16. „November ist die Haupt-Jagdsaison“…


Artikel „November ist die Haupt-Jagdsaison“

L E S E R B R I E F

Ein Jäger vor der Kulisse der untergehenden Sonne .. ein dpa-Bild mit Symbolcharakter.

Allerdings der dazugehörige Text, dass der November einer der ‚Haupterntemonate‘ des Jägers ist, zeugt von einer Art Gefühls- und Seelenkälte, die die tatsächliche Sinnfreiheit des Jagens durch eine menschliche Unart marlborohaft romantischer Gleichgültigkeit des Wegsehens regelrecht befeuert.

Lebewesen per Schusswaffe zu ernten, ist eine Perversion des Denkens. 

Eine Intoleranz gegenüber der anderen Spezies aus mindestens niederen Beweggründen. 

Menschen haben grundsätzlich die Möglichkeit, sich zu entscheiden, wem sie sowohl gedanklich als auch im Handeln den Vorrang geben – dem Leben oder dem Töten.  Also eigentlich frei von Selektionsdenkweisen, die in der Folge ein Ergebnis reiner Überheblichkeit und ethisch niederen Herrschaftsdenkens sind.

Wenn der Jäger ‚Hasen ernten‘ geht, betreibt er Seelenpoker auf unterstem Niveau, oder wie könnte man Lustmorden mit Freizeitcharakter noch anders nennen? Das ist Herrendenken längst vergangen geglaubter Zeiten. Eine Art intelligenzfreie Grauzone des Unwissens, quer durch alle Bildungsschichten mit einer Quasilegitimation der Gesellschaft. Das Ergebnis dieses mentalen Abstumpfungsprozesses ist die Pirsch mit einer scharf geladenen Waffe in Wald und Feld. 

Rein theoretische Argumente? Dann fangen wir doch morgen praktisch damit an, die Selbstjustiz der Jägerschaft im Außendienst in der gesamten Gesellschaft salonfähig zu machen, die Judikative abzuschaffen und auch dann zu hoffen, dass keiner etwas merkt und alles gut geht …  Dann wäre diese Gesellschaft auf des Jägers Augenhöhe.

Die ‚Haupterntezeit‘ der jagenden Menschen vermittelt den Eindruck, zwar im 21. Jahrhundert zu leben … aber inhaltlich in einem evolutionsfreien Raum.

©Joachim Rohlfing

15. Neandertalromantik…


(der zugundeliegende Artikel ist mir nicht mehr bekannt) (2009)

L E S E R B R I E F

Schon das Anlesen dieses Artikels vermittelt das Gefühl, Zeuge einer Fehljustierung von Kimme und Korn der „ewigen Hüter der Wälder und Flure“ zu sein.

Mit der Anzahl der erschossenen Tiere ist der Jäger nicht zufrieden, zelebriert Hege und Pflege, indem er Randstreifen als Rückzugsgebiete von den Landwirten fordert und dann revierübergreifend Fuchs- und Taubenjagd organisiert, obwohl ihm doch tatsächlich die sinkende Zahl von Hase, Rebhuhn und Fasan „zu denken“ gibt.  Das ist nichts anderes als lupenreine und lebensfeindliche Selektion. Auch heute noch gilt das dazu passende Gesetz – von Reichsjägermeister Hermann Göring 1934 als ‚Reichsjagdgesetz’ in Kraft gesetzt. Das auf der gesetzlichen Grundlage im 21.Jahrhundert noch Freizeitjäger mit scharf geladenen Waffen unkontrolliert Leben auslöschen dürfen, ist keine Historiendoku und auch kein virtuelles Ballerspiel, sondern ein Beweis dafür, dass und wie Herrendenken auch heute noch salonfähig gehalten wird. 

