Roman, 2. Auflage Ende Juni 2016


Es zieht sich hinaus. Diverse Änderungen verzögern den anfangs vorgesehenen Termin der Veröffentlichung. Aktuell ist von Ende Juni 2016 auszugehen.

IMG_20160611_190125_edit.jpgDie Listung bei Amazon dauert dann erfahrungsgemäß noch ca. 2-3 Wochen. Andere sind da schneller. Auch eine ebook-Version wird es geben. In einem abschließenden Beitrag werde ich hier im Blog die konkreten Daten liefern, wie Preise, Links zu entsprechenden Händlers usw..

In der kommenden Woche erwarte ich das zweite Ansichts- oder Referenzexemplar.

Wenn das passt, dann gibt es grünes Licht.

Die nächsten Manuskripte warten bereits ‚ungeduldig‘. Die zu Ende zu bringen, wird wohl – wenn überhaupt- noch einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen.

‚We shall overcome …‘ Aus dem Plural ein Singular … und schon läuft das.

 

 

 

Selektion …


Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hat heute, am 20.Mai 2016,  entschieden, dass das Töten von männlichen Küken mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist.

Bewusst habe ich in den obigen Satz das Datum des Entscheides mit der Jahreszahl vollständig ausgeschrieben : 2016. Nein, es nicht 1916 und eine Rückschau, sondern das Jahr 2016 !!

Einem ethisch sensibilisierten Menschen stellt sich da knallhart die Frage, wie Juristen ticken. Sie müssen sich an den Gesetzestext halten, was sonst ? Das ist natürlich richtig. Die Judikative ist schließlich die eigenständige dritte Säule der Demokratie und damit unantastbar. Völlig unstrittig. Aus der Sicht stellt sich die Frage, wie weit der einschätzende Interpretationsspielraum der Richterschaft geht, wenn ethische Grundwerte auf der Agenda stehen ? Leben ist da -aus meiner Sicht- der höchste Wert. Eine andere Sichtweise hat in meinem Hirn keinen Platz. Die weitere Frage ist, ob sich diese Sichtweise auf die Spezies ‚Mensch‘ bezieht oder auf Leben allgemein in seiner gesamten Vielfalt. Also auch Tiere. Der Bezug zum Tierschutzgesetz als juristische Vorgabe ist also hergestellt. Im speziellen Fall geht es nicht um das Töten eines Tieres, sondern um Millionen davon; auch noch in deren gerade begonner Lebensphase. Selektion  von wertigem und nichtwertigem Leben aus kommerziellem Interesse und damit aus reinem Profitdenken. Da kommt natürlich der Spruch : ‚Der Verbraucher  regelt das durch seine Nachfrage’…

Lebewesen, die gerade ‚das Licht der Welt‘ erblickten und schon auf Laufbändern der Vernichtung ‚zugeführt‘ werden – durch Shreddern oder Vergasen. Moment … vergasen ? Was für eine Assoziation drängt sich denn da auf ? Die Rede ist von Küken, die an anderer Stelle als fototechnische Werbeaccessoires die Herzen der Betrachtachter zum Kauf irgendeiner Ware anspornen sollen. Dem Käufer und allen Beteiligten ist dabei nicht klar, ob sich da um männliche oder weibliche Küken handelt. Wenn es Küken bis vor eine Kamera geschafft haben, dann können es nur weiliche sein, weil die ja später kommerziell ausgebeutet werden können. Und die Männlichen – längst geshreddert oder vergast !

Das Töten (Shreddern/Vergasen) von männlichen Küken ist der Rechtssprechung folgend mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ? Im Klartext : Tiermord ist gesetzeskonform. Ach ja.. richtig : Das Töten von Tieren in freier Wildbahn, genannt Jagd und auch Angeln, ist ja auch gesetzeskonform, nämlich mit dem Jagdgesetz, novelliert von Hermann Meier (Göring) im Dritten Reich. Warum soll der Bezug nicht hergestellt werden ? Ich nenne das ‚Todesstrafe für Tiere‘. Gesetztlich verankert. Zur Erinnerung : Wir schreiben das Jahr 2016 !

Christen sagen oder postulieren : ‚Du sollst nicht töten‘ … warum tun sie es denn ? Schlichte Antwort : Weil sie es immer noch nicht begriffen haben, dass mit dem Postulat nicht ausschließlich der Mensch gemeint ist (Behauptung !), sondern beseelte Lebewesen allgemein und im Speziellen Tiere, wozu auch Fische gehören. Also Lebewesen, die Vater und Mutter, ein Gesicht, ein zentrales Nervensystem, einen Blutkreislauf und Empfindungen wie Freude und Schmerz besitzen. Ihr Nachteil ist, so ist es, dass sie eine andere Physis beseelen und nicht sprechen (und telefonieren) können. Sie sind rechtlich wohl immer noch Gegenstände und keine Lebewesen. Wann wird das endlich begriffen, dass das nicht nur Unsinn ist, sondern selektive, destruktive Ignoranz, die auch noch auf gesetzlichen Säulen steht.

Aus der Sicht die Frage : Überschreiten legislativ Gesetze und juristisch exekutiv eine Richterschaft nicht ihre Kompetenzen, wenn das  hier Beschriebene Anwendung finden  und über Leben und Tod entscheiden darf ? Egal, welcher Spezies ?

Genau dazu zitiere ich hier abschließend die letzten Zeilen eines eigenen Gedichtes :

> Wenn ein Tier sitzt im Weltgericht, das Mensch getrieben zum Schafott .. wenn die                               Stimm‘ hat dann das Gewicht .. mein ‚lieber Mann‘, dann gnad‘ uns Gott‘ <

Oder :  > All that’s necessary for the triumph of evil is that good men do nothing. <                (Edmund Burk)

Mit dem letzten Zitat bezeichne ich nicht mich (weil ich das hier schreibe), sondern lasse es mal allgemeingültig so stehen, wie er’s in markanter Weise von sich gegeben hat.

Absichtlich poste ich hier auch keine Bilder, um nicht in juristische Fallen (Urheberrecht) zu laufen.  Bis auf das Untere und das heutige Header-Bild : das unserer eigenen, glücklichen Hühner, die leben dürfen …

Die 2. Auflage ist fertig …


Was lange währt … Uralter Spruch, doch inhaltlich wohl kaum zu verbessern.

Die 1. Auflage meines Romans ‚Die Gedanken sind frei … Die Erlebnisgeschichte eines jungen Mannes beim Bund‘ war einfach eine gestalterische Katastrophe. Das gestehe ich vorbehaltlos ein. Zitat aus dem ersten Beitrag zu dem Thema (das muss einfach sein …) :

Die 1. Auflage sah schlichtweg katastrophal aus (…) Den Buchblock meine ich. Als ich den realisierte, hatte ich offen gestanden so gut wie keine Ahnung, wie das ansehnlich zu gestalten war. Die Schrift war nicht eingebunden und hatte damit eine grauenhafte Formatierung, nahezu unzumutbar zahlreiche Fehler usw.. Dafür krieche ich reuig nach Canossa und entschuldige mich bei den zahlreichen Käufern, die mehr der Inhalt als die Verpackung interessierte ! Trotzdem

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Die Druckvorlage von BoD

Der Buchblock wurde überarbeitet und auch das Cover ! Ebenso das Buchformat (nun 12 x 19). Vier eigene Zeichnungen wurden hinzugefügt. Im (neuen) Anhang gebe ich den exakten Wortlaut des Antrages auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer wieder, der damals zu einem ‚Verfahren‘ führte, dem sich in der Zeit (Siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts) zu stellen war, wenn man als Solcher anerkannt werden wollte. Dabei handelt es sich um meinen eigenen Antrag, den ich bei der Verhandlung im zuständigen Kreiswehrersatzamt vorzulesen hatte. Um das richtig einzuordnen : Es war sich zu rechtfertigen, wenn man es ablehnte, Menschen auf Befehl zu töten und nicht, wenn man genau dazu bereit war ! Wie das heute abgeht, war damals ein Traum und ein gesellschaftliches Ziel für entsprechend Denkende. Dieses Ziel wurde erreicht.

Durch die Änderungen ergibt sich nun ein ziemlicher Wälzer von 463 Seiten. Da ich es nach wie vor ablehne, die Rechte an meiner eigenen Arbeit an einen Verlag abzutreten, ist auch das Layout dieser 2. Auflage gestalterisch in kompletter Eigenregie entstanden. Das neue Cover ist das Produkt der bildnerischen Bearbeitung eines eigenen Ölgemäldes.

 

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… Und so sieht es aus.

Das Buch ist ca. Ende Mai 2016 im Handel bestelltbar. Also in jeder Buchhandung oder online. Parallel wird es eine eBook- Variante geben. Weitere Details (Preis etc.) dazu gibt es natürlich aktuell hier im Blog.

Desweiteren plane ich hier im Blog Auszüge aus markanten Kapiteln zu veröffentlichen, damit sich ein Eindruck festigen kann, ob das behandelte Thema potentielle Leser überhaupt interessiert. Die inhaltliche Vermittlung und die ‚geistige Interaktion‘ mit dem Thema stehen bei mir im Vordergrund und nicht das Marketing und damit nicht das kommerzielle Interesse. Nach wie vor stehe ich zu meiner Aussage, dass, wenn ich nur einige oder auch nur einen Leser oder eine Leserin erreiche, sich die Arbeit gelohnt hat. Das ist bei mir keine Phrase, sondern präzise die Initialzündung zur Schwerstarbeit, die zur Realisierung eines derart umfangreichen Projektes notwendig war.

