex des Erfahrungsverzichtes auslösen. Quer durch alle Bildungsschichten und in jeder dieser beiden Geisteshaltungen.
Sicherlich lehnen die meisten Menschen dieses Landes die Todesstrafe ab ..sofern es die eigene Spezies betrifft und sie selber nicht ge-oder betroffen sind. Der Schuss der Jägerin oder des Jägers ist die Parallele. Der Tod eines Tieres scheint ein anderer zu sein – scheint …
Leid durch Folter, körperlich und seelisch, sowie der anschließend derart herbeigeführte Tod kann nicht akzeptabel sein. Ein Lebewesen bewusst zu entseelen erfüllt den Straftatbestand des Vorsatzes. Mit welchem Recht maßt sich ‚der Mensch‘ an, Lebewesen anderer Spezies in Schlachthäusern, bei der Vivisektion, beim Jagen und Angeln genau das anzutun ? Herrendenken in der letzten Konsequenz…Macht über Andere und diese entsprechend gnadenlos ausüben. Im Kleinen wie im Großen und mit einer Art ‚Lizenz zum Töten‘ … Das ‚Grüne Abitur‘ und die Schwierigkeit des Erlangens erfordert einen IQ angelehnt „an die Höhe der Außentemperatur“, gemessen in Celsius und nicht in Fahrenheit. So gesehen böten die USA durchaus Vorteile. –
Fakt ist, dass zunehmend mehr sensibilisierte Menschen eine lebensbejahende Denkweise teilen und sie der gegenteiligen vorziehen. Wenn das noch mit Immanuel Kants Vorstellung vom Mut zum (öffentlichen) Gebrauch des eigenen Verstandes kombiniert würde, wäre das hier Gesagte Geschichte.

English

In 2011, the Mindener Tageblatt published one (of a total of 20) letters to the editor from me, which made quite high waves and led to slurs and even massive threats of violence against me. That was eleven years ago and one would think that I could and can be glad that nothing drastic happened. As far as the content is concerned, this still has a probably ‚eternal topicality‘ today. The German hunting law, amended by the Nazi criminal Hermann ‚Meier‘, still exists and – the attitude to the parallel edxisting animal world, not thought over in the relationship, remains on the lowest level – legally legitimized, of course. In order not to let the -not only from my point of view- insanity of the hunt on animals disappear completely from the general consciousness, I post -despite the current problematics, like climate, Ukraine, famine in Africa, further wars world-wide, criminality and infinitely further- the complete text of the letter to the editor mentioned at the beginning, which makes clear nevertheless actually not astonishing parallels to still present, human behaviors. The barbarism of the ‚human being‘ (collective singular) not only the animal world, but also the own species opposite, continues and manages to keep the aggression potential with the definition of the necessity ‚in mood‘. While writing the last sentence my stomach reported….

Here is the full text of the letter to the editor :

Reader’s letter

The greatness of a nation can be measured by the way it treats its animals. This sentence of Gandhi’s must sound like sheer mockery in hunter ears, unrealistic and naïve.
However, nation also takes place in OWL. –

In the WDR local time young hunter women describe their tingling nervousness before the shot. Driven hunts against wild boar in Porta Westfalica for the purpose of damage control in agriculture, whose enthusiasm is limited and on and on … It is also astonishing how the hunting community defines its ‚benefit‘. Nature conservation with loaded weapons, lead-contaminated ammunition residues on the soil, danger to the lives of people who are in their vicinity, etc … everything already listed x times. The mental side of wildlife is not taken into account at all. Driven, chased, shot, broken open. It is only ‚critters‘ that cause damage through overpopulation. That these arise because the hunters themselves produce them by feeding is no longer just insider knowledge. Quasi as cannon fodder.
A hunter crouching martially with his rifle in front of a killed wild boar lying in its own pool of blood clearly shows how interpretable ignorance and contempt for life are or can be, regulated and legitimized by law. Still. The lowest abysses of the soul times quite cool turned upward.

