Archiv der Kategorie: Jagd

Der Strahlemann …


 

Unabhänghig vom Wahlergebnis in Nordrhein-Westfalen erfuhr ich heute aus den Medien, dass ein (noch) Landespolitker einem ‚Interesse‘ folgt, das mir die Bestätigung gab, diesen nicht gewählt zu haben. Als sehr deutlicher Gegner des Jagdfrevels standen mir sämtliche (verbliebenen) Haare im rechten Winkel ab. Die Rede ist hier vom Parteivorsitzenden der ‚Freien Demokratischen Partei‘ FDP, Christian Lindner.  Das hier ist kein Zusammenwürfeln von Politik und privaten Interessen und kein ‚an-den-Pranger-Stellen‘, sondern einfach nur eine Feststellung.

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Bild :Heinrich Hoffmann ‚Der Struwwelpeter‘

Ein junger, intelligenter Mensch identifiziert sich deutlich mit einer Tätigkeit, die den kalkulierten und vorsätzlich herbeigeführten Tod von beseelten Lebewesen nicht nur in Kauf nimmt, sondern  als Handlungsziel ausweist : die Jagd.

Der benannte Mensch macht den Jagdschein – das ist die konkrete Aussage. Über die charakterlichen Voraussetzungen für die Ausübung der Jagd habe ich in zwanzig Leserbriefen in hier ansässigen Zeitungen ausgiebig Stellung bezogen und sowohl wunderbaren Zuspruch als auch Beschimpfungen der übelsten Art und sogar Morddrohungen ‚erhalten‘. Für was? Hier stelle ich noch einmal klar heraus, dass ein Bürger in diesem Lande, der eine gegenteilige Meinung vertritt und lebt, Zielscheibe solcher Anmache sein oder werden kann, wenn er das Prinzip des ‚Lebens‘ nicht nur auf seine eigene Spezies bezieht, sondern auf das Leben allgemein – natürlich mit Ausnahmen wie Notwehr und Gefahr für das eigene Leben oder Hilfeleistung für Mitmenschen im engsten Sinne.

Das der Seelenpoker der Jagdtätigkeit für Mensch und Tier einfach ignoriert wird, ist eine Verdeutlichung des Herrschaftsdenkens noch in diesem Jahrhundert. Jagd ist die faktisch nicht zu leugnende Machtausübung bis in die letzte Konsequenz : Töten.

Politiker, Volksvertreter mit einer derartigen, seelischen  Grundeinstellung zaubern eine merkwürdige ‚Skepsis‘ -nicht nur- unter die Haut.

Ich poste das hier, weil nach meiner Einschätzung Toleranz und Wegsehen direkt an ihre Grenzen stoßen, wenn es um Leid und Tod geht ! —

Deshalb -wie immer- die Forderung nach der Abschaffung des Jagsgesetzes, einem Überbleibsel aus der dunkelsten Geschichte Deutschlands ! —

Auch ‚Strahlemänner‘ haben dunkle Seiten …

 

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Leserbrief an die Schaumburger Zeitung…


Ein mir geistig sehr verbundener Mensch bat mich, zu dem in der Folge genannten Artikel in der Schaumburger Zeitung einen Leserbrief zu schreiben. Dieser Bitte bin ich gefolgt und habe den unten stehenden Text verfasst. Nun stellt sich und bleibt die Frage, ob die Redaktion der Zeitung den Text so annimmt. Die ultralangen Erfahrungen damit sagen mir, dass das nicht unbedingt so sein muss, trotz der in diesem Lande existierenden Meinungsfreiheit. Richtig ist, dass Inhalt und Aussagen nicht unprovokant sind, doch … es geht dabei nicht um ‚hahahihi‘, sondern um die liederlichste Verhaltensweise, zu der Menschen –ohne Not und Notwendigkeit zur Selbsterhaltung– in der Lage sind : Killen. Natürlich würde ich lieber über Federbausche und Knuddeln schreiben … ok, vielfältiges Denken heißt, dass das Eine das Andere nicht ausschließt. Dann ist alles richtig gewürzt …

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrem Artikel v. 06.12.2016 „Wildbestand soll verringert werden“ schicke ich Ihnen anhängend meinen Leserbrief mit der Bitte um ungekürzte Veröffentlichung. Der Text steht parallel exakt so in/auf meinem Blog „Joachim Rohlfings SiteBlog“ https://jrohlfing.wordpress.com/

