Toleranz in Richtung ‚rechts’…?


Sicherheit und gesellschaftliche Konformität vor Freiheit, Offenheit und Pluralität?

Der frühere Bundespräsident Gauck ruft zu einer „erweiterten Toleranz in Richtung rechts“ auf (Spiegel). Er meint sicherlich die Differenzierung zwischen ‚rechts konservativ‘ und ‚rechtsextremistisch (rechtsradikal)‘. Die Begriffe auseinander zu halten, ist schon richtig, nur… das Abdriften von ‚rechts konservativ‘ zu ‚rechtsradikal‘ ist ein kurzer Weg und neigt zur Kooperation. So wie Extremes allgemein dazu neigt, die Distanz zur Rechtskonformität zu verkürzen oder gar aufzuheben.

Jetzt benutze ich sie mal, die Floskel: „Was hat der denn geraucht..?“ Der Mann war als Bundespräsident der 1. Mann im Staate Bundesrepublik Deutschland. Also jemand, der das Grundgesetz als Maxime dieses Staates verinnerlicht haben dürfte.

Z.B. Artikel 1 : „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Rechtes Denken und Handeln in der abgedrifteten Form hat in der Konsequenz nicht nur unsägliches Leid verbreitet, sondern durch den 2.Weltkrieg ca. 60 Millionen Tote. Dazu muss es ja nicht gleich führen, wird man sagen , doch … wehret den Anfängen. Rechts-Deutschland war der Auslöser. Es ist zwar eine altbackene Bezeichnung, wenn man von ‚Schande‘ spricht, doch in diesem Lande sich dem rechten Lager anzunähern – ist eine! Meine Elterngeneration hob noch hervor, dass zu der Zeit die Kriminalität eingedämmt war und… ach ja.. da wurden ja auch die Autobahnen gebaut und fast jeder -bis auf die Faulen- hatte Arbeit. Das kommt einem heute immer noch irgendwie schaurig bekannt vor.

Die Kernfrage ist: Sicherheit vor Freiheit!? Jede davon beschneidet die Andere. Sicherheit schränkt die Freiheit ein und Freiheit schränkt die Sicherheit ein. Benjamin Franklin zitiere ich dabei gerne:

„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren!“

Damit ist klar positioniert, wo ich die Priorität setze. Als Bürger dieses Landes erwarte ich von den Mandats- und Entscheidungsträgern jeglicher Art (von den Kommunen bis zum Staatsapparat), sich an den Werten des Grundgesetzes zu orientieren und nicht damit opportun zu liebäugeln, was dieses dehnt. Von den höchsten Repräsentanten und Entscheidern in der Politik und im gesellschaftlichen Leben verlange ich klare Statements, die ihrer Verantwortung gerecht werden: Kein rechtes Gedankengut in Deutschland!

Eine parlamentarische Demokratie hat sich auch mit gewählten Randgruppen auseinander zu setzen – nicht aber, sich von denen treiben zu lassen, indem sie Zugeständnisse macht. Das ist Schwäche! Stärke ist die Kraft der Argumentation, der Freiheit, Offenheit und Pluralität. Alles Andere ist ein Spiel mit dem Feuer.

Ein Ex-Bundespräsident, der ‚wieder Heimat‘ und ‚Sicherheit und gesellschaftliche Konformität vor Freiheit, Offenheit und Pluralität‘ fordert, ist richtigerweise nicht mehr im Amt. Die Forderungen sind nicht deckungsgleich mit dem Grundgesetz und den Menschenrechten, sondern eine Art ‚Sabbelei‘, die vorher nicht zu Ende gedacht wurde.

Was für ein Armutszeugnis für einen Mann, der mit hohem Ansehen an der Spitze dieses Staates stand und nun gedanklich in einer schönen, bunten Seifenblase, die nach dem Zerplatzen nur noch bekannt einfarbig ist.

Kant: ‚Sapere aude!‘  (Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!).

 

 

 

 

Nach Wahlen…pseudonumerischer Euphemismus


Pseudonumerischer Euphemismus…

Was ist das denn?

Pseudo = nicht echt, nur nachgemacht, nachgeahmt (Duden)

Numerisch = zahlenmäßig, der [An]zahl nach (Duden)    

Euphemismus = beschönigende, verhüllende, mildernde Umschreibung für ein anstößiges     oder unangenehmes Wort  (Duden)  

Das geht seit Jahrzehnten so: Verliert eine Partei bei einer Wahl, ignoriert sie das in soweit, dass sie genau das (Faktum) schön redet. Dann wurde nicht direkt verloren, sondern ist ihr Programm bei den Wähler_innen nicht deutlich genug ‚angekommen‘. Das Wahlvolk hat also nicht begriffen, was auf den Wahlplakaten und in den Medien vermittelt werden sollte. Statt -x hätten es ja auch -y Prozent sein können. Also war ‚man‘ doch gar nicht so schlecht. Der Gewinn der Anderen ist dann die Herausforderung für die Zukunft. Das ist der Tranquilizer für das Wahlvolk und bedarf der nachhaltigen Enttarnung.

