2006… Der Bär war los… 2006… The bear was loose… (de/e)


Deutsch

Warum in der Vergangenheit wühlen? Zu ändern ist daran doch sowieso nichts mehr? Das ist dann richtig, wenn sich tatsächlich etwas geändert hat und Lehren daraus gezogen wurden – in den Denk- und Verhaltensweisen sowohl gesellschaftlich, als auch individuell. Wenn nicht erkennbar, dann sollte/muss Vergangenes (aber nicht Vergessenes) wach gehalten werden. Das gilt nicht nur für die folgende Darstellung, sondern allgemein und mit Nachdruck.

Vor 14 Jahren streifte ein Braunbär durch den südlichen Teil dieser Republik und versetzte die Menschen und ihre Mandatsträger in Aufregung. Das ist eine singuläre Analogie zur pluralen ‚Rückkehr der Wölfe‘ heute. Zum Ausgang des ‚Problems Bär‘ schrieb ich einen Leserbrief, den ich hier -auf Wunsch- noch einmal poste:

 

Betr.: Morddrohungen nach Brunos Tod, Bericht im MT (Mindener Tageblatt) vom 27. Juni 2006

Leserbrief  „Angeordneter Tiermord“ im MT vom 29.06.06

Was ist passiert? Ein Bär verirrt sich nach Deutschland, reißt Schafe und Hühner und verbreitet „Angst und Schrecken“. Für ihn, den Bären, ist das seine Existenz, sofern er – auf Distanz zum Menschen – wild leben darf. Es besteht sicherlich kein Zweifel, dass er sich in der direkten Konfrontation mit Menschen seiner Natur entsprechend eben auch genauso verhalten würde – trotz seiner natürlichen Scheu vor der Spezies Mensch dem Selbsterhaltungstrieb folgend. Wo und was war die Lösung im Sinne der Bevölkerung? Alle ausgeschöpften Möglichkeiten von und mit Experten und Spezialisten scheiterten angeblich. Wirklich?

Das blamable „Bär-und- Mensch-Spiel“ schien verloren zu gehen. Der Bär, ein frei laufendes Raubtier, war immer noch los und führte alle an der Nase herum. Also – macht man es wie im Märchen: der „Meuchler“ muss her! Der macht sowas mit seiner Knarre und ohne mit der Wimper zu zucken. Zum Wohle der Allgemeinheit, was sonst? Solch schwammige Argumentation reicht einschlägig bekannt aus, um eine „Meuchlerseele“ zu euphorisieren. Da nach meiner Einschätzung Tiermord allgemein dem Menschenmord gleichzusetzen ist, handelt es sich auch bei dem „Entseelen“ dieses Tieres um vorsätzlichen, von Amts wegen angeordneten Mord als „Lösung“ zur Demonstration entsprechender Handlungsfähigkeit.

Nun kann es auf diesem Planeten „wesenhaft“ kaum noch einen denkfähigen Menschen geben, der an der „hochintelligenten“ Handlungsweise von Volksvertretern zweifelt.

Kant: ‚Sapere aude! (Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen).

Rousseau:  „Der Mensch ist in seinen Handlungen frei und als solch freies Wesen von einer immateriellen Substanz beseelt.“

 

English

Why digging in the past? There’s nothing you can do about it now anyway? This is true when something has actually changed and lessons have been learned – in thought and behaviour, both socially and individually. If not recognizable, then the past (but not forgotten) should/must be kept awake. This applies not only to the following description, but in general and with emphasis.

