Wie ein ‚Video‘ aus dem 7. Jahrhundert… Like a „video“ from the 7th century….


(English below)

Deutsch

Es wird ‚Steinzeit-Islamismus‘ genannt, ist aber in Wirklichkeit nicht mal das, sondern reines, scheinbar moderateres Barbarentum im 21. Jahrhundert. Dessen Grundgedanke ist offensichtlich zeitlos. Hier kommt der Pazifismus an seine Grenzen. Militär ist Destruktion – und militärische Intelligenz ist ein Widerspruch insich. Meine grundsätzliche Meinung und Überzeugung. Als Pazifist stelle ich mir die Frage, ob durch weitere militärische Präsenz in Afghanistan das hätte verhindert werden können, was den Menschen in dem gebeutelten Land nun unter der Herrschaft der Taliban wieder droht? Demnach ist Beides nicht vertretbar. Ein Dilemma. Jegliche Ausnahme ist wie ein Fuß in der Tür zur Rechtfertigung von Gewalt. Im Gefolge der Taliban sind dann wieder Al Quaida und der sog. Islamische Staat, und deren verblendeter Irrsinn führt dann wieder zu einem neuen ‚Krieg gegen den Terror‘. Eine bekannte Spirale auf unterstem Niveau. Der sogenannte ‚Westen‘ hat aus der Sicht Russlands und Chinas versagt. Sie halten ihre Systeme für die besseren und lachen sich ins Fäustchen. Es bleiben zuviele Fragen…

Nachhaltige Hilfe aus afghanischer Sicht

Sehe ich das Leid und auch den Tod als Folge des Abzuges der militärischen Präsenz, dann drängt sich die Erkenntnis des ‚im Stich-Lassens‘ auf. Die Leidtragenden sind immer in einem solchen Falle die Verbleibenden – ist immer die Bevölkerung. Also unterlassene Hilfeleistung? Hilfe wäre demnach durch abschreckende Militärpräsenz möglich? Danach sieht es aus. Rechtfertigt das ‚militärische Operationen‘, deren Einsätze prinzipiell zu Leid und Tod führen? Die Schuldzuweisungen an die Afghanen und deren Militär sind Luftblasen und geben wohl keinen Anlass zur Gewissenserleichterung – auch nicht die Bekenntnisse von Fehleinschätzungen der Sachlage und deren Auswirkungen.

Es wird dort wieder eine Scharia geben und die Eskalation der Gewalt an der Bevölkerung. Die Situation ist des Pazifisten Dilemma… Befürwortet er eine Ausnahme, dann ist das der besagte Fuß in der Tür von Gewaltsystemen. Bleibt er bei seiner Grundüberzeugung, dann ist Leid und Tod die sichere Folge. Für mich ist das eine reine Gewissensentscheidung. Menschen sehenden Auges in eine derart schwarze Zukunft blicken zu lassen und zusehen, wie Verblendung und Arroganz ihr Unwesen treiben, ist tatsächlich nicht vertretbar. Oder macht ein Eingreifen das Ganze noch unkalkulierbarer? Das zu beurteilen, fehlt sicherlich nicht nur mir das tiefere Faktenwissen. Reine Fehleinschätzungen werden es jedenfalls nicht sein…

Wie lautet die muslimische Regel: ‚Um hartnäckige Ungläubige zu überzeugen, gibt es keinen Beweisgrund als das Schwert.(Die Quelle ist mir nicht mehr bekannt, passt aber zur Sure 9, der Schwertsure!).

Wie nimmt man ihnen, die unbelehrbar und reformresistent dem Koran des 7.Jahrhunderts wörtlich folgen, die Schwerter aus der Hand. Heute sind es AK47 und schwerere Waffen. Wären es noch Schwerter, dann wären sie sich noch treu und in ihrer umschwärmten Zeit geblieben. Sind sie aber nicht, denn heute werden Waffen der Istzeit verwendet.

Bibel (Matthäus 26,52): ‚Wer zum Schwert greift, soll durch das Schwert umkommen.‘ Das einzusehen und zu verinnerlichen, ist -wie Vieles der Bildersprache des Nazareners- längst nicht eingesehen und verinnerlicht. Ist das Realitätsferne? Nicht ‚durchreflektiert‘ wirkt es so. Langfristig gesehen – schon, wenn die Bereitschaft zu massivsten Nachteilen besteht.

Nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts und aller davor hat Gewalt immer zu Gegengewalt geführt und ist damit der schlechteste Ratgeber. Ethik und konsequenten Humanismus umzusetzen, ist ein geistiger Anspruch, der auch im 21. Jahrhundert noch nicht die Oberhand hat. Bildung und die Erziehung zur humanen Freigeistigkeit sollten sie haben, um das menschliche Aggressionspotenzial auf ein Minimum zu reduzieren und letztlich zu überwinden. Ein Traum…

Hilft das den Afghanen, die um ihr Leben fürchten und Hilfe suchen? Erstmal und sicherlich nicht. Wölfen darf man nicht den freien Zugang zu einer Schafkoppel gewähren. Sie werden über die fliehenden Hirten lachen und ihr Unwesen treiben. Das zuzulassen steht dem vorher Gesagten radikal gegenüber. Die Lösung ist so oder so brutal. Ich sage es konkret: Es ist unterlassene Hilfeleistung, ein ganzes Volk so im Regen stehen zu lassen und zu wissen, dass es vernichtende Blitze treffen wird. Als Pazifist würde ich über meinen Schatten springen und – helfen.…! Meine Gewissensfrage ist damit beantwortet. Das langfristige Ziel immer im Auge…