Mit Dank im Voraus verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Joachim Rohlfng

Text des Leserbriefes :

Schon die Devise : Jugend vor Gewicht (!) entlarvt eine lupenreine und lebensfeindliche Selektion. Auch heute noch gilt das vom Reichsjägermeister Hermann Göring 1934 novellierte „Reichsjagdgesetz”. Das ist keine Historiendoku und auch kein virtuelles Ballerspiel, sondern ein Beweis für heute immer noch existierendes Herrendenken. Hege und Pflege sind schließlich notwendig. Ist sie eben in der Form aber nicht ! Ein Regulieren der Tierpopulation durch den Menschen ist der fatale Irrtum dieser Denk- und Handelnsweise. Die Natur braucht keine festgelegte Arithmetik der Menschen. Natürlich stellen sich dabei die jugendlichen Wildtiere ganz tierpatriotisch und einsichtig bei einer Jagd dem Jäger zum Abschuss, um der Spezies Mensch nicht überzählig zur Last zu fallen und in der Hoffnung auf ein fehlerfrei geblasenes ,Halali´ danach. Als stolze Quotenopfer. Unverständlich, dass sich die Gesellschaft immer noch von diesem entlarvten Irrsinn die Dunkelbrille aufdrücken lässt, ohne endlich zu realisieren, dass da eine Minderheit ihre Seelenabgründe auslebt und diese schwammig auf einem Niveau präsentiert, das sich ins falsche Jahrhundert verirrt hat. Das Wegsehen muss aufhören und das widerliche Jagdgesetz mitsamt seiner postfaktischen, ‚marlborohaften’ Neandertalromantik vom Gesetzgeber ersatzlos gestrichen werden. Die Bezeichnung der Jagdtätigkeit als Arbeit verdeutlicht den Versuch, das Töten überzähligen, also unwerten Lebens, salonfähig zu halten. Mit der Abschaffung der Todesstrafe für Menschen in diesem Lande hatte sich die Arbeitstätigkeit der Henkerschaft miterledigt. Für Tiere existiert sie mitsamt der vollstreckenden Zunft immer noch. Wie lange wollen sich Entscheidungsträger dieses geistige Armutszeugnis noch ausstellen? Offensichtlich wird das nur einigermaßen funktionieren, wenn die richterliche Gewalt eines guten Tages ein Urteil ‚verbellt’, das den Tiermord in der Kategorie Menschenmord ansiedelt. Welcher auch nur halbwegs ethisch sensibilisierte Mensch ist freiwillig bereit, sich von solchen Seelenfängern in die erst später realisierten Abgründe seiner Seele führen zu lassen, die für ihn längst als überwunden galten ? Der Jäger ist stolz bereit, sie wieder weit zu öffnen, ohne sich offensichtlich der Tatsache bewusst zu sein, immer noch mit einem Bein im Neandertal zu stehen. Der Blick nach vorne über den Gewehrlauf kann auch einer in den Rückspiegel sein …

Die Jagd ist das große Hobby ……


Artikel im Mindener Tageblatt v. 19.03.2016, Seite 3

> Die Jagd ist das große Hobby von A… Schä………..<

(Der Name wird hier bewusst nicht ausgeschrieben !)

 

Nach zwanzig Leserbriefen zum Thema ‚Jagd‘ (hier im Blog nchzulesen) sehe ich mich nicht mehr veranlasst, mich einer weiteren Schimpftirade auszusetzen. (Ich knicke trotzdem nicht ein !!) Es ist wie das ‚Hornberger Schießen‘ …  Vielmehr dazu hier im Blog noch ein paar Zeilen :

Dem Artikel ist zu entnehmen, dass Frauen vermehrt ein ‚Hobby‘ geradezu entdecken : die Jagd. Die Ruhe und Verbundenheit mit ihrem Hund in der Natur, also Wald und Feld. Das Schießen nur von wildlebenden Tieren, die sie dann selber zum Verzehr zubereiten und essen. Die Idylle …

Enerseits mit dem geliebten Hund und weiteren Haustieren in gelebter Harmonie leben und anderenseits wildlebende Tiere abschießen oder treffend deutlicher gesagt, ermorden .. wird nicht als Widerspruch wahrgenommen, sondern als bestenfalls ’notwendiges Übel‘.  Also Übel … Da wird dieser Urtrieb in den menschlichen Genen sauber eingepackt in bunte Gefühlsduselei. Natürlich auf Kosten des Freiwildes im wahrsten Sinne des Wortes. Abgesichert und damit auf rechtlicher Grundlage des deutschen Jagdgesetzes; immer noch basierend auf den Wahnvorstellungen des Reichsjägermeisters und Naziverbrechers Hermann Göring (oder wollte der nicht ‚Meier‘ heißen, wenn eine deutsche Stadt bombadiert würde … ?) Also ist auch hier die Verpackung deutlicher herausgestellt als der Inhalt, der mit dem Verb ‚töten‘ zu beschreiben ist.