Die Ursache für die beklagte, verminderte Opferzahl liegt natürlich wie immer bei Anderen – gestern die, heute die Landwirte und morgen sonstwer … 

Warum fordert denn der Jägersmann diese Rückzugsgebiete? Aus Liebe an der Hege und Pflege, von der er immer spricht, also zum Wohle der Tiere und aus Gutmütigkeit?  Natürlich hat er nicht den Hintergedanken, den Tierbestand zu erhöhen, um ihn bei irgendeiner perversen Jagdart wieder zu dezimieren, indem er sie aufschreckt oder auflauert, um sie aus reiner Lust am Töten emotionslos abzuknallen. 

Natürlich stellen sich all die Wildtiere ganz tierpatriotisch und einsichtig bei einer Jagd dem Jäger zum Abschuss, um der Spezies Mensch nicht überzählig zur Last zu fallen und in der Hoffnung auf ein fehlerfrei geblasenes ‚Halali’ danach. Als stolze Quotenopfer für eine bessere Abschussstatistik. Sie hatten ja bis dahin eine schöne Zeit in den ihnen großmütig gewährten Rückzugsreservaten … 

Unverständlich, dass sich die Gesellschaft immer noch von diesem entlarvten Irrsinn die Dunkelbrille aufdrücken lässt, ohne endlich zu realisieren, dass da eine Minderheit ihre Seelenabgründe auslebt und diese schwammig auf einem Niveau präsentiert, das sich ins falsche Jahrhundert verirrt hat. Das Wegsehen muss aufhören und dieses in jeder Hinsicht widerliche Gesetz mitsamt seiner Neandertalromantik vom Gesetzgeber ersatzlos gestrichen werden. 

©Joachim Rohlfing

14. „Jägerschaft zieht Bilanz und ehrt Mitglieder“…


L E S E R B R I E F

Artikel  „Jägerschaft zieht Bilanz und ehrt Mitglieder“ (Mai 2006)

Dieser Artikel entlarvt  – gewollt oder ungewollt – die ‚Logik’ eines vermeintlich gerechtfertigten Tierschutzes durch die Hege und Pflege der Jägerschaft. Die weiß sich in absolut trockenen Tüchern bei so viel Politprominenz und deren Grußworten und Bauchpinseleien. Bürgermeister, Umweltdezernent und gar Bundestagsabgeordneter; was kann da schon anrüchig sein? Müssen da aus deren Sicht nicht die Jagdgegner endlich begreifen, auf dem falschen Hochsitz zu hocken!?  Und dann wird auch noch der Ministerpräsident kompetent sein Statement zur Abschaffung der Jagdsteuer auf dem Landesjägertag abdrücken. Motto: Schaut her ihr albernen Figuren von Tierschützer, wir zeigen euch, wo die Flinte hängt!

Und worum geht es tatsächlich ?  

Allein die Tatsache der gesetzlichen und damit staatlichen Legitimierung des Massenmordes an Tieren unter dem Schleier des Tier- und Naturschutzes widerspricht der Vorstellung einer Aussicht auf friedliche Koexistenz des ‚denkenden Menschens des  21. Jahrhunderts’  mit Flora und Fauna der restlichen Schöpfung. Dieser Gedanke setzt das Akzeptieren einer mit uns Menschen nicht vergleichbaren schöpferischen Intelligenz (Gott / Allah o.ä) voraus. In der Gebrauchsanweisung für den Christenmenschen (Bibel) z.B  ist der Imperatif „du sollst nicht töten“ angesagt. Also nicht nur auf den Menschen beschränkt! Das lässt sich mit unseren fünf Sinnen begreifen, doch –  die schöpferische Intelligenz verfügt zweifelsfrei über einige Sinne mehr. Anhand dieser Aussage kommt doch ein merkwürdiges Magengefühl auf bei der Vorstellung, welche Reaktion wohl die permanente Missachtung der Anweisung nach sich ziehen könnte, wenn das sogenannte ‚Maß’ voll ist!?  Und dann?  

