Gilt das immer noch?… Is that still valid?…


(English below)

Deutsch

Das folgende Gedicht schrieb ich vor mehr als 10 Jahren. Jetzt, im Bundestagswahlkampf 2021 gelesen, stellt sich echt die Frage, was sich seitdem inhaltlich geändert hat. Zeitlich schon als Rückblick geschrieben und nicht gegendert, ist der Blenderich sowohl maskulin als auch feminin oder **. Es (das Gedicht) wirkt kritisch betrachtet überspitzt, erzeugt das Hochziehen einer Augenbraue und setzt voraus, dass es aus dem richtigen Blickwinkel wahrgenommen wird. Blenderiche sind im gesamten Parteienspektrum anzutreffen und aktiv – egal in welchem Land…

Blenderich

Es war einmal ein reiches Land

das Zentrum in Europa

das jeder fast noch lustig fand

vom Kleinkind bis zum Opa

 

Und alle aalten, suhlten sich

in dem, was sie so hatten

befeuert von dem Blenderich

der sitzt auf ihren Steuermatten

 

Er ist gewählt von Volkes Gnaden

und redet ihnen nach dem Mund

nur Andre machen üblen Schaden

bei ihm bleibt alles stets gesund

 

Das haben wir immer so gemacht

Da kann ja jeder kommen

So haben wir’s noch nie gemacht

Die Drei als Beispiel mal genommen

 

Der vierte Punkt, das ist doch klar

was soll denn das schon sein

Politiker in holder Schar

sie reden alles kurz und klein

 

Die Worte fallen ja so leicht

durch weiß gebleichte Zähne

das Harte klingt dann wohlig seicht

erzeugt des Volkes Rumgegähne

 

im Wahlkampf sieht’s dann anders aus

denn das ist ihr Alarm

dann holt man flink die Keule raus

es soll ja bleiben wohlig warm

 

Dann sitzen sie vor Kameras

da wird gelogen in die Runde

in Talkshows ist dann der ein Ass

der locker hat den Spruch im Munde

 

Gesellschaftlich ein Trauerspiel

gelöst mit Kompromissen

so kommt man schließlich auch zum Ziel

und hat sich dabei nicht verschlissen

 

Politisch ist das schon korrekt

erzähl das mal den Armen

ob das den Billigjobber neckt

der winters sitzt nicht grad im Warmen

 

Verhandelt und entschieden hat

die Lebensqualität der Bürger

wohl der mit Politikmandat

der Wähler ist nachher dann klüger !

 

In diesem schönen, reichen Land

sind Randgruppen ein Übel

stehn oftmals schuldlos an der Wand

dann kommt der Absturz ohne Flügel

 

Nicht jeder ist so stark und reich

dass er den Wohlstand kann genießen

steht Schlange an der Tafel bleich

lässt manche Träne in sich fließen

 

Und parallel im Bundestag

da grinst der Blenderich und gröhlt

vom Lied der Deutschen wie er’s mag

hat längst den Inhalt ausgehöhlt.

 

English

I wrote the following poem more than 10 years ago. Now, in the Bundestag election campaign 2021 read, the question arises genuinely, what has changed since then. Temporally already written as a retrospective and not countergendered, the Blenderich is both masculine and feminine or **. It (the poem) seems exaggerated when viewed critically, creates the raising of an eyebrow, and assumes that it is perceived from the right angle. Blenderichs are to be found and active in the entire party spectrum – no matter in which country…

 

Blenderich (dazzler| blender)

Once upon a time there was a rich country

the center of Europe

that everyone found almost funny

from toddler to grandpa

 

And everyone was basking, wallowing

in what they had

fueled by the Blenderich

who sits on their tax mats

 

He is elected by the grace of the people

and talks after their mouths

only Andre do evil damage

with him everything always remains healthy

 

We have always done so

Anyone can come

We have never done it that way

The three as an example times taken

 

The fourth point, that’s clear

What’s that supposed to be?