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Bild :Heinrich Hoffmann ‚Der Struwwelpeter‘

Ruhe und Entspannung findet man in Wald und Feld auch ohne scharf geladenem Gewehr und gnadenloser Hinterlist gegenüber Lebewesen, die nicht waffentechnisch gleichwertig ausgerüstet sind. Statt Gewehr ein Fernrohr und|oder eine Kamera … dann bleibt das Umfeld und die eigene Seele friedlich und ein konjunktiver Seelenpoker mit entsprechender Schuldfrage ergibt sich gar nicht erst.

Eine Gesellschaft ‚evolutioniert‘ sich erst dann konsequent nachhaltig, wenn sie sich von den übelsten, ja rudimentären Sitten und Gebräuche verabschiedet. Rückschluss : Genau dazu gehört die Jagd. Der Entzug der gesetzlichen Legitimation wäre so ein Schritt.  Ein kurzer Satz in einem recht unbedeutenden Blog … aber einer in Richtung einer friedlicheren Gesellschaft, in der derart niedere ‚Triebe‘ keine Chance mehr haben. Das wäre ein wahrhaft großer Schritt für die Mensch- und Tierheit  …  und eine Illusion.

 

 

 

 

Gedicht ‚Jäger‘


Dieses Gedicht ist eine ‚Hommage‘ an den Artikel ‚Die Anwälte der Tiere‘ im Mindener Tageblatt v. 05. Februar 2016. Zwanzig Leserbriefe zu dem Thema ‚Jagd‘ sind von mir in der genannten -und von mir sehr geschätzten- Zeitung bislang erschienen und in diesem Blog erneut veröffentlicht.  Heute resümiert bleibt die Erkenntnis, dass der von der Jägerschaft ausgelebte ‚Seelenkitzel‘ samt Dominanzgehabe aus Herrschaftszeiten genetisch verankert sein muss. Immer noch. Einen weiteren Leserbrief zu dem provokanten Titel des oben genannen Artikels ‚rauszuhauen, ist wie das ‚Hornberger Schießen‘. Hier im Blog ist es das allerdings nicht ! Deshalb für interessierte Leser das folgende Gedicht :

Zitat (eigen) :   Jagd und Tierschutz sind ein Widerspruch in sich.

Jäger

 

Das deutsche Liedgut singt vom Jäger

der schießt sein Wild wie’s ihm gefällt

als Waidmanns ehrig Zunftenträger

hat immer sich so angesellt

er liebt die Pirsch, das Angesitze

auf überzählig Wildbestand

ist da so Freilands Hegefritze

der keine andre Lösung fand

ob Hase, Wildschwein oder Reh

sitzt freudig an in der Natur

ob Hochsitz oder Büsches Speh

will er den Schuss, die Flinte pur

lässt treiben Freiwild auf sich zu

entspannter Freizeithochgenuss

zieht aus der wilden Tiere Schuh

aus Hinterhalt mit Hegeschuss

der geht gezielt in seine Seele

hält offen tiergemordet Kerbholz

geschichtgerechte Tötbefehle

ist rechtgefertigt Mordesstolz

manch Schmatzer würd vergehn der Schmaus

wenn er müsst töten Tier zur Speis

dem Jäger macht das gar nichts aus

er macht das selber zum Beweis

das abgekocht sein Seelenleben

als Herrscher über Leben thront

dem Wild das Aufbrechmesser geben

dann hat die Strecke sich gelohnt

er wird die Welt nicht mehr verstehn

wenn eines Tags ein Richter bellt

das Tiermord ist wie Menschenmord

den Vorsatz auch noch unterstellt

dann bist du dran du Jägersmann

und Tieresseelen klatschen

die Flinte nützt dir gar nichts dann

kannst Hegering im Kopf belatschen

wie schön die Zeiten damals waren

als Tiere waren vogelfrei

bist dir juristisch nun im Klaren

dass Schluss ist mit der Barbarei

Ein solcher Traum, wie kann es sein

ist eine Wunderblase

sie schwebt dahin, fragil und fein

ein blumig transparenter Hase

 

Korrektur des eingereichten Leserbriefes


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Bild: Heinrich Hoffmann / >Die Geschichte vom wilden Jäger< aus dem Struwwelpeter.

