Hier wird kein Zentimeter abgerückt… Not an inch is moved away here….


(English below)

Deutsch

Obwohl ich diesen Leserbrief im Mindener Tageblatt im Jahre 2005 schrieb, macht mich nicht das Thema, sondern meine damalige Wort- und Argumentationswahl heute noch zufrieden. Warum das jetzt alles wieder hochkochen? Mit Entsetzen nehme ich heute zur Kenntnis, dass die Jagd zunehmend von Frauen ausgeübt wird. Eine solche Entwicklung habe ich damals nicht für realistisch gehalten. Nicht, weil ich ihnen das nicht zugetraut hatte, sondern weil es -nach meiner Ansicht- ein Widerspruch insich ist. Einerseits gebären sie und andererseits töten sie – jedenfalls die, die jagen. Ein Abstumpfungsprozess? Jedenfalls eine Metapher.

Liegt es an meinem Alter? Was für ein Irrsinn … diese Jagd- nach wie vor! Einerseits kämpfen Menschen (z.B.Ärzte) um Menschenleben – wie in meinem Fall vor einem Jahr –, andererseits vernichten sie es. Ob Mensch oder Tier – obwohl der Mensch natürlich evolutionär als Tier gilt und damit kein existenzieller Unterschied besteht. Die Geschichte der Menschheit beweist, in welche Abgründe eine solche Kaltschnäuzigkeit führt – zum finalen Komplettdesaster. Exakt das treibt aktuell wieder seine Blüten. Im Kleinen wie im Großen. Schwer vorstellbar, dass die Menschheit auf dem Niveau einen nächsten Evolutionssprung vollziehen kann. Einen, der absolut nötig ist bei der prinzipiellen Intelligenz und dem bereits vorhandenen z.B. technischen Entwicklungsstand.. Das notwendige ‚Treibmittel‘ ist die Reduzierung oder bestenfalls Beseitigung des Aggressionspotenzials – wieder im Kleinen wie im Großen. Da schließt sich der Kreis der offensichtlichen Illusionen…

Die Lektüre des folgenden Textes führt in diese Richtung:

L E S E R B R I E F

 Artikel >> Steigende Strecke einzelner Arten << im MT am 03.05.2005

Beim Lesen des genannten Artikels ist mir – wie kann es anders sein – das deutsche Liedgut eingefallen, das vom Jäger singt, der sein Wild daher schießt, gleich wie es ihm gefällt. Der Waidmann als ehrbarer Zunftenträger – so hat er sich schon immer angesellt. Mit Gästen aus Kommunal- und auch Bundespolitik. Die Rede ist vom tierschutzgerechten Erlegen des Wildes, von erforderlichen Schießständen und deren guter Belegung durch Jäger, dem Ausbau der Stände, die sehr wichtig seien, von Streckenergebnissen, Gehörnschau und so weiter.

Worum geht’s ?  Auf den Punkt gebracht um nichts anderes als legalisierten Tiermord im lodengrünen Mantel – aus der Geschichte heraus mit Hege und Pflege der Population des Freiwildes gerechtfertigt und  sogar von ‚Moralinstitutionen’ wie z.B. der katholischen Kirche, ‚abgesegnet’ ist. Die Individualdominanz von Menschen über Tiere als bedingungslos verfügbare Untertanen, als Dinge, die rechtskräftig ‚zur Strecke’ gebracht werden dürfen, ja in den Augen der Menschen, die das tun, aus genannter Argumentation heraus sogar müssen. Rechtfertigungen für so ein Verhalten zeugen schon von einem recht ‚abgekochten Seelenleben’. Ohne mit der Wimper zu zucken und dann mit stolzgeschwellter Brust hinter oder neben in Reihe(n) gelegten, vorsätzlich und ‚tierschutzgerecht’ getöteten Tierkörpern ( Strecke ) nach getanem Waidwerk zu posieren, ist nach meinem ethischen Empfinden eine eiskalte Ignoranz des Schöpfers der Tier- und auch der Menschenwelt. (Das wäre ein realistisches Foto gewesen.) Wen wundert es da, dass Tiermörder sich auf moralisch sicherer Seite wähnen, wenn menschliche Autoritäten und Instanzen wie z.B. Papst Johannes Paul II. sogar die Vivisektion (Tierversuche) ‚humankonform’ interpretieren. 