It seems to be a tingling fascination of killing, in which bodily secretions start moving, however, trigger the reflex of experience renunciation in sensitized people. Across all educational strata and in each of these two states of mind.
Certainly most people of this country reject the death penalty ..as far as it concerns the own species and they themselves are not ge-oder affected. The shot of the hunter is the parallel. The death of an animal seems to be another – seems …

Suffering through torture, physically and mentally, as well as the subsequent death brought about in this way cannot be acceptable. To consciously de-soul a living being fulfills the criminal offence of intent. With what right does ‚man‘ presume to do exactly that to living beings of other species in slaughterhouses, during vivisection, hunting and fishing ? Lord thinking in the last consequence…power over others and these accordingly mercilessly exercise. In the small like in the big and with a kind of ‚license to kill’… The ‚Green Baccalaureate‘ and the difficulty of the attainment requires an IQ leaned „to the height of the outside temperature“, measured in Celsius and not in Fahrenheit. From that perspective, the U.S. would certainly offer advantages. –
The fact is that more and more sensitized people share a life-affirming mindset and prefer it to the opposite one. If this were combined with Immanuel Kant’s notion of the courage to use one’s own mind (publicly), what has been said here would be history.

Widerspruch in sich… Contradiction in terms…


(English below)

Deutsch

Im Mindener Tageblatt® (MT) v. 02.06.2021 erreichte die Jägerschaft wieder die Öffentlichkeit mit der Bitte um Verständnis für ihr Tun und Treiben.

Es klingt wie: ‚Verkehrte Welt…‘. Das abgebildete Foto erscheint mir wie ein Symbolfoto – Der Mensch im Hintergrund und die Knarre im Vordergrund. Nicht sichtbar im Tiefengrund die Wildtiere, die diese Zeitgenossen richtig -aber partiell erfolglos- einzuschätzen wissen.

Die Kernaussage für mich ist der Versuch, sich -die Jägerschaft- als notwendigen Teil der Gesellschaft darzustellen, wie Sanitäter, Polizisten oder andere Hilfskräfte usw., die Anfeindungen und tatsächlicher Gewalt zunehmend ausgesetzt sind. Für die Beschwerde habe ich Verständnis. Sowohl als auch…

Nicht nur merkwürdig ist allerdings, dass die Jägerschaft sich über das beschwert, was sie selber ihrer Natur gemäß ausführen: Gewalt und gezieltes Töten von Lebewesen ohne Not. Ein Widerspruch in sich. Das von ihnen als ‚Hege und Pflege‘ bezeichnete Anfüttern von Wildtieren, um sie dann wegen erzeugter Überpopulation abzuschießen, ist blanker Unverstand. Der Nervenkitzel, Herrscher über Leben und Tod zu sein, bringt aus Liebe zu diesem Treiben offensichtlich Körpersäfte in Bewegung, auch mit dem Versuch, Gegenargumentationen mit einfachster Körpergeste zur Seite zu wischen. Das immer noch existierende, von Hermann Meier (Göring) novellierte Jagdgesetz bietet ja die perfekte Legitimation.

Gewalt ist keine Lösung, sondern erzeugt bekannterweise nur Gegengewalt. Jagdgegner -wie ich- sollten|müssen grundsätzlich auf Gewalt verzichten und den argumentativen, friedlichen Weg wählen. Dass das bei der Thematik nicht der einfachste Weg ist, sollte absolut nichts daran ändern, sondern motivieren.

Hier verweise ich auf meine Gedichte ‚Jäger‘ und ‚Jäger 2‘, https://joachim-rohlfing.online/category/literatur/

English

In the Mindener Tageblatt® (MT) v. 02.06.2021, the hunting community again reached out to the public with a request for understanding for their doings.

It sounds like: ‚topsy-turvy world…‘. The illustrated photo seems to me like a symbolic photo – the man in the background and the gun in the foreground. Not visible in the deep background the wild animals, which know these contemporaries correctly – but partially unsuccessfully – to assess.

The key message for me is the attempt to portray -the hunting community- as a necessary part of society, like paramedics, police officers, or other emergency personnel, etc., who are increasingly subject to hostility and actual violence. I have sympathy for the complaint. Both and…

Not only strange, however, is that the hunting community complains about what they themselves carry out according to their nature: Violence and targeted killing of living beings without necessity. A contradiction in itself. The feeding of wild animals, which they call ‚care and maintenance‘, in order to shoot them down because of overpopulation, is sheer nonsense. The thrill of being rulers over life and death obviously gets bodily fluids moving out of love for this goings-on, even with the attempt to brush aside counter-arguments with the simplest bodily gesture. The still existing hunting law amended by Hermann Meier (Göring) offers the perfect legitimation, after all.