Politiker_innen hatten und haben es nach der Lesart mit dem ‚falschen‘ Wahlvolk zutun. Die Rede ist konkret von den sogenannten ‚Volksparteien‘ CDU/CSU und SPD. Wenn der Eindruck bleibt…  dann geht deren freier Fall weiter. Da wäre es nicht überraschend, wenn  extreme Richtungen weiteren Zulauf erhalten. (Natürlich gibt es gegenteilige Beispiele).

Das Phänomen zieht sich nicht nur durch die genannten Parteien, sondern durch alle. Rechtfertigungsdruck ihrer Existenz? Das ist Schönrederei – Euphemismus.

Nicht nur die Themensetzung ist entscheidend, sondern die Vermittlung von Kompetenz dazu. Das scheint den ‚Grünen‘ gelungen zu sein. Die jeweils 7-stelligen Wählerwanderungen von den Volksparteien zu der eindeutigen Gewinnerpartei sprechen eine recht eindeutige Sprache.

Nach der Freude kommt die Arbeit…

 

Kant: ‚Sapere aude!‘  (Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!).

 

 

 

 

 

Wählen ist praktische Mündigkeit!


Es kann sich einem Menschen in Europa mit historischem Bewusstsein nicht erschließen, dass Rechtspopulismus -oder deutlicher gesagt- braunes Gedankengut wieder zunehmend Gehör findet. Nationalismus in Deutschland, Polen, Italien, Frankreich, Niederlande… Ja, auch in diesem Deutschland, das unbeschreibliches Unheil durch Fanatismus, Demagogie, Skrupellosigkeit usw. nicht nur über Europa, sondern weltweit gestreut hat. Allen Beteuerungen nach dem 2. Weltkrieg zum Trotz wird wieder die braune Soße dazu gemischt. Das ist keine Dummheit, sondern Propaganda aus Machtkalkül. Es wird so getan, als sei über das Unheil Gras gewachsen – ist es aber nicht! Oder es -das Unheil- wird einfach geleugnet … dann ist es tatsächlich Dummheit. Gebildete Dummheit, die die niederfrequenten Nichtdenker_innen einfach zur Etablierung der eigenen Geltungs- und Machtsucht letztlich dahin führen, was die Geschichte lehrt: Skrupellose Menschenverachtung und mentale Versklavung. Das sind Heilsversprechen auf dem Weg in eine Dunkelkammer ohne Umkehr.

Das kann und darf es nicht sein!

Unheil zu sähen ist relativ einfach und findet schnell nicht reflektiert denkende Mitläufer, wie man wieder sieht. Die Leute, die das bekämpfen und eindämmen wollen, was sie permanent selber nutzen, sind eben diese Rechtspopulisten_innen. Gemeint sind die Errungenschaften demokratischer Gesellschaften und Staaten: Pressefreiheit, Meinungsfreiheit – also die in der Menschenrechtscharta der UN geschriebenen 30 Artikel, zu denen auch das Recht auf Asyl gehört. Das eine solche Ignoranz stattfindet, ist arrogante Menschenverachtung und aus der Sicht eine Straftat. Was sich hinter solchen Scharfmachern verbergen kann, sieht man aktuell in Österreich. Die Verhaltensweise des nun ehemaligen Vizekanzlers sollte juristisch aufgearbeitet werden.

Die Wahlberechtigten in Europa haben nun die Chance, dem rechten Treiben die rote Karte zu zeigen! Die Wahlaufrufe können nicht oft genug wiederholt werden!

Geht wählen! 

Ich habe bereits gewählt – per Briefwahl. (Und keine rechtspopulistische Partei – soviel sei gesagt)!

Kant: ‚Sapere aude!‘  (Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!).

 

 

Europa


Warum ‚Wählen‘ eine bürgerlich moralische Pflicht ist, lässt sich in ein paar Sätzen verdeutlichen – ohne groß und detailliert in die Geschichte zu gehen. Ein paar Kernsätze sollten da schon reichen:

Europa … ein Land der vielen Länder. Das war schon ‚immer‘ so. Nur nicht in der heutigen Form. Die Nationalstaaten des europäischen Kontinents -natürlich nicht nur die- bekämpften sich bis auf’s Blut mit Millionen Opfern. Das war Nationalismus pur – ohne Rücksicht auf Verluste. Diktaturen, Monarchien, Despotismus, Militarismus und Staatsterror ging vor Humanismus und menschenorientierter Politik. Das alles ist noch viel zu harmlos formuliert.

