Hier wird kein Zentimeter abgerückt… Not an inch is moved away here….


(English below)

Deutsch

Obwohl ich diesen Leserbrief im Mindener Tageblatt im Jahre 2005 schrieb, macht mich nicht das Thema, sondern meine damalige Wort- und Argumentationswahl heute noch zufrieden. Warum das jetzt alles wieder hochkochen? Mit Entsetzen nehme ich heute zur Kenntnis, dass die Jagd zunehmend von Frauen ausgeübt wird. Eine solche Entwicklung habe ich damals nicht für realistisch gehalten. Nicht, weil ich ihnen das nicht zugetraut hatte, sondern weil es -nach meiner Ansicht- ein Widerspruch insich ist. Einerseits gebären sie und andererseits töten sie – jedenfalls die, die jagen. Ein Abstumpfungsprozess? Jedenfalls eine Metapher.

Liegt es an meinem Alter? Was für ein Irrsinn … diese Jagd- nach wie vor! Einerseits kämpfen Menschen (z.B.Ärzte) um Menschenleben – wie in meinem Fall vor einem Jahr –, andererseits vernichten sie es. Ob Mensch oder Tier – obwohl der Mensch natürlich evolutionär als Tier gilt und damit kein existenzieller Unterschied besteht. Die Geschichte der Menschheit beweist, in welche Abgründe eine solche Kaltschnäuzigkeit führt – zum finalen Komplettdesaster. Exakt das treibt aktuell wieder seine Blüten. Im Kleinen wie im Großen. Schwer vorstellbar, dass die Menschheit auf dem Niveau einen nächsten Evolutionssprung vollziehen kann. Einen, der absolut nötig ist bei der prinzipiellen Intelligenz und dem bereits vorhandenen z.B. technischen Entwicklungsstand.. Das notwendige ‚Treibmittel‘ ist die Reduzierung oder bestenfalls Beseitigung des Aggressionspotenzials – wieder im Kleinen wie im Großen. Da schließt sich der Kreis der offensichtlichen Illusionen…

Die Lektüre des folgenden Textes führt in diese Richtung:

L E S E R B R I E F

 Artikel >> Steigende Strecke einzelner Arten << im MT am 03.05.2005

Beim Lesen des genannten Artikels ist mir – wie kann es anders sein – das deutsche Liedgut eingefallen, das vom Jäger singt, der sein Wild daher schießt, gleich wie es ihm gefällt. Der Waidmann als ehrbarer Zunftenträger – so hat er sich schon immer angesellt. Mit Gästen aus Kommunal- und auch Bundespolitik. Die Rede ist vom tierschutzgerechten Erlegen des Wildes, von erforderlichen Schießständen und deren guter Belegung durch Jäger, dem Ausbau der Stände, die sehr wichtig seien, von Streckenergebnissen, Gehörnschau und so weiter.

Worum geht’s ?  Auf den Punkt gebracht um nichts anderes als legalisierten Tiermord im lodengrünen Mantel – aus der Geschichte heraus mit Hege und Pflege der Population des Freiwildes gerechtfertigt und  sogar von ‚Moralinstitutionen’ wie z.B. der katholischen Kirche, ‚abgesegnet’ ist. Die Individualdominanz von Menschen über Tiere als bedingungslos verfügbare Untertanen, als Dinge, die rechtskräftig ‚zur Strecke’ gebracht werden dürfen, ja in den Augen der Menschen, die das tun, aus genannter Argumentation heraus sogar müssen. Rechtfertigungen für so ein Verhalten zeugen schon von einem recht ‚abgekochten Seelenleben’. Ohne mit der Wimper zu zucken und dann mit stolzgeschwellter Brust hinter oder neben in Reihe(n) gelegten, vorsätzlich und ‚tierschutzgerecht’ getöteten Tierkörpern ( Strecke ) nach getanem Waidwerk zu posieren, ist nach meinem ethischen Empfinden eine eiskalte Ignoranz des Schöpfers der Tier- und auch der Menschenwelt. (Das wäre ein realistisches Foto gewesen.) Wen wundert es da, dass Tiermörder sich auf moralisch sicherer Seite wähnen, wenn menschliche Autoritäten und Instanzen wie z.B. Papst Johannes Paul II. sogar die Vivisektion (Tierversuche) ‚humankonform’ interpretieren. 

Genau da liegt der Grund für den alten Grabenkampf zwischen vertretbarem Tierschutz im wörtlichen und lebensbejahenden Sinne und dessen zurechtgekneteter Auslegung der Befürworter des Rechts auf das Töten unbeseelter Dinge. Und damit sind Tiere gemeint. Da Töten auch Entseelen bedeutet bzw. zur Folge hat, sind Tiere also Lebewesen und keine Dinge. Solange dieses ‚Berserkertum’ der Tierwelt gegenüber  weitergeht, wird diesem Planeten eine Befriedung mit eiskaltem Kalkül vorenthalten. Denn wo bewusst getötet wird, da folgt seelische Verrohung, deren enthemmende Auswüchse sich im Verhalten der Menschen untereinander bereits auf der ersten Zeitungsseite wieder finden. Da schließen sich die Kreise, und da muss neu angesetzt werden, wenn die Dominanz und in dessen Schlepptau die Ignoranz schwächeren Existenzen gegenüber, völlig egal ob Tier oder Mensch, verschwinden oder zumindest abnehmen soll. Offensichtlich wird das nur einigermaßen funktionieren, wenn die richterliche Gewalt eines guten Tages ein Urteil ‚verbellt’, das den Tiermord in der Kategorie Menschenmord ansiedelt. Dann finden solche Hauptversammlungen folgerichtig mit friedlicheren Themen und ohne ‚Schmauchspuren’ statt.

English

Although I wrote this letter to the editor in the Mindener Tageblatt in 2005, it is not the topic but my choice of words and arguments at the time that still makes me happy today. Why bring it all back to the boil now? Today I note with horror that hunting is increasingly being practiced by women. At the time, I did not consider such a development to be realistic. Not because I didn’t think they could do it, but because – in my opinion – it is a contradiction in terms. On the one hand they give birth and on the other hand they kill – at least those who hunt. A process of deadening? In any case a metaphor…

Is it because of my age? What a madness … this hunt – still! On the one hand people (e.g. doctors) fight for human life – as in my case one year ago -, on the other hand they destroy it. Whether human or animal – although the human being is naturally evolutionary as animal and thus no existential difference exists. The history of mankind proves into which abysses such callousness leads – to the final complete disaster. Exactly this is currently blooming again. Both on a small and a large scale. It is hard to imagine that humanity can make the next evolutionary leap at this level. One, which is absolutely necessary with the principal intelligence and the already existing e.g. technical development level. The necessary ‚propellant‘ is the reduction or at best elimination of the aggression potential – again in the small as in the large. There the circle of the obvious illusions closes….

The reading of the following text leads in this direction:

Reader letter:

Article >> Increasing distance of individual species << in MT on 03.05.2005

While reading the above-mentioned article, I remembered – how could it be otherwise – the German song that sings about the hunter who shoots his game just as he pleases. The hunter as an honorable guild bearer – that’s how he has always associated himself. With guests from local and also federal politics. The speech is from the animal protection-fair killing of the game, from necessary shooting ranges and their good occupancy by hunters, the development of the stands, which are very important, from distance results, hearing show and so on.

What is it about ?  To the point about nothing else than legalized animal murder in the loden green coat – justified out of the history with Hege and care of the population of the free game and even by ‚moral institutions‘ like e.g. the Catholic church, is ‚blessed‘. The individual dominance of humans over animals as unconditionally available subjects, as things that may be legally ‚hunted down‘, even must be in the eyes of the people who do this, out of said reasoning. Justifications for such a behavior already testify to a quite ‚boiled off soul life‘. Without batting an eye and then to pose with proudly swollen chest behind or beside in row(s) put, deliberately and ‚animal protection-fairly‘ killed animal bodies ( distance ) after done Waidwerk, is after my ethical feeling an ice-cold ignorance of the creator of the animal and also the human world. (That would have been a realistic photo.) Who is surprised there that animal murderers imagine themselves on morally safe side if human authorities and instances like e.g. Pope John Paul II. even interpret the vivisection (animal experiments) ‚human-conform‘. 

Exactly there lies the reason for the old trench warfare between justifiable animal protection in the literal and life-affirming sense and its rightly kneaded interpretation of the proponents of the right to kill inanimate things. And with it animals are meant. Since killing also means or results in deseouling, animals are therefore living beings and not things. As long as this ‚Berserkertum‘ continues opposite the animal world, a pacification is withheld from this planet with ice-cold calculation. Because where consciously is killed, there follows mental brutalization, whose disinhibiting excesses are found in the behavior of humans among themselves already on the first newspaper page again. There the circles close, and there must be started again, if the dominance and in its tow the ignorance weaker existences opposite, completely all the same whether animal or humans, are to disappear or at least decrease. Obviously this will function only to some extent, if the judicial force one good day a judgement ‚barks‘, which settles the animal murder in the category human murder. Then such general assemblies will take place logically with more peaceful topics and without ‚gunshot marks‘.

Parallelen… Parallels…


(English below)

Deutsch

Im Jahre 2011 veröffentlichte das Mindener Tageblatt einen (von insgesamt 20) Leserbrief|en von mir, der recht hohe Wellen schlug und zu Verunglimpfungen und gar massivste Gewaltandrohungen gegen mich führte. Das ist elf Jahre her und man sollte meinen, dass ich froh sein konnte und kann, dass nichts Einschneidendes passierte. Was den Inhalt betrifft, hat dieser heute noch eine wohl ‚ewige Aktualität‘. Das deutsche Jagdgesetz, vom Naziverbrecher Hermann ‚Meier‘ novelliert, existiert immer noch und – die in der Beziehung nicht überdachte Einstellung zur parallel edxistierenden Tierwelt bleibt auf unterstem Niveau – gesetztlich legitimiert, versteht sich. Um den -nicht nur aus meiner Sicht- Irrsinn der Jagd auf Tiere nicht gänzlich aus dem allgemeinen Bewusstsein verschwinden zu lassen, poste ich -trotz der aktuellen Problematiken, wie Klima, Ukraine, Hungersnot in Afrika, weitere Kriege weltweit, Kriminalität und unendlich weiter- den vollständigen Text des eingangs genannten Leserbriefes, der doch tatsächlich eigentlich nicht erstaunliche Parallelen zu immer noch gegenwärtigen, menschlichen Verhaltensweisen deutlich macht. Die Barbarei des ‚Menschen‘ (Kollektivsingular) nicht nur der Tierwelt, sondern auch der eigenen Spezies gegenüber, geht weiter und schafft es, das Aggressionspotenzial mit der Definition der Notwendigkeit ‚bei Laune‘ zu halten. Beim Schreiben des letzten Satzes meldete sich mein Magen….

Hier der vollständige Text des Leserbriefes :

Artikel >Reichlich Deckung am gedeckten Tisch< MT v. 09.11.2011

Leserbrief

‚Die Größe einer Nation lässt sich daran ermessen, wie sie ihre Tiere behandelt.‘ Dieser Satz Gandhis muss in Jägerohren wie blanker Hohn klingen, realitätsfern und blauäugig.
Nation findet allerdings auch in OWL statt. –
In der WDR-Lokalzeit schildern junge Jägersfrauen ihre prickelnde Nervosität vor dem Schuss. Drückjagden gegen das Schwarzwild in Porta Westfalica zum Zwecke der Schadensbegrenzung in der Landwirtschaft, deren Begeisterung sich in Grenzen hält und immer so weiter … Erstaunlich ist auch, wie die Jägerschaft ihren ‚Nutzen‘ definiert. Naturschutz mit geladenen Waffen, bleibelastete Munitionsrückstände auf den Böden, Lebensgefahr für Menschen, die sich in ihrer Nähe aufhalten usw .. alles schon x-mal aufgelistet. Überhaupt nicht zur Kenntnis genommen wird die mentale Seite der Wildtiere. Getrieben, gehetzt, angeschossen, erschossen, aufgebrochen. Es sind ja nur ‚Viecher‘, die Schaden durch Überpopulation anrichten. Dass diese entstehen, weil sie die Jägerschaft durch Anfütterung selber erzeugt, ist nicht mehr nur Insiderwissen. Quasi als Kanonenfutter.
Ein mit seinem Gewehr martialisch hockender Jäger vor einem in der eigenen Blutlache liegenden, erlegten Wildschwein zeigt deutlich, wie interpretierbar Ignoranz und Lebensverachtung sind oder sein können, per Gesetz geregelt und legitimiert. Immer noch. Die niedersten Abgründe der Seele mal ganz cool nach oben gekehrt.
Es scheint eine kribbelnde Faszination des Tötens zu sein, bei der Körpersekrete in Bewegung geraten, allerdings bei sensibilisierten Menschen den Reflex des Erfahrungsverzichtes auslösen. Quer durch alle Bildungsschichten und in jeder dieser beiden Geisteshaltungen.
Sicherlich lehnen die meisten Menschen dieses Landes die Todesstrafe ab ..sofern es die eigene Spezies betrifft und sie selber nicht ge-oder betroffen sind. Der Schuss der Jägerin oder des Jägers ist die Parallele. Der Tod eines Tieres scheint ein anderer zu sein – scheint …
Leid durch Folter, körperlich und seelisch, sowie der anschließend derart herbeigeführte Tod kann nicht akzeptabel sein. Ein Lebewesen bewusst zu entseelen erfüllt den Straftatbestand des Vorsatzes. Mit welchem Recht maßt sich ‚der Mensch‘ an, Lebewesen anderer Spezies in Schlachthäusern, bei der Vivisektion, beim Jagen und Angeln genau das anzutun ? Herrendenken in der letzten Konsequenz…Macht über Andere und diese entsprechend gnadenlos ausüben. Im Kleinen wie im Großen und mit einer Art ‚Lizenz zum Töten‘ … Das ‚Grüne Abitur‘ und die Schwierigkeit des Erlangens erfordert einen IQ angelehnt „an die Höhe der Außentemperatur“, gemessen in Celsius und nicht in Fahrenheit. So gesehen böten die USA durchaus Vorteile. –
Fakt ist, dass zunehmend mehr sensibilisierte Menschen eine lebensbejahende Denkweise teilen und sie der gegenteiligen vorziehen. Wenn das noch mit Immanuel Kants Vorstellung vom Mut zum (öffentlichen) Gebrauch des eigenen Verstandes kombiniert würde, wäre das hier Gesagte Geschichte.