Violence is not a solution, but only generates counter-violence. Hunting opponents -like me- should|have to renounce violence in principle and choose the argumentative, peaceful way. The fact that this is not the easiest way to deal with the topic should not change anything, but should motivate.

Here I refer to my poems ‚Hunter‘ and ‚Hunter 2‘, https://joachim-rohlfing.online/category/literatur/

Die Serie ‚meine Leserbriefe zur Jagd‘ ist hier durch…


Das heißt nicht, dass das Thema ‚Jagd‘ für mich zu den Akten gelegt wird, weil ich als einflussloser Blogger sowieso nicht das erreiche, was gesellschaftlich in dem Sinne erforderlich wäre: Die Abschaffung des Jagdgesetzes. Geschwiegen habe ich aber nicht – das ist für mich wichtig.

Beim Lesen und Aufarbeiten der Texte für diesen Blog wurde mir mehr als klar, dass das -trotz des jahrelangen Zurückliegens- kein ‚Schnee von gestern‘, sondern exakt so immer noch aktuell ist. Doch… die Übermacht der Jagdlobby ist wohl zu groß… Dieser Übermacht beuge ich mich jedenfalls nicht! Nicht mal im Ansatz! Deshalb die 20 Beiträge (Leserbriefe) aktuell hier im Blog.

20. „Ideologisch motiviert“…


L E S E R B R I E F (2014)

Glückwunsch an die Jägerschaft. Sie haben es auf die Seite 3 des Mindener Tageblattes geschafft. Eine Minderheit in dieser Gesellschaft, die es immer wieder schafft, den wahren Charakter ihres Anliegens und Handelns so zu verpacken, dass der Dschinn (Flaschengeist)  bei öffentlichkeitswirksamen Auftritten in der Flasche gehalten und erst dann nur kurz herausgelassen wird, wenn man unter sich ist und/oder mit einer Jagdwaffe das veranstalten kann, was das Jagdwesen ausmacht : Töten. Eigentlich völlig klar, dass die Jägerschaft durch eine Novellierung des NRW-Landesjagdgesetzes wie eine aufgescheuchte Entenschar nach dem Knall eines Schusses wirkt. Die Anpassung dieses Gesetzes sollte als Anfang eines noch langen Weges bis zu dessen -hoffentlich baldigen- Abschaffung gesehen werden.

Und da begründet der jagende Mensch seine Ablehnung einer Novellierung damit, dass sie ‚ideologisch motiviert’ sei. Natürlich basiert ‚ihr’ bestehendes Gesetz auf keiner Ideologie, wenn man Geschichte komplett ignoriert und früher sowieso alles besser war. Das wäre ein Widerspruch in sich. Nicht vergessen : Die Kernaussagen des Jagdgesetzes fußen weiterhin auf einer ausgehalfterten Ideologie und blanker Empathielosigkeit. Ziemlich dreist und aus der Sicht geradezu peinlich, denen ideologische Motivation anzukreiden, die versuchen, sich Schritt für Schritt aus den alten Klammern zu lösen. 

Es ist erstaunlich, dass sich gegen die Formulierung, dass die Jagd nur noch ‚aus vernünftigem Grund’ zugelassen werden soll, Sturm gelaufen wird. Dann gab es bislang also nicht unbedingt vernünftige Gründe ? Eine wirklich menschliche Erkenntnis !

Die gesetzlich legitimierte Jagd ist im 21. Jahrhundert eine gesellschafliche Altlast, deren Entsorgung samt Ort eine bislang in Nebel gehüllte, politische Herausforderung ist.