Für mich gibt es da noch einen weiteren Grund für das ‚Selbstpublishing‘ : Ich unterliege nicht der Auflage eines Verlages, zur Steigerung der Verkaufszahlen Lesungen und Ähnliches zu veranstalten. Nicht, weil ich da ‚Bammel‘ vor habe, sondern ganz einfach, weil ich davon ausgehe, dass jeder potentielle Leser auch selber lesen kann und sich den Buchinhalt selber lesend erschließen kann.

Fragen und Kommentare zu diesem Thema sind absolut erwünscht …

Voltaire …


Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“  (Voltaire)

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Ich will hier nicht den Eindruck erwecken, zu denen zu gehören, die sich veranlasst sehen, alles zu kommentieren. Doch … Voltaires Zitat ist von einer Wucht und zeitlosen Gültigkeit, die freiheitsliebende Menschen nicht nur theoretisch betrachten, sondern auch praktisch öffentlich umsetzen sollten. Deshalb …

Die Details zum Thema Erdogan rolle ich hier nicht auf; das sollte hinreichend bekannt sein. Allerdings : Seine Reaktion ist eine weitere Enttarnung seiner offensichtlichen Absichten, ein präsidiales System zu errichten und zu festigen mit ihm als quasi Alleinherrscher. Dazu braucht er Wasserwerfer, Tränengas, gewaltbereit hörige Ordnungskräfte und entsprechendes Militär, Marionettenpresse und -Medien usw.. (Er lässt auch Frauen niederknüppeln). Seine Erkenntnis, die Schlüsselfigur in der Flüchtlingsproblematik für die EU zu sein, ist ein ordentliches Sahnehäubchen, das den ‚Kuchen‘ noch interessanter macht. Er fühlt sich von Äußerungen aus der Kategorie ‚unterhalb der Gürtellinie‘ beleidigt und spielt seine Macht aus. Ein infantiles Sandkastenspiel nach dem Motto ‚zerstörst du meinen Sandkuchen, dann mach ich dir deine Förmchen kaputt‘. Was ist das denn ?

Böhmermann hat ihn beleidigt, klar, doch einem edlen Pfau reißt man nicht die Federn aus oder einer Staatskarosse  pinkelt man nicht an einen Reifen, ohne Reaktionen auszulösen. Das oberflächliche Faktum ist da entscheidend für eine Reaktion und nicht die inhaltliche Auseinandersetzung. Beispiel dafür : Der Satz ‚Am liebsten mag er Ziegen ficken‘. Setzt man sich inhaltlich damit auseinander, stellt man fest, dass es eigentlich so gut wie unmöglich ist, zu postulieren, was ein Mensch ‚am liebsten‘ macht. Damit ist der Satz tatsächlich schon formal Satire ..  der Inhalt ist allein schon damit ausgehebelt und nur noch ein ‚Gossenlacher‘. Hier  wird nur die Verpackung in den Vordergrund gestellt, ohne dass dieser Staatsmann erkennt, dass er mitten im ‚tierischen Ernst‘ steht. Ja .. das nenne ich niederfrequent.

Aus der Sicht wurde die Ablauffolge auf den Kopf gestellt. Erdogan wurde beleidigt und wie reagiert er, der mit seinem Land in die EU will ? Er beleidigt sein Volk, indem er kleingeistig allen zeigt, dass er als gewählter Präsident nicht in der Lage ist, das großartige türkische Volk auf einem geistigen Niveau zu repräsentieren, das es verdient. Das heißt ‚über den Dingen‘ zu stehen und sich nicht auf ein Gossenniveau einzulassen. Wer so reagiert, ist nicht nur am falschen Platz, sondern zeigt sein wahres Kalkül -> Egomanie.

Es liegt mir fern, der deutschen Regierungschefin Ratschläge zu geben, doch hier mal eine klare Ansage :  Fallen tausend Blätter in einen Brunnen, dann ist das lästig, weil mit Arbeit verbunden … fällt ein Tropfen Benzin da hinein, dann ist das  …  Wasser ungenießbar, ja vergiftet.

Man ist geneigt zu sagen, dass hundertausende Flüchtlinge in der EU integrierbarer erscheinen, als ein Brunnenvergifter. Da muss eine klare Linie gezogen  und deutlichst vermieden werden, dass die Grundsäulen der Demokratie nicht unterhöhlt werden.

Liberté, Égalité, Fraternité. (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit).

11 Monate (BlackBerry®) Passport …


Es war Neugier auf diesen ungewöhnlichen Formfaktor .. dieses quadratische Display und dieses ‚aus der Reihe Tanzen‘ im Vergleich zu den Geräten, die den Ton des Mainstreams bestimmen, was Smartphones angeht. Brauche ich sowas, war die Frage ? Entscheidend war allerdings, dass ich es absolut ‚vermeiden‘ wollte, auf Glas Texte zu tippen. Das war eine gewachsene Erkenntnis aus den Erfahrungen mit den iPads, die ich bis dahin nutzte. Unnachgiebiges Glas, das im wirklichen Kontrast zu dem stand, was ich bis dahin an guten Tastaturen schätzte. Die Alternative wäre dabei gewesen, eine externe Tastatur in irgendeine Tasche zu stecken .. nur in welche ? Die Apple-Tastatur passt in keine meiner Hosentaschen und … es ist Unsinn, darüber weiter zu sinnieren.

Da war das BlackBerry Q 10 , das mir zeigte, dass es auch anders geht, nämlich so, wie ich mir das vorstellte. Eine Tastatur, deren Haptik genau den Eindruck verschaffte, etwas zu bewegen und bestätigt zu bekommen. Tasten, die sich nicht ausblenden lassen, sondern an Ort und Stelle verbleiben und gedrückt werden wollen. —

Das Passport (Neutrum, weil hier als Gerät gemeint) ist exakt die Maschine, die der adjektivischen Bezeichnung ‚weiterentwickelt‘ gerecht wird. Die Tastatur nicht nur als solche, sondern auch als Touchpad zum Scrollen nutzen zu können, ist alltagstauglich. Vorgeschlagene Worte im logischen Zusammenhang per Wischgeste in den jeweiligen Text zu schieben, ist eine Verfahrensweise, die ich nicht mehr missen möchte und werde.

Jedes Gerät hat seine Stärken und natürlich auch Schwächen. In meiner täglichen Anwendung überwiegt eindeutig das Erstere.

Fazit nach 11 Monaten :  Dieses Gerät würde ich bedenkenlos sofort wieder kaufen, auch wenn BlackBerry einen absoluten Eiertanz in seiner Firmenpolitik hinlegt, die Kunden verunsichert, zu Android wechselt und das eigene Betriebessystem höchstwahrscheinlich auslaufen lässt, anstatt es zielführend zu bewerben und die unvergleichlichen Vorteile so herausstellt, dass es auch in der Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen wird. Und genau das passiert nicht ! Trotzdem geht meine Überlegung dahin, sogar ein zweites Passport (SE) zu erwerben, bevor die Hardwaresparte von BlackBerry geschlossen wird. Den neuesten Nachrichten zufolge wird das BlackBerry-Betriebssystem BB 10 noch mindestens  zwei Jahre weiter gepflegt und sicherheitstechnisch aktualisiert.

Sofern ‚man‘ kein buntes Spielzeug, sondern ein Arbeitsgerät mit Telefon- und Messengerfunktion einsetzen möchte, ist dieses BlackBerry Passport eine wirkliche Überlegung wert. Das hier ist keine Werbung für ein Produkt, sondern eine rein pragmatische Darstellung eines Gerätes, das diese Zeilen verdient, egal ob es eine ‚Brombeere‘ oder ein ‚Sonstwas‘ ist.

Die Jagd ist das große Hobby ……


Artikel im Mindener Tageblatt v. 19.03.2016, Seite 3

> Die Jagd ist das große Hobby von A… Schä………..<

(Der Name wird hier bewusst nicht ausgeschrieben !)

 

Nach zwanzig Leserbriefen zum Thema ‚Jagd‘ (hier im Blog nchzulesen) sehe ich mich nicht mehr veranlasst, mich einer weiteren Schimpftirade auszusetzen. (Ich knicke trotzdem nicht ein !!) Es ist wie das ‚Hornberger Schießen‘ …  Vielmehr dazu hier im Blog noch ein paar Zeilen :

Dem Artikel ist zu entnehmen, dass Frauen vermehrt ein ‚Hobby‘ geradezu entdecken : die Jagd. Die Ruhe und Verbundenheit mit ihrem Hund in der Natur, also Wald und Feld. Das Schießen nur von wildlebenden Tieren, die sie dann selber zum Verzehr zubereiten und essen. Die Idylle …

Enerseits mit dem geliebten Hund und weiteren Haustieren in gelebter Harmonie leben und anderenseits wildlebende Tiere abschießen oder treffend deutlicher gesagt, ermorden .. wird nicht als Widerspruch wahrgenommen, sondern als bestenfalls ’notwendiges Übel‘.  Also Übel … Da wird dieser Urtrieb in den menschlichen Genen sauber eingepackt in bunte Gefühlsduselei. Natürlich auf Kosten des Freiwildes im wahrsten Sinne des Wortes. Abgesichert und damit auf rechtlicher Grundlage des deutschen Jagdgesetzes; immer noch basierend auf den Wahnvorstellungen des Reichsjägermeisters und Naziverbrechers Hermann Göring (oder wollte der nicht ‚Meier‘ heißen, wenn eine deutsche Stadt bombadiert würde … ?) Also ist auch hier die Verpackung deutlicher herausgestellt als der Inhalt, der mit dem Verb ‚töten‘ zu beschreiben ist.