Der Bundestagsabgeordnete  stellt klar, dass das Jagdrecht ‚auf gleicher Höhe wie das Tierschutz- und Naturschutzgesetz’ bleibe. Legalisierte, praktizierte Gewalt in ihrer ganzen Abscheulichkeit auf Augenhöhe mit dem Begriff ‚Tierschutz’ ?  Der Zynismus wird vielleicht nicht als solcher von provinzreduzierten ‚Mini-George-Bushs’ empfunden – wohl aber von Menschen, denen die Vorstellung von Volksvertretern mit solch grobschnittigem Vertretungsanspruch unerträglich ist. Ich möchte klargestellt sehen, dass dieses eine überparteiliche Aussage ist. 

Wie angepasst oder abgekocht muss ein Seelenleben sein, das die Daseinsberechtigung schwächerer und nicht mit ‚Kalkül’ ausgestatteter Existenzen nicht einmal zur Kenntnis nimmt – geschweige denn, dafür Partei ergreift!?  

Die Aussage, dass „Tiermord qualitativ gleich Menschenmord“ ist, kann eine Messlatte für Andersdenkende sein, die zumindest zum Sprungversuch einlädt.  Die Landung nach dem ‚Überspringen’ würde in einer dann gewaltfreieren Gesellschaft den Irrsinn der Ignoranz in diesem Zusammenhang hinter sich wissen und die Tiermörder ‚wegdenken’. 

©Joachim Rohlfing

9. „Kormorane geraten immer mehr ins Fadenkreuz“…


L E S E R B R I E F

Artikel „Kormorane geraten immer mehr ins Fadenkreuz“, MT v. 03.05.2008

Es ist an Deutlichkeit kaum zu überbieten, was eine penetrant hartnäckige Lobbyarbeit erreicht. Menschen, die es als Sport ansehen, Fische auf spitze Widerhaken beißen zu lassen, aus ihrem Element zu ziehen, zu entseelen usw., können sich immer wieder darauf verlassen, ihre Egomanie auf Kosten schwächeren Lebens unter dem entlarvend geschlossenen Mantel des regulativen Naturschutzes zu verbergen. Die Berufsfischerei fürchtet um Euro und Tonne. Vergrämungsaktionen mit Lärm und Lichtkanonen, die die brütenden Tiere stundenlang von ihren Nestern fern halten, um die Gelege kalt werden zu lassen und – wenn das alles nicht hilft – natürlich Abschüsse durch Jäger. Also neidisches Eigeninteresse vor Leben – oder das bissige Gedränge vor dem Fressnapf ?  Wie armselig und kleingeistig intolerant ist es, den Kormoran als Feind zu betrachten. Der Profitzwang der Fischerei und der Spaßfaktor der Angler haben zumindest in Naturschutzgebieten absolut nichts zu suchen.  

Die ethische Sicht kommt gänzlich zu kurz. Warum müssen sich Tierschützer als Spinner, Gefühlsduseler usw. bezeichnen lassen, wenn sie anprangern, dass Kormorane in beschriebener Weise von ihren Nestern vertrieben werden, solange noch kein Jungtier geschlüpft ist. Ist aber das eingetreten, setzt die Hemmschwelle ein und schlagartig greift dann das Tierschutzgesetz. Im ungeschlüpften Zustand kein schützenswertes Leben – im geschlüpften, sichtbaren Zustand niedlich und der Hege bedürfend, bis das Tier erwachsen ist, um dann wieder als Schädling vergrämt oder nach Görings Jagdgersetz vorsätzlich ermordet zu werden. Diese Pseudologik ist keinem mitdenkenden Zeitgenossen vermittelbar. Die Stimmen gegen diesen Irrsinn müssen lauter werden – noch lauter …

©Joachim Rohlfing

EOL – Blackberry Smartphones… (d/e)


