‚Maler‘


Ein Gedicht aus meinem Buch 'Menschenland'

 

Maler

 

Allein und einsam auf dem Hocker

die weiße Leinwand starrt ihn an

sitzt da der Pinselzocker

was hat sie ihm denn nur getan

Der erste Pinselstrich mit Schwung

und schon gelingt der Zweite

grad eben noch Verzweifelung

fliegt Fantasie jetzt in die Weite

So ist’s nun mal ihr Malersleut

denn das ist euer Ringen

aus Nichts zu schaffen von Bedeut‘

es muss einfach gelingen

Ein neuer Stil in deiner Kunst

denn sonst röhrt an der Hirsch im Harz

dann malst du für Betrachters Gunst

den gelben Punkt – der Rest ist schwarz

Gedicht ‚Jäger‘


Dieses Gedicht ist eine ‚Hommage‘ an den Artikel ‚Die Anwälte der Tiere‘ im Mindener Tageblatt v. 05. Februar 2016. Zwanzig Leserbriefe zu dem Thema ‚Jagd‘ sind von mir in der genannten -und von mir sehr geschätzten- Zeitung bislang erschienen und in diesem Blog erneut veröffentlicht.  Heute resümiert bleibt die Erkenntnis, dass der von der Jägerschaft ausgelebte ‚Seelenkitzel‘ samt Dominanzgehabe aus Herrschaftszeiten genetisch verankert sein muss. Immer noch. Einen weiteren Leserbrief zu dem provokanten Titel des oben genannen Artikels ‚rauszuhauen, ist wie das ‚Hornberger Schießen‘. Hier im Blog ist es das allerdings nicht ! Deshalb für interessierte Leser das folgende Gedicht :

Zitat (eigen) :   Jagd und Tierschutz sind ein Widerspruch in sich.

Jäger

 

Das deutsche Liedgut singt vom Jäger

der schießt sein Wild wie’s ihm gefällt

als Waidmanns ehrig Zunftenträger

hat immer sich so angesellt

er liebt die Pirsch, das Angesitze

auf überzählig Wildbestand

ist da so Freilands Hegefritze

der keine andre Lösung fand

ob Hase, Wildschwein oder Reh

sitzt freudig an in der Natur

ob Hochsitz oder Büsches Speh

will er den Schuss, die Flinte pur

lässt treiben Freiwild auf sich zu

entspannter Freizeithochgenuss

zieht aus der wilden Tiere Schuh

aus Hinterhalt mit Hegeschuss

der geht gezielt in seine Seele

hält offen tiergemordet Kerbholz

geschichtgerechte Tötbefehle

ist rechtgefertigt Mordesstolz

manch Schmatzer würd vergehn der Schmaus

wenn er müsst töten Tier zur Speis

dem Jäger macht das gar nichts aus

er macht das selber zum Beweis

das abgekocht sein Seelenleben

als Herrscher über Leben thront

dem Wild das Aufbrechmesser geben

dann hat die Strecke sich gelohnt

er wird die Welt nicht mehr verstehn

wenn eines Tags ein Richter bellt

das Tiermord ist wie Menschenmord

den Vorsatz auch noch unterstellt

dann bist du dran du Jägersmann

und Tieresseelen klatschen

die Flinte nützt dir gar nichts dann

kannst Hegering im Kopf belatschen

wie schön die Zeiten damals waren

als Tiere waren vogelfrei

bist dir juristisch nun im Klaren

dass Schluss ist mit der Barbarei

Ein solcher Traum, wie kann es sein

ist eine Wunderblase

sie schwebt dahin, fragil und fein

ein blumig transparenter Hase

 

Pärchen


Pärchen

Die emsig stetigen Begleiter
auf Weltenbühnes Menschenleiter
sind zwei, die bestens sich ergänzen
mit Macht und Ohnmacht billig glänzen
in kalter Brachialmanier
verschleiern sie die `Background-Gier´
sie herrschen absolut feudal
in Hohlköpfen – verdammt noch mal
sie schließen Bündnisse mit allen
die blind vor ihnen niederfallen
sie fürchten weder Tod noch Teufel
in Egozentrik ohne Zweifel
Wer ist denn nun besagtes Paar
im Outfit, wie es immer war ?
die grinsen als Realpopanz
es sind – Dummheit und Arroganz

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