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Bild :Heinrich Hoffmann ‚Der Struwwelpeter‘

Ruhe und Entspannung findet man in Wald und Feld auch ohne scharf geladenem Gewehr und gnadenloser Hinterlist gegenüber Lebewesen, die nicht waffentechnisch gleichwertig ausgerüstet sind. Statt Gewehr ein Fernrohr und|oder eine Kamera … dann bleibt das Umfeld und die eigene Seele friedlich und ein konjunktiver Seelenpoker mit entsprechender Schuldfrage ergibt sich gar nicht erst.

Eine Gesellschaft ‚evolutioniert‘ sich erst dann konsequent nachhaltig, wenn sie sich von den übelsten, ja rudimentären Sitten und Gebräuche verabschiedet. Rückschluss : Genau dazu gehört die Jagd. Der Entzug der gesetzlichen Legitimation wäre so ein Schritt.  Ein kurzer Satz in einem recht unbedeutenden Blog … aber einer in Richtung einer friedlicheren Gesellschaft, in der derart niedere ‚Triebe‘ keine Chance mehr haben. Das wäre ein wahrhaft großer Schritt für die Mensch- und Tierheit  …  und eine Illusion.

 

 

 

 

‚AfD‘ für Abschaffung des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG)


Im Newsletter des ‚pv-magazin’s las ich, dass die AfD  in ihrem Grundsatzprogramm nun konkret ihre Vorstellungen zur Energiepolitik darstellt. Die ‚Alternative‘ habe ich mir dann genauer angeschaut :

Die  Partei ‚Alternative für Deutschland‘ (AfD) stellt darin grundsätzlich fest, dass die Energiewende in Deutschland die Stromversorgung gefährde und dass stattdessen eine Förderung der Atomkraft und des Frackings in Sinne des Landes sei. Ergo sollte demnach das Eneuerbare-Energien-Gesetz ersatzlos gestrichen werden. Die Energiewende sei zu teuer und stelle die Stromversorgung allgemein durch die wetterbedingten Schwankungen (Solar / Wind) nicht sicher. Weiterhin sei das EEG eine staatliche Planwirtschaft (also wie z.B. in d er damaligen DDR… -meine Anm.-) und keine Marktwirtschaft mehr.

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Bild privat: Photovaikmodule

Und wie stellt man sich demnach z.B. die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaik oder Windkraftanlagen vor ? Natürlich .. auch die soll ersatzlos gestrichen werden. Private Investoren, die beispielsweise auf ‚andere‘ Konsumgüter verzichten und eine Photovoltaikanlage auf ihren Dächern installieren ließen, eine Abnahmegarantie für 20 Jahre erhielten und damit ihre Investition mitfinanzieren, werden für ihren Beitrag zum Gelingen der Energiewende regelrecht bestraft. Zwar war die Einspeisevergütung ein umstrittenes  Thema, da argumentiert wurde, dass jeder Stromverbraucher solche Anlagen mitfinanziert; basierte aber darauf, dass Bürger tatsächlich investierten und zwar in einem Maße, dass nicht annähernd erwartet wurde. Die Energiewende schien zu gelingen. Die Politik des Wirtschaftsministers führte allerdings zu einer ‚Eindämmung‘ dieser Entwicklung. Ich will mich hier nicht in Details verlieren …

Die AfD zerrt altbackene Argumente hervor von der Art, dass sie die Risiken der fossilen Energieträger (Kohle/Öl/Gas) schlichtweg den wirtschftlichen Aspekten unterwirft. Umweltverschmutzung ist ja nicht so schlimm .. ein absehbares Ende der Verfügbarkeit von Kohle und Öl wird gar nicht erst betrachtet. Für wie dumm und unbelesen wird der Staatsbürger da gehalten ? In einer Welt des permanenten Informationszugriffs. Diese Partei erkennt den Zeitgeist und die Verantwortung für künftige Generationen nicht oder besser gar nicht ! Klimaerwärmung durch die Emissionen der Energiegewinnung, die sie gefördert sehen wollen, existiert nicht oder wird nur dramatisiert ? Jeder denkende Mensch erkennt, dass Argumente von gestern und vorgestern Vergangenheit sind. Die Realisierung darf nicht verspielt werden, Energie aus Quellen zu beziehen, die nicht die Atmosphäre zerstören und die Luft verpesten und den Kindern und Kindeskindern usw. einen Planeten hinterlassen, der dringend nach einem Ersatzplaneten sucht. Wenn das eine der Alternativen für Deutschland sein soll, dann sollte die Demontage und Enttarnung einer solchen Parteil wirklich nicht schwer fallen.

Deutlich wird allein aus dieser Thematik, dass die AfD ganz klar einen Wegweiser zeigt. Nur … in welche Richtung ? Die Antwort kann leichter nicht sein :  Rückwärts !  Diese Richtung ist ja hinreichend bekannt aus der Flüchtlingsdramatik. Auf ‚Veranstaltungen‘ wird in einer Weise gehetzt, gepöbelt, demagogisiert und vor Kameras wird dann alles verharmlost und mundgerecht serviert. Und was veranstalten sie wohl, wenn sie tatsächlich (Gott bewahre !) an irgendeine Macht -oder die Beteiligung daran- kommen und dann ? Der vorletzte Protestwähler wird dann erkennen, dass er da Luftblasen hinterhergelaufen ist, die dann einfach so zerplatzen.

Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich so tolerant ausdauernd bin, das gesamte Grundsatzprogramm der AfD lesen zu wollen. Der hier beschriebene Teil davon reicht mir schon …

Abschließend noch  eine Enpfehlung in Form eines Zitates von Immanuel Kant :

> sapere aude  <

(Wage es, weise zu sein)

-> Oder eine andere Definition : ‚Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.‘

A…. hoch – Zähne auseinander !


(Samstag, 12.März, 22:00 Uhr : )

Statement zu den morgigen Landtagswahlen in Baden-Würtemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt :

Kommt der vielbeschriebene Rechtsruck in Deutschland ? AfD bei 20 % ? In einem Land, das die Folgen eines solchen Irrsinns geschichtlich mehr als kennen müsste, sollte … Sollte das der Fall sein und tatsächlich eintreten, dann …

>>   Es ist ja so einfach, mitzulaufen, mitzugröhlen und Anderen das Denken zu überlassen. Moment … Denken ..? Klingt in diesem Lande muttersprachlich, scheint aber bildungsunabhängig einem erneuten Mitläufertum den Vorrang zu geben und sich in der Kategorie ‘Fremdwörter’ pudelwohl zu fühlen.  <<

Empfehlung an das Mitläufertum : Geschichtsbücher (auch online) aufschlagen und nachsehen, was Demagogie und Propaganda auf der untersten Ebene der Seele anrichten kann. Es sind nicht nur die Trümmerhaufen der Städte, sondern auch die der Seelen und der Apokalypse auf der ganzen Linie. Jegliche Verharmlosung  davon ist die Ignoranz und die Verdummung des Individuums – ‚Hells bells ‚ …

Noch sind es Minderheiten, die genau wissen, welche geistigen ‚Zustände‘ sie abholen und bedienen können, doch deren Zuwachs beschreibe ich nur noch mit :  ‚.. Streichholz und Benzinkanister !‘

Jeder ethisch sensibilisierte Mensch, sei es auch nur halbwegs, muss sich darüber im Klaren sein, was sich da anbahnt. Deshalb : Das Hinterteil hoch und die Zähne auseinander ! (Oder auch der beherzte Griff in die Tastatur !)

Mag platt klingen, doch … manchmal ist es die recht einfache Wortwahl.

Noch ist das Wort ‚Wahlurne‘ ein zusammenhängendes Substantiv …

 

 

‚Maler‘


Ein Gedicht aus meinem Buch 'Menschenland'

 

Maler

 

Allein und einsam auf dem Hocker

die weiße Leinwand starrt ihn an

sitzt da der Pinselzocker

was hat sie ihm denn nur getan

Der erste Pinselstrich mit Schwung

und schon gelingt der Zweite

grad eben noch Verzweifelung

fliegt Fantasie jetzt in die Weite

So ist’s nun mal ihr Malersleut

denn das ist euer Ringen

aus Nichts zu schaffen von Bedeut‘

es muss einfach gelingen

Ein neuer Stil in deiner Kunst

denn sonst röhrt an der Hirsch im Harz

dann malst du für Betrachters Gunst

den gelben Punkt – der Rest ist schwarz

Gedicht ‚Jäger‘


Dieses Gedicht ist eine ‚Hommage‘ an den Artikel ‚Die Anwälte der Tiere‘ im Mindener Tageblatt v. 05. Februar 2016. Zwanzig Leserbriefe zu dem Thema ‚Jagd‘ sind von mir in der genannten -und von mir sehr geschätzten- Zeitung bislang erschienen und in diesem Blog erneut veröffentlicht.  Heute resümiert bleibt die Erkenntnis, dass der von der Jägerschaft ausgelebte ‚Seelenkitzel‘ samt Dominanzgehabe aus Herrschaftszeiten genetisch verankert sein muss. Immer noch. Einen weiteren Leserbrief zu dem provokanten Titel des oben genannen Artikels ‚rauszuhauen, ist wie das ‚Hornberger Schießen‘. Hier im Blog ist es das allerdings nicht ! Deshalb für interessierte Leser das folgende Gedicht :

Zitat (eigen) :   Jagd und Tierschutz sind ein Widerspruch in sich.