English

In 2011, the Mindener Tageblatt published one (of a total of 20) letters to the editor from me, which made quite high waves and led to slurs and even massive threats of violence against me. That was eleven years ago and one would think that I could and can be glad that nothing drastic happened. As far as the content is concerned, this still has a probably ‚eternal topicality‘ today. The German hunting law, amended by the Nazi criminal Hermann ‚Meier‘, still exists and – the attitude to the parallel edxisting animal world, not thought over in the relationship, remains on the lowest level – legally legitimized, of course. In order not to let the -not only from my point of view- insanity of the hunt on animals disappear completely from the general consciousness, I post -despite the current problematics, like climate, Ukraine, famine in Africa, further wars world-wide, criminality and infinitely further- the complete text of the letter to the editor mentioned at the beginning, which makes clear nevertheless actually not astonishing parallels to still present, human behaviors. The barbarism of the ‚human being‘ (collective singular) not only the animal world, but also the own species opposite, continues and manages to keep the aggression potential with the definition of the necessity ‚in mood‘. While writing the last sentence my stomach reported….

Here is the full text of the letter to the editor :

Reader’s letter

The greatness of a nation can be measured by the way it treats its animals. This sentence of Gandhi’s must sound like sheer mockery in hunter ears, unrealistic and naïve.
However, nation also takes place in OWL. –

In the WDR local time young hunter women describe their tingling nervousness before the shot. Driven hunts against wild boar in Porta Westfalica for the purpose of damage control in agriculture, whose enthusiasm is limited and on and on … It is also astonishing how the hunting community defines its ‚benefit‘. Nature conservation with loaded weapons, lead-contaminated ammunition residues on the soil, danger to the lives of people who are in their vicinity, etc … everything already listed x times. The mental side of wildlife is not taken into account at all. Driven, chased, shot, broken open. It is only ‚critters‘ that cause damage through overpopulation. That these arise because the hunters themselves produce them by feeding is no longer just insider knowledge. Quasi as cannon fodder.
A hunter crouching martially with his rifle in front of a killed wild boar lying in its own pool of blood clearly shows how interpretable ignorance and contempt for life are or can be, regulated and legitimized by law. Still. The lowest abysses of the soul times quite cool turned upward.

It seems to be a tingling fascination of killing, in which bodily secretions start moving, however, trigger the reflex of experience renunciation in sensitized people. Across all educational strata and in each of these two states of mind.
Certainly most people of this country reject the death penalty ..as far as it concerns the own species and they themselves are not ge-oder affected. The shot of the hunter is the parallel. The death of an animal seems to be another – seems …

Suffering through torture, physically and mentally, as well as the subsequent death brought about in this way cannot be acceptable. To consciously de-soul a living being fulfills the criminal offence of intent. With what right does ‚man‘ presume to do exactly that to living beings of other species in slaughterhouses, during vivisection, hunting and fishing ? Lord thinking in the last consequence…power over others and these accordingly mercilessly exercise. In the small like in the big and with a kind of ‚license to kill’… The ‚Green Baccalaureate‘ and the difficulty of the attainment requires an IQ leaned „to the height of the outside temperature“, measured in Celsius and not in Fahrenheit. From that perspective, the U.S. would certainly offer advantages. –
The fact is that more and more sensitized people share a life-affirming mindset and prefer it to the opposite one. If this were combined with Immanuel Kant’s notion of the courage to use one’s own mind (publicly), what has been said here would be history.

Widerspruch in sich… Contradiction in terms…


(English below)

Deutsch

Im Mindener Tageblatt® (MT) v. 02.06.2021 erreichte die Jägerschaft wieder die Öffentlichkeit mit der Bitte um Verständnis für ihr Tun und Treiben.

Es klingt wie: ‚Verkehrte Welt…‘. Das abgebildete Foto erscheint mir wie ein Symbolfoto – Der Mensch im Hintergrund und die Knarre im Vordergrund. Nicht sichtbar im Tiefengrund die Wildtiere, die diese Zeitgenossen richtig -aber partiell erfolglos- einzuschätzen wissen.

Die Kernaussage für mich ist der Versuch, sich -die Jägerschaft- als notwendigen Teil der Gesellschaft darzustellen, wie Sanitäter, Polizisten oder andere Hilfskräfte usw., die Anfeindungen und tatsächlicher Gewalt zunehmend ausgesetzt sind. Für die Beschwerde habe ich Verständnis. Sowohl als auch…

Nicht nur merkwürdig ist allerdings, dass die Jägerschaft sich über das beschwert, was sie selber ihrer Natur gemäß ausführen: Gewalt und gezieltes Töten von Lebewesen ohne Not. Ein Widerspruch in sich. Das von ihnen als ‚Hege und Pflege‘ bezeichnete Anfüttern von Wildtieren, um sie dann wegen erzeugter Überpopulation abzuschießen, ist blanker Unverstand. Der Nervenkitzel, Herrscher über Leben und Tod zu sein, bringt aus Liebe zu diesem Treiben offensichtlich Körpersäfte in Bewegung, auch mit dem Versuch, Gegenargumentationen mit einfachster Körpergeste zur Seite zu wischen. Das immer noch existierende, von Hermann Meier (Göring) novellierte Jagdgesetz bietet ja die perfekte Legitimation.

Gewalt ist keine Lösung, sondern erzeugt bekannterweise nur Gegengewalt. Jagdgegner -wie ich- sollten|müssen grundsätzlich auf Gewalt verzichten und den argumentativen, friedlichen Weg wählen. Dass das bei der Thematik nicht der einfachste Weg ist, sollte absolut nichts daran ändern, sondern motivieren.

Hier verweise ich auf meine Gedichte ‚Jäger‘ und ‚Jäger 2‘, https://joachim-rohlfing.online/category/literatur/

English

In the Mindener Tageblatt® (MT) v. 02.06.2021, the hunting community again reached out to the public with a request for understanding for their doings.

It sounds like: ‚topsy-turvy world…‘. The illustrated photo seems to me like a symbolic photo – the man in the background and the gun in the foreground. Not visible in the deep background the wild animals, which know these contemporaries correctly – but partially unsuccessfully – to assess.

The key message for me is the attempt to portray -the hunting community- as a necessary part of society, like paramedics, police officers, or other emergency personnel, etc., who are increasingly subject to hostility and actual violence. I have sympathy for the complaint. Both and…

Not only strange, however, is that the hunting community complains about what they themselves carry out according to their nature: Violence and targeted killing of living beings without necessity. A contradiction in itself. The feeding of wild animals, which they call ‚care and maintenance‘, in order to shoot them down because of overpopulation, is sheer nonsense. The thrill of being rulers over life and death obviously gets bodily fluids moving out of love for this goings-on, even with the attempt to brush aside counter-arguments with the simplest bodily gesture. The still existing hunting law amended by Hermann Meier (Göring) offers the perfect legitimation, after all.

Violence is not a solution, but only generates counter-violence. Hunting opponents -like me- should|have to renounce violence in principle and choose the argumentative, peaceful way. The fact that this is not the easiest way to deal with the topic should not change anything, but should motivate.

Here I refer to my poems ‚Hunter‘ and ‚Hunter 2‘, https://joachim-rohlfing.online/category/literatur/

Die Serie ‚meine Leserbriefe zur Jagd‘ ist hier durch…


Das heißt nicht, dass das Thema ‚Jagd‘ für mich zu den Akten gelegt wird, weil ich als einflussloser Blogger sowieso nicht das erreiche, was gesellschaftlich in dem Sinne erforderlich wäre: Die Abschaffung des Jagdgesetzes. Geschwiegen habe ich aber nicht – das ist für mich wichtig.

Beim Lesen und Aufarbeiten der Texte für diesen Blog wurde mir mehr als klar, dass das -trotz des jahrelangen Zurückliegens- kein ‚Schnee von gestern‘, sondern exakt so immer noch aktuell ist. Doch… die Übermacht der Jagdlobby ist wohl zu groß… Dieser Übermacht beuge ich mich jedenfalls nicht! Nicht mal im Ansatz! Deshalb die 20 Beiträge (Leserbriefe) aktuell hier im Blog.

20. „Ideologisch motiviert“…


L E S E R B R I E F (2014)

Glückwunsch an die Jägerschaft. Sie haben es auf die Seite 3 des Mindener Tageblattes geschafft. Eine Minderheit in dieser Gesellschaft, die es immer wieder schafft, den wahren Charakter ihres Anliegens und Handelns so zu verpacken, dass der Dschinn (Flaschengeist)  bei öffentlichkeitswirksamen Auftritten in der Flasche gehalten und erst dann nur kurz herausgelassen wird, wenn man unter sich ist und/oder mit einer Jagdwaffe das veranstalten kann, was das Jagdwesen ausmacht : Töten. Eigentlich völlig klar, dass die Jägerschaft durch eine Novellierung des NRW-Landesjagdgesetzes wie eine aufgescheuchte Entenschar nach dem Knall eines Schusses wirkt. Die Anpassung dieses Gesetzes sollte als Anfang eines noch langen Weges bis zu dessen -hoffentlich baldigen- Abschaffung gesehen werden.

Und da begründet der jagende Mensch seine Ablehnung einer Novellierung damit, dass sie ‚ideologisch motiviert’ sei. Natürlich basiert ‚ihr’ bestehendes Gesetz auf keiner Ideologie, wenn man Geschichte komplett ignoriert und früher sowieso alles besser war. Das wäre ein Widerspruch in sich. Nicht vergessen : Die Kernaussagen des Jagdgesetzes fußen weiterhin auf einer ausgehalfterten Ideologie und blanker Empathielosigkeit. Ziemlich dreist und aus der Sicht geradezu peinlich, denen ideologische Motivation anzukreiden, die versuchen, sich Schritt für Schritt aus den alten Klammern zu lösen. 

Es ist erstaunlich, dass sich gegen die Formulierung, dass die Jagd nur noch ‚aus vernünftigem Grund’ zugelassen werden soll, Sturm gelaufen wird. Dann gab es bislang also nicht unbedingt vernünftige Gründe ? Eine wirklich menschliche Erkenntnis !

Die gesetzlich legitimierte Jagd ist im 21. Jahrhundert eine gesellschafliche Altlast, deren Entsorgung samt Ort eine bislang in Nebel gehüllte, politische Herausforderung ist.

©Joachim Rohlfing

19. „Freude am Töten verharmlost“…


L E S E R B R I E F (2014)

©Joachim Rohlfing

18. „Viel zu wenig Lobby für den Kormoran“ …


Artikel „Viel zu wenig Lobby für den Kormoran(Februar 2008)

L E S E R B R I E F

Das Szenario war und ist immer das gleiche: Die Lobby der selbstverliebten, bedarfsgelenkten Lebensverachter schreit ‚Alarm’ und was passiert ? Hochrangige Mandatsträger zeigen Handlungsbedarf und geben die Anweisung, die ‚Lieschen Müller’ in der Schule, im Konfirmandenunterricht usw. als ‚böse’ dargestellt bekam: Töten! Der christlich geprägte Mensch –und nicht nur der- beschränkt dieses biblische Gebot natürlich auf die eigene Spezies. Tiere haben in dem elitären Club der phantasiebegabten, beseelten Krönung der Schöpfung nichts zu suchen; bestenfalls als gefügige Haustiere oder –prinzipiell ungeeignete- seelenlose Nahrungslieferanten, die ohne ein konsequentes Mitgefühl vor ihrem Ende körperlich und seelisch gefoltert, entseelt und dann auch noch von der ethisch-moralischen Kompetenz Mensch verspeist werden.