Politicians in a flock

They talk everything short and small

 

The words fall so easily

through whitened teeth

the hard sounds then pleasantly shallow

generates the people’s yawning

 

in the election campaign it looks then differently

because that is their alarm

then one gets out quickly the club

it should remain comfortably warm

 

Then they sit before cameras

there is lied into the round

in talk shows then the one is an ace

who loosely has the saying in the mouth

 

Socially a tragedy

solved with compromises

so one comes finally also to the goal

and did not wear itself out thereby

 

Politically that is already correct

tell that times the poor

whether that teases the cheap jobber

who sits winters not grad in the warm

 

Negotiated and decided

the quality of life of the citizens

probably the one with politics mandate

the voter is wiser afterwards!

 

In this beautiful, rich country

fringe groups are an evil

often stand guiltless at the wall

then comes the crash without wings

 

Not everyone is so strong and rich

that he can enjoy the prosperity

stands in line at the table pale

lets some tears flow in himself

 

And parallel in the parliament

there grins the Blenderich and roars

of the song of the Germans as he likes it

has long since hollowed out the content.

 

Gedicht ‚Jäger II‘ … Poem ‚Hunter II‘ …


(English below)

Deutsch

Das Gedicht ‚Jäger II‘ knüpft an mein Gedicht ‚Jäger‘ an – eine nicht nur numerische Abfolge. Der Versuch, das reimend ins Englische zu bringen, ist wiederholt nicht geglückt. Sorry vorab an meine englischsprachigen Leser|innen.

Jäger II

Noch immer streift durch Wald und Feld
die Jägerschaft mit Mordgelüsten
kein Argument sich angesellt
mit Empathie sich aufzurüsten

Ein Wildtier ist kein Lebewesen
hat keine Intensivstation
wird weggefegt mit stählern Besen
durch Jägers ballernde Schwadron

das Tiere eine Seele haben
verknüpfte Vielfalt Physis
gilt als bewiesen ist zu sagen
das ignoriert des Jägers Hybris

Sofern er weiß, was das wohl ist
auch sie ist hierbei angesprochen
ob Mann, ob Frau – sie eint dabei die Hinterlist
wird dann mit Messer aufgebrochen

das ist es, was die Jäger lockt
zu herrschen und zu siegen
reales Ballerspiel gezockt
finalig muss die Strecke liegen

gesetzlich ist das Tier ein Neutrum
der Artikel streicht es unter
das Jagdgesetz zum Meucheltum
hält Herrschaftsdenken bunter

Ein Tier, das lebt, es hat Gefühl
spürt Schmerz und Freud so wie der Mensch
kann hitzig sein und wieder kühl
will leben, ethisch simpler Wunsch

Es ist des Menschen üble Art
zu thronen über dem Getier
wenn Toleranz wird nicht gewahrt
dann bleibt der Mensch ein wildes Tier

English

The poem ‚Jäger II‘ ties in with my poem ‚Jäger‘ – a not only numerical sequence. The attempt to bring this rhyming into English has repeatedly not succeeded. Sorry in advance to my English-speaking readers.

Hunter II

Still roams through forest and field
the hunters with murderous desires
no argument joins
to arm themselves with empathy

A wild animal is not a living being
has no intensive care unit
is swept away with steel brooms
by the hunter’s shooting squadron

that animals have a soul
linked variety physis
is considered proven is to say
that ignores the hunter’s hubris

as far as he knows what that is
also she is addressed here
whether man, whether woman – they unite thereby the deceitfulness
is then broken open with knife

that is what attracts the hunters
to rule and to win
real baller game gezockt
finalig must lie the distance

by law the animal is a neuter
the article puts it under
the hunting law to the assassination
keeps rule thinking more colorful

An animal that lives, it has feeling
feels pain and joy like the human being
can be hot and cool again
wants to live, ethically simple wish

It is man’s evil way
to be enthroned above the animals
if tolerance is not maintained
then man remains a wild animal

Couples… Pärchen…


Translating a German poem into English is – for me at least – very difficult. I hope that the attempt is understandable.