Deutsch

EOL (End of life) der Blackberry Smartphones

In der Blog-Kategorie ‚Blackberry‘ habe ich mich hier über Jahre als Blackberry-Nutzer ‚geoutet‘ und immer wieder gesagt, dass ich die Geräte bis zum Zerfall der Hardware nutzen werde. Die Gründe dafür lagen sowohl in der physischen Tastatur als auch in dem -meiner Meinung nach- benutzerfreundlichsten Betriebssystem BB10. Da Blackberry zu Android wechselte, wäre für mich sowieso ein Markenwechsel fällig gewesen, da Android für mich definitiv nicht in Frage kommt. Mein Q10 (mit wechselbaren Akkus!) und mein Passport sind funktionsfähig wie am ersten Tag. Updates gab es seitens Blackberry schon seit Jahren nicht mehr. Als User blieb und bleibt man im Regen stehen. Shame on you – Blackberry. 

In Fachforen ist die Rede von ‚einen toten Gaul reitet man nicht mehr‘ oder ‚wir sind der Gardasee und die Anderen der Pazifik‘. Elitedenken. Als jahrelanger User fühle ich mich hintergangen und … ja – betrogen, weil Versprechungen auf updates für BB10 Tauben in der Luft waren. Die Unternehmenspolitik des Unternehmens aus Waterloo, Kanada, war undurchsichtig, perspektivenlos und den (treuen) Usern gegenüber eine regelrechte Frechheit. Doch… die Geräte liefen und laufen und laufen…

Nun verlängert TCL als Hersteller der ‚Blackdroiden‘ den Vertrag mit Blackberry nicht mehr. Das ist das Aus für Smartphones mit physischer Tastatur mit Blackberry-Logo. BB10 ist Vergangenheit und nun auch die Blackdroiden. Neue Smartphones mit physischer Tastatur wird es kurzfristig nicht mehr geben. Jedenfalls nicht mit dem Blackberry-Logo. Ob das Blackberry- eigene Betriebssystem BB10 irgendwann von irgendeinem Hersteller wieder aufgegriffen wird, fühlt sich an wie eine Seifenblase.

Es ist tatsächlich unfassbar, dass eine Geschäftsführung ihr Unternehmen dermaßen dilettantisch und offensichtlich geplant und verschlafen an die Wand fährt – ideenlos und immer noch davon ausgehend, ein maßgebliches (Unternehmen) zu sein. Die hohen Zeiten waren schon längst vorbei. Begriffen im Sinne von zeitlicher Anpassung wurde nicht viel und so wird nun versucht, auf dem Softwaremarkt zu punkten und mit Patentklagen Profit zu generieren. Die Nutzer der Phones wurden mit leeren Versprechungen hingehalten und hintergangen. Die Katze blieb im Sack. Der Hersteller TCL hat sie nun herausgelassen und klar denkende User wundert da gar nichts mehr.

Ich weine der Firma Blackberry keine Träne mehr nach, werde aber meine BB10-Phones weiterhin parallel nutzen und bin froh, für das auch noch überteuerte Blackberry K2 mit Android keine  600-soundso €  ausgegeben zu haben. Das lässt sich immer noch kaufen und wie war das vorher mit dem ‚toten Gaul…‘ ?

English

EOL (End of life) of Blackberry smartphones

In the blog category ‚Blackberry‘, I have ‚outed‘ myself as a Blackberry user for years and said again and again that I will use the devices until the hardware breaks down. The reasons for this were both the physical keyboard and – in my opinion – the most user-friendly operating system BB10. As Blackberry switched to Android, I would have had to change brands anyway, as Android is definitely out of the question for me. My Q10 (with replaceable batteries!) and my passport are as functional as on the first day. There have not been any updates from Blackberry for years. As a user, one remained and remains in the rain. Shame on you – Blackberry. 

