Es ist (nur) die Aufmerksamkeit… It’s (only) the attention…


(English below)

Deutsch

Soziale Medien und Apps lenken uns permanent mit irgendwelchen Benachrichtigungen ab. Sie haben unsere Aufmerksamkeit und damit uns auch am Haken. Dass eine Korre­lation zwischen der Nutzungshäufigkeit der Anzeigen und Benachrichtigungen und erhöhtem Stress besteht, ist schon länger bekannt.

(A)Soziale Netze haben die Aufmerksamkeit der Nutzer als wertvollstes Gut erkannt und versuchen (und schaffen das auch), soviel wie möglich davon zu ergattern. Illusionen sollte oder darf man sich dabei nicht machen – Unternehmen wollen in erster Linie Gewinn machen. Kostenlose Apps sind nicht kostenlos, weil die Anbieter so menschenfreundlich (im Sinne von :‘ Wir wollen die Welt ja nur vernetzen‘) sind. WhatsApp z.B. ist kostenlos download- und anwendbar. Das Unternehmen Facebook macht allerdings Milliardengewinne – wie passt das zusammen?

Sind es ’nur‘ die Daten, die abgegriffen zu einem Profil führen und wie lässt sich das noch steigern? Ziel bei einer solchen psychologisch ausgeklügelten Taktik ist, die Nutzer und Nutzerinnen weiter an sich zu binden – sie quasi an die Leine zu nehmen. Das ist erreichbar durch das Erzeugen der Aufmerksamkeit. Je länger sich mit der App beschäftigt wird, je verwertbarer das Nutzerverhalten. Die Nutzerschaft der verwendeten App bekommt davon natürlich nichts mit. Für sie ist die App ja schließlich kostenlos. Es sind sicherlich nicht nur die Daten und die daraus gewonnenen Profile der Nutzer, sondern das tatsächliche Nutzerverhalten. Also: Wie lange wer, was, wobei, wie lange usw. macht, die Reaktionen auf Benachrichtigungen und Angebote, die Auswertung der Tastatureingaben, Wiederholraten und so weiter. Algorythmen werten das aus. In der sich permanent vergrößernden Summe sind das Datenmengen, die ein Machtpotenzial haben, das in einer Demokratie nicht existieren sollte/darf! Die darauf basierenden Geschäftsmodelle sind nicht sozial und menschenfreundlich ausgelegt, sondern das Gegenteil – also asozial. Nutzerinnen und Nutzer werden mit einer kostenlosen App geködert, die ihnen eine Kontakttransparenz und Vernetzung vorgaukelt und das -oberflächlich gesehen- auch ist. Was dann faktisch mit den gesammelten Daten und dem Nutzerverhalten ‚geschieht‘, ist vernebelt. Eine potemkinsche, also vorgekaukelte Scheinbühne mit Profitabsicht. Knallhart. Deshalb asozial. Oder lässt sich das sogar als Betrug und Hintergehen einstufen?

Wie wird es angepriesen? -> Nichts mehr verpassen, auf dem Laufenden durch ständige Informationsmöglichkeiten zu sein, zeitsynchrone Kommunikation, modernes Image usw.. usw… Das heißt in der Konsequenz, dass wir eher mehr statt weniger das Smartphone im Auge haben und unsere Aufmerksamkeit bewusst oder unbewusst darauf fokussiert ist. Beispiel: Man schreibt einen Text -wie diesen- und ping… eine Nachricht kommt rein und schon ist man abgelenkt von dem, worauf gerade das Augenmerk und die Konzentration lag. Entweder liegt dann die Aufmerksamkeit beim Smartphone – oder eben nicht. Eine Ablenkung so oder so… Schafft es die pingende App in den Vordergrund der Aufmerksamkeit und die weitere Beschäftigung damit, dann ist dessen Ziel ein möglichst langer Verbleib. Wird dann noch ein hochinteressantes Angebot dazu führen, etwas zu kaufen, dann läuft der Nutzer oder die Nutzerin durch das Zielband der App.