©Joachim Rohlfing

18. „Viel zu wenig Lobby für den Kormoran“ …


Artikel „Viel zu wenig Lobby für den Kormoran(Februar 2008)

L E S E R B R I E F

Das Szenario war und ist immer das gleiche: Die Lobby der selbstverliebten, bedarfsgelenkten Lebensverachter schreit ‚Alarm’ und was passiert ? Hochrangige Mandatsträger zeigen Handlungsbedarf und geben die Anweisung, die ‚Lieschen Müller’ in der Schule, im Konfirmandenunterricht usw. als ‚böse’ dargestellt bekam: Töten! Der christlich geprägte Mensch –und nicht nur der- beschränkt dieses biblische Gebot natürlich auf die eigene Spezies. Tiere haben in dem elitären Club der phantasiebegabten, beseelten Krönung der Schöpfung nichts zu suchen; bestenfalls als gefügige Haustiere oder –prinzipiell ungeeignete- seelenlose Nahrungslieferanten, die ohne ein konsequentes Mitgefühl vor ihrem Ende körperlich und seelisch gefoltert, entseelt und dann auch noch von der ethisch-moralischen Kompetenz Mensch verspeist werden.

Und dann passiert der Gau: Der beschriebene Ablauf wird gestört! Kormorane fallen in die geliebten Jagd- und Freizeitgründe der Angler ein und verderben denen den Spaß an ihrem Vergnügen, Fische auf spitze Haken beißen zu lassen, sie dann aus ihrem Element zu hieven und großmütig deren ‚Qualen’ per Schlag auf den Kopf zu beenden. Damit diese Angler genannten Menschen als Jäger der Gewässer und Meere natürlich lobbyistisch gut organisiert ihrer Egomanie nachgehen können, bedarf es eines benutzbaren Entscheidungsträgers, der dann die Vereinigung mit den jagenden Herrschaften auf Wald und Flur, den Feinden natürlicher Abläufe, besiegelt. 

Alles völlig legal nach deutschem Jagdgesetz. Ein Gesetz des Naziverbrechers Hermann Göring. Allein diese Tatsache ist widerlich, bleibend skandalös und gehört ersatzlos aus den deutschen Gesetzbüchern gestrichen!  Ein Gesetz, das entgegen zeitgemäßer Erkenntnisse nach wie vor die Entseelung schwächeren Lebens in diesem Deutschland legalisiert. Auf das sich dann die Todesschwadronen berufen, die mit scharf geladenen Waffen durch Wald und Feld streifen und mit oder ohne dem ‚Feuer frei’ des Ministers morden dürfen.

Da denkt doch so mancher Mensch in diesem Lande, dass die Pirschzeiten eines Hermann Görings mitsamt seines verbrecherischen Wirkens längst in den ewigen Jagdgründen verschwunden sind … !?  Sind sie aber nicht !  

Die Natur, Flora und Fauna, braucht die festgelegte Arithmetik der Menschen und entsprechende Gesetze nicht. Sie hat ein bewährteres Regulativ, in dem sich Überpopulationen größeren Ausmaßes gar nicht erst bilden. 

Der Gesetzgeber sollte den Uhlenbergs und anderen Politikern nicht mehr die Entscheidungskompetenz über Leben und Tod durch das beschriebene Gesetz an die Hand geben, sondern es endlich abschaffen und in der gelebten Gegenwart ankommen. 

Das wäre das ‚Pfund’ in der Wagschale der Kormoran-Lobby mit filigraner Weichenstellung in Richtung ‚geistiger Feinmotorik’.

©Joachim Rohlfing 

17. „Reichlich Deckung am gedeckten Tisch“ …


Artikel   „Reichlich Deckung am gedeckten Tisch“   MT v. 09.11.2011

L E S E R B R I E F

‚Die Größe einer Nation lässt sich daran ermessen, wie sie ihre Tiere behandelt.‘ Dieser Satz Gandhis muss in Jägerohren wie blanker Hohn klingen, realitätsfern und blauäugig.

Nation findet allerdings auch in OWL statt. –

In der WDR-Lokalzeit schildern junge Jägersfrauen ihre prickelnde Nervosität vor dem Schuss. Drückjagden gegen das Schwarzwild in Porta Westfalica zum Zwecke der Schadensbegrenzung in der Landwirtschaft, deren Begeisterung sich in Grenzen hält und immer so weiter … Erstaunlich ist auch, wie die Jägerschaft ihren ‚Nutzen‘ definiert. Naturschutz mit geladenen Waffen, bleibelastete Munitionsrückstände auf den Böden, Lebensgefahr für Menschen, die sich in ihrer Nähe aufhalten usw .. alles schon x-mal aufgelistet. Überhaupt nicht zur Kenntnis genommen wird die mentale Seite der Wildtiere. Getrieben, gehetzt, angeschossen, erschossen, aufgebrochen. Es sind ja nur ‚Viecher‘, die Schaden durch Überpopulation anrichten. Dass diese entstehen, weil sie die Jägerschaft durch Anfütterung selber erzeugt, ist nicht mehr nur Insiderwissen. Quasi als Kanonenfutter. 