Jäger

Das deutsche Liedgut singt vom Jäger

der schießt sein Wild wie’s ihm gefällt

als Waidmanns ehrig Zunftenträger

hat immer sich so angesellt

er liebt die Pirsch, das Angesitze

auf überzählig Wildbestand

ist da so Freilands Hegefritze

der keine andre Lösung fand

ob Hase, Wildschwein oder Reh

sitzt freudig an in der Natur

ob Hochsitz oder Büsches Speh

will er den Schuss, die Flinte pur

lässt treiben Freiwild auf sich zu

entspannter Freizeithochgenuss

zieht aus der wilden Tiere Schuh

aus Hinterhalt mit Hegeschuss

der geht gezielt in seine Seele

hält offen tiergemordet Kerbholz

geschichtgerechte Tötbefehle

ist rechtgefertigt Mordesstolz

manch Schmatzer würd vergehn der Schmaus

wenn er müsst töten Tier zur Speis

dem Jäger macht das gar nichts aus

er macht das selber zum Beweis

das abgekocht sein Seelenleben

als Herrscher über Leben thront

dem Wild das Aufbrechmesser geben

dann hat die Strecke sich gelohnt

er wird die Welt nicht mehr verstehn

wenn eines Tags ein Richter bellt

das Tiermord ist wie Menschenmord

den Vorsatz auch noch unterstellt

dann bist du dran du Jägersmann

und Tieresseelen klatschen

die Flinte nützt dir gar nichts dann

kannst Hegering im Kopf belatschen

wie schön die Zeiten damals waren

als Tiere waren vogelfrei

bist dir juristisch nun im Klaren

dass Schluss ist mit der Barbarei

Ein solcher Traum, wie kann es sein

ist eine Wunderblase

sie schwebt dahin, fragil und fein

ein blumig transparenter Hase

Denken


Denken

Die eine Möglichkeit zu denken
ist wahllos sich Gedanken schenken
die kollektiv kanalisiert
berechnet und dann ausseziert
in ungeahnte Enge führt
als hätt’ der Geist sie nie berührt

Die nächste Möglichkeit geschieht
wenn Enge in die Weite zieht…

Pärchen


Pärchen

Die emsig stetigen Begleiter
auf Weltenbühnes Menschenleiter
sind zwei, die bestens sich ergänzen
mit Macht und Ohnmacht billig glänzen
in kalter Brachialmanier
verschleiern sie die `Background-Gier´
sie herrschen absolut feudal
in Hohlköpfen – verdammt noch mal
sie schließen Bündnisse mit allen
die blind vor ihnen niederfallen
sie fürchten weder Tod noch Teufel
in Egozentrik ohne Zweifel
Wer ist denn nun besagtes Paar
im Outfit, wie es immer war ?
die grinsen als Realpopanz
es sind – Dummheit und Arroganz

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Rücken- und Schmerzproblematik


Rücken- und Schmerzproblematik

Lange habe ich gezögert, über die eigenen ‚Erfahrungen’ zu diesem Themenkomplex zu schreiben, da ich 1. kein Mediziner bin und 2. nicht als ‚Besserwisser’ aufzutreten gedachte und gedenke. Warum nun dieser Beitrag ? Die Antwort ist relativ simpel und liegt auf der Hand oder besser im eigenen Rückenbereich (aktuell !). Nach zwei großen OP’s (jeweils über 6 Stunden) und einem kleineren Eingriff (Facettenblockade) folgten postoperative ‚Zustände’ von einer anderen Art, nämlich der, die als unerträglich nicht falsch beschrieben sind. Konzentriertes Arbeiten, gleich welcher Art, war faktisch ausgeschlossen. Doch es gab Licht in dem unbeleuchteten Tunnel. Zu dem Zeitpunkt vor ca. 20 Jahren gaben mir zwei ‚Dinge’ die unterstützenden Maßnahmen, die wieder Licht erkennen ließen und sich bis heute bewährt haben :

  1. Yoga (eingeschränkt körperlich, doch mental durch Kundalini-Meditationen)
  2. TENS – und das ist eine Therapiemöglichkeit, die -bei mir jedenfalls- positiv anschlug.

Zum Ersten : Verständlicherweise waren die von mir bis dahin praktizierten Übungen, wie Kopfstand, Lotussitz, Verwindungsstellung, Stellung des Kindes usw. wenn überhaupt, dann nur eingeschränkt möglich.

Kopfstand.png
Bild: eigener Kopfstand

 

Die genannte Meditationsart ist eine, die unter Anleitung erlernt werden sollte, da sie -wenn nicht richtig durchgeführt- durchaus ein gegenteiliges, also negatives Ergebnis hervorrufen und damit bewirken kann. Hinzu kommt das A und O des Yoga : die Atemtechnik. Hara- oder Bauchatmung sollte von Jedem -der es will- gelernt werden. Sie beruhigt und stärkt die Konzentration. So einfach es klingt, doch so manches Problem lässt sich ‚einfach’ wegatmen. Denjenigen, die da nicht autodidaktisch `rangehen wollen, sei eine Yogagruppe empfohlen, die -wenn sie gut ist- jeden seine Fähigkeiten entwickeln lässt. Ich war Autodidakt und bin es geblieben – seit knapp 50 Jahren.

 

zum Zweiten : TENS. (Transkutane elektrische Nervenstimulation). Elektodioden werden auf die Haut -wieder abziehbar- geklebt und per Kabel mit einem Steuergerät (Tens-Gerät) verbunden. Die Geräte haben heute eine ausgeklügelte Programmsteuerung, in denen angewählt wird, welche Stromintervalle an die Dioden abgegeben werden. Mein Gerät verfügt über sieben unterschiedliche Programme. Mir ist klar, dass damit kein heilender Effekt ausgelöst wird, doch … und das ist der Grund, warum ich das hier erwähne, der Ablenkungseffekt ist enorm. Der empfundene Schmerz ist nicht mehr an oberster Stelle der Wahrnehung, sondern dieser leichte ‚Stromfluss’ auf der und durch die Haut (transkutan). Einfach nur Ablenkung – also ein phychologischer Effekt ? Das will ich nicht abstreiten.

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Bild: mein Tens-Gerät im Betrieb

Dieses kleine Gerät läuft bei mir zur Zeit stundenlang in unterschiedlichen Programmen. Mir hilfts. Vielleicht eine Anregung für Leute, die das nicht oder noch nicht kennen. Ich werbe hier für kein Produkt, denn es gibt da diverse Hersteller und die Geräte sind verordnungsfrei in einschlägigen Geschäften oder online zu kaufen. Inwieweit das alles den Gang zum Orthopäden ersetzt, sei dahingestellt. Denn das hier Beschriebene ist eine unterstützende Maßnahme und kein Allheilmittel, das eine medizinische Behandlung umgeht oder gar ausschließt.

 

Natürlich gibt es diverse andere Behandlungsarten, die allerdings immer lückenhaft in ihrer theoretischen Gesamtheit bleiben werden. Hier erwähne ich nur die markanten ‚Helferchen’, denen ich mich bediene. Ein kleiner Erfahrungsbericht oder Hinweis also, der es sicherlich an Komplexität vemissen lässt, aber individuell praxistauglich ist.

 

 

Apple und all die Anderen … oder der ‚ökonomische Imperativ’ (immer noch kein Ersatzplanet ?)


 

Das Manifest der Selbstreparierer ist ein Bekenntnis derjenigen, die nicht nur begriffen haben, sondern in die Erkenntnis auch Taten fließen lassen, dass dieser Planet absehbar kollabieren könnte und -wenn es so weitergeht- auch wird. Ressourcen werden ausgebeutet und damit Produkte hergestellt, die nach einem Jahr wieder überholt sind, weil sie dem zeitgeistigen Standard nicht mehr entsprechen. Offensichtlich wird sogar die Lebenszeit in viele Geräte mit eingebaut. Warum ? Damit der geschätzte Kunde immer in der Timeline ist und sich um Gottes Willen nicht abkoppelt. Vornehm gedacht, doch … zu welchen Lasten ? Die kurze Antwort siehe oben. Langlebigkeit wünscht sich der Mensch (unbewusst ?) nur noch für sich selbst.(Nachdenken kann das ändern). Die Elektroschrottberge steigen und steigen. Wo ist der öffentliche Aufschrei bezüglich der Kinder in den ‚schrumpeligen’ Ländern dieses Planeten, die Altgeräte anzünden, um an die wieder verkaufbaren Wertstoffe zu gelangen ? Dass sie dabei giftige Dämpfe der brennenden Kunststoffgehäuse wohl unwissend einatmen .. wird als bedauerlich und traurig hingenommen und im nächsten Moment wieder das neue iPhone (oder irgendein anderes) bestellt und gekauft. Noch funktionierende Geräte werden entsorgt, anstatt sie aufzurüsten und weiter zu verwenden. Muss immer alles schneller, höher, weiter sein ? Batterien oder Akkus werden verklebt und sind damit vom Endverbraucher nicht auswechselbar. Auch kann ein Neukauf ‚günstiger’ sein als eine Reparatur … so wird dann argumentiert. In sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen ‚schrauben’ Menschen für die zahlungskräftigen Kunden Geräte der aktuellen Begierde zusammen für einen Lohn, der in den Abnehmerländern die dortigen Menschen nicht einmal veranlassen würde, morgens aufzustehen. Dazu das Marketing, das diesen Irrsinn nicht nur verharmlost, sondern anfeuert durch die Installierung eines Lifestylegefühls in den Köpfen der damit zu ködernden Kunden. Die Vermittlung einer schönen, heilen Welt, wenn man dieses oder jenes Produkt kauft und verwendet. Aber nicht zu lange bitteschön … der Nachschub wartet schon auf den modernen Menschen …

Was soll das alles und wozu werden hier -von mir- die Vorgänge so zusammengepresst ?

