Wenn Terroristen gefragt werden müssen… When terrorists have to be asked…


(English below)

Deutsch

Ist Afghanistan der Kollateralschaden des Westens? Truppenabzüge sind eigentlich begrüßenswert. Auch aus dem genannten Land? Auch bei den durch die Medien flimmernden Bilder und Videos? Auch bei dem immer wieder bezeichneten Chaos? Aus der Sicht der betroffenen, zurückgelassenen Menschen ist die Bezeichnung Chaos noch ein Euphemismus. Den Taliban regelrecht ausgeliefert und einfach mit den schlimmsten Konsequenzen im Stich gelassen worden zu sein, ist kein Chaos, sondern unterlassene Hilfeleistung und ein mögliches Todesurteil. Wenn milliarden- und billionenschwere Militärausgaben nicht einmal dazu führen, humanitäre Hilfe zu organisieren und zu leisten, dann stellen sich mehrere Sinnfragen. Wenn es nicht möglich ist, zu verhindern, dass ein angeblich moderaterer, religiöser Fundamentalismus einen ganzen Staat kapert und die Uhr 1300 Jahre zurückdreht, dann ist es nicht nur Versagen – dann ist es arrogante, intellektuell verschleierte Dummheit und Täterschaft. Das Aushängeschild der zivilisierten Gesellschaften und Staaten dieses Planeten ist mehr als angekratzt. Mit den Menschenrechten ist das jedenfalls nicht vereinbar.

Um den Flughafen in Kabul für die zivile Luftfahrt weiterhin unbeschädigt nutzen zu ‚dürfen‘, müssen die Taliban gefragt werden und zustimmen. Terroristen müssen gefragt werden, ob etwas gedurft werden darf. Spätestens die Situation ist ein Türöffner für die noch weitaus übleren Terrororganisatonen wie Al Quaida oder der sogenannte Islamische Staat. Der Westen hat versagt. Zigmilliarden wurden in 20 Jahren in Afghanistan versenkt, um dann das Land wieder zu verlassen – quasi aufzugeben und die Bevölkerung ihrem Schicksal zu überlassen. Da passt überhaupt nichts! Die spektakulären Militärmächte kapitulieren vor Terroristen? Biden setzt exakt das um, was dieser Politiklaie Trump in seiner ganzen narzisstischen Dämlichkeit angestoßen hat? So sieht es wohl aus…

Militärairbus Bundeswehr

Nicht dass ich Militäreinsätze akzeptiere (was sowieso -außer bei Wahlen- keinen Einfluss hat), so müssen sich doch die das alles finanzierenden Steuerzahler jeglicher Staaten fragen, wofür sie das denn alles finanzieren. Menschen werden ihrem Schicksal überlassen und die Staatsgewalten sollen, wollen, können, dürfen das nicht verhindern?

Ist nicht nur militärische, sondern auch politische Intelligenz ein Widerspruch insich? Das lässt sich nicht pauschalisieren, doch es zeigt, wie Entscheidungen abgewogen und schwer bis nicht mehr nachvollziehbar Leid und Tod nach sich ziehen. Das mit gesenkten Köpfen und geknickten Blicken als politische Fehleinschätzungen zu bezeichnen, reicht nicht. Das muss für Verantwortliche Konsequenzen haben.

Fazit: Terroristen fragt man nicht… man gräbt ihnen den ideologischen Boden ab. Ein paar Prozent der globalen Militärausgaben mehr in entsprechende Bildung und Aufklärung wären ein Anfang.

English

Is Afghanistan the collateral damage of the West? Troop withdrawals are actually welcome. Even from the country mentioned? Even with the images and videos flickering through the media? Even with the chaos repeatedly referred to? From the point of view of the affected people left behind, the term chaos is still a euphemism. To have been downright left at the Taliban’s mercy and simply abandoned with the worst consequences is not chaos, but failure to provide assistance and a possible death sentence. When billions and billions of dollars of military spending do not even result in organizing and delivering humanitarian aid, several questions of meaning arise. If it is not possible to prevent a supposedly moderate, religious fundamentalism from hijacking an entire state and turning back the clock 1300 years, then it is not just failure – it is arrogant, intellectually veiled stupidity and perpetration. The figurehead of the civilized societies and states of this planet is more than tarnished. In any case, this is not compatible with human rights.

In order to be ‚allowed‘ to continue to use the airport in Kabul for civil aviation without damage, the Taliban must be asked and agree. Terrorists have to be asked whether something may be allowed. The latest situation is a door opener for the even more evil terrorist organizations like Al-Qaeda or the so-called Islamic State. The West has failed. Tens of billions have been sunk in Afghanistan in 20 years, only to leave the country again – to abandon it, so to speak, and leave the population to its fate. Nothing fits at all! The spectacular military powers capitulate to terrorists? Biden implements exactly what this policy layman Trump has instigated in all his narcissistic stupidity? I guess that’s what it looks like…

Not that I accept military operations (which has no influence anyway, except in elections), but the taxpayers of all states who finance all this must ask themselves what they are financing it for. People are left to their fate and the state authorities should not, will not, cannot, are not allowed to prevent this?

Is not only military but also political intelligence a contradiction in terms? This cannot be generalized, but it shows how decisions that are weighed up and difficult or impossible to comprehend result in suffering and death. It is not enough to call this political misjudgement with bowed heads and dejected looks. There must be consequences for those responsible.

Conclusion: You don’t ask terrorists… you dig the ideological ground for them. A few percent more of global military spending on education and information would be a start.

Ein Kommentar zu „Wenn Terroristen gefragt werden müssen… When terrorists have to be asked…

  1. Lieber Joachim,

    du sprichst mir in weiten Teilen aus der Seele. Der Westen hatte dort nie etwas verloren. Deutschland ist im Zuge so genannter Bündnisspflichten mit marschiert, da mangels einer eigenen schlagkräftigen Armee auf der Protektion der USA angewiesen, aber vor allem wirtschaftlich, als Export-orientiertes Land. Söldner gegen gute Wirtschaftsbeziehungen, so läuft das, bei Demokraten wie Republkanern gleichermaßen. Sie ticken diesbezüglich wie das alte Rom.

    Unsäglich an alledem ist die unterlassene Hilfeleistung mit Blick auf die anstehenden Wahlen hier und dem damit verbundenen ängstlichen schielen nach dem geschätzten 25% rechtaffinem Wählerpotential. Ja, es ging schnell, aber man hätte es absehen können und vor Monaten schon alle Hilfskräfte außer Landes bringen können. Nun müssen sie mit den neuen Machthabern reden, ob sie wollen oder nicht.

    Erschreckend ist weiter, wie die Taliban das Land „erobert“ haben, fast kampflos, wenn man den Berichten glauben kann. Sie installierten eine riesige Propagandamaschine, zigtausende Fake-Profile in den sozialen Medien, schufen ein Bild ihrer selbst, die allen vom Westen ausgerüsteten und ausgebildeten einheimischen Militärs das Blut in den Adern gefrieren ließ. Zumal die mit der von den Besatzern installierten „Zentralregierung“ sowieso nichts anfangen konnten. Die Macht der Propaganda … auch hierzulande ein großes Thema.

    Dazu kommt, das die Taliban gute Strategen und Taktiker zu sein scheinen, von ihrem Kampfeswillen und – Erfahrung mal nicht zu reden. Aber „Gewonnen“ haben sie das Land mit Propaganda, das ist für mich das wirklich erschreckende, auch mit Blick auf entspechende Umtriebe hier.

    Lieben Gruß, Reiner

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