In professional forums there is talk of ‚you don’t ride a dead horse anymore‘ or ‚we are Lake Garda and the others are the Pacific‘. Elitist thinking. As a user for years I feel betrayed and … yes – cheated, because there were promises of updates for BB10 pigeons in the air. The corporate policy of the company from Waterloo, Canada, was opaque, without prospects and a real cheek to the (loyal) users. But… the devices were running and running and running…

Now TCL, the manufacturer of the ‚Blackdroids‚, is not extending its contract with Blackberry. This is the end for smartphones with a physical keyboard with Blackberry logo. BB10 is a thing of the past and now also the Blackdroids. New smartphones with physical keyboard will not be available in the near future. At least not with the Blackberry logo. Whether the Blackberry-own operating system BB10 will be taken up again by any manufacturer sometime, feels like a soap bubble.

It’s really unbelievable that a company’s management is so amateurishly and obviously planned and overslept that they drive their company to the wall – unimaginatively and still assuming that they are a major player. The high times were long gone. Terms in the sense of temporal adjustment were not much and so now the attempt is made to score points on the software market and to generate profit with patent lawsuits. The users of the phones were held up and deceived with empty promises. The cat remained in the bag. The manufacturer TCL has now let it out and clear thinking users are no longer surprised.

I don’t cry any more tears for the Blackberry company, but I will continue to use my BB10 phones (parallel) and I am glad I didn’t spend 600-soundso € for the overpriced Blackberry K2 with Android. You can still buy it and how was it before with the ‚dead horse‘?

 

Tryptichon – Ansicht Stadt Minden…


Diesen drei Bildern widme ich einen Extrabeitrag. Warum? Es war die bislang größte, zeichnerische Herausforderung für mich. Acht Monate habe ich an diesen Bildern im Jahre 2007 gearbeitet.  .

Gesamtbreite: 2,30 m / Bleistift auf Leinwand|Keilrahmen / Material: ca. 12-14 Bleistifte unterschiedlicher Stärke / ca. 6 harte und 4 weiche Radierstifte/ Pinsel / Finger/ Fixativ

 

IMG_0343.jpg
links: 60 x 80 cm  | Mitte: 70 x 100  | rechts: 60 x 80 cm

Seinerzeit ging es um den sogenannten ‚Deilmann-Bau‘ (auf dem rechten und dem linken Bild zu sehen), der optional abgerissen oder doch saniert werden sollte. Das war eine heftige Diskussion in der Stadt. Schließlich blieb er stehen und wird nun doch saniert. Dabei wird endgültig klar, dass und wie die ‚Stadt‘ dieses Gebäude vernachlässigt hat. Ein Bürgerentscheid schaffte Klarheit.

Viele hassten dieses Gebäude regelrecht und wohl immer noch. (Passt nicht ins Stadtbild / Schießscharten usw.). Ich oute mich hier: Dieses Bauwerk mochte ich von Anfang an.

Das rechte Bild entstand aus dem Eingangsbereich des Domes heraus. Hier halbiert nicht der Deilmann-Bau die Sicht auf den Dom, sondern die stark vergitterte Eingangspforte des Domes halbiert die Sicht auf den Deilmann-Bau. (Der Versuch der Darstellung einer Wechselseitigkeit | Paradoxon).

Das mittlere Bild zeigt das Mindener Rathaus. Schon als Jugendlicher, der täglich vom Dorf zur Schule in Minden mit dem Bus oder dem Fahrrad fuhr, hatte ich den Wunsch, dieses Rathaus zu malen oder zu zeichnen, sobald ich mir das zutraute. Es verging fast ein halbes Jahrhundert, bis dieser Traum, dieser Wunsch realisiert wurde.

Das linke Bild zeigt einen Blick auf einen Teil des Deilmann-Baues und auf den Mindener Dom. Deutlich ist zu sehen, dass der Deilmann-Bau aus der Perspektive die Ansicht auf den Dom halb verdeckt. (Auch das wurde heftig kritisiert).

Dieses Tryptichon werde ich (wahrscheinlich) dem Mindener Museum –falls die es wollen und falls die es für gut genug halten– anbieten.

Kant: ‚Sapere aude! (Have courage to use your own mind).