Seit 1997 nutze ich Apple-Produkte, weil ich -ich könnte sagen bis heute- keine Produkte finden konnte, die mir das boten und bieten, was ich auch tatsächlich brauche .. oder glaube, zu brauchen. Und weil diese alten Geräte zum Teil bis heute noch funktionieren und auch noch im Gebrauch sind. Ok, mit einem Powerbook von 1997 ist nicht mehr so zu surfen wie mit einem relativ aktuellen Macbook pro. Ob das Letztere allerdings nach 18 Jahren überhaupt noch funktioniert, bleibt dahingestellt.

Nun las ich vor kurzem, dass Apple für das iPhone eine Option bietet, die der eigentliche Anlass zum Verfassen dieses Textes war. Sinngemäß : Der Kunde zahlt monatlich einen bestimmten Betrag (bei der Telekom angeblich 80 €) und erhält nach einem Jahr automatisch ein aktuelles iPhone. Klingt oberflächlich gesehen gut. Nur .. das Altgerät wird nicht entsorgt, sondern von Apple wieder aufbereitet (refurbished) und dann nicht billig wieder verkauft. Nun könnte man sagen, dass das eine Maßnahme ist, die meinen Vorstellungen entgegen kommt, wenn da nur nicht die nachzuproduzierenden Geräte wären, für die wiederum Rohstoffe gebraucht werden und Arbeitskräfte nahezu gnadenlos ausgebeutet würden/werden. Reicht da nicht zum Beispiel ein Dreijahreszyklus ? Mal ganz abgesehen davon, dass die nicht so zahlungskräftigen Kunden bewusst in die zweite Reihe gestellt werden. Das sind dann die ‚Refurbishten’ oder so ähnlich. Die ethische/soziale Komponente sollte nicht unterschätzt werden.

Ob ich als alter Appleuser an Apple appelliere .. oder nicht. Nur … dass solche Geschäftigkeiten nicht durchschaut werden, ist heute bei der ständigen Verfügbarkeit von Informationen eine Illusion und zwar derer, die meinen, es ginge immer so weiter. Wachstum -der ökonomische Imperativ- funktioniert nicht für alle Zeiten. Es sind ja nicht nur die Neugeräte, die einfach dann wieder da sind, sondern die Produktonsprozesse erfordern eben Material und Menschen. Der schöne Schein eines Produktes offenbart nicht die fragilen Bestandteile, bestehend aus Mensch und Material. Beide sind am Ende nicht mehr numerisch ersetzbar, weil sie entweder nicht mehr vorhanden oder nicht mehr bereit dazu sind, weil sie feststellen müssen, dass sie immer noch keinen Ersatzplaneten zur Umsiedelung gefunden haben. Das auf einem Ast sitzende Sägen am Stammende des Baumes …

Dabei gibt es durchaus Alternativen. Auf Langlebigkeit ausgerichtete Geräte sind irgendwann logischerweise auch reparaturbefürftig. Ein solcher ‚Markt’ wird ganz offensichtlich komplett unterschätzt. Die Schaffung einer solchen ‚ökonomischen Infrastruktur’ setzt allerdings etwas voraus, was Menschen ebenso offensichtlich schwer fällt : Für das Marketing ein thematisches und für die Weltwirtschaft ein essentielles = Umdenken !

Fazit : Das permanente Drängen auf langlebigere (z.B. Computer, Tablets, Smartphones usw.) und anwenderfreundliche Produkte (selbst reparierbar) sollte ein ökonomischer Imperatif sein. Wäre das ein Rückschritt vom Fortschritt ? Technisch aktualisierbare Geräte sind kein Rückschritt ! Da würde sich ein hoch interessanter Wirtschaftzweig etablieren; nämlich der der Nachhaltigkeit durch Weitsichtigkeit oder umgekehrt. Und noch etwas aus meiner Sicht ganz Entscheidendes : Ein eher verantwortbarer Übergang zur nächsten Generation und darüber vielleicht noch hinaus !

Große Worte ? Ja klar ! Mit kleinen und zu zaghaft geflüsterten Worten erreicht man keine Resonanz; nicht mal auf geringer Entfernung. Es liegt an der verehrten Kundschaft und damit an den Konsumenten, solche Gedanken beiseite zu schieben und ungeduldig dem nächsten iPhone entgegenzufiebern .. oder sich vorzustellen, dass gerade benutzte Gerät noch weiter zu benutzen und darauf zu setzen, dass die nächste oder übernächste iPhone-Generation durch eine Aufrüstbarkeit technisch aktuell gehalten werden kann.

Sind das nur Wünsche ? Ja klar. Wünsche, die ……..

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine wahre Geschichte aus den Ende Siebzigern …


Die folgende Geschichte (autobiographisch, nur die Namen wurden geändert) trug sich in den Ende Siebzigerjahren so zu, wie sie hier geschrieben steht. So und inhaltlich in vergleichbarer Weise lief das einige Jahre lang jede Woche ab. Als Frau W. über achtzigjährig verstarb, entstand über lange Zeit eine einzigartige Kommunikationslücke …

 

Verbindung

 

Auch an diesem Samstag Vormittag saß die alte Frau in ihrer Küche und wartete auf den jungen Mann, der ihr die Lebensmittel für die kommende Woche brachte.

Die Hintertür war nicht abgeschlossen. Das ersparte ihr den mühsamen Weg zur Haustür. Sie freute sich auf diese kurzen Augenblicke der Hilfsbereitschaft und der Unterhaltung mit ihm. Es war ein Lichtblick, auf den sie die ganze Woche wartete.

Ihre Angehörigen, Tochter, Schwiegersohn und die beiden Enkelkinder, wohnten mit in ihrem Haus. Und .. warum kam nun dieser junge Mann trotzdem jeden Samstag ?

Sie fragte sich jedesmal, ob sie ihn damit nicht belästigte, doch diese Gedanken wies er immer energisch zurück. Für ihn sei es eine Selbstverständlichkeit, so sagte er immer. Ja, wie oft hatte sie ihn schon gefragt …

Sie legte ihre Hände auf die fast gelähmten Beine, die sie nur noch zentimeterweise weiterschieben konnte. Was er wohl wirklich denkt, wenn sie sich mit ihrem Stock, an den Wänden gestützt, in die Küche schleppt, um ihn zu empfangen .. ? Sie … diese körperlich abgearbeitete und entkräftete aber geistig hellwache, alte Frau.

In diesem Moment ging die Tür auf.

„Guten Tag, Frau Wehnert.“ Er trat ein und drückte mit dem Ellenbogen die Tür ins Schloss.

„Guten Tag, Herr Waldhaus … ach, ich kann ihnen die Tür nicht zumachen ..“

„Kein Problem, Frau Wehnert.“ Er nickte ihr verständnisvoll zu und setzte den Korb mit den Sachen auf die Eckbank.

„Setzen sie sich doch .. bitte.“

„Sie wissen doch, ich hab’ eigentlich sehr wenig Zeit ..“

„Bitte.“

Er setzte sich neben den Korb und begann, die Sachen auf den Tisch zu stellen.

„Ich verstehe ja, dass sie wenig Zeit haben. Was gibt’s Neues?“

„Viel Arbeit, Frau Wehnert .. und bei ihnen ?“

„Ach Herr Waldhaus. Die Beine .. sie wollen einfach nicht mehr. Dazu das Herz … Ein alter Mensch ist nichts mehr wert.“

„Das dürfen sie nicht sagen, Frau Wehnert. Ich meine, das ist es nicht. Sie haben doch viel mehr Erfahrungen als ich zum Beispiel.“

„Herr Waldhaus, falle ich ihnen wirklich nicht zur Last ? Sie haben doch auch so genug zu tun..“

„Darüber sind wir uns doch einig ! Warum zweifeln sie immer ?“

„Ach, das sagen sie immer so …   Sie tun so viel für mich, das kann ich gar nicht wieder gut machen .“

„Ich bitte sie.“ Er sah sie entgeistert an.

„Ja .. doch. Dafür danke ich ihnen. Sie glauben gar nicht, wie ich mich darüber freue. Wenn doch alle so wären … Diese Welt ist so gefühlslos und voller Gleichgültigkeit. Nächstenliebe ist so selten. Alle reden sehr viel, glauben sie mir, doch, wenn es darauf ankommt, dann .. sitzt man allein .. mit seinen Sorgen und mit der Welt, die man nicht mehr versteht. Dann kneifen sie alle und sind sich selbst der Nächste. Das sehen sie doch an meiner Tochter und an meinem Schwiegersohn. Die sind jeden Tag betrunken. Ich bin ihnen nur eine Last. Die wollen nicht mal mehr mit mir reden. Aber mein Geld … Und man kann doch gar nichts dafür, dass man alt wird und irgendwie Hilfe braucht …“

Er sah in ihre eingefallenen Augen. Dieser verklärte Blick …

Was für ein Schicksal.