Couples

The industrious steady companions
on world stages human ladder
are two that complement each other perfectly
shine cheaply with power and powerlessness
in cold brute force manner
they disguise the ‚background greed
they rule absolutely feudal
in hollow heads – damn it
they make alliances with all
who blindly fall down before them
they fear neither death nor devil
in egocentricity without doubt

Who is the said couple
in the outfit, like it always was ?
they grin from their high horses
they are – stupidity and arrogance

Im Rückspiegel…


Im Rückspiegel

 

Die Frage nach des Lebens Sinn

treibt Blüten in die Lebenspin

 

Bleibt schön verdeckt und ist nur halb

wie Abdrift vor dem goldnen Kalb

 

Mit Dominanz vor Andren beben

im Anzugland auf Konten schweben

 

Mit Smartphone, Tablet oder Book

verliebt in HiTechs Überlook

 

Hat Spaß gemacht die ganze Chose

lässt Andre in der Armutspose

 

Mehr Helfen wäre die Devise

bringt Nächsten auf die Blumenwiese

 

Von Allem etwas ist getan

im irdisch irren Körperwahn

 

Nicht Jammern hier ist mein Gebot

bin fast gestorben – doch nicht tot

 

Den Körper hat die Zeit verschlissen

werd‘ ihn im Licht nicht mehr vermissen

 

©Joachim Rohlfing

Frieden (2)…


Frieden

 

Wann herrscht denn Friede hier auf Erden?

die Fragestellung greift schon nicht

aus Falken müssten Tauben werden

aus Dunkelheit des Friedens Licht

 

Das glitzernd Spielzeug in der Luft

schickt Bombengruß von Sam und Bob

das ist so wenn die Truppe ruft

wir tun ja hier nur unsren Job

 

Wenn Kriege ihre Namen kriegen

verraten des Kolumbus Ei

in Patriotens Kinderwiegen

wächst nach Diablos Barbarei

Zeit… (2)


Zeit  (2)

Man klagt in mancher Stunde

es möge doch vergehn’ – die Zeit

man merkt, wie lang ist die Sekunde

doch merkst du, was sie hält bereit

 

es langweilt sich der Mensch am Abend

und sieht nicht ein – den Sinn der Zeit

er resigniert und sinnlos treibend

ist er zur Mühe nicht bereit

 

doch die Sekunden gehn’ dahin

und sie sind nicht – wie die zuvor

es starben Zellen – ist das Gewinn

doch Neue sind am selben Ort …

 

du wirst es sicher nie erleben

zu sehn’ die Welt, so wie zuvor

den ständig’ Wechsel wird es geben

drum sieh doch hin – was geht da vor

 

in mancher Stund’ wirst du dann sehen

was Menschen treiben Tag für Tag

die Wahrheit wirst du nicht verstehen

sie würd’ dich treffen – wie ein Schlag

 

©Joachim Rohlfing

Garaus…


Garaus

 

Vergilbtes Elternhaus

macht Perspektiven den Garaus

sie zu erkennen später dann

ist Kraftakt in Erfahrungs Bann

 

vernachlässigt die Kinderseele

geopfert im Bedürfnisdrang

zwangsjackenhaftes Zeitgestehle

kindungerechter Lebenszwang

 

realer Alptraum Schuldgefühle ?

der existiert im Irgendwo

des Kopfes abgespeichert Mühle

verirrt sich dann im Menschenzoo

 

©Joachim Rohlfing

Johannes…


Johannes

Johannes in der Offenbarung

spricht von Posaunen zum Finale

vom `Tier´ das aufsteigt aus dem Meer

zum allerletzten Male

 

an markant Punkten des Planeten

logistisch perfekt inszeniert

zu spät ist dann Wendhalses Beten

in Adern Blut halt doch gefriert

 

der Irrsinn irdisch blassen Kults

manifestiert am Morgen schon

erhält dann tragisch den Impuls

am Kreuz das war wohl doch der Sohn

 

denn dann wenn die Posaunen blasen

wie viele warn’s bis heute schon

hört Mensch auf Mammon nachzurasen

er fragt dich nach – der Menschensohn

 

oder ist das Ganze nur

vermenschlicht als Metapher

die läuft wie eine gerade Schnur

nur unverstanden im Zeitraffer

 

