Gedicht ‚Jäger II‘ … Poem ‚Hunter II‘ …


(English below)

Deutsch

Das Gedicht ‚Jäger II‘ knüpft an mein Gedicht ‚Jäger‘ an – eine nicht nur numerische Abfolge. Der Versuch, das reimend ins Englische zu bringen, ist wiederholt nicht geglückt. Sorry vorab an meine englischsprachigen Leser|innen.

Jäger II

Noch immer streift durch Wald und Feld
die Jägerschaft mit Mordgelüsten
kein Argument sich angesellt
mit Empathie sich aufzurüsten

Ein Wildtier ist kein Lebewesen
hat keine Intensivstation
wird weggefegt mit stählern Besen
durch Jägers ballernde Schwadron

das Tiere eine Seele haben
verknüpfte Vielfalt Physis
gilt als bewiesen ist zu sagen
das ignoriert des Jägers Hybris

Sofern er weiß, was das wohl ist
auch sie ist hierbei angesprochen
ob Mann, ob Frau – sie eint dabei die Hinterlist
wird dann mit Messer aufgebrochen

das ist es, was die Jäger lockt
zu herrschen und zu siegen
reales Ballerspiel gezockt
finalig muss die Strecke liegen

gesetzlich ist das Tier ein Neutrum
der Artikel streicht es unter
das Jagdgesetz zum Meucheltum
hält Herrschaftsdenken bunter

Ein Tier, das lebt, es hat Gefühl
spürt Schmerz und Freud so wie der Mensch
kann hitzig sein und wieder kühl
will leben, ethisch simpler Wunsch

Es ist des Menschen üble Art
zu thronen über dem Getier
wenn Toleranz wird nicht gewahrt
dann bleibt der Mensch ein wildes Tier

English

The poem ‚Jäger II‘ ties in with my poem ‚Jäger‘ – a not only numerical sequence. The attempt to bring this rhyming into English has repeatedly not succeeded. Sorry in advance to my English-speaking readers.

Hunter II

Still roams through forest and field
the hunters with murderous desires
no argument joins
to arm themselves with empathy

A wild animal is not a living being
has no intensive care unit
is swept away with steel brooms
by the hunter’s shooting squadron

that animals have a soul
linked variety physis
is considered proven is to say
that ignores the hunter’s hubris

as far as he knows what that is
also she is addressed here
whether man, whether woman – they unite thereby the deceitfulness
is then broken open with knife

that is what attracts the hunters
to rule and to win
real baller game gezockt
finalig must lie the distance

by law the animal is a neuter
the article puts it under
the hunting law to the assassination
keeps rule thinking more colorful

An animal that lives, it has feeling
feels pain and joy like the human being
can be hot and cool again
wants to live, ethically simple wish

It is man’s evil way
to be enthroned above the animals
if tolerance is not maintained
then man remains a wild animal

Couples… Pärchen…


Translating a German poem into English is – for me at least – very difficult. I hope that the attempt is understandable.

Couples

The industrious steady companions
on world stages human ladder
are two that complement each other perfectly
shine cheaply with power and powerlessness
in cold brute force manner
they disguise the ‚background greed
they rule absolutely feudal
in hollow heads – damn it
they make alliances with all
who blindly fall down before them
they fear neither death nor devil
in egocentricity without doubt

Who is the said couple
in the outfit, like it always was ?
they grin from their high horses
they are – stupidity and arrogance

Im Rückspiegel…


Im Rückspiegel

 

Die Frage nach des Lebens Sinn

treibt Blüten in die Lebenspin

 

Bleibt schön verdeckt und ist nur halb

wie Abdrift vor dem goldnen Kalb

 

Mit Dominanz vor Andren beben

im Anzugland auf Konten schweben

 

Mit Smartphone, Tablet oder Book

verliebt in HiTechs Überlook

 

Hat Spaß gemacht die ganze Chose

lässt Andre in der Armutspose

 

Mehr Helfen wäre die Devise

bringt Nächsten auf die Blumenwiese

 

Von Allem etwas ist getan

im irdisch irren Körperwahn

 

Nicht Jammern hier ist mein Gebot

bin fast gestorben – doch nicht tot

 

Den Körper hat die Zeit verschlissen

werd‘ ihn im Licht nicht mehr vermissen

 

©Joachim Rohlfing

Frieden (2)…


Frieden

 

Wann herrscht denn Friede hier auf Erden?

die Fragestellung greift schon nicht

aus Falken müssten Tauben werden

aus Dunkelheit des Friedens Licht

 

Das glitzernd Spielzeug in der Luft

schickt Bombengruß von Sam und Bob

das ist so wenn die Truppe ruft

wir tun ja hier nur unsren Job

 

