Eine Frage des Anspruchs… A question of entitlement…


(English below)

Deutsch

Ob es nur ‚merkwürdig‘ ist, lasse ich hier offen. Gemeint ist der Anspruch an ein Gerät, das zig- und mehr Möglichkeiten bietet, die die Nutzer nicht im Ansatz brauchen: Apps, Millionen apps, die in einem Menschenleben gar nicht erkundet werden können, mit deren Masse geworben wird und die Nutzer beeindrucken sollen. Ein solches Blendwerk veranlasst den Menschen (Kollektivsingular) u.a. dazu, das ‚alte‘, ein-oder zweijährige Smartphone abzustoßen und das zu kaufen, was in den brillantesten Farben, Videos usw. angepriesen, ja aufgedrängt wird. Und das, obwohl das gewollt obsolete Gerät noch tadellos funktioniert und auch noch mit Updates versorgt wird (zumindest bei Apple). In der Android-Welt sieht es angeblich anders aus – nämlich nur um die zwei Jahre, wie ich las. Der sogenannte gesunde Menschenverstand zweifelt das allerdings an…

Reparaturen lohnen in vielen Fällen nicht, weil sie zu teuer sein sollen – so die Hersteller. Ein neues Gerät ist doch auch viel schöner und suggeriert dem Umfeld, dass mit der Zeit gegangen wird. Die Sensibilisierung in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit im Interesse des Planeten und das alternativlose Begreifen, dass das Steigen der Elektroschrottberge kontraproduktiv sind, beginnt zu reifen. (Siehe iFixit Reparaturmanifest).

Alle reden von ‚apps‘. Es ist eine Ausnahme, jemanden zu sprechen, der weiß, was das überhaupt heißt. Apps sind schlicht und einfach Applications, also auf deutsch: Programme. Das klingt nur nicht so gut, geheimnisvoll, wissend und irgendwie hochtrabend wie ‚apps‘. Ein Potemkinsches Dorf? Ein ‚Nach-mir-die-Sintflut-Denken‘. Merkwürdig… nein -> gefährlich!

Ich schielte bei diesen Sätzen zur Seite und sah mein sechs Jahre altes Blackberry Passport SE an… das Workhorse ist seit geraumer Zeit wieder mein ‚Daily-Driver‘. Der Hersteller dieser herausragenden Geräte hat den Softwarehahn einfach zugedreht; auch weil die Millionen apps fehlen, weil eine physische Tastatur nicht mehr zeitgemäß ist und weil es in erster Linie für den produktiven Einsatz konzipiert wurde. Bedeutet das, dass ich dem Zeitgeist nicht (mehr) folge? Nein… ich folge dem noch – nur auf meine Art und mit einem besseren Gewissen.

English

Whether it is only ’strange‘, I leave open here. What is meant is the demand for a device that offers umpteen and more possibilities that users don’t even begin to need: Apps, millions of apps that cannot even be explored in a human lifetime, whose mass is advertised and supposed to impress the users. Such dazzle causes people (collective singular)among other things, to reject the ‚old‘, one or two year old smartphone and buy what is advertised, even imposed, in the most brilliant colors, videos, and so on. And that, although the intentionally obsolete device still works flawlessly and is also still supplied with updates (at least with Apple). In the Android world, it supposedly looks different – namely only around two years, as I read. The so-called common sense doubts this, however…

In many cases, repairs are not worthwhile because they are supposed to be too expensive – according to the manufacturers. A new device is also much nicer and suggests to the environment that we are moving with the times. The sensitization towards sustainability and environmental friendliness in the interest of the planet and the alternative-less understanding that the rising mountains of electronic waste are counterproductive is beginning to mature. (See iFixit repair manifesto).

Everyone talks about ‚apps‘. It’s an exception to talk to someone who knows what that even means. Apps are simply applications, in German: Programme. It just doesn’t sound as good, mysterious, knowing and somehow pompous as ‚apps‘. A Potemkin village? A ‚after-the-flood-thinking‘. Strange… no -> dangerous!

I squinted to the side at these sentences and looked at my six-year-old Blackberry Passport SE… the Workhorse has been my ‚daily driver‘ again for quite some time. The manufacturer of these outstanding devices has simply turned off the software spigot; in part because it lacks the millions of apps, because a physical keyboard is out of date, and because it was designed primarily for production use. Does that mean I don’t follow the zeitgeist (anymore)? No… I still follow it – just in my own way and with a better conscience.

Ein Gedanke zu „Eine Frage des Anspruchs… A question of entitlement…“

  1. ich habe kürzlich, als ich mein laptop aufgeräumt habe, auch eine app gefunden, die ich zuvor nie entdeckt hatte. installiert habe ich keine, also keine extra, nur die programmbezogenen, die sozusagen mitgeliefert werden. ich habe mich total gefreut, weil das eine app ist, die ich richtig gut nutzen kann. kostenlos bzw. im preis inbegriffen.
    was handyverträge angeht, ist es ja häufig so geregelt, dass nach einer bestimmten zeit automatisch ein neues versprochen/geliefert wird, insofern stoßen viele leute ihre alten handys ab. ich finde das gut, weil ich gerade danach schaue ein neu-gebrauchtes zu kaufen. so bleibt es im umlauf und wird nicht weggeworfen. andererseits stimmt es, dass ein überschuss produziert wird, der „nicht nötig ist“.
    viele geräte halten viele jahre und ja, die wartung alter geräte kostet häufig sehr viel. erst gestern habe ich wo angerufen, weil ich wegen einer solchen fragen wollte. im endeffekt war es mir zu teuer, ich schau jetzt mal, ob ich es in einem repair-café reparieren lasse, was immer eine gute möglichkeit ist. allerdings derzeit noch schwierig dort einen termin zu bekommen, wegen corona. geduldig sein hilft. 🙂
    schönen tag dir.

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