English

It is called ‚Stone Age Islamism‘, but in reality it is not even that, but pure, seemingly moderate barbarism in the 21st century. Its basic idea is obviously timeless. This is where pacifism reaches its limits. Military is destruction – and military intelligence is a contradiction in terms. My basic opinion and conviction. As a pacifist, I ask myself whether further military presence in Afghanistan could have prevented what the people in the troubled country are now threatened with again under the rule of the Taliban? Accordingly, neither is justifiable. A dilemma. Any exception is like a foot in the door to justify violence. In the wake of the Taliban are then again Al-Qaeda and the so-called Islamic State, and their deluded insanity then leads again to a new ‚war on terror‘. A well-known spiral on the lowest level. The so-called ‚West‘ has failed from Russia’s and China’s point of view. They think their systems are the better ones and laugh up their sleeves. Too many questions remain…

If I see the suffering and also the death as a consequence of the withdrawal of the military presence, then the realization of the ‚abandonment‘ imposes itself. In such a case, the ones who suffer are always those who remain – it is always the population. So it is a failure to help? Help would be possible by deterring military presence? That’s what it looks like. Does this justify ‚military operations‘, the use of which in principle leads to suffering and death? The blaming of the Afghans and their military are bubbles in the air and do not give any cause for relief – not even the confessions of misjudgement of the situation and its consequences.

There will be a Sharia there again and the escalation of violence against the population. The situation is the pacifist’s dilemma…. If he advocates an exception, then that is the said foot in the door of violent systems. If he sticks to his basic conviction, then suffering and death is the sure consequence. For me this is a pure decision of conscience. To let people look into such a black future and to watch how delusion and arrogance do their mischief is really not justifiable. Or does intervention make the whole thing even more incalculable? I’m sure I’m not the only one who lacks in-depth knowledge of the facts. In any case, it will not be pure misjudgement…

What is the Muslim rule: ‚To convince stubborn disbelievers, there is no ground of proof but the sword‘? (The source is no longer known to me, but it fits Sura 9, the Sura of the Sword!).

How do you take the swords out of their hands, who follow the Koran of the 7th century literally, unteachable and resistant to reform. Today it is AK47 and heavier weapons. If they were still swords, then they would have remained faithful and in their idolized time. But they are not, because today weapons of the actual time are used.

Bible (Matthew 26,52): ‚Whoever takes up the sword shall perish by the sword‘. To see this and to internalize it is -like much of the Nazarene’s imagery- far from being seen and internalized. Is this a distance from reality? Not ‚thoroughly reflected‘ it seems so. In the long run – already, if the readiness for most massive disadvantages exists.

After the experiences of the 20th century and all before it, violence has always led to counter-violence and is thus the worst advisor. To implement ethics and consequent humanism is an intellectual demand, which still does not have the upper hand in the 21st century. Education and the education to the humane free spirit should have it, in order to reduce the human aggression potential to a minimum and to overcome it in the long run. A dream…

Does that help the Afghans who fear for their lives and seek help? First of all and certainly not. Wolves must not be allowed free access to a sheep paddock. They will laugh at the fleeing shepherds and go about their business. Allowing this is radically opposed to what was said before. Either way, the solution is brutal. I say it concretely: it is omission of help to leave a whole people in the rain like that and to know that destructive lightnings will hit them. As a pacifist, I would jump over my shadow and – help….! My question of conscience is thus answered. The long-term goal always in mind…

2 Kommentare zu „Wie ein ‚Video‘ aus dem 7. Jahrhundert… Like a „video“ from the 7th century….

  1. Lieber Joachim,

    es ist dies das beschämende Ergebnis 20 Jahre Arroganz, des 20jährigen Versuchs, einem fremden Volk den eigenen Lebensstil überzustülpen, einhergehend mit der bodenlosen Dummheit, Milliarden Geld in Waffensysteme für fragwürdige Armeen zu stecken, die jetzt im Besitz der Taliban sind und ihnen genau das ermöglichen, was man verhindern wollte. Ja, Russland und China jubeln nicht direkt ob der Geschehen vor ihrer Haustür, können sich doch manche Häme nicht verkneifen. Wissen sie doch, wie man einen Vielvölkerstaat tatsächlich zusammenhält: Mit gnadenloser Überwachung, Protektion für Wohlgesonnene und Loyale sowie brutale Gewalt für alle anderen. Und schon knüpfen sich erste zarte Bande, wie man sieht. Gleiches sucht Gleiches, auch wenn sie äußerlich wenig vereint.

    Mir fehl in diesen Tagen der Optimismus, wenn ich die Verzweiflung der Menschen dort sehe. Den tieferen Sinn vermag ich nicht zu erkennen, vielleicht lernt der „Westen“ ja aus diesem Desaster.

    Liebe Grüße, Reiner

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    1. Die Frage nach dem Sinn bei all der erkannten Sinnlosigkeit unterliegt den politisch korrekten Antworten und legt den schillernden Schleier über die verbratenen Steuergelder. Ich habe mal ein Gedicht geschrieben, das hieß ‚Pärchen‘. Am Schluss hieß es: „Wer ist denn nun besagtes Paar – im Outfit wie es immer war – die grinsen als Realpopanz – es sind Dummheit und Arroganz“. Passt. Es sind wohl zwei zeitlose Begriffe. Ja, ich schließe mich an, dass ich ebenfalls den tieferen Sinn nicht erkenne. Klar ist für mich, dass der, wenn es ihn gibt, Leid und Tod ignoriert. Deine Gedankengänge gefallen mir…

      Bleib gesund…
      Joachim

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