Wie fast immer in den letzten Jahren werde ich von der Redaktion des MT bewogen, Änderungen an Formulierungen eines eingereichten Leserbrief-Manuskriptes vorzunehmen, wenn ich den Text veröffentlicht sehen möchte. Ja sicher möchte ich das. Deswegen wird ein Text ja eingereicht. Im aktuellen Fall wirft man mir vor, Jäger mit Naziverbrecher moralisch auf eine Stufe zu stellen. Andersherum gesehen weist mich der Redakteur mit seinem Einwand freundlich darauf hin, dass da Ungemach drohen könnte. Angenommen. Fakt ist und bleibt aber immer noch, dass das 1934 vom Reichsjägermeister und Naziverbrecher Hermann Göring novellierte Jagdgesetz in den jagdlichen Aussagen dem immer noch aktuellen Bundes- und Landesjagdgesetz entspricht. Auf dessen Grundlage wird weiterhin in Wald und Feld getötet, was die Flinten so vor sich haben. Natürlich nach dem jagdlichen Regelwerk. Das christliche 5. Gebot sagt ja nicht, dass das auch für andere Lebewesen gilt, die in Freiheit leben und ein Recht darauf haben. Am Heiligabend sitzt man dann brav in der Kirche und singt ‚Süßer die Glocken nie klingen ..‘ oder so ähnlich. Das ist eine zusammengeschusterte ‚Antilogik‘ oder … die Quadratur des irrenden Sinnes. 

Kurzum : Ich habe den Text überarbeitet, heikle Stellen herausgenommen und so umgebastelt, dass meine Aussagen nicht verwaschen. ‚Ungemach‘ hatte ich bereits diverse Male, auch auf nicht mehr verstehbare Art und Weise. 

Meine moralischen Leitsätze orientieren sich am Erhalt des Lebens und an der Vermeidung von Leid und Tod und nicht daran, mit welcher Waffe und welcher Munition ich welche Lebewesen zur Strecke bringen kann .

( Der ursprüngliche Text ist im vorherigen Beitrag in dieser Kategorie zu lesen )

Hier der überarbeitete Text :  (Ob der so durchgeht, bleibt abzuwarten).

Glückwunsch an die Jägerschaft. Sie haben es auf die Seite 3 des Mindener Tageblattes geschafft. Eine Minderheit in dieser Gesellschaft, die es immer wieder schafft, den wahren Charakter ihres Anliegens und Handelns so zu verpacken, dass der Dschinn (Flaschengeist)  bei öffentlichkeitswirksamen Auftritten in der Flasche gehalten und erst dann nur kurz herausgelassen wird, wenn man unter sich ist und/oder mit einer Jagdwaffe das veranstalten kann, was das Jagdwesen ausmacht : Töten. Eigentlich völlig klar, dass die Jägerschaft durch eine Novellierung des NRW-Landesjagdgesetzes wie eine aufgescheuchte Entenschar nach dem Knall eines Schusses wirkt. Die Anpassung dieses Gesetzes sollte als Anfang eines noch langen Weges bis zu dessen -hoffentlich baldigen- Abschaffung gesehen werden.

Und da begründet der jagende Mensch seine Ablehnung einer Novellierung damit, dass sie ‚ideologisch motiviert’ sei. Natürlich basiert ‚ihr’ bestehendes Gesetz auf keiner Ideologie, wenn man Geschichte komplett ignoriert und früher sowieso alles besser war. Das wäre ein Widerspruch in sich. Nicht vergessen : Die Kernaussagen des Jagdgesetzes fußen weiterhin auf einer ausgehalfterten Ideologie und blanker Empathielosigkeit. Ziemlich dreist und aus der Sicht geradezu peinlich, denen ideologische Motivation anzukreiden, die versuchen, sich Schritt für Schritt aus den alten Klammern zu lösen.