Die Wärme solcher Eindrücke.

Beide sahen schweigend auf den Boden.

Blicke ins Leere, ins Unendliche …

„Sagen sie mir doch einmal, Herr Waldhaus, wie halten sie es mit dem Glauben an Gott ? Mit wem soll ich da sonst drüber reden .. ? Ich denke, sie wissen, worauf ich hinaus will .. ?“

Er sah sie bestätigend an, als hätte nur diese und keine andere Fragen kommen können.

„Ich glaube dran oder anders .. ich glaube an etwas Übergeordnetes, unbeschreiblich intelligenter als wir.“

„An Gott ?“

„Ja, egal wie man es nennt.“

„Glauben sie an die Auferstehung ?“

„Auferstehung im übertragenen Sinne, nicht körperlich sondern geistig.“

„Sie denken, daß der Körper sich abnutzt und zerfällt, der Geist oder die Seele aber unsterblich ist .. ?“

„So sehe ich das.“

„Also stirbt im Tode nur der Körper ?“

„Ich denke, dass wir den Erfahrungswert `Körper´ mit in eine neue Existenz nehmen, die wir nicht kennen, sondern nur erahnen können … oder in der Art …“

„Dann müssen wir doch dankbar sein, leben zu dürfen …“

„So gesehen …“

„Ich habe immer gesagt, dass das letzte Hemd keine Taschen hat …“

„Keine greifbaren …“

„Sie haben mir sehr viel Mut gemacht. Ich rede immer so gerne mit Ihnen. Bei dieser Bagage hier im Hause habe ich manchmal das Gefühl, unter Räubern zu sein. Entschuldigen sie …“

„Sie wissen doch, dass sie nicht alleine sind …“

Nach einer Weile legte sie ihm das Geld für die Ware hin.

„Mache ich ihnen auch wirklich keine Umstände ?“

„Ich mache das gerne für sie, das wissen sie doch …“

„Womit kann ich ihnen denn einmal eine Freunde machen ?“

„Wenn sie mir weiterhin erlauben, ihnen die Sachen bringen zu dürfen .. und mit ihnen zu reden.“

Ihre Augen leuchteten.

Sie kannte diese Antwort.

Für sie das Gefühl der Verbindung und … nicht vergessen zu sein.

Er verabschiedete sich und ging.

Die alte Frau Wehnert sah ihm nach. Dem jungen Mann, der ihr jeden Samstag Vormittag die Lebensmittel für die kommende Woche brachte.

 

 

Kurzgeschichte zu Weihnachten …


So geht das, wenn man in seinen eigenen Büchern nach langer Zeit wieder stöbert und eine durchaus zur Jahreszeit passende Geschichte neu entdeckt.  DSC_0023.jpgSpontan entschloss ich mich, diese Geschichte aus meinem Buch >Menschenland<® zu bloggen, ohne irgendein kommerzielles Interesse, sondern einfach nur für die Leser des Blogs.

Quasi zu Weihnachten :

 

 

Heiligabend

 

In den Straßen der kleinen Kreisstadt war es ruhig geworden. Hellerleuchtete Schaufenster mit greller, aufdringlicher Leuchtreklame blendeten erbarmungslos meine Augen. Das Weihnachtsgeschäft, das Geschäft des Jahres, war an diesem Heiligabend gelaufen.

Die Gläubigen eilten nach der Mitternachtsmesse zurück in die Behaglichkeit, in die Wärme und Geborgenheit ihrer festlich geschmückten Wohnungen. Es war Weihnacht. –

Langsam schlenderte ich an den Schaufenstern vorüber.

Auf der anderen Straßenseite stand ein alter Mann vor einem Schaufenster.

Er schien völlig geistesabwesend zu sein. Ich blieb stehen und sah zu ihm hinüber. Ein   eiskalter Wind zerrte an meinem Gesicht.

Ich schlug den Kragen meines Mantels auf und ging hinüber.

Er stand mit gesenktem Kopf vor dem Schaufenster eines Spielwarengeschäftes, die rechte Hand vor die Stirn gepreßt. – Ich sah unauffällig zu Ihm hinüber. Er schien mich nicht zu bemerken. Warum ging ich nicht weiter ? ..

Wie all die Anderen ?

Er weinte.

„Kann ich Ihnen helfen .. ?“

„Mir kann niemand helfen !“

„Ja .. aber …“

„Lassen Sie mich in Ruhe ! Was wollen Sie von mir …“

„Pardon. Ich will Sie nicht belästigen. Entschuldigung.“

Ich drehte mich um und wollte gehen.

„Warten Sie .. !“

Ich blieb stehen.

Der alte Mann stand immer noch so da – wie vor einer Minute.

„Warum kümmern Sie sich um mich..? Sie kennen mich doch gar nicht !“

Ich schwieg eine Weile.

„ Ja .. da haben Sie recht. Ich kenne Sie nicht …“

Er nahm die Hand von der Stirn, hob langsam den Kopf und sah mich an.- Sein vegrämter, zerflossener Blick traf mich wie ein Messer. Ich hatte das Gefühl, als suchte er jemanden .. irgendjemanden, mit dem er reden konnte – einen Menschen, der ihm zuhörte, mehr nicht.

„Was bedrückt Sie ?“

„Ach .. junger Mann …“   Er sah wieder auf den Boden.

„Dieser Abend soll für uns Menschen ein Abend des Glücks und der Zufriedenheit sein … Für mich ist er Verzweiflung. Ich musste ‚raus. Ich hielt es zuhause nicht mehr aus.“

„Was ist passiert ?“

Er begann wieder zu weinen.

In den Häusern wurde das Fest der Freude und der Zufriedenheit gefeiert. Jeder auf seine Weise. Was war geschehen, dass dieser alte Mann weinend vor einem Schaufenster stand ? Was hatte ihn so zerschmettert ?

„Ich hatte den Tannenbaum geschmückt, die Kerzen angezündet .. und meine Tochter und meinen Schwiegersohn erwartet. Gott sei Dank, daß meine Frau das nicht mehr erleben muss ! – Ich hatte mich darauf gefreut, mit ihnen diesen Abend zu verbringen. Ich wollte heute nicht allein sein. Ich wollte es nicht … !“

„Und was geschah ? Sie sind nicht gekommen ?“

„Doch ! .. Verflucht, sie sind gekommen. Mein Schwiegersohn war betrunken. Als er den Baum sah, begann er entsetzlich zu lachen. Er nannte ihn … ich mag es nicht sagen. Er sagte nur, dass er diesen `Blödsinn´ nicht mitmacht. Schließlich löschte er die Kerzen aus und knickte den Stamm in der Mitte ab. Meinen liebevoll geschmückten … Dann hab‘ ich ihn hinausgeworfen.“

„Was sagte Ihre Tochter dazu ?“

„Die ist mit ihm gegangen. Ja .. sie ist einfach mit ihm gegangen. Kein Wort…nichts !“

„Wollen Sie nicht nach Hause gehen ?“

„Ja .. später …“

„Er war betrunken, sagten Sie ?“

„Ja.“

„Dann wird er sich sicherlich morgen entschuldigen.“

„Ja, sicherlich … Ich wollte ihnen doch nur eine Freunde machen“, sagte er dumpf, und ich hatte das Gefühl, nicht mehr wahrgenommen zu werden. Er schüttelte nur langsam, wieder völlig abwesend den Kopf. „Ich wollte ihnen doch nur eine Freunde machen …“

An diesem `Heiligabend´ stand der alte Mann vor dem Schaufenster eines Spielwarengeschäftes. Die schneidende Kälte dieser Weihnacht und das zerreißende Gefühl des Alleinseins waren seine gnadenlosen Begleiter in einer Nacht der Liebe, der Zusammengehörigkeit, des Vergebens und der Wärme. Der bloße, niederwerfende Gedanke daran und die Hoffnung auf eine Entschuldigung waren alles, was der alte Mann noch hatte.   –

 

*********

 

 

 

 

 

 

 

 

Differenzierbare Solidarität …?


Nach den abscheulichen Terroranschlägen (nicht nur) in Frankreich wird Deutschland ‚gebeten‘, seine Solidarität zur Bekämpfung des Daesh (IS) auch praktisch zu zeigen. Das hört sich im Kontext der deutsch-französichen Freundschaft nach einer logischen Konsequenz an, die nun vom Bundestag ‚abgesegnet‘ wurde. Kampfeinsätze aus der Luft oder am Boden sind in dieser Phase angeblich noch nicht geplant. Eine deutsche Fregatte als Begleitschutz eines französischen Flugzeugträgers und Aufklärungsflüge deutscher Tornados mit entsprechender Zielermittlung sind angedacht. Die Frage bleibt, wer die Daten dann auswertet ? Zielermittlung bedeutet, dass Zielkoordinaten und Bilder die militärische Feuerleitung darstellen, um Raketen und Bomben ‚effektiv‘ einzusetzen. Bei den Angriffszielen hat kaum jemand Skrupel oder Bedenken. Schließlich handelt es sich um barbarisch vorgehende Terroristen, mit denen ein zivilisierter Mensch (egal welchen Glaubens und welcher religiösen Gemeinschaft zugetan !) nur die Zugehörigkeit zur Gattung homo sapiens gemeinsam hat. Mehr aber auch nicht.