Und dann passiert der Gau: Der beschriebene Ablauf wird gestört! Kormorane fallen in die geliebten Jagd- und Freizeitgründe der Angler ein und verderben denen den Spaß an ihrem Vergnügen, Fische auf spitze Haken beißen zu lassen, sie dann aus ihrem Element zu hieven und großmütig deren ‚Qualen’ per Schlag auf den Kopf zu beenden. Damit diese Angler genannten Menschen als Jäger der Gewässer und Meere natürlich lobbyistisch gut organisiert ihrer Egomanie nachgehen können, bedarf es eines benutzbaren Entscheidungsträgers, der dann die Vereinigung mit den jagenden Herrschaften auf Wald und Flur, den Feinden natürlicher Abläufe, besiegelt. 

Alles völlig legal nach deutschem Jagdgesetz. Ein Gesetz des Naziverbrechers Hermann Göring. Allein diese Tatsache ist widerlich, bleibend skandalös und gehört ersatzlos aus den deutschen Gesetzbüchern gestrichen!  Ein Gesetz, das entgegen zeitgemäßer Erkenntnisse nach wie vor die Entseelung schwächeren Lebens in diesem Deutschland legalisiert. Auf das sich dann die Todesschwadronen berufen, die mit scharf geladenen Waffen durch Wald und Feld streifen und mit oder ohne dem ‚Feuer frei’ des Ministers morden dürfen.

Da denkt doch so mancher Mensch in diesem Lande, dass die Pirschzeiten eines Hermann Görings mitsamt seines verbrecherischen Wirkens längst in den ewigen Jagdgründen verschwunden sind … !?  Sind sie aber nicht !  

Die Natur, Flora und Fauna, braucht die festgelegte Arithmetik der Menschen und entsprechende Gesetze nicht. Sie hat ein bewährteres Regulativ, in dem sich Überpopulationen größeren Ausmaßes gar nicht erst bilden. 

Der Gesetzgeber sollte den Uhlenbergs und anderen Politikern nicht mehr die Entscheidungskompetenz über Leben und Tod durch das beschriebene Gesetz an die Hand geben, sondern es endlich abschaffen und in der gelebten Gegenwart ankommen. 

Das wäre das ‚Pfund’ in der Wagschale der Kormoran-Lobby mit filigraner Weichenstellung in Richtung ‚geistiger Feinmotorik’.

©Joachim Rohlfing 

17. „Reichlich Deckung am gedeckten Tisch“ …


Artikel   „Reichlich Deckung am gedeckten Tisch“   MT v. 09.11.2011

L E S E R B R I E F

‚Die Größe einer Nation lässt sich daran ermessen, wie sie ihre Tiere behandelt.‘ Dieser Satz Gandhis muss in Jägerohren wie blanker Hohn klingen, realitätsfern und blauäugig.

Nation findet allerdings auch in OWL statt. –

In der WDR-Lokalzeit schildern junge Jägersfrauen ihre prickelnde Nervosität vor dem Schuss. Drückjagden gegen das Schwarzwild in Porta Westfalica zum Zwecke der Schadensbegrenzung in der Landwirtschaft, deren Begeisterung sich in Grenzen hält und immer so weiter … Erstaunlich ist auch, wie die Jägerschaft ihren ‚Nutzen‘ definiert. Naturschutz mit geladenen Waffen, bleibelastete Munitionsrückstände auf den Böden, Lebensgefahr für Menschen, die sich in ihrer Nähe aufhalten usw .. alles schon x-mal aufgelistet. Überhaupt nicht zur Kenntnis genommen wird die mentale Seite der Wildtiere. Getrieben, gehetzt, angeschossen, erschossen, aufgebrochen. Es sind ja nur ‚Viecher‘, die Schaden durch Überpopulation anrichten. Dass diese entstehen, weil sie die Jägerschaft durch Anfütterung selber erzeugt, ist nicht mehr nur Insiderwissen. Quasi als Kanonenfutter. 

Ein mit seinem Gewehr martialisch hockender Jäger vor einem in der eigenen Blutlache liegenden, erlegten Wildschwein zeigt deutlich, wie interpretierbar Ignoranz und Lebensverachtung sind oder sein können, per Gesetz geregelt und legitimiert. Immer noch. Die niedersten Abgründe der Seele mal ganz cool nach oben gekehrt.

Es scheint eine kribbelnde Faszination des Tötens zu sein, bei der Körpersekrete in Bewegung geraten, allerdings bei sensibilisierten Menschen den Reflex des Erfahrungsverzichtes auslösen. Quer durch alle Bildungsschichten und in jeder dieser beiden Geisteshaltungen. 

Sicherlich lehnen die meisten Menschen dieses Landes die Todesstrafe ab ..sofern es die eigene Spezies betrifft und sie selber nicht ge-oder betroffen sind. Der Schuss der Jägerin oder des Jägers ist die Parallele. Der Tod eines Tieres scheint ein anderer zu sein – scheint …

Leid durch Folter, körperlich und seelisch, sowie der anschließend derart herbeigeführte Tod  kann nicht akzeptabel sein. Ein Lebewesen bewusst zu entseelen erfüllt den Straftatbestand des Vorsatzes. Mit welchem Recht maßt sich ‚der Mensch‘ an, Lebewesen anderer Spezies in Schlachthäusern, bei der Vivisektion, beim Jagen und Angeln genau das anzutun ? Herrendenken in der letzten Konsequenz… Macht über Andere und diese entsprechend gnadenlos ausüben. Im Kleinen wie im Großen und mit einer Art ‚Lizenz zum Töten‘ … Das ‚Grüne Abitur‘ und die Schwierigkeit des Erlangens erfordert einen IQ angelehnt „an die Höhe der Außentemperatur“(Zitat Dr.Heiter), gemessen in Celsius und nicht in Fahrenheit. So gesehen böten die USA durchaus Vorteile. –

Fakt ist, dass zunehmend mehr sensibilisierte Menschen eine lebensbejahende Denkweise teilen und sie der gegenteiligen vorziehen. Wenn das noch mit Immanuel Kants Vorstellung vom Mut zum (öffentlichen) Gebrauch des eigenen Verstandes kombiniert würde, wäre das hier Gesagte Geschichte.

©Joachim Rohlfing 

16. „November ist die Haupt-Jagdsaison“…


Artikel „November ist die Haupt-Jagdsaison“

L E S E R B R I E F

Ein Jäger vor der Kulisse der untergehenden Sonne .. ein dpa-Bild mit Symbolcharakter.

Allerdings der dazugehörige Text, dass der November einer der ‚Haupterntemonate‘ des Jägers ist, zeugt von einer Art Gefühls- und Seelenkälte, die die tatsächliche Sinnfreiheit des Jagens durch eine menschliche Unart marlborohaft romantischer Gleichgültigkeit des Wegsehens regelrecht befeuert.

Lebewesen per Schusswaffe zu ernten, ist eine Perversion des Denkens. 

Eine Intoleranz gegenüber der anderen Spezies aus mindestens niederen Beweggründen. 

Menschen haben grundsätzlich die Möglichkeit, sich zu entscheiden, wem sie sowohl gedanklich als auch im Handeln den Vorrang geben – dem Leben oder dem Töten.  Also eigentlich frei von Selektionsdenkweisen, die in der Folge ein Ergebnis reiner Überheblichkeit und ethisch niederen Herrschaftsdenkens sind.

Wenn der Jäger ‚Hasen ernten‘ geht, betreibt er Seelenpoker auf unterstem Niveau, oder wie könnte man Lustmorden mit Freizeitcharakter noch anders nennen? Das ist Herrendenken längst vergangen geglaubter Zeiten. Eine Art intelligenzfreie Grauzone des Unwissens, quer durch alle Bildungsschichten mit einer Quasilegitimation der Gesellschaft. Das Ergebnis dieses mentalen Abstumpfungsprozesses ist die Pirsch mit einer scharf geladenen Waffe in Wald und Feld. 

Rein theoretische Argumente? Dann fangen wir doch morgen praktisch damit an, die Selbstjustiz der Jägerschaft im Außendienst in der gesamten Gesellschaft salonfähig zu machen, die Judikative abzuschaffen und auch dann zu hoffen, dass keiner etwas merkt und alles gut geht …  Dann wäre diese Gesellschaft auf des Jägers Augenhöhe.

Die ‚Haupterntezeit‘ der jagenden Menschen vermittelt den Eindruck, zwar im 21. Jahrhundert zu leben … aber inhaltlich in einem evolutionsfreien Raum.

©Joachim Rohlfing

11. Antwort auf Leserbrief zur Jagd auf Kormorane…


L E S E R B R I E F

Betr.: Leserbriefe zur Jagd auf Kormorane im MT v. 03.01.2007

Die hervorgebrachten Argumentationen in diesem Leserbrief sind schlichtweg falsch und sollten deshalb auch nicht im Raume stehen bleiben. Den Vorwurf der „versuchten Meinungsbeeinflussung im eigenen Sinne“ und sein nicht mehr aktuelles Fazit trage ich dem Schreiber aus dem Kontext heraus nicht nach.

Neuere Feldstudien von Ökologen ergaben, dass die Tiere über einen inneren Mechanismus zur Regulierung des Populationswachstums verfügen. Droht Überbevölkerung, wird die Geburtenrate gesenkt.

Die Vorstellung, dass bei einer pflanzlichen Ernährung die Menschen den Pflanzen fressenden Tieren die Nahrung weg fressen, ist mitsamt der auf ihn (den Menschen ) abzielenden Formulierung vorsichtig gesagt Unsinn. Das Szenario der Ausrottung des Menschen zum Wohle der Tiere entlarvt eine merkwürdige Denkstruktur. Gruselig wird es beim Lesen der Zeile „.. ohne den Einfluss des Menschen auf die Pflanzen.“  Frei übersetzt : das geht nur mit genmanipulierten Pflanzen? 

Weltweit wird die Hälfte der Getreideernte an Vieh verfüttert, um dessen Fleisch zu essen.

Ebenso werden weltweit zwei Drittel der Ölsamen und ein Drittel der Milchproduktion an Vieh verfüttert.

Für ein Pfund Rindfleisch muss man 16 Pfund Getreide verfüttern.

Die entsprechende Differenz von 15 Pfund setzt das Tier in Energie um, die dann zum größten Teil an Mist und Gülle verloren geht. Dies kann ohne Übertreibung als die effektivste Form von Nahrungsmittelvernichtung bezeichnet werden. Also steckt in einem einzigen Steak von 225 g soviel Pflanzenenergie, die ca.  40 Menschen einen Tag vor dem Hungertod bewahren könnte. Würde die Nahrung direkt verwertet (durch pflanzliche Ernährung) erhielten wir aus der gleichen Landfläche ein entsprechend Mehrfaches an Nahrung ! 

Beeindruckend ist ebenso, dass für einen einzigen Hamburger vier bis fünf Quadratmeter Regenwald zu Weide- oder Ackerland umfunktioniert werden, das in 2 bis 5 Jahren zur Wüste wird. Die Beiträge der Rinderhaltung zum Treibhauseffekt entsprechen denen des gesamten Autoverkehrs, Waldrodungen für Futtermittel einbezogen 

Die Tiere der Reichen fressen die Nahrung der Armen. 

Und die Tierethik? Als Nicht-Katholik stelle ich mit Erstaunen fest, das sich Benedikt XVI als erster Papst gegen die Intensivtierhaltung ausspricht. Zitat: „Auch die Tiere sind Geschöpfe Gottes“. In einer neuen Anzeige in seinem Heimatort fordert er die Katholiken weltweit auf, „ die grausame Intensivtierhaltung nicht länger zu unterstützen und sich für eine gesunde und tierfreundliche vegetarische Ernährung zu entscheiden.“ 

Eine nachvollziehbar schlüssige Argumentation für Tiermord, Jagd, Selektion, Vivisektion (Tierversuche), Massentierhaltung usw., ist eine Illusion menschlicher Selbstgefälligkeit. Die Tiere sind kein legitimes Fabrikat zu unserem Gebrauch. 