 

Kurzgeschichte ‚Beerdigung…‘ (d/e)


Die Geschichte hätte sicherlich zu Totensonntag besser gepasst, doch zu dem Zeitpunkt war das nicht in der Planung. Also jetzt:

Beerdigung

 Da sitzen sie in der Kapelle.

Der mit Kränzen und Blumen bedeckte und eingerahmte Sarg im direkten Blickfeld. In Kübeln hochgezogene Buchsbäume stehen leibwächterartig dezent an den Seiten. Schwer vorstellbar, dass deren Anwesenheit bezahlt werden muss. Auch das hat seinen Preis.

Stille…

Einige husten bemüht reduziert. Der verlegene Blick aus den Augenwinkeln.

Nur nicht die Blicke anderer auf sich ziehen.

Hier und da Getuschel.

Wer ist die Unbekannte neben dem Schwiegersohn des Verstorbenen …?

Stirnrunzeln …

Der Schwerhörige fragt seine Frau laut : „Wo sitzt eigentlich die Hedwig ..?“

Gestikulierende Ortszuweisung.

Peinlich …

Einige grinsen amüsiert vor sich hin.

`Der merkt auch nichts mehr …´

Na ja, in dem Alter.

`Wie lange der das wohl noch macht ..?´

Andere stecken die Köpfe zusammen und zupfen an ihrer Kleidung.

Die Glocke läutet.

Die Blicke zur Uhr – wenigstens pünktlich.

Jetzt denkt kaum jemand daran, dass dieses Geläut auch bezahlt werden muss. Egal, es gehört nun mal dazu.

Der Pfarrer betritt die Kapelle.

Erhabene Stille…

Er bleibt kurz vor dem Sarg stehen und schreitet dann zur Kanzel.

Das Manuskript liegt bereits vor ihm.

Sein Blick schweift in Richtung Hinterbliebene.

Er spricht langsam und bedächtig über den Verstorbenen, sein Leben, die Anzahl seiner Kinder und dass er ein rechtschaffener Mann war.

Er bittet Gott, dass er diesen Verblichenen doch in sein Reich aufnehmen möge.

Obwohl er bereits vor vier Tagen verstorben war…

Ich verdränge die Frage, wo er denn wohl die Zeit dazwischen verbracht hat…  In einer Art `Sammelstelle´ für Seelen ? Darauf wartend, nach der Fürbitte eines Pfarrers … –  mein Gott!

Viele sind tränenweich geworden.

Einige schluchzen laut.

Man hätte ihn ja auch öfter besuchen können. Seine Krankheit war ja bekannt. Doch… wer wusste schon, dass das mit ihm so schnell zu Ende geht…

Der Pfarrer hat auch wirklich gut gepredigt.

So einfühlsam…

Die Sicherheit vermittelnd, dass er auch wirklich dahin kommt, wohin sie ihn alle wünschen …

Das muss ein sehr großes Ziel sein!

Einige sehen mit eiserner Miene am offenen Grab zum Sarg hinab.

Da soll er wirklich drin liegen?

Kein Zweifel.

Doch …

Ob seine Seele, das eigentliche ‚Ich’ der physischen Existenz, wohl wiedergeboren wird – in einem anderen Körper?

Reinkarnation?

Ist das der Grund für den Satz: `Liebe deinen Nächsten wie dich selbst´?

Ist das die Hoffnung – die Erlösung?

Die Perspektive?

Seelenzuweisung?

Neuverteilung?

In was für einen Körper?

Oder braten in irgendeiner Hölle?

Ein gewisser Schauer bleibt…

Er war ein so rechtschaffener Mann.

Doch wo sind seine Erfahrungen, seine Gefühle,

seine Gedanken geblieben?

Gelöscht? Wie eine Festplatte?

Nur noch Vakuum im leblos Feststofflichen?

Das kann es nicht sein…

Vielmehr – ist es nicht vielleicht so, dass zu Lebzeiten die Seele jede x-tel Sekunde quasi wie eine Datenübertragung mit ihrem Ursprung kommuniziert – sich austauscht?