Ein mit seinem Gewehr martialisch hockender Jäger vor einem in der eigenen Blutlache liegenden, erlegten Wildschwein zeigt deutlich, wie interpretierbar Ignoranz und Lebensverachtung sind oder sein können, per Gesetz geregelt und legitimiert. Immer noch. Die niedersten Abgründe der Seele mal ganz cool nach oben gekehrt.

Es scheint eine kribbelnde Faszination des Tötens zu sein, bei der Körpersekrete in Bewegung geraten, allerdings bei sensibilisierten Menschen den Reflex des Erfahrungsverzichtes auslösen. Quer durch alle Bildungsschichten und in jeder dieser beiden Geisteshaltungen. 

Sicherlich lehnen die meisten Menschen dieses Landes die Todesstrafe ab ..sofern es die eigene Spezies betrifft und sie selber nicht ge-oder betroffen sind. Der Schuss der Jägerin oder des Jägers ist die Parallele. Der Tod eines Tieres scheint ein anderer zu sein – scheint …

Leid durch Folter, körperlich und seelisch, sowie der anschließend derart herbeigeführte Tod  kann nicht akzeptabel sein. Ein Lebewesen bewusst zu entseelen erfüllt den Straftatbestand des Vorsatzes. Mit welchem Recht maßt sich ‚der Mensch‘ an, Lebewesen anderer Spezies in Schlachthäusern, bei der Vivisektion, beim Jagen und Angeln genau das anzutun ? Herrendenken in der letzten Konsequenz… Macht über Andere und diese entsprechend gnadenlos ausüben. Im Kleinen wie im Großen und mit einer Art ‚Lizenz zum Töten‘ … Das ‚Grüne Abitur‘ und die Schwierigkeit des Erlangens erfordert einen IQ angelehnt „an die Höhe der Außentemperatur“(Zitat Dr.Heiter), gemessen in Celsius und nicht in Fahrenheit. So gesehen böten die USA durchaus Vorteile. –

Fakt ist, dass zunehmend mehr sensibilisierte Menschen eine lebensbejahende Denkweise teilen und sie der gegenteiligen vorziehen. Wenn das noch mit Immanuel Kants Vorstellung vom Mut zum (öffentlichen) Gebrauch des eigenen Verstandes kombiniert würde, wäre das hier Gesagte Geschichte.

©Joachim Rohlfing 

16. „November ist die Haupt-Jagdsaison“…


Artikel „November ist die Haupt-Jagdsaison“

L E S E R B R I E F

Ein Jäger vor der Kulisse der untergehenden Sonne .. ein dpa-Bild mit Symbolcharakter.

Allerdings der dazugehörige Text, dass der November einer der ‚Haupterntemonate‘ des Jägers ist, zeugt von einer Art Gefühls- und Seelenkälte, die die tatsächliche Sinnfreiheit des Jagens durch eine menschliche Unart marlborohaft romantischer Gleichgültigkeit des Wegsehens regelrecht befeuert.

Lebewesen per Schusswaffe zu ernten, ist eine Perversion des Denkens. 

Eine Intoleranz gegenüber der anderen Spezies aus mindestens niederen Beweggründen. 

Menschen haben grundsätzlich die Möglichkeit, sich zu entscheiden, wem sie sowohl gedanklich als auch im Handeln den Vorrang geben – dem Leben oder dem Töten.  Also eigentlich frei von Selektionsdenkweisen, die in der Folge ein Ergebnis reiner Überheblichkeit und ethisch niederen Herrschaftsdenkens sind.

