Leserbrief an die Schaumburger Zeitung…


Ein mir geistig sehr verbundener Mensch bat mich, zu dem in der Folge genannten Artikel in der Schaumburger Zeitung einen Leserbrief zu schreiben. Dieser Bitte bin ich gefolgt und habe den unten stehenden Text verfasst. Nun stellt sich und bleibt die Frage, ob die Redaktion der Zeitung den Text so annimmt. Die ultralangen Erfahrungen damit sagen mir, dass das nicht unbedingt so sein muss, trotz der in diesem Lande existierenden Meinungsfreiheit. Richtig ist, dass Inhalt und Aussagen nicht unprovokant sind, doch … es geht dabei nicht um ‚hahahihi‘, sondern um die liederlichste Verhaltensweise, zu der Menschen –ohne Not und Notwendigkeit zur Selbsterhaltung– in der Lage sind : Killen. Natürlich würde ich lieber über Federbausche und Knuddeln schreiben … ok, vielfältiges Denken heißt, dass das Eine das Andere nicht ausschließt. Dann ist alles richtig gewürzt …

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrem Artikel v. 06.12.2016 „Wildbestand soll verringert werden“ schicke ich Ihnen anhängend meinen Leserbrief mit der Bitte um ungekürzte Veröffentlichung. Der Text steht parallel exakt so in/auf meinem Blog „Joachim Rohlfings SiteBlog“ https://jrohlfing.wordpress.com/

Mit Dank im Voraus verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Joachim Rohlfng

Text des Leserbriefes :

Schon die Devise : Jugend vor Gewicht (!) entlarvt eine lupenreine und lebensfeindliche Selektion. Auch heute noch gilt das vom Reichsjägermeister Hermann Göring 1934 novellierte „Reichsjagdgesetz”. Das ist keine Historiendoku und auch kein virtuelles Ballerspiel, sondern ein Beweis für heute immer noch existierendes Herrendenken. Hege und Pflege sind schließlich notwendig. Ist sie eben in der Form aber nicht ! Ein Regulieren der Tierpopulation durch den Menschen ist der fatale Irrtum dieser Denk- und Handelnsweise. Die Natur braucht keine festgelegte Arithmetik der Menschen. Natürlich stellen sich dabei die jugendlichen Wildtiere ganz tierpatriotisch und einsichtig bei einer Jagd dem Jäger zum Abschuss, um der Spezies Mensch nicht überzählig zur Last zu fallen und in der Hoffnung auf ein fehlerfrei geblasenes ,Halali´ danach. Als stolze Quotenopfer. Unverständlich, dass sich die Gesellschaft immer noch von diesem entlarvten Irrsinn die Dunkelbrille aufdrücken lässt, ohne endlich zu realisieren, dass da eine Minderheit ihre Seelenabgründe auslebt und diese schwammig auf einem Niveau präsentiert, das sich ins falsche Jahrhundert verirrt hat. Das Wegsehen muss aufhören und das widerliche Jagdgesetz mitsamt seiner postfaktischen, ‚marlborohaften’ Neandertalromantik vom Gesetzgeber ersatzlos gestrichen werden. Die Bezeichnung der Jagdtätigkeit als Arbeit verdeutlicht den Versuch, das Töten überzähligen, also unwerten Lebens, salonfähig zu halten. Mit der Abschaffung der Todesstrafe für Menschen in diesem Lande hatte sich die Arbeitstätigkeit der Henkerschaft miterledigt. Für Tiere existiert sie mitsamt der vollstreckenden Zunft immer noch. Wie lange wollen sich Entscheidungsträger dieses geistige Armutszeugnis noch ausstellen? Offensichtlich wird das nur einigermaßen funktionieren, wenn die richterliche Gewalt eines guten Tages ein Urteil ‚verbellt’, das den Tiermord in der Kategorie Menschenmord ansiedelt. Welcher auch nur halbwegs ethisch sensibilisierte Mensch ist freiwillig bereit, sich von solchen Seelenfängern in die erst später realisierten Abgründe seiner Seele führen zu lassen, die für ihn längst als überwunden galten ? Der Jäger ist stolz bereit, sie wieder weit zu öffnen, ohne sich offensichtlich der Tatsache bewusst zu sein, immer noch mit einem Bein im Neandertal zu stehen. Der Blick nach vorne über den Gewehrlauf kann auch einer in den Rückspiegel sein …

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