Nach dem 2. Weltkrieg mit ca. 60 Millionen Toten begann die Phase der Annäherung diverser europäischer Staaten. Erst wirtschaftlich, dann realpolitisch mit einem Europaparlament. Also wurde aus dem Fatalismus der Geschichte der Beginn militärischer Konfliktfreiheit. Diese Entwicklung ist durch nichts zu ersetzen. So reichten sich die Erzfeinde Frankreich und Deutschland die Hände. Das war vorher faktisch undenkbar.

Das Wahlrecht in Demokratien ist ein Recht, das blutig erkämpft wurde. Es darf nicht einfach mit Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit und Politikverdrossenheit ignoriert werden und verdient uneingeschränkte Achtung und Wertschätzung. Kaum vorzustellen, wie sich ein Mensch vorher gefühlt hätte, so ein Recht wahrzunehmen.

Ideologischer Fundamentalismus und Geschichtsleugnung greifen erreichte Ziele an. Dagegen hilft Aufklärung und Transparenz der entscheidenden Institutionen und Personen. Und… freie und demokratische Wahlen. Das betrifft jeden wahlberechtigten Menschen. Dann ist die Würde des Menschen (Artikel 1 des Grundgesetzes) unantastbar, wenn sich die Parteien an der Erklärung der Menschenrechte der UN vom 10.Dezember 1948 a priori und praktisch ausrichten. Der Beitrag einer jeden Staatsbürgerin|eines jeden Staatsbürgers dazu im Gemeinschafts-und Eigeninteresse sind:

Freie Wahlen…!

Ein sogenannter ‚Rechtsruck‘ durch populistische Parteien könnte nicht nur fatal in alle Richtungen sein, sondern ist es!

Diese kurze Reflexion muss nicht weiter ausgeführt werden. Der Inhalt ist selbsterklärend.

Kant: ‚Sapere aude!‘  (Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!).

 

 

 

Gedicht ‚Diskussion‘


Diskussion

Die Themen geben sich die Hand

im posthumierten Phrasenzänkel

wird diskutiert am Tellerrand

mit Intellekt und Standesränkel

 

`Natürlich´ heißt es moderat

verhagert sitzend Beingedrehe

schon wieder läuft´s hier falsch im Staat

wer Ohren hat, verdammt der sehe

 

Opposition und die Regierung

in abgerundeter Kantigkeit

nur Millimeter auf Entfernung

in tagesgeschäuter Kriegsrätigkeit

 

Vergilbtes Breitgegrinse

als real genetische Drift

beschlägt der Kamera die Linse

für Ehrlichkeit das zarte Gift

Gedicht ‚Hass‘


Hass

Hass ist keine Form des Denkens

er ist halt nur so reaktiv

zerstört Gedankenmenschens Lenken

als Urform gänzlich primitiv

 

Er nagt an guten Perspektiven

die untergehn im Lebenslauf

erfüllt Gesetz vom Negativen

gesteuert dominant zuhauf

 

Wenn Menschen hassen umgangsmäßig

verleugnen strukturell das Sein

dann werden Zellen schnell gefräßig

und raspeln sie nur kurz und klein

 

Ob aus einem ‚Gefühl‘ heraus oder … 


Ob aus einem ‚Gefühl‘ heraus oder …

In der Folge blogge ich ein paar eigene -ältere- Gedichte, die einfach hierher gehören. Es sind keine Pausenfüller. Geplant war ursprünglich eine längere Blogpause, da das Verhältnis ‚Aufwand / Leseranzahl‘ in Richtung ‚zu großer Aufwand‘ ausschlug und die Motivation mitzog.

Dabei war und ist es immer noch mein Ziel, nicht auf ‚likes‘ oder Leseranzahl a priori das Merkmal zu legen, sondern auf die Bemühung, auch in der Vielfalt meiner Beiträge gegen den Strom zu schwimmen. Also weiterhin keine ‚Ha-ha-hi-hi-Bloggerei‘ … (Das ist keine Diskriminierung, sondern nur ein geflügeltes Wort).

‚Schreib doch mal, was wesentlich mehr Leute lesen wollen‘ … Das war eine durchaus ernst gemeinte Bitte an mich, doch … ich bin kein Bediener des Feuilletons und zweifle daran, jemals einer zu werden. Das überlasse ich Anderen.

Sollte es trotz dieser Ausführungen weiterhin Leser_innen meiner Beiträge geben : Herzlich willkommen!