©Joachim Rohlfing

(Die Quellen sind nicht mehr benennbar, waren zu der Zeit aber seriös)

10. „Mit Pulver und Blei ins Vogelschutzgebiet“…


L E S E R B R I E F

Artikel „Mit Pulver und Blei ins Vogelschutzgebiet“ im MT am 06.12.2006

Der Beirat bei der Unteren Landschaftsbehörde hat in bezeichnend demokratischer Weise und mit ‚äußerst knapper’ Entscheidung wieder den Leuten fürs Grobe die Legitimation zu kontrollierten, vorsätzlichen Tiermorden an den ‚Unterwasser-Terroristen’, genannt Kormorane, auf ihre Flinten gelegt. Da zuckt nur noch das Tier aber keine Wimper …

Die Einschätzung der Biologischen Station unterlag wohl den Interessen der Sportangler und der Fischereiwirtschaft. 

Wenn Vögel sich erdreisten, ihrem Nahrungstrieb folgend den Sportfischern z.B. das Terrain ‚streitig’ zu machen, dann hängt ihr Leben am Fadenkreuz der Zielfernrohre, denn sie sind ja mit Kalkül ausgestattete ‚Unterwasser-Terroristen’, und der Kampf gegen solche Elemente kann ja schließlich keiner Fehlinterpretation unterliegen – oder ?

Der Vogel, der einen Fisch verschlingt, begrenzt die Gewinnmaximierung in Euro und Tonne in einer Weise, die dann alarmierend den sortierenden Zugriff des Menschen erfordert? In persona eines Jägers oder Anglers, der beschlusskräftig im Interesse der Allgemeinheit berserkern darf? Die ethische Seite der Umsetzung solcher Beschlüsse ist dabei – wie immer – völlig uninteressant. 

Was treibt denn ein Angler, nachdem er einen Fisch unter Missachtung dessen Schmerzfähigkeit auf einen spitzen Widerhaken beißen ließ und an Land gezogen hat? Er hat doch die Wahl, ihn totzuschlagen oder ersticken zu lassen und die Leichenteile desselben zur Nahrung aufzubereiten oder sportlich ihn blutend ins Wasser zurück zu werfen. Was widerfährt den Myriaden von Fischen, die in Netzen an Bord gezogen und damit ihrem Atmungselement entzogen werden?  Fischer schauen der Entseelung in Erwartung eines Profites oder ‚leckeren’ Filets ohne irgendein Mitgefühl zu.  Sie sind die Jäger der Meere, der Seen und Flüsse. Diese Einstellung entspringt dem größten Irrtum des Menschen im Umgang mit der Natur und – wenn man so will –  der Schöpfung an sich. Sie ist nicht mehr zeitgemäß. Wir sind keine Selbstversorger mehr, die mit irgendwelchen Waffen und Hilfsmitteln in der Natur ums blanke Überleben kämpfen. Zeitgemäß ist die Erkenntnis, dass Tiermord dem Menschenmord gleichzusetzen ist . Auf diesem Planeten gibt es genug Vegetabilien, um nachweislich ALLE Menschen qualitativ höchstwertig ohne Umwege über die tierische Nahrungskette zu ernähren. Wenn Entscheidungsträger vermehrt in diese Richtung denken, dann eröffnen sich gesellschaftsprägend friedlichere Perspektiven, die die folgenden Generationen dankend umsetzen werden. 

Da stellt sich manchem garantiert noch die Frage, was das mit der Aussage des Artikels zu tun hat? 

©Joachim Rohlfing

8. „Angeordneter Tiermord“…


„Angeordneter Tiermord“ im MT vom 29.06.06

Betr.: Morddrohungen nach (Bär) Brunos Tod, Bericht im MT vom 27. Juni 

Was ist passiert? Ein Bär verirrt sich nach Deutschland, reißt Schafe und Hühner und verbreitet Angst und Schrecken. Für ihn, den Bären, ist das seine Existenz, sofern er – auf Distanz zum Menschen – wild leben darf. Es besteht sicherlich kein Zweifel, dass er sich in der direkten Konfrontation mit Menschen seiner Natur entsprechend eben auch genauso verhalten würde – trotz seiner natürlichen Scheu vor der Spezies Mensch dem Selbsterhaltungstrieb folgend. Wo und was war die Lösung im Sinne der Bevölkerung? Alle ausgeschöpften Möglichkeiten von und mit Experten und Spezialisten scheiterten angeblich. Wirklich? 

Das blamable ‚Bär-und- Mensch-Spiel‘ schien verloren zu gehen. Der Bär, ein frei laufendes Raubtier, war immer noch los und führte alle an der Nase herum. Also – macht man es wie im Märchen: Der ‚Meuchler‘ muss her! Der macht sowas mit seiner Knarre und ohne mit der Wimper zu zucken. Zum Wohle der Allgemeinheit, was sonst? Solch schwammige Argumentation reicht einschlägig bekannt aus, um eine ‚Meuchlerseele‘ zu euphorisieren. Da nach meiner Einschätzung Tiermord allgemein dem Menschenmord gleichzusetzen ist, handelt es sich auch bei dem ‚Entseelen‘ dieses Tieres um vorsätzlichen, von Amts wegen angeordneten Mord als ‚Lösung‘ zur Demonstration entsprechender Handlungsfähigkeit. Nun kann es auf diesem Planeten ‚wesenhaft‘ kaum noch einen denkfähigen Menschen geben, der an der ‚hochintelligenten‘ Handlungsweise von Volksvertretern zweifelt.

©Joachim Rohlfing

7. „Jagdgesetz ersatzlos streichen“


L E S E R B R I E F

©Joachim Rohlfing

6. „Jäger : Der Wolf im Schafspelz“…


L E S E R B R I E F v .10.09.2008

>  Jäger : Der Wolf im Schafspelz   <

Wenn Jäger  Äpfel pflücken, ist das nichts Besonderes. Wenn Jäger aber Äpfel pflücken, um für ihr ‚Anliegen’ zu werben,  dann schon. Eine nette, öffentlichkeitswirksame Geste, die  ihn und seine Zunft so darstellt, wie er/sie es gerne hätte – als Natur- und Tierfreund, Heger und Pfleger, der notwendig und nicht weg zu denken ist. 

Doch merke: Der Jäger hat ein klares Kalkül. Sein wahres Anliegen ist ein anderes: Er sitzt gerne auf Hochsitzen oder in sonstwelchen Hinterhalten und lauert gespannt  auf sein Opfer, um es dann kaltblütig und mit Vorsatz zu erlegen. 

In seinem Werben ist keine Rede davon, dass eine Tür zu den niedersten Instinkten im Menschen aufgetan wird, die in ihre seelischen Abgründe führen wird, wenn ‚mensch’  ihnen auf den Leim geht und einer von ihnen wird. Der Wolf im Schafspelz?

Der freundliche Apfelpflücker ein hinterhältiger Tiermörder ?

Einer, der sich daran ergötzt, wenn ein getroffener Hase sich in der Luft überschlägt und dann zuckend am Boden verreckt, legt extremen Wert auf verschleiernde Fassaden, die sein Tun als ‚notwendiges Übel’ verharmlosen  – was es aber nicht ist. Sein Handwerk ist eiskalter, versätzlicher Tiermord.  Immer noch gesetzlich legitimiert durch Hermann Görings Jagdgesetz.

Welcher auch nur halbwegs  ethisch sensibilisierte Mensch ist freiwillig bereit,   den vorsätzlichen Mord an beseelten Lebewesen akzeptierend, sich von solchen Seelenfängern in die Abgründe seiner Seele führen zu lassen, die für ihn längst als überwunden galten? Der Jäger ist stolz bereit, sie wieder weit zu öffnen, ohne sich offensichtlich der Tatsache bewusst  zu sein, wieder mit einem Bein im Neandertal  zu stehen.

Alles Unsinn? Es war doch eine so nette Geste dieser friedlichen  Äpfelpflücker … denen jedes  ihrer Mordopfer für die selbstlose ‚Hege und Pflege’ nachhaltig dankbar  sein dürfte …

©Joachim Rohlfing

5. „Jäger proben den waidgerechten Schuss“


L E S E R B R I E F

Artikel „Jäger proben den waidgerechten Schuss“  im MT v. 25.05.2007

Nach der Schießvorschrift des DJV ist der Jäger dem Wild moralisch verpflichtet, an regelmäßigen Schießübungen teil zu nehmen, um die ‚Entseelungsknarre‘ tierschutzgerecht handwerklich perfekt zu gebrauchen.

Hallo? Das ist kein Bericht aus der Spaßgesellschaft – oder vielleicht doch?

Oder ein historisch belegter Zeitgeist aus den finsteren Kapiteln der Menschheitsgeschichte – gelesen im 21. Jahrhundert? Das ist Gegenwart – heute … vor unserer Haustür.

Der Versuch, einen direkten Zusammenhang  zwischen Jäger, Moral, Schießübungen, Tierschutz, Handwerk, Perfektion, Trainingsangebote und gemütlicher Runde herzustellen, kollidiert sofort mit der simplen Vorstellung , dass das Ziel dieser Zeitgenossen ein klar definierbares ist: Töten – und zwar aus niederen Beweggründen und gesetzlich legitimiert. Die Jägerschaft als Streitmacht  der niederen Instinkte.  Eine Art Berserkerkultur mit Sleeperfunktion, jederzeit aktivierbar ohne  Nachfrage. Diese Tatsache mit dem Tierschutz in Verbindung  zu bringen, ist eine Verhöhnung  normal menschlicher Denkfähigkeit – eine Perversion des Denkens und eine permanente Degradierung  des Mitgefühls gegenüber der Tierwelt. 

Nach dem Training des waidgerechten Schusses ab in die Realität: Jäger mit scharf geladenen Waffen in der Natur ihr blutiges, feiges Handwerk treiben zu lassen, muss ein Ende haben. Das ist Krieg in Wald und Feld mit Hinterlist und Meuchelabsicht.

Die ständigen Argumentations- und rechtfertigungsversuche der Jägerschaft sind längst komplett widerlegt. Es ist eine einschlägige Erkenntnis, dass Jäger mehr Schaden anrichten als sie verhindern.

Die Natur reguliert sich selber und braucht den Eingriff des Menschen in seiner ganzen Selbstüberschätzung nicht. 

Um die Fronten nicht gänzlich verhärten und die gegensätzlichen Denkweisen zwischen gewaltfrei denkenden und lebenden Menschen und eben den gegensätzlichen nicht eskalieren zu lassen, sollte der Gesetzgeber seiner Fürsorgepflicht nachkommen und endlich das unsägliche, braune Jagdgesetz von Hermann Göring zum Wohle Aller außer Kraft setzen. 

©Joachim Rohlfing

4. „Sorgsam“…


L E S E R B R I E F (2004)

Dass Jäger die Fähigkeit besitzen, Waldtiere intensiv zu beobachten, ist sicherlich nicht abzustreiten.  Schwieriger wird es da schon mit der „Achtung vor der Kreatur“. Völliges Unverständnis löst die Vorstellung aus, dass sie „mit ihnen fühlen“ …  Töten mit Freizeitcharakter zur Befriedigung der dunkelsten Seelentriebe. Das Ganze angenehm gesellschaftsfähig eingelullt und verpackt und schon wird ein Umweltschützer daraus. So einfach ist das … „Waidgerechtigkeit“ und „sorgsamer Umgang mit der Natur“ ist nicht nur ein Widerspruch in sich, sondern die blanke Verhöhnung aller durch Jäger ermordeten Tiere.

Dass “die Kirche“ seit eh und je ein Problem mit der Auslegung des fünften Gebotes hatte und hat, ist offensichtlich. Ein aufgestelltes Hirschgeweih im Altarbereich einer Kirche erweckt den Wunsch nach der Tempelreinigung des Nazareners. „Die Kirche“ sollte endlich das praktizieren, was ihr Meister vorgelebt hat. Sie tut sich nach wie vor keinen Gefallen damit, das Handeln von Tätern abzusegnen, um ein gesellschaftsfähiges Toleranzbild abzugeben. Das christliche Symbol des Kreuzes mit dem aufgenagelten Korpus ist die Darstellung exzessiver Gewalt gegenüber Unverstandenem.  In welch merkwürdigem Zusammenhang  erscheint einem da die direkte Anwesenheit eines Hirschgeweihes  … 

Eine schaurige Szenerie wie aus dem tiefsten Mittelalter oder einem aktuellen Fantasyfilm mit brennenden Fackeln im Eingangsbereich des Gotteshauses. Einknicken vor der Tradition ? Halb- oder Unwissen ? Oder einfach nur Wegsehen ? Wenn sich eine Gesellschaft weiterentwickeln will, dann sollte sie sich von den einfachsten und dümmsten Bräuchen trennen. 