Wenn der Jäger ‚Hasen ernten‘ geht, betreibt er Seelenpoker auf unterstem Niveau, oder wie könnte man Lustmorden mit Freizeitcharakter noch anders nennen? Das ist Herrendenken längst vergangen geglaubter Zeiten. Eine Art intelligenzfreie Grauzone des Unwissens, quer durch alle Bildungsschichten mit einer Quasilegitimation der Gesellschaft. Das Ergebnis dieses mentalen Abstumpfungsprozesses ist die Pirsch mit einer scharf geladenen Waffe in Wald und Feld. 

Rein theoretische Argumente? Dann fangen wir doch morgen praktisch damit an, die Selbstjustiz der Jägerschaft im Außendienst in der gesamten Gesellschaft salonfähig zu machen, die Judikative abzuschaffen und auch dann zu hoffen, dass keiner etwas merkt und alles gut geht …  Dann wäre diese Gesellschaft auf des Jägers Augenhöhe.

Die ‚Haupterntezeit‘ der jagenden Menschen vermittelt den Eindruck, zwar im 21. Jahrhundert zu leben … aber inhaltlich in einem evolutionsfreien Raum.

©Joachim Rohlfing

11. Antwort auf Leserbrief zur Jagd auf Kormorane…


L E S E R B R I E F

Betr.: Leserbriefe zur Jagd auf Kormorane im MT v. 03.01.2007

Die hervorgebrachten Argumentationen in diesem Leserbrief sind schlichtweg falsch und sollten deshalb auch nicht im Raume stehen bleiben. Den Vorwurf der „versuchten Meinungsbeeinflussung im eigenen Sinne“ und sein nicht mehr aktuelles Fazit trage ich dem Schreiber aus dem Kontext heraus nicht nach.

Neuere Feldstudien von Ökologen ergaben, dass die Tiere über einen inneren Mechanismus zur Regulierung des Populationswachstums verfügen. Droht Überbevölkerung, wird die Geburtenrate gesenkt.

Die Vorstellung, dass bei einer pflanzlichen Ernährung die Menschen den Pflanzen fressenden Tieren die Nahrung weg fressen, ist mitsamt der auf ihn (den Menschen ) abzielenden Formulierung vorsichtig gesagt Unsinn. Das Szenario der Ausrottung des Menschen zum Wohle der Tiere entlarvt eine merkwürdige Denkstruktur. Gruselig wird es beim Lesen der Zeile „.. ohne den Einfluss des Menschen auf die Pflanzen.“  Frei übersetzt : das geht nur mit genmanipulierten Pflanzen? 

Weltweit wird die Hälfte der Getreideernte an Vieh verfüttert, um dessen Fleisch zu essen.

Ebenso werden weltweit zwei Drittel der Ölsamen und ein Drittel der Milchproduktion an Vieh verfüttert.

Für ein Pfund Rindfleisch muss man 16 Pfund Getreide verfüttern.

Die entsprechende Differenz von 15 Pfund setzt das Tier in Energie um, die dann zum größten Teil an Mist und Gülle verloren geht. Dies kann ohne Übertreibung als die effektivste Form von Nahrungsmittelvernichtung bezeichnet werden. Also steckt in einem einzigen Steak von 225 g soviel Pflanzenenergie, die ca.  40 Menschen einen Tag vor dem Hungertod bewahren könnte. Würde die Nahrung direkt verwertet (durch pflanzliche Ernährung) erhielten wir aus der gleichen Landfläche ein entsprechend Mehrfaches an Nahrung ! 

Beeindruckend ist ebenso, dass für einen einzigen Hamburger vier bis fünf Quadratmeter Regenwald zu Weide- oder Ackerland umfunktioniert werden, das in 2 bis 5 Jahren zur Wüste wird. Die Beiträge der Rinderhaltung zum Treibhauseffekt entsprechen denen des gesamten Autoverkehrs, Waldrodungen für Futtermittel einbezogen 

Die Tiere der Reichen fressen die Nahrung der Armen. 

Und die Tierethik? Als Nicht-Katholik stelle ich mit Erstaunen fest, das sich Benedikt XVI als erster Papst gegen die Intensivtierhaltung ausspricht. Zitat: „Auch die Tiere sind Geschöpfe Gottes“. In einer neuen Anzeige in seinem Heimatort fordert er die Katholiken weltweit auf, „ die grausame Intensivtierhaltung nicht länger zu unterstützen und sich für eine gesunde und tierfreundliche vegetarische Ernährung zu entscheiden.“ 

Eine nachvollziehbar schlüssige Argumentation für Tiermord, Jagd, Selektion, Vivisektion (Tierversuche), Massentierhaltung usw., ist eine Illusion menschlicher Selbstgefälligkeit. Die Tiere sind kein legitimes Fabrikat zu unserem Gebrauch. 