Das alles erscheint klar und verständlich, weil es den menschlichen Gerechtigkeitssinn anspricht, Wut und auch Hassgefühle erzeugt oder erzeugen kann. Und genau das sind die Substantive, die einem in Deutschland sozialisierten Menschen wie mir das Geschichtsbuch vor Augen hält. Jedesmal, wenn ich sinngemäß zur Kenntnis nehme, dass deutsche Soldaten außerhalb der Landesgrenzen zum Einsatz kommen, drängen sich mir diverse Fragen auf. Zwei davon sind für mich derart konkret, dass sie sofort auf meinem geistigen Schirm erscheinen : Deutsche Soldaten im Ausland ? Geht das oder geht das gar nicht ? Zwei Weltkriege hat Deutschland federführend angezettelt mit zigmillionen Toten. Entstanden durch befohlene miitärische Expansion über die Grenzen hinaus, ohne Rücksicht auf Verluste. Und nach dem jeweiligen Desaster hieß es sinngemäß : ‚Nie wieder Krieg !‘ Und … was passierte ? Nach dem ersten folgte der zweite Weltkrieg. In den sechziger Jahren prägte sich mir ein Satz ein, der prinzipiell auch Auslöser dieses Artikels ist : ‚Ein deutscher Soldat hat nie wieder etwas außerhalb der deutschen Grenzen zu suchen !‘ Leider kann ich die Quelle dazu nicht angeben, da dieser Satz in den Ende-Sechzigern sowas wie Konsens unter Antimilitaristen war. Ist so eine Fragestellung antiquarisch oder gibt es eine gedankliche Parallele zur Jetztzeit ?

Angenommen, der sogenannte ‚deutsche Soldat‘ würde tatsächlich nur innerhalb seiner Landesgrenze verweilen (müssen) und jeder, grenzüberschreitende Einsatz entsprechend tabuisiert wäre; was wäre dann ? Wäre er ein Feigling, der Hilfe unterlässt ? Ein Ignorant, den man meidet oder mit dem man nichts anfangen kann ? Faktisch wäre er die Realisierung der jeweiligen Versprechen : ‚Nie wieder …!‘ Schließlich könnte er ja humanitäre Solidarität leisten, ohne Einflussnahme auf militärische Vorgehensweisen und damit ohne militärische Gewalteinwirkung. Das wäre die moralische Verpflichtung, die auch von anderen Ländern sogar eingefordert werden könnte.

Fazit : Alternativ und konsequent begleitend zur rein militärischen Option der Bekämpfung des Daesh (IS) ist aus meiner Sicht von entscheidender Wichtigkeit -im Hinblick auf eine Neutralisierung des dortigen Irrsinns- das Einwirken auf die Anrainerstaaten wie Saudi Arabien, Iran und so weiter. Solange es da keine Abgrenzung oder Distanzierung, ja sogar Beendigung der Unterstützung des Daesh gibt, bleiben Schlupflöcher, die sich auch noch gut ausbauen lassen (Profitdenken !). Desweiteren ist es vonnöten, diese Extremisten zu entideologisieren. Damit meine ich, dass auch und gerade in Moscheen vermittelt werden sollte oder muss, dass die Verbreitung der reinen islamischen Lehre nicht mit dem Schwert (als Symbol) erreicht werden kann, sondern eine solche Vorgehensweise (nach islamischem Glauben gibt es eine Hölle) auf dem ‚Highway to hell‘ ist. Selbstmordattentäter erwartet nicht die Verheißung von 72 oder mehr Jungfrauen, die am nächsten Tag wieder automatisch Jungfrauen sind, sondern der direkte ‚Highway to hell‘. Das ist argumentativ eine 50/50 Situation. Es kann sowohl weder das Eine noch das Andere definitiv bewiesen werden. Im Sinne einer den Menschen zugewandten Sichtweise ist allerdings glaubhafter darzustellen, dass eine gewaltfreie Praxis dem Leben ansich zugewandter erscheint, als die Versprengung einzelner Körperteile mit der Absicht, soviele Mitmenschen wie möglich mit in den Tod zu nehmen, ohne die Gewissheit, dass das vorher Versprochene auch eintritt. Daran wird annähernd deutlich, wo der Schwerpunkt der Aushebelung eines radikalisierten Irrweges zu sehen ist. Die indoktrinierten Anhänger des Daesh sind de facto auf diese Weise nicht mehr erreichbar. Ihnen kurz-mittel-und langfristig den Einfluss abzugraben, bedarf es meiner Meinung nach nicht der Raketen und Bomben der Militärapparate, sondern einer Substanz, deren Einsatz ein ‚um die Ecke‘- Denken erfordert : der Substanz unter der Schädeldecke intelligenter Menschen, die versuchen, den ethischen Ansprüchen des Menschseins zu entsprechen.

Davon dürfte es eigentlich genug auf diesem Planeten geben.

Zitat :>Militärische Intelligenz ist ein Widerspruch in sich. < (Groucho Marx)

Beschämend …


Es ist immer eine Gratwanderung, Verhaltensweisen von Politikern zu interpretieren, zumal als sogenannter ‚Laie‘, der die tatsächlichen Abläufe nur den Medien entnehmen kann. Bilder sprechen da eine deutlichere und konkretere Sprache. Gesten und Mimiken sind folglich aussagefähiger als noch so ausgefeilte Deutungen.

Persönlich bezeichne ich mich nicht als ‚Merkelfan‘. Doch … die Vorgehensweise und -aus meiner Sicht- Geradlinigkeit der Bundeskanzlerin Merkel in der sogenannten ‚Flüchtlingsproblematik‘ zollt mir Respekt ab. Ihre Hartnäckigkeit im Bestehen auf ihre humanistische Grundausrichtung hätte ich ihr in dem Kontext nicht unbedingt angedacht. Ist aber -noch- so. Die Regierungschefin eines Landes, von dem im vorigen Jahrhundert die übelsten Verbrechen ausgingen, zeichnet damit ein Bild von einem gewandelten Land, das in gerade der genannten Problematik äußerst sensibel agieren sollte. Es sieht aus, als sei das nun der Fall. Abgesehen davon, dass dieses gewandelte Land immer noch Waffenexporte in Staaten genehmigt, in denen immer noch, ja  man sollte sagen ‚Barbarei‘ herrscht. Abgesehen davon anerkenne ich die politische Verhaltensweise der Bundeskanzlerin in der Flüchtlingspolitik .

Wie könnte es anders sein : Nicht Jedem oder Jeder gefällt das in gleichem Maße oder gar nicht. Aus welchen Gründen auch immer.

Auf dem CSU-Parteitag kam das überdeutlich zum Ausdruck. Die Vertrautheit des ‚Du‘ zwischen Merkel und Seehofer täuschte nicht über die Pfeile hinweg, die in dem ‚Du-Köcher‘ steckten. Ein Ministerpräsident erlaubt sich da eine Verhaltensweise, bei der es schwer fällt, keine drastischeren Wörter zu wählen als arrogant, hinterhältig, unhöflich und beschämend. So verhält sich ein vermeintlicher Platzhirsch, indem er die bei solchen Parteitagen eingefahrene Praxis des letzten Wortes dazu benutzt, um die politische Nummer 1 des Staates Deutschland wie ein Schulmädchen neben sich stehen zu lassen und regelrecht abkanzelt. Bezeichnend intelligent dagegen ist, dass die Retourkutsche nicht direkt erfolgte, sondern sich aufbauen wird. Ich habe den Eindruck, dass dieser unerträgliche ‚Stoffel‘ etwas geschichtsträchtig Beweisbares bei dem Genuss seines Auftrittes übersehen hat : Die von ihm abgekanzelte Kanzlerin hat schon ganz andere ‚Schwergewichte‘ aus dem politischen Weg geräumt. Das Echo darauf wird kommen, so oder so …

Das in diesen Thread eingefügte Bild ist ein Screenshot aus der ARD-Tagesschau und zeigt nicht nur eine bezeichnend frostige Stimmung und Situation, sondern die Darstellung einer nicht mehr vorhandenen, wechselseitigen Ablehnung mit offenem Ausgang.

Den Ministerpräsidenten Seehofer kann man nur noch dazu auffordern, sich für so eine niederfrequente Entgleisung zu entschuldigen !

In diesem Deutschland, das endlich seine humanistisch geprägten Direktiven nach dem 2. Weltkrieg in Form seiner Regierungschefin zeigt, haben solche Verhaltensweisen auf der Ebene und auf dem Niveau absolut nichts mehr zu suchen.