Wieder einmal alles Unsinn ?  Dann fangen wir doch morgen damit an, die Selbstjustiz der Jägerschaft auf Wald und Flur in der gesamten Gesellschaft salonfähig zu machen, die Judikative abzuschaffen und auch dann zu hoffen, dass keiner etwas merkt und alles gut geht …  Dann wäre die Gesellschaft auf des Jägers Augenhöhe …

Die zeitgemäß sinnvolle Variante des Ganzen wäre, das Jagdgesetz des Naziverbrechers Hermann Göring endlich abzuschaffen und damit dem Jagdirrsinn den Nährboden nachhaltig zu entziehen. 

©Joachim Rohlfing

3. „Zehn Rehe, fünf Wildschweine und zwei Füchse“ …


L E S E R B R I E F

Artikel „Zehn Rehe, fünf Wildschweine und zwei Füchse“ im MT am 25.11.2005
 
Da ist es nun, das Bild von der ‚Strecke’ und der stolzen Jägerschaft.
Der Kreis als ‚Untere Jagdbehörde’ hat seinen Erfüllungsgehilfen für das Waidwerk wieder die Legitimation zum kontrollierten Massenmord im Pseudosinne der Hege und Pflege der Population des Freiwildes erteilt. Denn merke: Nach der Einschätzung von unumstrittenen Intelligenzen, die über diesen Planeten gewandert sind, ist Tiermord gleich Menschenmord und führt gleichsam zur Verrohung der daran beteiligten Menschen, wenn auch scheinbar unterschwellig. Der jämmerliche Anblick einer mit brutaler Gewalt, Heimtücke und Vorsatz zustande gebrachten ‚Strecke’ ist eines der abscheulichsten Armutszeugnisse, das sich Menschen als Krönung der Schöpfung gegenseitig auszustellen bereit sind.
Wenn Wald und Wild in einer Wechselbeziehung stehen, dann sollte klar sein, dass die verschleierte Mordlust der Menschen im eingreifenden Sinne eine real existierende Fehlinterpretation dieses angesprochenen aber eben nicht verstandenen Prinzips darstellt.
Die Natur, Flora und Fauna, braucht die festgelegte Arithmetik der Menschen nicht. Die ist dahingehend ein fataler Irrtum, der in unangebrachter Selbstüberschätzung zu solchen Auswüchsen führt und den Wahnsinn vom ‚Herrendenken’ weiterleben lässt. Es muss ein faktisch abgekochtes Seelenleben sein, das sich in dieses Barbarentum der Gegenwart einbetten lässt und immer und wohl immer wieder einbetten lassen wird.
Wenn die Todesposaunen zu Beginn einer Jagd geblasen werden, geht es um die Todesstrafe für Verbiss an Jungbäumen, umwühlte Gärten, Überpopulation usw. , denn – es sind ja nur Tiere! Das ist der weiterhin existierende ‚Animalholocaust’. Diese „gestiefelten Exekutionskommandos“ und primär deren ‚Leinenloslasser’ sollten Relikte der Vergangenheit sein und sich schnellstens darüber im Klaren wähnen, dass eine Analogie zwischen „wie im Kleinen – so im Großen“ immer noch hergestellt werden kann. Wer mit Vorsatz auf Tiere schießt, das toleriert oder gar anordnet, erledigt seine eigene Aussicht auf die Möglichkeit einer friedfertigen, angemessen gewaltfreien Gesellschaft gleich mit… Diese Perspektive ist nicht nur inakzeptabel, sondern sollte der ‚Gegensätzlichen’ durch eingesehenen Verzicht das Feld räumen. Wenn die Messlatte der Qualität einer Gesellschaft auch an der Frage liegt, wie sie ihre Tiere behandelt – dann ist das Bild einer ‚trophäigen Strecke’ das schaurige Dokument eines die Zukunft ignorierenden Wegsehens.
 
©Joachim Rohlfing

2. „Steigende Strecke einzelner Arten“


L E S E R B R I E F

 Artikel „Steigende Strecke einzelner Arten“ im MT am 03.05.2005

Beim Lesen des genannten Artikels ist mir – wie kann es anders sein – das deutsche Liedgut eingefallen, das vom Jäger singt, der sein Wild daher schießt, gleich wie es ihm gefällt. Der Waidmann als ehrbarer Zunftenträger – so hat er sich schon immer angesellt. Mit Gästen aus Kommunal- und auch Bundespolitik. Die Rede ist vom tierschutzgerechten Erlegen des Wildes, von erforderlichen Schießständen und deren guter Belegung durch Jäger, dem Ausbau der Stände, die sehr wichtig seien, von Streckenergebnissen, Gehörnschau und so weiter.

Worum geht’s ?  Auf den Punkt gebracht um nichts anderes als legalisierten Tiermord im lodengrünen Mantel – aus der Geschichte heraus mit Hege und Pflege der Population des Freiwildes gerechtfertigt und  sogar von ‚Moralinstitutionen’ wie z.B. der katholischen Kirche, abgesegnet ist. Die Individualdominanz von Menschen über Tiere als bedingungslos verfügbare Untertanen, als Dinge, die rechtskräftig ‚zur Strecke’ gebracht werden dürfen, ja in den Augen der Menschen, die das tun, aus genannter Argumentation heraus sogar müssen. Rechtfertigungen für so ein Verhalten zeugen schon von einem recht abgekochten Seelenleben. Ohne mit der Wimper zu zucken und dann mit stolzgeschwellter Brust hinter oder neben in Reihe(n) gelegten, vorsätzlich und ‚tierschutzgerecht’ getöteten Tierkörpern ( Strecke ) nach getanem Waidwerk zu posieren, ist nach meinem ethischen Empfinden eine eiskalte Ignoranz des Schöpfers der Tier- und auch der Menschenwelt. (Das wäre ein realistisches Foto gewesen.) Wen wundert es da, dass Tiermörder sich auf moralisch sicherer Seite wähnen, wenn menschliche Autoritäten und Instanzen wie z.B. Papst Johannes Paul II. sogar die Vivisektion (Tierversuche) ‚humankonform’ interpretieren.

Genau da liegt der Grund für den alten Grabenkampf zwischen vertretbarem Tierschutz im wörtlichen und lebensbejahenden Sinne und dessen zurechtgekneteter Auslegung der Befürworter des Rechts auf das Töten unbeseelter Dinge. Und damit sind Tiere gemeint. Da Töten auch Entseelen bedeutet bzw. zur Folge hat, sind Tiere also Lebewesen und keine Dinge. Solange dieses ‚Berserkertum’ der Tierwelt gegenüber  weitergeht, wird diesem Planeten eine Befriedung mit eiskaltem Kalkül vorenthalten. Denn wo bewusst getötet wird, da folgt seelische Verrohung, deren enthemmende Auswüchse sich im Verhalten der Menschen untereinander bereits auf der ersten Zeitungsseite wieder finden. Da schließen sich die Kreise, und da muss neu angesetzt werden, wenn die Dominanz und in dessen Schlepptau die Ignoranz schwächeren Existenzen gegenüber, völlig egal ob Tier oder Mensch, verschwinden oder zumindest abnehmen soll. Offensichtlich wird das nur einigermaßen funktionieren, wenn die richterliche Gewalt eines guten Tages ein Urteil ‚verbellt’, das den Tiermord in der Kategorie Menschenmord ansiedelt. Dann finden solche Hauptversammlungen folgerichtig mit friedlicheren Themen und ohne ‚Schmauchspuren’ statt.

©Joachim Rohlfing

1. „ Braten ohne Gewissensbisse “…


L E S E R B R I E F

Betr.: Leserbrief zum Artikel „ Braten ohne Gewissensbisse “ ( MT vom  01.12.2004 )

Beim Lesen des im Betreff genannten Leserbriefes lief es mir eiskalt den ‚Menschenrücken‘ herunter. Der Verfasser spricht von einer `Treibjagd´ , als sei das eine der natürlichsten Selbstverständlichkeiten. Die Treibjagd ist eine Jagd, bei der das Wild in Richtung auf die Jäger getrieben wird. Stimmt der Abstand, darf zur ‚Strecke‘ gebracht werden. Das ist praktische Waidmannsethik. Brutaler und eiskalter geht es wohl kaum.

Bei dem treibgejagten Wild handelt es sich nicht um Scheiben oder sonstige Abbildungen, sondern um in Panik um ihr Leben laufende Tiere, denen ihr ‚Erschießungskommando‘ bereits auflauert! Darin sehe ich die Parallele zur Aussage des Gemäldes „Die Erschießung der Aufständischen“ von Francisco de Goya.

Der Verfasser schreibt, dass es letztlich keine Rolle spielt, ‚ob ein Tier von einem Metzger geschlachtet oder von einem Jäger erlegt wurde‘. Wie muss man drauf sein, um die Lebensberechtigung von beseelten, fühlenden Lebewesen derart zu ignorieren? 

Wenn die Würde des Menschen unantastbar ist, dann ist die Würde des Tieres … unfassbar …!

Tausende von Tonnen Wildbret ‚müssen‘ importiert werden, um den hohen Weihnachtsbedarf zu decken. Dann leistet die Jägerschaft also einen Beitrag zur Verringerung der Importkosten? Das Blut und die Kadaver einer „Strecke“ als gemeinnützige Notwendigkeit..? 

Der ’schmackhafte Rehrücken‘ als Weihnachtsbraten  –  waidmännischer Tierschutz, den Jäger auch Bestandsschutz nennen. Die pflegerische Reduktion zahlenmäßig zu hoch gewordener Wildpopulationen als Rechtfertigung für Treibjagden, Einzelabschüsse usw..

Ein wirklich konsequenter, vertretbarer Standpunkt des Tierschutzes ist wohl dann erst zu gewinnen, wenn die Menschheit (incl. Jäger) sich dazu entschließen wird, das Töten und Essen der Tiere aufzugeben. Die Tiere sind kein Rohstoff, keine Lebensmittel für uns Menschen. Ich sehe in den Tieren unsere älteren Schwestern und Brüder. Der Schöpfer hatte sie (gem.Bibel) schon vor den Menschen kreiert und nicht als Nahrung für diesen vorgesehen (Genesis 1:29). Warum wird diese klare Ansage ignoriert ?  Ich sehe meine Denkweise in der Aussage Leonardo da Vincis bestätigt, der bereits im 15. Jahrhundert eine Zeit voraussagte, in der die Tiermörder mit gleichen Augen betrachtet werden wie jetzt die Menschenmörder. 

Solange es Treibjagden, auf Distanz zum Konsumenten gehaltene Schlachthäuser und dergleichen gibt, werden wie ich oder ähnlich denkende Menschen noch etwas warten müssen. ( Und es werden immer mehr …!)

©Joachim Rohlfing

Jagd.. der entlarvte Irrsinn… Hunt… the unmasked madness…


Deutsch

Erinnerung an meinen Text vom Dezember 2016, zu dem ich heute inhaltlich genauso stehe, weil er zeitlos erscheint:

Auch heute noch gilt das vom Reichsjägermeister Hermann Göring 1934 novellierte „Reichsjagdgesetz”. Das ist keine Historiendoku und auch kein virtuelles Ballerspiel, sondern ein Beweis für heute immer noch existierendes Herrendenken. Hege und Pflege sind schließlich notwendig, heißt es. Ist sie in der Form aber nicht ! Ein Regulieren der Tierpopulation durch den Menschen ist der fatale Irrtum dieser Denk- und Handelnsweise. Die Natur braucht keine festgelegte Arithmetik der Menschen. Natürlich stellen sich dabei die jugendlichen Wildtiere ganz tierpatriotisch und einsichtig bei einer Jagd dem Jäger zum Abschuss, um der Spezies Mensch nicht überzählig zur Last zu fallen und in der Hoffnung auf ein fehlerfrei geblasenes ,Halali´ danach. Als stolze Quotenopfer. Unverständlich, dass sich die Gesellschaft immer noch von diesem entlarvten Irrsinn die Dunkelbrille aufdrücken lässt, ohne endlich zu realisieren, dass da eine Minderheit ihre Seelenabgründe auslebt und diese schwammig auf einem Niveau präsentiert, das sich ins falsche Jahrhundert verirrt hat. Das Wegsehen muss aufhören und das widerliche Jagdgesetz mitsamt seiner postfaktischen, ‚marlborohaften’ Neandertalromantik vom Gesetzgeber ersatzlos gestrichen werden. Die Bezeichnung der Jagdtätigkeit als Arbeit verdeutlicht den Versuch, das Töten überzähligen, also ‚unwerten‘ Lebens, salonfähig zu halten. Mit der Abschaffung der Todesstrafe für Menschen in diesem Lande hatte sich die Arbeitstätigkeit der Henkerschaft miterledigt. Für Tiere existiert sie mitsamt der vollstreckenden (Jagd-)Zunft immer noch. Wie lange wollen sich Entscheidungsträger dieses geistige Armutszeugnis noch ausstellen? Offensichtlich wird das nur einigermaßen funktionieren, wenn die richterliche Gewalt eines guten Tages ein Urteil ‚verbellt’, das den Tiermord in der Kategorie Menschenmord ansiedelt. Welcher auch nur halbwegs ethisch sensibilisierte Mensch ist freiwillig bereit, sich von solchen Seelenfängern in die erst später realisierten Abgründe seiner Seele führen zu lassen, die für ihn längst als überwunden galten ? Der Jäger ist stolz bereit, sie wieder weit zu öffnen, ohne sich offensichtlich der Tatsache bewusst zu sein, immer noch mit einem Bein im Neandertal zu stehen. Der Blick nach vorne über den Gewehrlauf kann auch einer in den Rückspiegel sein …

English

A reminder of my text from December 2016, which I stand by in terms of content because it seems timeless.