Über Gedanken und Taten?

Je intensiver das Seelenleben, desto größer die Datenflut…?

Der Gedanke gefiel mir, gab mir Hoffnung.

©Joachim Rohlfing

in English:

burial

 There they are in the chapel.

The coffin, covered and framed with wreaths and flowers, is in direct view. Box trees raised in tubs stand discreetly on the sides like bodyguards. It is hard to imagine that their presence would have to be paid for. That also has its price.

Silence…

Some coughing endeavors reduced. The embarrassed view from the corner of their eye.

Just don’t attract the looks of others.

Here and there whispering.

Who is the unknown next to the son-in-law of the deceased …?

Frown frown …

The hearing-impaired asks his wife loudly: „Where is Hedwig sitting …?“

Gesticulating allocation of a place.

Embarrassing …

Some grin amusedly to themselves.

`He doesn’t notice anything either …‘

Well, at that age.

`How long does he think he’ll keep doing that??‘

Others put their heads together and pluck their clothes.

The bell rings.

The glances to the clock – at least punctually.

Now hardly anyone thinks about the fact that this ringing has to be paid for. Anyway, it’s part of it.

The priest enters the chapel.

Sublime silence…

He stops just in front of the coffin and then walks to the pulpit.

The manuscript is already in front of him.

His gaze wanders towards the bereaved.

He talks slowly and thoughtfully about the deceased, his life, the number of his children and that he was a righteous man.

He asks God to welcome this deceased into his kingdom.

Although he had already died four days ago…

I suppress the question where he probably spent the time in between…  In a kind of ‚collection point‘ for souls ? Waiting for it, after the intercession of a priest … – my God!

Many have become soft with tears.

Some sob loudly.

One could have visited him more often. His illness was well known. But… who knew that it would end so quickly with him?

The priest also preached really well.

So sensitive…

Conveying the certainty that he really gets where they all want him to go …

That must be a very big goal!

Some look down with an iron face at the open grave to the coffin.

Is he really supposed to be in there?

No doubt about it.

But …

Whether his soul, the actual ‚I‘ of physical existence, will probably be reborn – in another body?

Reincarnation?

Is that the reason for the sentence: ‚Love your neighbor as yourself‘?

Is that hope – salvation?

The perspective?

Soul assignment?

Redistribution?

In what kind of body?

Or fry in some hell?

A certain shiver remains…

He was such a righteous man.

But where are his experiences, his feelings,

What did he think?

Deleted? Like a hard drive?

Only vacuum in the inanimate solid?

That it can not be…

Rather – isn’t it perhaps the case that during one’s lifetime the soul communicates with its origin every umpteenth second like a data transmission – exchanges itself?

About thoughts and deeds?

The more intensive the soul life, the greater the flood of data…?

The thought pleased me, gave me hope.

©Joachim Rohlfing

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

Zum Aufsatz des Benedikt XVI


Benedikt XVI  (Aufsatz zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche)

Auslöser zu diesem Beitrag ist ein Artikel in der FAZ (Frankfurter Allgemeiner Zeitung), in dem zu lesen war/ist, dass der emeritierte Papst Benedikt XVI zu einer „Erneuerung des Glaubens“ und zu einer neuen Hinwendung zu Gott“ aufruft, um die aktuelle Krise (Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche) zu überwinden.

Um den folgenden Beitrag dazu entsprechend einzuschätzen, war geplant, eine nötige Lizenz für die FAZ-Artikel zu erwerben.

Das scheiterte allerdings am Preis dafür (46,14 €/Rechte nicht bei der FAZ, sondern bei einer Agentur!), der den finanziellen Aufwand nicht rechtfertigt.

Stattdessen ist der Artikel in der FAZ jedem/jeder Interessierten zugänglich. (Auf einen Link verzichte ich aus rechtlichen Gründen!)