Es ist erstaunlich, dass sich gegen die Formulierung, dass die Jagd nur noch ‚aus vernünftigem Grund’ zugelassen werden soll, Sturm gelaufen wird. Dann gab es bislang also nicht unbedingt vernünftige Gründe ? Eine wirklich menschliche Erkenntnis !

Die gesetzlich legitimierte Jagd ist im 21. Jahrhundert eine gesellschafliche Altlast, deren Entsorgung samt Ort eine bislang in Nebel gehüllte, politische Herausforderung ist.

Leserbrief zum MT-Artikel „Bleifrei und mit Schießnachweis“ v. 31.10.2014


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Bild: Heinrich Hoffmann, die ‚Geschichte vom wilden Jäger‘ aus dem Struwwelpeter

Es geht um die Novellierung des NRW-Landesjagdgesetzes, gegen die die Jägerschaft Sturm läuft, weil z.B. eine Formulierung, dass die Jagd nur noch „aus vernünftigem Grund“ zugelassen wird, darin stehen soll. Das schränkt natürlich ihren Bewegungsspielraum erheblich ein, weil die Formulierung naturgemäß dehnbar ausgelegt werden kann.  

Nachfolgend mein Statement dazu, dass heute (01.11.2014) per mail dem Mindener Tageblatt zugestellt wurde :

Glückwunsch an die Jägerschaft. Sie haben es auf die Seite 3 des Mindener Tageblattes geschafft. Eine Gruppierung in dieser Gesellschaft, die es immer wieder schafft, den wahren Charakter ihres Anliegens und Handelns so zu verpacken, dass der Dschinn (Flaschengeist) bei öffentlichkeitswirksamen Auftritten in der Flasche gehalten und erst dann nur kurz herausgelassen wird, wenn man unter sich ist und/oder mit einer Jagdwaffe das veranstalten kann, was das Jagdwesen ausmacht : Töten. Sie berufen sich auf das 1934 von dem Reichsjägermeister und Naziverbrecher Hermann Göring novellierte Jagdgesetz, das in den jagdlichen Inhalten immer noch mit dem Bundes- und Landesjagdgesetz übereinstimmt und damals mit der sogenannten ‚Hege des Wildes und dessen Umwelt’ ergänzt wurde.

Eigentlich völlig klar, dass die Jägerschaft durch eine Novellierung des NRW-Landesjagdgesetzes wie eine aufgescheuchte Entenschar nach den Knall eines Schusses wirkt. Die Anpassung dieses Gesetzes sollte als Anfang eines noch langen Weges bis zu dessen -hoffentlich baldigen- Abschaffung gesehen werden.

Und da begründet der jagende Mensch seine Ablehnung einer Novellierung damit, dass sie ‚ideologisch motiviert’ sei. Natürlich basiert ‚ihr’ bestehendes Gesetz auf keiner Ideologie, wenn man Geschichte komplett ignoriert und früher sowieso alles besser war. Das wäre ein Widerspruch in sich. Nicht vergessen : Der ‚Hubertus’ Göring war ein Repräsentant des Dritten Reiches, fußend auf einer Ideologie des untersten Neveaus und blanker Empathielosigkeit. Ziemlich dreist, aus der Sicht entlarvend und geradezu peinlich, denen ideologische Motivation anzukreiden, die versuchen, sich Schritt für Schritt aus den alten Klammern zu lösen.

Es ist erstaunlich, dass sich gegen die Formulierung, dass die Jagd nur noch ‚aus vernünftigem Grund’ zugelassen werden soll, Sturm gelaufen wird. Die Jägerschaft möchte also im Grundsatz unvernünftig bleiben. Oder : Es gab bislang nicht unbedingt vernünftige Gründe ? Eine wirklich menschliche Erkenntnis ! Eine dermaßene Selbstenttarnung ist ein dialektischer Rohrkrepierer vom Feinsten und bedarf keines weiteren Kommentars.

Die gesetzlich legitimierte Jagd ist im 21. Jahrhundert eine gesellschafliche Altlast, deren Entsorgung samt Ort auch eine bislang in Nebel gehüllte politische Herausforderung ist und Handlungsbedarf hat.

Landesjagdverband als Tierschutzverein ?


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Bild: Heinrich Hoffmann >Die Geschichte vom wilden Jäger< aus dem Struwwelpeter.