©Joachim Rohlfing

Hunger…


Hunger

wohl kaum jemand bestreitet heute

der sitzt am Napf der Satten

daß Hunger existiert

nicht nur vor Festtagsplatten

 

zu eingefleischt der Feierabend

Kontrast zum Hungertod

der dümpelt aus mit Liebchen badend

Gewinndenkens gefiebert Not

 

das kann’s nicht sein oder wohl doch

vergilbt gedachtes Wohlstandsdenken

verhungert Diesseits –  Menschenjoch

Gedanken sich wohl da verrenken

 

wenn Burger roden Regenwald

vier fünf Quadratmeter pro Stück

wer spielt mit Hunger so eiskalt

sein Schrei Intolerantens Glück

 

vielleicht wird’s so nicht wahrgenommen

denn das setzt weitaus mehr voraus

als Klappendenkens Spendvorkommen

ich überweis und bin dann drauß´

 

es wird und ist nicht zu ertragen

das Menschen sterben Hunger noch

Waffensysteme überragen

wohl Nächstenliebes Egoloch

 

manifestiert Piratendenken

hilft keinem Kind mit Wasserbauch

Kind wird die Seel dem Schöpfer schenken

die Satten ihren Wohlstandsbauch

Danke…


Danke 

 

Danke sagen ist nicht schwer

belegt mit Inhalt doch schon sehr

zu einfach Inhalte verschmelzen

im rüden Umgangsmeer

 

dem Bitte geht es da nicht anders

zwei Zauberworte  immerhin

die sprengen halt gelabert Wortes

sind Ehrlichkeits Gedankensinn

 

das Kirchenlied von Martin Schneider

gefühlig rührt die Singenden

klagt an Diesseits Gedankenmeider

belebt den Sinn der Fühlenden

 

ich sage Danke nach dem Beten

das Allumfassend nenn ich so

ich habe es um Licht gebeten

finalig seh ich´s sowieso

 

unendlich mehr ist dieses Licht

für Menschen suchend Wachsgeranke

an Grenzen stößt da sicher nicht

versprechend lebend Wortes – Danke !

 

Das Danke ist ein Flügelwort

und ständig in der Luft

am Boden nicht an jedem Ort

betörend ist sein Wunschesduft

©Joachim Rohlfing

Negation…


Negation

 

Als Menschen sind wir nur Milliarden

ein Jeglicher sucht da sein Glück

auch heut noch Kampf mit Helebarden

erst geht es vor und dann zurück

 

auf dem Planeten unterzahlig

begriffen sicherlich nicht viel

was hier begegnet ist mehrmalig

Galakt Prioritätsprofil

 

soll heißen nichts geht ohne Blick

auf Toleranz für minderzahlig

ein klares Nein für Egozentrik

denn die schießt ab Geneinsagt qualig

 

©Joachim Rohlfing

Irritation…


Irritation

Gefühlsbezognes Artgedusel

betrunknes Glück nach Weingefusel

versteckt gereifte Sinnesfransen

benebeln Klarheit wohl im Ganzen

verzerrt  entstelltes Volksgedudel

verkrümmt gedrehtes Lüggesudel

mit Mühe ausgehalftertes Verlangen

läßt denkbar vor Realem bangen

wie kann’s finalig anders sein

begreift man’s  oder lässt es sein

wer immer sich davor versteckt

hat reichlich davon aufgespeckt

 

©Joachim Rohlfing

Plunder… (Gedicht+Karikatur)


Zum Gedicht ‚Plunder‘ liefere ich gleich eine Karikatur aus „Der Wahre Jakob“ aus dem Jahre 1902 (!) dazu.

Plunder

In irgendeiner langen Nacht

wenn Wachsein deinen Schlaf bewacht

Gedankenwelten fest umnebelt

die Zweifel aus den Angeln hebelt

bekannt, geehrt – man ist ja wer

kann stolz sein auf das Kontenmeer

mit Macht hat man’s zu was gebracht

sich abgehoben das es kracht

 

was juckt da schon so’n armes Würstchen

das Hunger hat und auch noch Dürstchen

mit deiner Hand- und Kopfeskraft

ziehst selbst dir ab den Egosaft

 

denn all der hier gesagte Plunder

brennt irgendwann mal auf wie Zunder

©Joachim Rohlfing

 

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