Even today the „Reich Hunting Law“ amended by the Reich Hunting Master Hermann Göring in 1934 is still valid. This is neither a history documentary nor a virtual shooting game, but rather proof of the master thinking that still exists today. After all, care and maintenance are necessary, they say. But it is not in this form ! A regulation of the animal population by humans is the fatal error of this way of thinking and acting. Nature does not need a fixed arithmetic of humans. Of course, the young wild animals are very animal patriotic and insightful when they are hunting to shoot the hunter in order not to be a burden to the human species and in the hope of a flawlessly blown ‚Halali‘ afterwards. As proud quota victims. It is incomprehensible that society still lets this exposed insanity push on its dark glasses without finally realizing that there is a minority living out its soul abysses and presenting them spongy on a level that has strayed into the wrong century. The looking away must stop and the disgusting hunting law with its postfactual, ‚Marlboro like‘ Neanderthal romanticism must be deleted by the legislator without replacement. The description of hunting as work illustrates the attempt to keep the killing of supernumerary, i.e. ‚unworthy‘ life acceptable. With the abolition of the death penalty for people in this country, the work activity of the executioners had also been abolished. For animals it still exists, together with the executing (hunting) guild. How much longer do decision-makers want to expose themselves to this intellectual poverty? Obviously, this will only work to a certain extent if the judiciary ‚barks‘ a verdict one good day that places animal murder in the category of human murder. Which human being, even if only halfway ethically sensitized, is voluntarily prepared to be led by such soul catchers into the abysses of his soul, which were only realized later and which were considered to be overcome by him long ago ? The hunter is proudly prepared to open them wide again, without obviously being aware of the fact that he still has one foot in the Neander valley. The view forward over the rifle barrel can also be one into the rear-view mirror …

Der wilde Jäger… The wild hunter…


Deutsch

Warum als Headerbild Heinrich Hoffmanns ‚Die Geschichte vom wilden Jäger‘ ? Die dargestellte Szenerie ist so bezeichnend und den jagenden Menschen entlarvend, dass der Text dazu das Tüpfelchen auf dem ‚i‘ ist.

Was ich in zwanzig Leserbriefen in der hiesigen Zeitung versucht habe, darzustellen, haben Hoffmann (und W.Busch) in eindeutigen Karikaturen aus meiner Sicht genial auf den Punkt gebracht – auf jeweils einem ‚Blatt‘. Hoffmann noch spezieller als Busch. Bewundernswert.

English

Why as header picture Heinrich Hoffmann’s ‚The story of the wild hunter‘ ? The scenery is so telling and exposing the hunter that the text is the icing on the cake.

What I have tried to describe in twenty letters to the editor in the local newspaper, Hoffmann (and W. Busch) have, in my view, ingeniously summarized in clear caricatures – each on one ‚page‘. Hoffmann even more special than Busch. Admirable.

Das ‚Grüne Abitur’… The Green A-levels… (d/e)


Deutsch

Das Thema ‚Jagd‘ (oder die Unsitte) beschäftigt mich seit Jahrzehnten. Eigentlich sah ich es nach 20 Leserbriefen in den hiesigen Tageszeitungen (‚Mindener Tageblatt‘ und ‚Schaumburger Zeitung‘) schon eher als ‚Hornberger Schießen‘ an, mich weiter an dem Thema abzuarbeiten.

Im Mindener Tageblatt las ich am 10.02.2020 den Artikel: >Waidmannsheil und Halali: Lernen für den Jagdschein<. Mein Kommentar dazu wird hier ‚gebloggt‘ und nicht ‚geleserbrieft‘.

Jagdschein als ‘Grünes Abitur’? Das kann eine Beleidigung für den Menschen sein, der eine Hochschulreife in der Tasche hat! Für den Jagdschein braucht man einen IQ, gemessen an der Außentemperatur und zwar in Celsius und nicht in Fahrenheit.

Die Tricks der Jägerschaft zur Verharmlosung ihrer Freude am Töten werden immer dann offenkundig. wenn es um die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen (und Erwachsenen) geht. Dann gibt es öffentlichkeitswirksam Versuche, bildungsnah zu wirken und zu beeindrucken. Wer die Fassade zur Seite schiebt, muss sich nicht darüber wundern, ins Leere zu schauen. Wenn ‚Bildung’ Einbildung ist …

Oder umgekehrt: Ethik und/oder Achtung vor dem Leben braucht keine dafür zwingend notwendige Bildung, sondern ’nur‘ die Einbildung, dass es bildende Ethik wirklich gibt. Dann wird aus Celsius Fahrenheit. 

Es ist Zeit, den Mordfrevel der mit scharf geladenen Waffen auf Hochsitzen oder durch Wald und Feld streifenden, jagenden Menschen ihre Knarren und Aufbrechmesser aus den Händen zu nehmen … legislativ per Stornierung des Jagdgesetzes und in der Folge exekutiv.

Jagd und Natur- und Artenschutz ist ein Widerspruch in sich…

struww411.jpg
Bild :Heinrich Hoffmann ‚Der Struwwelpeter‘

English

The subject of ‚hunting‘ (or the bad habit) has occupied me for decades. Actually, after 20 letters to the editor in the local newspapers (‚Mindener Tageblatt‘ and ‚Schaumburger Zeitung‘), I thought it would be more like ‚Hornberger Schießen‘ to continue working on the topic.

In the Mindener Tageblatt I read the article on 10.02.2020: >Waidmannsheil and Halali: Learning for the hunting license<. My comment will be ‚blogged‘ here and not ‚read‘.

Hunting license as ‚green high school diploma‘? That can be an insult to the person who has a university entrance qualification in his pocket! For the hunting license you need an IQ measured by the outside temperature and in Celsius and not in Fahrenheit.

The tricks used by hunters to trivialise their joy of killing are always obvious when it comes to recruiting children and young people (and adults). Then there are publicly effective attempts to have an educational effect and to impress. Whoever pushes the facade to the side does not have to wonder about looking into the void. If ‚education‘ is imagination …

Or vice versa: ethics and/or respect for life does not need any education that is absolutely necessary for it, but only the imagination that educational ethics really exist. Then Celsius becomes Fahrenheit.

It is time to take the murderous outrage of the people hunting with sharply loaded guns on high seats or roaming through woods and fields, their guns and break open knives from their hands … legislative by cancellation of the hunting law and subsequently executive.

Hunting and nature and species conservation is a contradiction in terms…

 

Naturschützer…Das wartet auf Sie …


Kommentar zur ganzseitigen Anzeige des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen e.V. im Mindener Tageblatt vom 15.09.2018 : „Naturschützer gleich welchen Geschlechts“

Das Thema ‚Jagd‘ (oder die Unsitte) beschäftigt mich seit Jahrzehnten. Eigentlich sah ich es nach ca. 20 (hier geposteten) Leserbriefen in den hiesigen Tageszeitungen (‚Mindener Tageblatt‘ und ‚Schaumburger Zeitung‘) schon eher als ‚Hornberger Schießen‘ an, mich weiter an dem Thema abzuarbeiten. Nicht mangels Resonanz; auch nicht wegen der zum Teil üblen Beschimpfungen und Drohungen (…“wenn es bei dir klingelt, du die Tür aufmachst und dann in ein Doppelrohr siehst…!“), nein … weil es nach wie vor gesetzmäßig zulässig ist, Lebewesen zu hetzen und hinterrücks oder von vorne oder wie auch immer, zu entseelen, sprich zu töten …oder deutlicher – zu ermorden. Natürlich offiziell im Sinne der Allgemeinheit und des Naturschutzes, was schon im Konsens ein Widerspruch in sich ist oder so gesehen werden kann. ohne es zu postulieren.

Die eingangs genannte, ganzseitige Anzeige zeigt allerdings, dass das lebensverachtende, vom Bundesjagdgesetz  {von Hermann Meier (Göring) novelliert} abgesegnete Treiben der jagenden Menschen auch in der Öffentlichkeitsarbeit keine Kosten scheut, die Verharmlosung des Tötens mit einem Schleier zu umhüllen, an dem der Button ‚Naturschützer‘ haftet.

Unter den Voraussetzungen (‚Das bringen Sie mit‘) werden 17 Punkte aufgeführt, die ein/e ehrenamtliche/r Bewerber/in erfüllen sollte. Diese führe ich hier nicht detailliert auf, um nicht auch noch des Plagiates beschuldigt zu werden. Hier nur einige Punkte in Kürze: Kenntnis der heimischen Tierarten, Artenschutz, Land-u.Forstwirtschaft, sehr starkes Einfühlungsvermögen im Umgang mit Hunden, Fleischhygiene, Waffenrecht, sichere Waffenhandhabung, Leistungsbereitschaft bei Tag und bei Nacht, früh aufzustehen, Natur-u. Umweltpädagogik, Ausrüstung auf eigene Kosten und ehrenamtliches Engagement.

Unter ‚Dass wartet auf Sie‘ sind 4 Punkte aufgeführt, deren Bezeichnungen hier keinen Diebstahl geistigen Eigentums darstellen:  Herrliche Natur, tolle Aussicht, frische Luft, starke Gemeinschaft. 

Und abschließend folgt dann der Hinweis, das Interessierte sich zum staatlich geprüften Jäger/ zur staatlich geprüften Jägerin ausbilden lassen können. Letzteres ist äußerst interessant, da zunehmend Menschen weiblichen Geschlechts der Jägerschaft beitreten.

Nun, da stellt sich die Frage, wer damit angesprochen werden soll? Oder… schon die Widersprüche aus den Anforderungen sollten einen ‚fühlenden‘ Menschen nachdenklich machen: Z.B. Sicherheit in der Waffenhandhabung und Natur- und Umweltpädagogik. –

Gelockt wird mit dem Jagdschein (staatlich geprüfter Jäger/in/divers). Mit den Anforderungen dazu habe ich mich vor einigen Jahren eingehend befasst und musste danach feststellen, dass es keiner besonders intelligenten Entsprechungen bedarf, um einen solchen Jagdschein zu erwerben. Das thematisierte ich in einem Leserbrief, worauf mir in einem Anruf gesagt wurde, was ich eingangs schrieb (… wenn es bei dir klingelt…….).

Und nun konkret:                                                                                                                              Die Jagd ist ein Überbleibsel aus längst vergangen geglaubten Zeiten des Herrschaftsdenkens über die Natur und der Mitgeschöpfe des Menschen. Tiere werden als seelenlose ‚Sachen‘ und Gegenstände betrachtet und selektiert und .. um die Perversion noch höher anzusetzen – deren ehemals beseelte Körperteile zur Nahrung aufbereitet. Der Evolutionstheorie Darwins folgend haben alle Arten einen Ursprung. Dann wäre der Konsum von Tierkörperteilen Kannibalismus. (Ich esse nichts, was eine Mutter, einen Vater, ein Gesicht, einen Blutkreislauf, ein zentrales Nervensystem und beseelt ist oder war). Das ist hart aber konsequent gedacht. Oder sinngemäß nach Leonardo da Vinci: Es wird eine Zeit kommen, in der der Tiermord dem Menschenmord gleichgestellt wird…..! Also war ihm klar, dass Tiere beseelte Individuen sind und sowohl Leid, Schmerz und Freude empfinden, wie der Mensch, der sich für die Krone der Schöpfung hält. –

Welcher jagende Mensch will sich mit der Geisteskraft da Vincis messen? (Unabhängig davon, dass der auch Kriegsmaschinen konstruierte). Das war im 15. Jahrhundert. Wir sind im 21. Jahrhundert… –

Immer und immer wieder habe (nicht nur) ich gefordert, den lebensverachtenden Irrsinn der Jagd und das diese erlaubende Jagdgesetz abzuschaffen.

Es ist Zeit!

Es ist Zeit, den Mordfrevel der mit scharf geladenen Waffen durch Wald und Feld streifenden, jagenden Menschen ihre Knarren und Aufbrechmesser aus den Händen zu nehmen … legislativ per Stornierung des Jagdgesetzes und in der Folge exekutiv.