©Joachim Rohlfing

(Die Quellen sind nicht mehr benennbar, waren zu der Zeit aber seriös)

10. „Mit Pulver und Blei ins Vogelschutzgebiet“…


L E S E R B R I E F

Artikel „Mit Pulver und Blei ins Vogelschutzgebiet“ im MT am 06.12.2006

Der Beirat bei der Unteren Landschaftsbehörde hat in bezeichnend demokratischer Weise und mit ‚äußerst knapper’ Entscheidung wieder den Leuten fürs Grobe die Legitimation zu kontrollierten, vorsätzlichen Tiermorden an den ‚Unterwasser-Terroristen’, genannt Kormorane, auf ihre Flinten gelegt. Da zuckt nur noch das Tier aber keine Wimper …

Die Einschätzung der Biologischen Station unterlag wohl den Interessen der Sportangler und der Fischereiwirtschaft. 

Wenn Vögel sich erdreisten, ihrem Nahrungstrieb folgend den Sportfischern z.B. das Terrain ‚streitig’ zu machen, dann hängt ihr Leben am Fadenkreuz der Zielfernrohre, denn sie sind ja mit Kalkül ausgestattete ‚Unterwasser-Terroristen’, und der Kampf gegen solche Elemente kann ja schließlich keiner Fehlinterpretation unterliegen – oder ?

Der Vogel, der einen Fisch verschlingt, begrenzt die Gewinnmaximierung in Euro und Tonne in einer Weise, die dann alarmierend den sortierenden Zugriff des Menschen erfordert? In persona eines Jägers oder Anglers, der beschlusskräftig im Interesse der Allgemeinheit berserkern darf? Die ethische Seite der Umsetzung solcher Beschlüsse ist dabei – wie immer – völlig uninteressant. 

Was treibt denn ein Angler, nachdem er einen Fisch unter Missachtung dessen Schmerzfähigkeit auf einen spitzen Widerhaken beißen ließ und an Land gezogen hat? Er hat doch die Wahl, ihn totzuschlagen oder ersticken zu lassen und die Leichenteile desselben zur Nahrung aufzubereiten oder sportlich ihn blutend ins Wasser zurück zu werfen. Was widerfährt den Myriaden von Fischen, die in Netzen an Bord gezogen und damit ihrem Atmungselement entzogen werden?  Fischer schauen der Entseelung in Erwartung eines Profites oder ‚leckeren’ Filets ohne irgendein Mitgefühl zu.  Sie sind die Jäger der Meere, der Seen und Flüsse. Diese Einstellung entspringt dem größten Irrtum des Menschen im Umgang mit der Natur und – wenn man so will –  der Schöpfung an sich. Sie ist nicht mehr zeitgemäß. Wir sind keine Selbstversorger mehr, die mit irgendwelchen Waffen und Hilfsmitteln in der Natur ums blanke Überleben kämpfen. Zeitgemäß ist die Erkenntnis, dass Tiermord dem Menschenmord gleichzusetzen ist . Auf diesem Planeten gibt es genug Vegetabilien, um nachweislich ALLE Menschen qualitativ höchstwertig ohne Umwege über die tierische Nahrungskette zu ernähren. Wenn Entscheidungsträger vermehrt in diese Richtung denken, dann eröffnen sich gesellschaftsprägend friedlichere Perspektiven, die die folgenden Generationen dankend umsetzen werden. 

Da stellt sich manchem garantiert noch die Frage, was das mit der Aussage des Artikels zu tun hat? 