Genau da liegt der Grund für den alten Grabenkampf zwischen vertretbarem Tierschutz im wörtlichen und lebensbejahenden Sinne und dessen zurechtgekneteter Auslegung der Befürworter des Rechts auf das Töten unbeseelter Dinge. Und damit sind Tiere gemeint. Da Töten auch Entseelen bedeutet bzw. zur Folge hat, sind Tiere also Lebewesen und keine Dinge. Solange dieses ‚Berserkertum’ der Tierwelt gegenüber  weitergeht, wird diesem Planeten eine Befriedung mit eiskaltem Kalkül vorenthalten. Denn wo bewusst getötet wird, da folgt seelische Verrohung, deren enthemmende Auswüchse sich im Verhalten der Menschen untereinander bereits auf der ersten Zeitungsseite wieder finden. Da schließen sich die Kreise, und da muss neu angesetzt werden, wenn die Dominanz und in dessen Schlepptau die Ignoranz schwächeren Existenzen gegenüber, völlig egal ob Tier oder Mensch, verschwinden oder zumindest abnehmen soll. Offensichtlich wird das nur einigermaßen funktionieren, wenn die richterliche Gewalt eines guten Tages ein Urteil ‚verbellt’, das den Tiermord in der Kategorie Menschenmord ansiedelt. Dann finden solche Hauptversammlungen folgerichtig mit friedlicheren Themen und ohne ‚Schmauchspuren’ statt.

English

Although I wrote this letter to the editor in the Mindener Tageblatt in 2005, it is not the topic but my choice of words and arguments at the time that still makes me happy today. Why bring it all back to the boil now? Today I note with horror that hunting is increasingly being practiced by women. At the time, I did not consider such a development to be realistic. Not because I didn’t think they could do it, but because – in my opinion – it is a contradiction in terms. On the one hand they give birth and on the other hand they kill – at least those who hunt. A process of deadening? In any case a metaphor…

Is it because of my age? What a madness … this hunt – still! On the one hand people (e.g. doctors) fight for human life – as in my case one year ago -, on the other hand they destroy it. Whether human or animal – although the human being is naturally evolutionary as animal and thus no existential difference exists. The history of mankind proves into which abysses such callousness leads – to the final complete disaster. Exactly this is currently blooming again. Both on a small and a large scale. It is hard to imagine that humanity can make the next evolutionary leap at this level. One, which is absolutely necessary with the principal intelligence and the already existing e.g. technical development level. The necessary ‚propellant‘ is the reduction or at best elimination of the aggression potential – again in the small as in the large. There the circle of the obvious illusions closes….

The reading of the following text leads in this direction:

Reader letter:

Article >> Increasing distance of individual species << in MT on 03.05.2005

While reading the above-mentioned article, I remembered – how could it be otherwise – the German song that sings about the hunter who shoots his game just as he pleases. The hunter as an honorable guild bearer – that’s how he has always associated himself. With guests from local and also federal politics. The speech is from the animal protection-fair killing of the game, from necessary shooting ranges and their good occupancy by hunters, the development of the stands, which are very important, from distance results, hearing show and so on.

What is it about ?  To the point about nothing else than legalized animal murder in the loden green coat – justified out of the history with Hege and care of the population of the free game and even by ‚moral institutions‘ like e.g. the Catholic church, is ‚blessed‘. The individual dominance of humans over animals as unconditionally available subjects, as things that may be legally ‚hunted down‘, even must be in the eyes of the people who do this, out of said reasoning. Justifications for such a behavior already testify to a quite ‚boiled off soul life‘. Without batting an eye and then to pose with proudly swollen chest behind or beside in row(s) put, deliberately and ‚animal protection-fairly‘ killed animal bodies ( distance ) after done Waidwerk, is after my ethical feeling an ice-cold ignorance of the creator of the animal and also the human world. (That would have been a realistic photo.) Who is surprised there that animal murderers imagine themselves on morally safe side if human authorities and instances like e.g. Pope John Paul II. even interpret the vivisection (animal experiments) ‚human-conform‘. 

Exactly there lies the reason for the old trench warfare between justifiable animal protection in the literal and life-affirming sense and its rightly kneaded interpretation of the proponents of the right to kill inanimate things. And with it animals are meant. Since killing also means or results in deseouling, animals are therefore living beings and not things. As long as this ‚Berserkertum‘ continues opposite the animal world, a pacification is withheld from this planet with ice-cold calculation. Because where consciously is killed, there follows mental brutalization, whose disinhibiting excesses are found in the behavior of humans among themselves already on the first newspaper page again. There the circles close, and there must be started again, if the dominance and in its tow the ignorance weaker existences opposite, completely all the same whether animal or humans, are to disappear or at least decrease. Obviously this will function only to some extent, if the judicial force one good day a judgement ‚barks‘, which settles the animal murder in the category human murder. Then such general assemblies will take place logically with more peaceful topics and without ‚gunshot marks‘.

Veröffentlicht in Jagd

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