Jagd und Natur- und Artenschutz ist ein Widerspruch in sich…

Der Strahlemann …


 

Unabhänghig vom Wahlergebnis in Nordrhein-Westfalen erfuhr ich heute aus den Medien, dass ein (noch) Landespolitker einem ‚Interesse‘ folgt, das mir die Bestätigung gab, diesen nicht gewählt zu haben. Als sehr deutlicher Gegner des Jagdfrevels standen mir sämtliche (verbliebenen) Haare im rechten Winkel ab. Die Rede ist hier vom Parteivorsitzenden der ‚Freien Demokratischen Partei‘ FDP, Christian Lindner.  Das hier ist kein Zusammenwürfeln von Politik und privaten Interessen und kein ‚an-den-Pranger-Stellen‘, sondern einfach nur eine Feststellung.

geschichte-vom-wilden-jc3a4ger-1.jpg
Bild :Heinrich Hoffmann ‚Der Struwwelpeter‘

Ein junger, intelligenter Mensch identifiziert sich deutlich mit einer Tätigkeit, die den kalkulierten und vorsätzlich herbeigeführten Tod von beseelten Lebewesen nicht nur in Kauf nimmt, sondern  als Handlungsziel ausweist : die Jagd.

Der benannte Mensch macht den Jagdschein – das ist die konkrete Aussage. Über die charakterlichen Voraussetzungen für die Ausübung der Jagd habe ich in zwanzig Leserbriefen in hier ansässigen Zeitungen ausgiebig Stellung bezogen und sowohl wunderbaren Zuspruch als auch Beschimpfungen der übelsten Art und sogar Morddrohungen ‚erhalten‘. Für was? Hier stelle ich noch einmal klar heraus, dass ein Bürger in diesem Lande, der eine gegenteilige Meinung vertritt und lebt, Zielscheibe solcher Anmache sein oder werden kann, wenn er das Prinzip des ‚Lebens‘ nicht nur auf seine eigene Spezies bezieht, sondern auf das Leben allgemein – natürlich mit Ausnahmen wie Notwehr und Gefahr für das eigene Leben oder Hilfeleistung für Mitmenschen im engsten Sinne.

Das der Seelenpoker der Jagdtätigkeit für Mensch und Tier einfach ignoriert wird, ist eine Verdeutlichung des Herrschaftsdenkens noch in diesem Jahrhundert. Jagd ist die faktisch nicht zu leugnende Machtausübung bis in die letzte Konsequenz : Töten.

Politiker, Volksvertreter mit einer derartigen, seelischen  Grundeinstellung zaubern eine merkwürdige ‚Skepsis‘ -nicht nur- unter die Haut.

Ich poste das hier, weil nach meiner Einschätzung Toleranz und Wegsehen direkt an ihre Grenzen stoßen, wenn es um Leid und Tod geht ! —

Deshalb -wie immer- die Forderung nach der Abschaffung des Jagsgesetzes, einem Überbleibsel aus der dunkelsten Geschichte Deutschlands ! —

Auch ‚Strahlemänner‘ haben dunkle Seiten …

 

.

 

Leserbrief an die Schaumburger Zeitung…


Ein mir geistig sehr verbundener Mensch bat mich, zu dem in der Folge genannten Artikel in der Schaumburger Zeitung einen Leserbrief zu schreiben. Dieser Bitte bin ich gefolgt und habe den unten stehenden Text verfasst. Nun stellt sich und bleibt die Frage, ob die Redaktion der Zeitung den Text so annimmt. Die ultralangen Erfahrungen damit sagen mir, dass das nicht unbedingt so sein muss, trotz der in diesem Lande existierenden Meinungsfreiheit. Richtig ist, dass Inhalt und Aussagen nicht unprovokant sind, doch … es geht dabei nicht um ‚hahahihi‘, sondern um die liederlichste Verhaltensweise, zu der Menschen –ohne Not und Notwendigkeit zur Selbsterhaltung– in der Lage sind : Killen. Natürlich würde ich lieber über Federbausche und Knuddeln schreiben … ok, vielfältiges Denken heißt, dass das Eine das Andere nicht ausschließt. Dann ist alles richtig gewürzt …

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrem Artikel v. 06.12.2016 „Wildbestand soll verringert werden“ schicke ich Ihnen anhängend meinen Leserbrief mit der Bitte um ungekürzte Veröffentlichung. Der Text steht parallel exakt so in/auf meinem Blog „Joachim Rohlfings SiteBlog“ https://jrohlfing.wordpress.com/

Mit Dank im Voraus verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Joachim Rohlfng

Text des Leserbriefes :

Schon die Devise : Jugend vor Gewicht (!) entlarvt eine lupenreine und lebensfeindliche Selektion. Auch heute noch gilt das vom Reichsjägermeister Hermann Göring 1934 novellierte „Reichsjagdgesetz”. Das ist keine Historiendoku und auch kein virtuelles Ballerspiel, sondern ein Beweis für heute immer noch existierendes Herrendenken. Hege und Pflege sind schließlich notwendig. Ist sie eben in der Form aber nicht ! Ein Regulieren der Tierpopulation durch den Menschen ist der fatale Irrtum dieser Denk- und Handelnsweise. Die Natur braucht keine festgelegte Arithmetik der Menschen. Natürlich stellen sich dabei die jugendlichen Wildtiere ganz tierpatriotisch und einsichtig bei einer Jagd dem Jäger zum Abschuss, um der Spezies Mensch nicht überzählig zur Last zu fallen und in der Hoffnung auf ein fehlerfrei geblasenes ,Halali´ danach. Als stolze Quotenopfer. Unverständlich, dass sich die Gesellschaft immer noch von diesem entlarvten Irrsinn die Dunkelbrille aufdrücken lässt, ohne endlich zu realisieren, dass da eine Minderheit ihre Seelenabgründe auslebt und diese schwammig auf einem Niveau präsentiert, das sich ins falsche Jahrhundert verirrt hat. Das Wegsehen muss aufhören und das widerliche Jagdgesetz mitsamt seiner postfaktischen, ‚marlborohaften’ Neandertalromantik vom Gesetzgeber ersatzlos gestrichen werden. Die Bezeichnung der Jagdtätigkeit als Arbeit verdeutlicht den Versuch, das Töten überzähligen, also unwerten Lebens, salonfähig zu halten. Mit der Abschaffung der Todesstrafe für Menschen in diesem Lande hatte sich die Arbeitstätigkeit der Henkerschaft miterledigt. Für Tiere existiert sie mitsamt der vollstreckenden Zunft immer noch. Wie lange wollen sich Entscheidungsträger dieses geistige Armutszeugnis noch ausstellen? Offensichtlich wird das nur einigermaßen funktionieren, wenn die richterliche Gewalt eines guten Tages ein Urteil ‚verbellt’, das den Tiermord in der Kategorie Menschenmord ansiedelt. Welcher auch nur halbwegs ethisch sensibilisierte Mensch ist freiwillig bereit, sich von solchen Seelenfängern in die erst später realisierten Abgründe seiner Seele führen zu lassen, die für ihn längst als überwunden galten ? Der Jäger ist stolz bereit, sie wieder weit zu öffnen, ohne sich offensichtlich der Tatsache bewusst zu sein, immer noch mit einem Bein im Neandertal zu stehen. Der Blick nach vorne über den Gewehrlauf kann auch einer in den Rückspiegel sein …

Die Jagd ist das große Hobby ……


Artikel im Mindener Tageblatt v. 19.03.2016, Seite 3

> Die Jagd ist das große Hobby von A… Schä………..<

(Der Name wird hier bewusst nicht ausgeschrieben !)

 

Nach zwanzig Leserbriefen zum Thema ‚Jagd‘ (hier im Blog nchzulesen) sehe ich mich nicht mehr veranlasst, mich einer weiteren Schimpftirade auszusetzen. (Ich knicke trotzdem nicht ein !!) Es ist wie das ‚Hornberger Schießen‘ …  Vielmehr dazu hier im Blog noch ein paar Zeilen :

Dem Artikel ist zu entnehmen, dass Frauen vermehrt ein ‚Hobby‘ geradezu entdecken : die Jagd. Die Ruhe und Verbundenheit mit ihrem Hund in der Natur, also Wald und Feld. Das Schießen nur von wildlebenden Tieren, die sie dann selber zum Verzehr zubereiten und essen. Die Idylle …

Enerseits mit dem geliebten Hund und weiteren Haustieren in gelebter Harmonie leben und anderenseits wildlebende Tiere abschießen oder treffend deutlicher gesagt, ermorden .. wird nicht als Widerspruch wahrgenommen, sondern als bestenfalls ’notwendiges Übel‘.  Also Übel … Da wird dieser Urtrieb in den menschlichen Genen sauber eingepackt in bunte Gefühlsduselei. Natürlich auf Kosten des Freiwildes im wahrsten Sinne des Wortes. Abgesichert und damit auf rechtlicher Grundlage des deutschen Jagdgesetzes; immer noch basierend auf den Wahnvorstellungen des Reichsjägermeisters und Naziverbrechers Hermann Göring (oder wollte der nicht ‚Meier‘ heißen, wenn eine deutsche Stadt bombadiert würde … ?) Also ist auch hier die Verpackung deutlicher herausgestellt als der Inhalt, der mit dem Verb ‚töten‘ zu beschreiben ist.

struww411.jpg
Bild :Heinrich Hoffmann ‚Der Struwwelpeter‘

Ruhe und Entspannung findet man in Wald und Feld auch ohne scharf geladenem Gewehr und gnadenloser Hinterlist gegenüber Lebewesen, die nicht waffentechnisch gleichwertig ausgerüstet sind. Statt Gewehr ein Fernrohr und|oder eine Kamera … dann bleibt das Umfeld und die eigene Seele friedlich und ein konjunktiver Seelenpoker mit entsprechender Schuldfrage ergibt sich gar nicht erst.

Eine Gesellschaft ‚evolutioniert‘ sich erst dann konsequent nachhaltig, wenn sie sich von den übelsten, ja rudimentären Sitten und Gebräuche verabschiedet. Rückschluss : Genau dazu gehört die Jagd. Der Entzug der gesetzlichen Legitimation wäre so ein Schritt.  Ein kurzer Satz in einem recht unbedeutenden Blog … aber einer in Richtung einer friedlicheren Gesellschaft, in der derart niedere ‚Triebe‘ keine Chance mehr haben. Das wäre ein wahrhaft großer Schritt für die Mensch- und Tierheit  …  und eine Illusion.

 

 

 

 

Gedicht ‚Jäger‘


Dieses Gedicht ist eine ‚Hommage‘ an den Artikel ‚Die Anwälte der Tiere‘ im Mindener Tageblatt v. 05. Februar 2016. Zwanzig Leserbriefe zu dem Thema ‚Jagd‘ sind von mir in der genannten -und von mir sehr geschätzten- Zeitung bislang erschienen und in diesem Blog erneut veröffentlicht.  Heute resümiert bleibt die Erkenntnis, dass der von der Jägerschaft ausgelebte ‚Seelenkitzel‘ samt Dominanzgehabe aus Herrschaftszeiten genetisch verankert sein muss. Immer noch. Einen weiteren Leserbrief zu dem provokanten Titel des oben genannen Artikels ‚rauszuhauen, ist wie das ‚Hornberger Schießen‘. Hier im Blog ist es das allerdings nicht ! Deshalb für interessierte Leser das folgende Gedicht :

Zitat (eigen) :   Jagd und Tierschutz sind ein Widerspruch in sich.