14 years ago, a brown bear roamed the southern part of this republic and caused a stir among the people and their elected officials. This is a unique analogy to the plural ‚return of the wolves‘ today. I wrote a letter to the editor about the outcome of the ‚Problem Bear‘, which I am posting here again – if I wish:

Subject: Death threats after Bruno’s death, report in the MT (Mindener Tageblatt) of June 27th, 2006

Letter to the editor „Ordered animal murder“ in the MT of 29.06.06

What happened? A bear strays to Germany, tears sheep and chickens and spreads „fear and terror“. For him, the bear, this is his existence, as long as he is allowed to live wild – at a distance to humans. There is certainly no doubt that in direct confrontation with humans, he would behave in exactly the same way in accordance with his nature – following the instinct of self-preservation despite his natural shyness towards the human species. Where and what was the solution for the population? All exhausted possibilities by and with experts and specialists supposedly failed. Really?

The disgraceful „bear and human game“ seemed to be lost. The bear, a free-running predator, was still on the loose, leading everyone by the nose. So – do it like in a fairy tale: the „assassin“ has to be found! He does this with his gun and without batting an eyelid. For the good of the community, what else? Such woolly argumentation is enough to euphorize an „assassin soul“. Since, in my estimation, animal murder is generally to be equated with human murder, the „de-soul“ of this animal is also deliberate murder ordered ex officio as a „solution“ to demonstrate the corresponding capacity to act.

Now there can hardly be any „essentially“ capable person on this planet who doubts the „highly intelligent“ way of acting of representatives of the people.

Kant:  ‚Sapere aude!‘ (Have courage to use your own intellect).

Rousseau:  Man is free in his actions and as such a free being is animated by an immaterial substance.

 

 

Artikel im Mindener Tageblatt


Links der Artikel aus dem Jahr 2000 über meinen Roman (‚Die Gedanken sind frei – die Erlebnisgeschichte eines jungen Mannes beim Bund‘)

Rechts der Artikel v. 29.06.2005 über meinen Lyrik- und Geschichtenband (‚Menschenland‘)

Leserbriefe


Aufgescheuchte Entenschar (vom 06.11.2014)

„Freude am Töten verharmlost.“ (vom 28.07.2014)

> Dieser Leserbrief ist die Originalfassung, die an das MT gesendet wurde : <

‚Jagd im Zeitgeist vergangener gescheiterter Gesellschaftsordnungen‘ (Original) (13.10.2012)

> Und hier die vom Mindener Tageblatt zusammengestrichene und ohne Rücksprache regelrecht zensierte Fassung, die
dann auch veröffentlich wurde.
Der Vergleich zeigt, was da offensichtlich nicht gefiel. – <

‚Jagd im Zeitgeist vergangener gescheiterter Gesellschaftsordnungen‘ (vom MT zensiert) (13.10.2012)

Reichlich Deckung am gedeckten Tisch (09.11.2011)

Geschichtslastiger Blödsinn (vom 09.12.2010)

Stolze Quotenopfer für bessere Abschussstatistik (vom 20.02.2009)

Kirche, Jäger und das fünfte Gebot (vom 18.11.2008)

Jäger : Der Wolf im Schafspelz (vom 10.09.2008)

„Laute Stimmen gegen den Irrsinn“ (vom 08.05.08)

„Keine Entscheidungskompetenz über Leben und Tod mehr“ (im März 2008 im MT)

„Jäger proben den waidgerechten Schuss“ (vom 25.05.07)

„Tierwelt stellt Jäger vor Herausforderung“ (vom 04.05.07)

Betr.: „Leserbriefe zur Jagd auf Kormorane“ (vom 03.01.07)

„Mit Pulver und Blei ins Vogelschutzgebiet“(vom 06.12.06)

„Angeordneter Tiermord“ (vom 29.06.06)

„Auf dem falschen Hochsitz“ (vom 11.05.06)

„Zehn Rehe, füng Wildschweine und zwei Füchse“ (vom 25.11.05)

„Steigende Strecke einzelner Arten“ (vom 03.05.05)

„Tiere sind keine Nahrung“ (vom 07.12.04)

„Braten ohne Gewissensbisse“ (vom 01.12.04)

„geistig – moralisch demontieren“ (vom 20.10.01)

„Egoismus geht im Golf-Krieg über Leichen“

„In dieser Situation wird der Mensch mißbraucht“