Wenn Kriege ihre Namen kriegen

verraten des Kolumbus Ei

in Patriotens Kinderwiegen

wächst nach Diablos Barbarei

Zeit… (2)


Zeit  (2)

Man klagt in mancher Stunde

es möge doch vergehn’ – die Zeit

man merkt, wie lang ist die Sekunde

doch merkst du, was sie hält bereit

 

es langweilt sich der Mensch am Abend

und sieht nicht ein – den Sinn der Zeit

er resigniert und sinnlos treibend

ist er zur Mühe nicht bereit

 

doch die Sekunden gehn’ dahin

und sie sind nicht – wie die zuvor

es starben Zellen – ist das Gewinn

doch Neue sind am selben Ort …

 

du wirst es sicher nie erleben

zu sehn’ die Welt, so wie zuvor

den ständig’ Wechsel wird es geben

drum sieh doch hin – was geht da vor

 

in mancher Stund’ wirst du dann sehen

was Menschen treiben Tag für Tag

die Wahrheit wirst du nicht verstehen

sie würd’ dich treffen – wie ein Schlag

 

©Joachim Rohlfing

Garaus…


Garaus

 

Vergilbtes Elternhaus

macht Perspektiven den Garaus

sie zu erkennen später dann

ist Kraftakt in Erfahrungs Bann

 

vernachlässigt die Kinderseele

geopfert im Bedürfnisdrang

zwangsjackenhaftes Zeitgestehle

kindungerechter Lebenszwang

 

realer Alptraum Schuldgefühle ?

der existiert im Irgendwo

des Kopfes abgespeichert Mühle

verirrt sich dann im Menschenzoo

 

©Joachim Rohlfing

Johannes…


Johannes

Johannes in der Offenbarung

spricht von Posaunen zum Finale

vom `Tier´ das aufsteigt aus dem Meer

zum allerletzten Male

 

an markant Punkten des Planeten

logistisch perfekt inszeniert

zu spät ist dann Wendhalses Beten

in Adern Blut halt doch gefriert

 

der Irrsinn irdisch blassen Kults

manifestiert am Morgen schon

erhält dann tragisch den Impuls

am Kreuz das war wohl doch der Sohn

 

denn dann wenn die Posaunen blasen

wie viele warn’s bis heute schon

hört Mensch auf Mammon nachzurasen

er fragt dich nach – der Menschensohn

 

oder ist das Ganze nur

vermenschlicht als Metapher

die läuft wie eine gerade Schnur

nur unverstanden im Zeitraffer

 

©Joachim Rohlfing

Hunger…


Hunger

wohl kaum jemand bestreitet heute

der sitzt am Napf der Satten

daß Hunger existiert

nicht nur vor Festtagsplatten

 

zu eingefleischt der Feierabend

Kontrast zum Hungertod

der dümpelt aus mit Liebchen badend

Gewinndenkens gefiebert Not

 

das kann’s nicht sein oder wohl doch

vergilbt gedachtes Wohlstandsdenken

verhungert Diesseits –  Menschenjoch

Gedanken sich wohl da verrenken

 

wenn Burger roden Regenwald

vier fünf Quadratmeter pro Stück

wer spielt mit Hunger so eiskalt

sein Schrei Intolerantens Glück

 

vielleicht wird’s so nicht wahrgenommen

denn das setzt weitaus mehr voraus

als Klappendenkens Spendvorkommen

ich überweis und bin dann drauß´

 

es wird und ist nicht zu ertragen

das Menschen sterben Hunger noch

Waffensysteme überragen

wohl Nächstenliebes Egoloch

 

manifestiert Piratendenken

hilft keinem Kind mit Wasserbauch

Kind wird die Seel dem Schöpfer schenken

die Satten ihren Wohlstandsbauch

Danke…


Danke 

 

Danke sagen ist nicht schwer

belegt mit Inhalt doch schon sehr

zu einfach Inhalte verschmelzen

im rüden Umgangsmeer

 

dem Bitte geht es da nicht anders

zwei Zauberworte  immerhin

die sprengen halt gelabert Wortes

sind Ehrlichkeits Gedankensinn

 

das Kirchenlied von Martin Schneider

gefühlig rührt die Singenden

klagt an Diesseits Gedankenmeider

belebt den Sinn der Fühlenden

 

ich sage Danke nach dem Beten

das Allumfassend nenn ich so

ich habe es um Licht gebeten

finalig seh ich´s sowieso

 

unendlich mehr ist dieses Licht

für Menschen suchend Wachsgeranke

an Grenzen stößt da sicher nicht

versprechend lebend Wortes – Danke !

 

Das Danke ist ein Flügelwort

und ständig in der Luft

am Boden nicht an jedem Ort

betörend ist sein Wunschesduft

©Joachim Rohlfing