Sofern das nicht als angenehm empfunden und die Stirn gerunzelt wird, bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, sich den (a)sozialen Netzen zu verwehren, die Apps zu löschen oder – der Flugmodus. Das Gerät ganz ausschalten? Wer macht das schon? Es könnte ja etwas Wichtiges oder ein Kontakt verpasst werden und man als ’nicht-up-to-date‘ oder gar als ‚Ablehner‘ gilt. Die Lösung: ‚Digital Detox‘? Schwer… denn man könnte ja was verpassen…

Allein das Nachdenken über solche Zusammenhänge könnte schon dazu führen, sich für einen selbst bestimmbaren Zeitraum aus der Smartphone-Hektik auszuklinken. Das nennt man ‚Eigenleben’…. Sapere aude…

English

Social media and apps are constantly distracting us with notifications of some sort. They have our attention and therefore us on the hook. It has long been known that there is a correlation between the frequency of use of ads and notifications and increased stress.

(A)Social networks have recognized the attention of users as the most valuable commodity and try (and succeed) in grabbing as much of it as possible. One should or may have illusions about this – companies want to make a profit first and foremost. Free apps are not free because the providers are so philanthropic (in the sense of :‘ We just want to network the world‘). WhatsApp, for example, is free to download and use. However, the Facebook company makes billions in profits – how does that fit together?

Is it ‚only‘ the data that leads to a profile and how can this be increased? The goal of such a psychologically sophisticated tactic is to further bind the users – to keep them on a leash, so to speak. This can be achieved by generating attention. The longer the app is engaged with, the more exploitable the user behavior. Of course, the users of the app don’t notice this. After all, the app is free for them. It is certainly not only the data and the user profiles obtained from it, but the actual user behavior. That is, how long who does what, where, for how long, etc., the reactions to notifications and offers, the evaluation of keystrokes, repetition rates, and so on. Algorythms evaluate this. In the permanently increasing sum, these are data volumes that have a power potential that should not/must not exist in a democracy! The business models based on this are not designed to be social and people-friendly, but the opposite – in other words, asocial. Users are lured with a free app that makes them believe they have contact transparency and networking, and on the surface they do. What actually ‚happens‘ with the collected data and user behavior is obscured. A Potemkin stage, i.e. a fake stage with the intention of making a profit. Hardcore. Therefore antisocial. Or can this even be classified as fraud and deception?

How is it touted? -> Not missing anything anymore, being up to date through constant information possibilities, time-synchronous communication, modern image etc. etc…. This means in consequence that we have rather more than less the smartphone in the eye and our attention is consciously or unconsciously focused on it. Example: You write a text -like this- and ping…. a message comes in and you’re distracted from what your attention and concentration was on. Either the attention is on the smartphone – or not. A distraction either way… If the pinging app makes it into the foreground of the attention and the further occupation with it, then its goal is to stay as long as possible. If a highly interesting offer then leads the user to buy something, he or she will run through the app’s target band.

Unless this is perceived as pleasant and the brow is not furrowed, the only options are actually to deny oneself the (a)social networks, delete the apps or – the flight mode. Turn off the device completely? Who would do that? After all, you might miss something important or a contact and be considered ’not-up-to-date‘ or even a ‚rejecter‘. The solution: ‚Digital Detox‘? You could miss something…

Just thinking about such connections could lead to disengaging from the smartphone frenzy for a self-determined period of time. That’s called a ‚life of one’s own’…. Sapere aude…

„Digital Detox“

haben sie unsere Aufmerksamkeit und somit auch uns am Haken. Stets auf der Suche nach Zerstreuung, Neuigkeiten oder Informationen sind wir gewissermaßen permanent auf Standby und reagieren dabei zunehmend auf Impulse und emotionale Reize von außenMit dem Resultat, dass es uns immer schwerer fällt, den Fokus auf das Wesentliche zu lenken. Was noch nie leicht war, denn als Aristoteles die „Enge des Bewusstseins“ erwähnte, musste er sich nicht mit WhatsApp & Co herumschlagen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.