©Joachim Rohlfing

8. „Angeordneter Tiermord“…


„Angeordneter Tiermord“ im MT vom 29.06.06

Betr.: Morddrohungen nach (Bär) Brunos Tod, Bericht im MT vom 27. Juni 

Was ist passiert? Ein Bär verirrt sich nach Deutschland, reißt Schafe und Hühner und verbreitet Angst und Schrecken. Für ihn, den Bären, ist das seine Existenz, sofern er – auf Distanz zum Menschen – wild leben darf. Es besteht sicherlich kein Zweifel, dass er sich in der direkten Konfrontation mit Menschen seiner Natur entsprechend eben auch genauso verhalten würde – trotz seiner natürlichen Scheu vor der Spezies Mensch dem Selbsterhaltungstrieb folgend. Wo und was war die Lösung im Sinne der Bevölkerung? Alle ausgeschöpften Möglichkeiten von und mit Experten und Spezialisten scheiterten angeblich. Wirklich? 

Das blamable ‚Bär-und- Mensch-Spiel‘ schien verloren zu gehen. Der Bär, ein frei laufendes Raubtier, war immer noch los und führte alle an der Nase herum. Also – macht man es wie im Märchen: Der ‚Meuchler‘ muss her! Der macht sowas mit seiner Knarre und ohne mit der Wimper zu zucken. Zum Wohle der Allgemeinheit, was sonst? Solch schwammige Argumentation reicht einschlägig bekannt aus, um eine ‚Meuchlerseele‘ zu euphorisieren. Da nach meiner Einschätzung Tiermord allgemein dem Menschenmord gleichzusetzen ist, handelt es sich auch bei dem ‚Entseelen‘ dieses Tieres um vorsätzlichen, von Amts wegen angeordneten Mord als ‚Lösung‘ zur Demonstration entsprechender Handlungsfähigkeit. Nun kann es auf diesem Planeten ‚wesenhaft‘ kaum noch einen denkfähigen Menschen geben, der an der ‚hochintelligenten‘ Handlungsweise von Volksvertretern zweifelt.

©Joachim Rohlfing

6. „Jäger : Der Wolf im Schafspelz“…


L E S E R B R I E F v .10.09.2008

>  Jäger : Der Wolf im Schafspelz   <

Wenn Jäger  Äpfel pflücken, ist das nichts Besonderes. Wenn Jäger aber Äpfel pflücken, um für ihr ‚Anliegen’ zu werben,  dann schon. Eine nette, öffentlichkeitswirksame Geste, die  ihn und seine Zunft so darstellt, wie er/sie es gerne hätte – als Natur- und Tierfreund, Heger und Pfleger, der notwendig und nicht weg zu denken ist. 

Doch merke: Der Jäger hat ein klares Kalkül. Sein wahres Anliegen ist ein anderes: Er sitzt gerne auf Hochsitzen oder in sonstwelchen Hinterhalten und lauert gespannt  auf sein Opfer, um es dann kaltblütig und mit Vorsatz zu erlegen. 

In seinem Werben ist keine Rede davon, dass eine Tür zu den niedersten Instinkten im Menschen aufgetan wird, die in ihre seelischen Abgründe führen wird, wenn ‚mensch’  ihnen auf den Leim geht und einer von ihnen wird. Der Wolf im Schafspelz?

Der freundliche Apfelpflücker ein hinterhältiger Tiermörder ?

Einer, der sich daran ergötzt, wenn ein getroffener Hase sich in der Luft überschlägt und dann zuckend am Boden verreckt, legt extremen Wert auf verschleiernde Fassaden, die sein Tun als ‚notwendiges Übel’ verharmlosen  – was es aber nicht ist. Sein Handwerk ist eiskalter, versätzlicher Tiermord.  Immer noch gesetzlich legitimiert durch Hermann Görings Jagdgesetz.

Welcher auch nur halbwegs  ethisch sensibilisierte Mensch ist freiwillig bereit,   den vorsätzlichen Mord an beseelten Lebewesen akzeptierend, sich von solchen Seelenfängern in die Abgründe seiner Seele führen zu lassen, die für ihn längst als überwunden galten? Der Jäger ist stolz bereit, sie wieder weit zu öffnen, ohne sich offensichtlich der Tatsache bewusst  zu sein, wieder mit einem Bein im Neandertal  zu stehen.

Alles Unsinn? Es war doch eine so nette Geste dieser friedlichen  Äpfelpflücker … denen jedes  ihrer Mordopfer für die selbstlose ‚Hege und Pflege’ nachhaltig dankbar  sein dürfte …

©Joachim Rohlfing