Jäger

Das deutsche Liedgut singt vom Jäger

der schießt sein Wild wie’s ihm gefällt

als Waidmanns ehrig Zunftenträger

hat immer sich so angesellt

er liebt die Pirsch, das Angesitze

auf überzählig Wildbestand

ist da so Freilands Hegefritze

der keine andre Lösung fand

ob Hase, Wildschwein oder Reh

sitzt freudig an in der Natur

ob Hochsitz oder Büsches Speh

will er den Schuss, die Flinte pur

lässt treiben Freiwild auf sich zu

entspannter Freizeithochgenuss

zieht aus der wilden Tiere Schuh

aus Hinterhalt mit Hegeschuss

der geht gezielt in seine Seele

hält offen tiergemordet Kerbholz

geschichtgerechte Tötbefehle

ist rechtgefertigt Mordesstolz

manch Schmatzer würd vergehn der Schmaus

wenn er müsst töten Tier zur Speis

dem Jäger macht das gar nichts aus

er macht das selber zum Beweis

das abgekocht sein Seelenleben

als Herrscher über Leben thront

dem Wild das Aufbrechmesser geben

dann hat die Strecke sich gelohnt

er wird die Welt nicht mehr verstehn

wenn eines Tags ein Richter bellt

das Tiermord ist wie Menschenmord

den Vorsatz auch noch unterstellt

dann bist du dran du Jägersmann

und Tieresseelen klatschen

die Flinte nützt dir gar nichts dann

kannst Hegering im Kopf belatschen

wie schön die Zeiten damals waren

als Tiere waren vogelfrei

bist dir juristisch nun im Klaren

dass Schluss ist mit der Barbarei

Ein solcher Traum, wie kann es sein

ist eine Wunderblase

sie schwebt dahin, fragil und fein

ein blumig transparenter Hase

Korrektur des eingereichten Leserbriefes


Wie fast immer in den letzten Jahren werde ich von der Redaktion des MT bewogen, Änderungen an Formulierungen eines eingereichten Leserbrief-Manuskriptes vorzunehmen, wenn ich den Text veröffentlicht sehen möchte. Ja sicher möchte ich das. Deswegen wird ein Text ja eingereicht. Im aktuellen Fall wirft man mir vor, Jäger mit Naziverbrecher moralisch auf eine Stufe zu stellen. Andersherum gesehen weist mich der Redakteur mit seinem Einwand freundlich darauf hin, dass da Ungemach drohen könnte. Angenommen. Fakt ist und bleibt aber immer noch, dass das 1934 vom Reichsjägermeister und Naziverbrecher Hermann Göring novellierte Jagdgesetz in den jagdlichen Aussagen dem immer noch aktuellen Bundes- und Landesjagdgesetz entspricht. Auf dessen Grundlage wird weiterhin in Wald und Feld getötet, was die Flinten so vor sich haben. Natürlich nach dem jagdlichen Regelwerk. Das christliche 5. Gebot sagt ja nicht, dass das auch für andere Lebewesen gilt, die in Freiheit leben und ein Recht darauf haben. Am Heiligabend sitzt man dann brav in der Kirche und singt ‚Süßer die Glocken nie klingen ..‘ oder so ähnlich. Das ist eine zusammengeschusterte ‚Antilogik‘ oder … die Quadratur des irrenden Sinnes. 

Kurzum : Ich habe den Text überarbeitet, heikle Stellen herausgenommen und so umgebastelt, dass meine Aussagen nicht verwaschen. ‚Ungemach‘ hatte ich bereits diverse Male, auch auf nicht mehr verstehbare Art und Weise. 

Meine moralischen Leitsätze orientieren sich am Erhalt des Lebens und an der Vermeidung von Leid und Tod und nicht daran, mit welcher Waffe und welcher Munition ich welche Lebewesen zur Strecke bringen kann .

( Der ursprüngliche Text ist im vorherigen Beitrag in dieser Kategorie zu lesen )

Hier der überarbeitete Text :  (Ob der so durchgeht, bleibt abzuwarten).

Glückwunsch an die Jägerschaft. Sie haben es auf die Seite 3 des Mindener Tageblattes geschafft. Eine Minderheit in dieser Gesellschaft, die es immer wieder schafft, den wahren Charakter ihres Anliegens und Handelns so zu verpacken, dass der Dschinn (Flaschengeist)  bei öffentlichkeitswirksamen Auftritten in der Flasche gehalten und erst dann nur kurz herausgelassen wird, wenn man unter sich ist und/oder mit einer Jagdwaffe das veranstalten kann, was das Jagdwesen ausmacht : Töten. Eigentlich völlig klar, dass die Jägerschaft durch eine Novellierung des NRW-Landesjagdgesetzes wie eine aufgescheuchte Entenschar nach dem Knall eines Schusses wirkt. Die Anpassung dieses Gesetzes sollte als Anfang eines noch langen Weges bis zu dessen -hoffentlich baldigen- Abschaffung gesehen werden.

Und da begründet der jagende Mensch seine Ablehnung einer Novellierung damit, dass sie ‚ideologisch motiviert’ sei. Natürlich basiert ‚ihr’ bestehendes Gesetz auf keiner Ideologie, wenn man Geschichte komplett ignoriert und früher sowieso alles besser war. Das wäre ein Widerspruch in sich. Nicht vergessen : Die Kernaussagen des Jagdgesetzes fußen weiterhin auf einer ausgehalfterten Ideologie und blanker Empathielosigkeit. Ziemlich dreist und aus der Sicht geradezu peinlich, denen ideologische Motivation anzukreiden, die versuchen, sich Schritt für Schritt aus den alten Klammern zu lösen.

Es ist erstaunlich, dass sich gegen die Formulierung, dass die Jagd nur noch ‚aus vernünftigem Grund’ zugelassen werden soll, Sturm gelaufen wird. Dann gab es bislang also nicht unbedingt vernünftige Gründe ? Eine wirklich menschliche Erkenntnis !

Die gesetzlich legitimierte Jagd ist im 21. Jahrhundert eine gesellschafliche Altlast, deren Entsorgung samt Ort eine bislang in Nebel gehüllte, politische Herausforderung ist.

Leserbrief zum MT-Artikel „Bleifrei und mit Schießnachweis“ v. 31.10.2014


Es geht um die Novellierung des NRW-Landesjagdgesetzes, gegen die die Jägerschaft Sturm läuft, weil z.B. eine Formulierung, dass die Jagd nur noch „aus vernünftigem Grund“ zugelassen wird, darin stehen soll. Das schränkt natürlich ihren Bewegungsspielraum erheblich ein, weil die Formulierung naturgemäß dehnbar ausgelegt werden kann.  

Nachfolgend mein Statement dazu, dass heute (01.11.2014) per mail dem Mindener Tageblatt zugestellt wurde :

Glückwunsch an die Jägerschaft. Sie haben es auf die Seite 3 des Mindener Tageblattes geschafft. Eine Gruppierung in dieser Gesellschaft, die es immer wieder schafft, den wahren Charakter ihres Anliegens und Handelns so zu verpacken, dass der Dschinn (Flaschengeist) bei öffentlichkeitswirksamen Auftritten in der Flasche gehalten und erst dann nur kurz herausgelassen wird, wenn man unter sich ist und/oder mit einer Jagdwaffe das veranstalten kann, was das Jagdwesen ausmacht : Töten. Sie berufen sich auf das 1934 von dem Reichsjägermeister und Naziverbrecher Hermann Göring novellierte Jagdgesetz, das in den jagdlichen Inhalten immer noch mit dem Bundes- und Landesjagdgesetz übereinstimmt und damals mit der sogenannten ‚Hege des Wildes und dessen Umwelt’ ergänzt wurde.

Eigentlich völlig klar, dass die Jägerschaft durch eine Novellierung des NRW-Landesjagdgesetzes wie eine aufgescheuchte Entenschar nach den Knall eines Schusses wirkt. Die Anpassung dieses Gesetzes sollte als Anfang eines noch langen Weges bis zu dessen -hoffentlich baldigen- Abschaffung gesehen werden.

Und da begründet der jagende Mensch seine Ablehnung einer Novellierung damit, dass sie ‚ideologisch motiviert’ sei. Natürlich basiert ‚ihr’ bestehendes Gesetz auf keiner Ideologie, wenn man Geschichte komplett ignoriert und früher sowieso alles besser war. Das wäre ein Widerspruch in sich. Nicht vergessen : Der ‚Hubertus’ Göring war ein Repräsentant des Dritten Reiches, fußend auf einer Ideologie des untersten Neveaus und blanker Empathielosigkeit. Ziemlich dreist, aus der Sicht entlarvend und geradezu peinlich, denen ideologische Motivation anzukreiden, die versuchen, sich Schritt für Schritt aus den alten Klammern zu lösen.

Es ist erstaunlich, dass sich gegen die Formulierung, dass die Jagd nur noch ‚aus vernünftigem Grund’ zugelassen werden soll, Sturm gelaufen wird. Die Jägerschaft möchte also im Grundsatz unvernünftig bleiben. Oder : Es gab bislang nicht unbedingt vernünftige Gründe ? Eine wirklich menschliche Erkenntnis ! Eine dermaßene Selbstenttarnung ist ein dialektischer Rohrkrepierer vom Feinsten und bedarf keines weiteren Kommentars.

Die gesetzlich legitimierte Jagd ist im 21. Jahrhundert eine gesellschafliche Altlast, deren Entsorgung samt Ort auch eine bislang in Nebel gehüllte politische Herausforderung ist und Handlungsbedarf hat.

Landesjagdverband als Tierschutzverein ?


Hinterlasse eine Antwort

Das Thema ‘Jagd’ mit allem ‘Drum und Dran’ ist wie ein ‘Ewigkeitsgewinde’. Man dreht und dreht und der Widerstand greift einfach nicht. Das ist ein Gefühl, als bewege man etwas im Nichts … Der Vergleich ist sicherlich zu einfach, allerdings erzeugen einfache Dinge und Vergleiche ebenso einfach zu erfassende Vorstellungen und können dabei einen schnelleren und nachhaltigeren  ‘Aha-Effekt ‘auslösen. In welche Richtung auch immer  …

Meine Statements zum Thema ‘Jagd’ in Form von Leserbriefen (18 an der Zahl) in der hiesigen Presse (Mindener Tageblatt) sind da deutlich oder -wie manche sagen- mehr als deutlich. Diese sind auf meiner Homepage  (www.joachim-rohlfing.de  , in der Kategorie ‘Presse’ / ‘Leserbriefe’) nachzulesen. Die Echos darauf waren z.T. negativ aber zu über 90 % positiv. Einer -es kann nur ein jagender Mensch gewesen sein- ging sogar soweit, mir direkte Gewalt mit seinem Jagdgewehr anzudrohen. Was für ein armer Kerl … Feige, wie die meisten von diesen Menschen gegenüber anderen Menschen nun mal sind, nannte er trotz Aufforderung weder Namen noch sonstige Identifikationsmerkmale. Außer, dass er hörbar männlichen Geschlechts zu sein schien. Natürlich war seine Rufnummer unterdrückt.  Er fühlte sich anonym stark und cool, also so wie er es in der freien Natur, in Wald und Feld, gegenüber Wildtieren und streunenden Haustieren sein darf und ist ! Sein Jagdschein ist wie der Führerschein eine Legitimation, nur – nicht zum Bewegen eines Fahrzeuges im öffentlichen Straßenverkehr,  sondern zum Perversesten, was ein Mensch ‘vollbringen’ kann : zum Töten ! Für mich egal, ob Mensch oder Tier !

So habe ich immer gedacht, dass die ‘Argumentationen’ für ein nicht nur von mir als geisteskrank eingestuftes Verhalten nicht mehr zu toppen sind. Glatt gefehlt – es geht noch kranker :  Der Landesjagdverband will als Tierschutzverein anerkannt werden. 

Das zu kommentieren, bedarf einige Zeit, um überhaupt wieder Luft zu bekommen. Wie lautet einer meiner Hauptleitsätze : ‘ Alles, was durch vermeidbare Handlungen Leid und in der Folge Tod erzeugt, kann nicht richtig sein’. Wie nachhaltig doch das Gedankengut des Naziverbrechers Hermann Göring ist, auf dessen Novellierung des Jagdgesetzes das jägerische Treiben auch heute noch fußt -und das in einer derart abartigen Weise, auf die nur wirklich bedauernswert kranke Hirne kommen können. Ist diese Gesellschaft wirklich so abgestumpft und gleichgültig (geblieben), dass sie eine derartige Lebensverachtung weiterhin parallel laufen lässt ? Für wie dumm hält die Jägerschaft unsere offensichtlich immer noch nicht ganz aufgeklärte Gesellschaft, wenn sie als Todesschwadron in Wald und Feld auch noch den Anspruch erhebt und diesen tatsächlich auch noch formuliert, als weiterhin Tötende das Etikett eines Tierschutzvereines offiziell zu verlangen, zu erhalten und sich damit zu schmücken ? Es gibt Menschen, die das drastischer formulieren. Den Zusammenhang  zu begreifen gelingt jeder Bildungsschicht !

Denkt man den Vorgang des genannten Ansinnens des Landesjagdverbandes zu Ende, dann müsste deren Schuss nach hinten losgehen, und zwar so : Basierend auf der Erkenntnis, dass das Töten eines Lebewesens (ohne Not oder Notwehr) grundsätzlich Spezies übergreifend eine Straftat auch mit Vorsatz ist, sollten den Henkern in Wald, Flur und Wiese  ihre gesetzliche Legitimation entzogen werden, sprich das Jagdgesetz abgeschafft werden !

Eine Forderung, die ich seit Jahren erhebe ! Wie heißt es in einem meiner Leserbriefe : >Wenn die Gesellschaft nachhaltig auf ein friedliches Miteinander abzielt, dann sollte sie sich von den unsinnigsten und übelsten Bräuchen auch legislativ verabschieden oder zumindest damit anfangen !<

Dieser Beitrag wurde unter Jagd, Uncategorized abgelegt am 28. Juni 2014. Bearbeiten