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Das Thema ‘Jagd’ mit allem ‘Drum und Dran’ ist wie ein ‘Ewigkeitsgewinde’. Man dreht und dreht und der Widerstand greift einfach nicht. Das ist ein Gefühl, als bewege man etwas im Nichts … Der Vergleich ist sicherlich zu einfach, allerdings erzeugen einfache Dinge und Vergleiche ebenso einfach zu erfassende Vorstellungen und können dabei einen schnelleren und nachhaltigeren  ‘Aha-Effekt ‘auslösen. In welche Richtung auch immer  …

Meine Statements zum Thema ‘Jagd’ in Form von Leserbriefen (18 an der Zahl) in der hiesigen Presse (Mindener Tageblatt) sind da deutlich oder -wie manche sagen- mehr als deutlich. Diese sind auf meiner Homepage  (www.joachim-rohlfing.de  , in der Kategorie ‘Presse’ / ‘Leserbriefe’) nachzulesen. Die Echos darauf waren z.T. negativ aber zu über 90 % positiv. Einer -es kann nur ein jagender Mensch gewesen sein- ging sogar soweit, mir direkte Gewalt mit seinem Jagdgewehr anzudrohen. Was für ein armer Kerl … Feige, wie die meisten von diesen Menschen gegenüber anderen Menschen nun mal sind, nannte er trotz Aufforderung weder Namen noch sonstige Identifikationsmerkmale. Außer, dass er hörbar männlichen Geschlechts zu sein schien. Natürlich war seine Rufnummer unterdrückt.  Er fühlte sich anonym stark und cool, also so wie er es in der freien Natur, in Wald und Feld, gegenüber Wildtieren und streunenden Haustieren sein darf und ist ! Sein Jagdschein ist wie der Führerschein eine Legitimation, nur – nicht zum Bewegen eines Fahrzeuges im öffentlichen Straßenverkehr,  sondern zum Perversesten, was ein Mensch ‘vollbringen’ kann : zum Töten ! Für mich egal, ob Mensch oder Tier !

So habe ich immer gedacht, dass die ‘Argumentationen’ für ein nicht nur von mir als geisteskrank eingestuftes Verhalten nicht mehr zu toppen sind. Glatt gefehlt – es geht noch kranker :  Der Landesjagdverband will als Tierschutzverein anerkannt werden. 

Das zu kommentieren, bedarf einige Zeit, um überhaupt wieder Luft zu bekommen. Wie lautet einer meiner Hauptleitsätze : ‘ Alles, was durch vermeidbare Handlungen Leid und in der Folge Tod erzeugt, kann nicht richtig sein’. Wie nachhaltig doch das Gedankengut des Naziverbrechers Hermann Göring ist, auf dessen Novellierung des Jagdgesetzes das jägerische Treiben auch heute noch fußt -und das in einer derart abartigen Weise, auf die nur wirklich bedauernswert kranke Hirne kommen können. Ist diese Gesellschaft wirklich so abgestumpft und gleichgültig (geblieben), dass sie eine derartige Lebensverachtung weiterhin parallel laufen lässt ? Für wie dumm hält die Jägerschaft unsere offensichtlich immer noch nicht ganz aufgeklärte Gesellschaft, wenn sie als Todesschwadron in Wald und Feld auch noch den Anspruch erhebt und diesen tatsächlich auch noch formuliert, als weiterhin Tötende das Etikett eines Tierschutzvereines offiziell zu verlangen, zu erhalten und sich damit zu schmücken ? Es gibt Menschen, die das drastischer formulieren. Den Zusammenhang  zu begreifen gelingt jeder Bildungsschicht !

Denkt man den Vorgang des genannten Ansinnens des Landesjagdverbandes zu Ende, dann müsste deren Schuss nach hinten losgehen, und zwar so : Basierend auf der Erkenntnis, dass das Töten eines Lebewesens (ohne Not oder Notwehr) grundsätzlich Spezies übergreifend eine Straftat auch mit Vorsatz ist, sollten den Henkern in Wald, Flur und Wiese  ihre gesetzliche Legitimation entzogen werden, sprich das Jagdgesetz abgeschafft werden !

Eine Forderung, die ich seit Jahren erhebe ! Wie heißt es in einem meiner Leserbriefe : >Wenn die Gesellschaft nachhaltig auf ein friedliches Miteinander abzielt, dann sollte sie sich von den unsinnigsten und übelsten Bräuchen auch legislativ verabschieden oder zumindest damit anfangen !<

Dieser Beitrag wurde unter Jagd, Uncategorized abgelegt am 28. Juni 2014. Bearbeiten