Als Nächstes werde ich in einem weiteren Beitrag meine Stellungnahme zu Benedikts Aufsatz posten.

Eilaktionen (urgent actions – ua’s) ohne viel Aufwand…


Damit sind die ua’s von ‚amnesty international‘ gemeint, mit denen auf brisante oder allgemein auf spezielle Menschenrechtsverletzungen auf diesem Planeten durch eine möglichst unbegrenzte Anzahl von Anschreiben (email/Fax/Brief) den Adressaten signalisiert wird, dass die entsprechenden Vorgänge nicht unbeachtet bleiben.

Denn: Es ist genau das, was Herrschende in totalitären oder diktatorischen Staaten hassen wie die ‚Pest‘ :  -> Öffentlichkeit !  Je zahlreicher und zeitlich penetranter solche Mahnungen in klarer Ansprache sind, je wirkungsvoller sind sie, weil sie an deren Grundsockeln rütteln, bis die Wirkung nicht mehr zu ignorieren ist.

Der Aufwand, eine solche ‚ua‘ zu schreiben, ist nicht sehr groß. Online unter ‚amnesty international‘ sind entsprechende Hinweise auf Adressaten und Texte zu finden, die dann auch verwendet werden dürfen, indem eine solche ‚ua‘ online verfasst wird.

Es ist mir ein Anliegen, nach ca. 20 Jahren ua-Aktivität, nun endlich diesen Blog dazu einzusetzen, um weitere Menschen anzusprechen, denen ein solcher Einsatz eine kleine Mühe wert ist, um so ein klein wenig zu positiven Veränderungen auf dieser Erde beizutragen. Es geht dabei um den Einsatz für Menschen, die in ihrem Umfeld prinzipiell chancenlos und existenzgefährdet sind – in einer Weise, der wir uns in diesem doch freien Land kaum oder auch gar nicht vorstellen können.

Ein Text -wie der untere- muss nicht selber verfasst werden, sondern wird von amnesty vorgeschlagen und ist immer deutlich – aber nicht unsachlich ! Das ist wichtig. Die menschliche Umgangsform wird gewahrt, obwohl es mir sehr oft schwergefallen ist, so manchen Staatenlenker mit ‚Sehr geehrter Herr Präsident‘ oder ‚Exzellenz‘ anzuschreiben.

Vor der 1000sten Hinrichtung in den USA habe ich eine entsprechende ‚ua‘ an den zuständigen Governor verschickt. Nun will ich nicht sagen, dass meine ‚ua‘ ausschlaggebend war, doch … es war ein unglaubliches Gefühl, die Nachricht zu erhalten, dass die Exekution des Delinquenten nicht stattfand und dessen Strafe in eine lebenslange umgewandelt wurde. Das war die Nadel im Heuhaufen……

Dieser Blogbeitrag ist nicht als Nötigung oder ‘Gardinenpredigt‘ zu verstehen. Er beschreibt nur eine von vielen Möglichkeiten auf vielen Gebieten, die mit zu positiven Veränderungen beitragen können und … werden !

 

(Amnesty International-) Beispieltext von heute an den Präsidenten Kolumbiens).

Sehr geehrter Herr Präsident,

setzen Sie bitte umgehend den Notfallplan um, der im Gesetz 1448 von 2011 festgeschrieben ist und gewährleisten Sie den Schutz der indigenen Gemeinschaft der Yukpa, die infolge der bewaffneten Angriffen der Region aus ihren Häusern vertrieben wurden.

Sorgen Sie bitte für Hilfe und Unterstützung, insbesondere für ihre Ansiedlung in Kolumbien, damit das Leben, die Unversehrtheit und das Fortbestehen der indigenen Gemeinschaft der Yukpa in Kolumbien sichergestellt sind.

Setzen Sie bitte die Pläne zum Schutz der indigenen Gemeinschaft der Yukpa um und gewährleisten Sie deren Rechte auf kolumbianischem Staatsgebiet.

Mit freundlichen Grüßen