Reparaturmanifest (Teil 2)


Die Aussagen in dem Reparaturmanifest von „iFixit“ decken sich prinzipiell mit denen der hier im Blog bereits geposteten  ersten Version. Trotzdem :

Diese Bewegung kann ich nur unterstützen, weil hier Realismen greifen und klar ausgesprochen werden, die der Ökonomie nicht unbedingt gefallen. Denn : Wenn etwas kaputt geht, dann soll der moderne Mensch etwas Neues und Aktuelles kaufen. Warum das auch anders geht, erklärt das Manifest hinreichend. Nach wie vor gilt die Aussage : „Wir haben noch keinen Ersatzplaneten.“

Jedes Jahr ein neues z.B. Smartphone ? Die kommenden Generationen werden es uns ‚danken‘ …….

iFixit hat das Reparaturmanifest zur freien Verwendung freigegeben :

http://eustore.ifixit.com/Das-iFixit-Manifest/

BlackBerry© Passport (nach 4 Monaten Nutzung)


BlackBerry© Passport (nach 4 Monaten Nutzung)

Dass dieses Gerät anders ist als andere Smartphones, sieht man natürlich auf den ersten Blick. Meine Skepsis bezog sich anfangs auf den Formfaktor und damit auf die Breite und .. ja .. die Ecken. Als ich das Teil dann in meinen (nicht kleinen)  Händen hielt,  war ich überrascht in der Weise, dass es griffig meine Innenhandfläche ausfüllte und dabei haptisch angenehm wirkte. An dem Eindruck hat sich auch nach vier Monaten intensiver Nutzung nichts geändert. Eher im Gegenteil. Die Hardware ist dem Preissegment entsprechend wertig. Die Tasten funktionieren wie am ersten Tag. Die Wisch-Scrollgesten über die Tastatur erlauben im Zusammenspiel mit der Software einen einzigartigen Bedienungskomfort. Mir kommt es am Smartphone nicht unbedingt auf die Tippgeschwindigkeit an, die ich als ‚Zehnfinger-blind-Schreiber‘ auf einer Mactastatur auf ca. 300 Anschläge ‚performe‘. Nein, das Zusammenspiel von Haptik und Komfort eines größenmäßig mit einem Notebook oder Tablet vergleichbar kleinen Alleskönners muss den Griff in die Tasche nicht zu einem notwendigen ‚Übel‘ werden lassen, sondern eben das Gefühl des vertraut Angenehmen vermitteln. Einen digitalen Assistenten hervorzuziehen, der der Bezeichnung auch gerecht wird und sich dabei auch noch gut anfühlt. Mein Passsport erfüllt diese, meine Ansprüche in einer Weise, für die ich am Markt keine Alternative sehe.

Nach nunmehr vier Monaten sage ich, dass  :

  • ich den Kauf nicht bereut habe
  • das Gerät seinen Preis wert ist
  • speziell die nativen Excel-Anwendungen keine Fingerakrobatik erfordern
  • die Kommunikation mit meinen Macs harmonisch verläuft – also sehr gut funktioniert
  • der ‚bigger screen‘ auch einer ist
  • das Tippen einfach Spaß macht
  • die Akkulaufzeit bei mir zwei volle Tage beträgt
  • die Kamera besser ist als die Kritiken suggerieren
  • das Multitasking flüssig vonstatten geht
  • in der app ‚Remember‘ Notizen und Diktate wiederfindbar und sinnvoll organisierbar sind
  • mit Blackberry Blend eine Synchronisierung in Echtzeit nahtlos erfolgt
  • die Gesprächsqualität ihresgleichen sucht
  • es bei der ‚end-to-end‘ – Philosophie bleibt und damit der User gut gesichert ist
  • dass ……….

Bleibt die Hoffnung, dass Blackberry die Hardwaresparte nicht aufgibt und weiterhin solche Produkte auf den Markt bringt, die mit der jeweils aktuellen Technologie nicht bedingungslos im Mainstream mitschwiimmen will. Absolut unverständlich für mich ist, dass Blackberry kommende Geräte nicht mit dem eigenen, einzigartigen Betriebssystem ausstatten will, sondern mit Android. — In einem solchen Fall kann ich nur hoffen, dass mein Passport noch Jaaahre wie gewohnt seinen Dienst verrichtet.

Spruch : Blackberry … I need an tool .. not a toy

‚Blenderich‘


Blenderich

Es war einmal ein reiches Land

das Zentrum in Europa

das jeder fast noch lustig fand

vom Kleinkind bis zum Opa

Und alle aalten, suhlten sich

in dem, was sie so hatten

befeuert von dem Blenderich

der sitzt auf ihren Steuermatten

Er ist gewählt von Volkes Gnaden

und redet ihnen nach dem Mund

nur Andre machen üblen Schaden

bei ihm bleibt alles stets gesund

Das haben wir immer so gemacht

Da kann ja jeder kommen

So haben wir’s noch nie gemacht

Die Drei als Beispiel mal genommen

Der vierte Punkt, das ist doch klar

was soll denn das schon sein

Politiker in holder Schar

sie reden alles kurz und klein

Die Worte fallen ja so leicht

durch weiß gebleichte Zähne

das Harte klingt dann wohlig seicht

erzeugt des Volkes Rumgegähne

im Wahlkampf sieht’s dann anders aus

denn das ist ihr Alarm

dann holt man flink die Keule raus

es soll ja bleiben wohlig warm

Dann sitzen sie vor Kameras

da wird gelogen in die Runde

in Talkshows ist dann der ein Ass

der locker hat den Spruch im Munde

Gesellschaftlich ein Trauerspiel

gelöst mit Kompromissen

so kommt man schließlich auch zum Ziel

und hat sich dabei nicht verschlissen

Politisch ist das schon korrekt

erzähl das mal den Armen

ob das den Billigjobber neckt

der winters sitzt nicht grad im Warmen

Verhandelt und entschieden hat

die Lebensqualität der Bürger

wohl der mit Politikmandat

der Wähler ist nachher dann klüger !

In diesem schönen, reichen Land

sind Randgruppen ein Übel

stehn oftmals schuldlos an der Wand

dann kommt der Absturz ohne Flügel

Nicht jeder ist so stark und reich

dass er den Wohlstand kann genießen

steht Schlange an der Tafel bleich

lässt manche Träne in sich fließen

Und parallel im Bundestag

da grinst der Blenderich und gröhlt

vom Lied der Deutschen wie er’s mag

hat längst den Inhalt ausgehöhlt.

Flüchtlinge


Wie fühlen sich Menschen, die in ihrem Ursprungsland alles aufgeben, um weiterleben zu können ? Die in eine völlig andere Umgebung, in ein ebenso unbekanntes Land mit einer für sie unverständlichen Sprache fliehen ? Die sich und ihre Familien und nahestehenden Menschen in Sicherheit bringen wollen ? Die raus wollen aus dem Irrsinn von Gewalt, Menschenverachtung .. raus aus dem Kriegsgebiet, das ihre Heimat war. Ihre Heimat … terrorisiert von Monstern, die vor nichts Halt machen. Nicht vor Menschenleben oder vor dem, was sie besitzen. Ich nehme als Beispiel Syrien und Irak. Volksgruppen wie die Yesiden wurden und werden gnadenlos verfolgt, regelrecht versklavt; die Frauen vergewaltigt, verkauft und damit maximal gedemütigt oder in einer Weise getötet, die jegliche Vorstellung sprengt. Allein die Erkenntnis, dass Menschen die Strapazen und traumarisiert sogar den Verlust des eigenen Lebens riskieren und dafür auch noch bezahlen, lässt erahnen, was da abgeht. Aber auch nur erahnen …

‚Diese‘ Menschen haben es dann geschafft, auf einem kaum oder nicht mehr seetüchtigen Schiff über das Mittelmeer zu gelangen oder auf dem Mittelmeer in schier hoffnungsloser Lage gerettet zu werden oder auf welche Weise auch immer … und erleben dann, dass sie vor riesigen Zäunen stehen und erkennen müssen, dass sie nicht willkommen sind, ja sogar mit Gewalt zurückgedrängt werden. Trotzdem wird das Risiko immer wieder eingegangen, in der verzweifelten Hoffnung, dass es ja doch klappen könnte, ein Land zu erreichen, in dem die Menschenrechte der Bedeutung des Wortes relativ nahe kommen – zum Beispiel Deutschland.

In dem Fall, dass sie dieses Land Deutschland erreichen und nun alles zum Besten wird, erleben sie die Zwiespältigkeit dieses Landes. Auf der einen Seite eine positive Willkommenskultur, die sich in Hilfe darstellt und … auf der anderen Seite das krasse Gegenteil. Niederfrequente Hohlköpfigkeit, die sich nicht nur in (Hass-)Parolen manifestiert, sondern in dem, was Flüchtlinge kennen und nicht dachten, hier wiederzutreffen : Ablehnung und dumpfe Gewalt in den hässlichsten Facetten. Sie sind in einem der reichsten Länder dieses Planeten und sehen, dass auch in einer solchen Gesellschaft die primitivsten Abgründe der Seele eine Nische gefunden haben und auf ihre Chance warten. Was dann in einer traumatisierten Seele vor sich geht, muss das blanke Grauen sein …

Hier darf ich die Talkshows nicht vergessen, in denen die Besserwisser und alles ‚Gutreder/innen‘ (norddeutsch : ‚Glattsnacker‘) sitzen und krähen, dass ja nur die jeweils andere Partei schuld ist .. natürlich an Allem. Selber hätte man natürlich alles anders und auf jeden Fall intelligenter und damit besser gemacht. Das noch zu kommentieren erzeugt die Gefahr, einer solchen Denkweise auch noch den roten Teppich auszurollen, in der Inhalte und Argumentationen in einer empathiearmen Zone landen. Was heißt das ? Ein Esel ist ein hübsches Tier, doch wenn er auf’s Glatteis gerät, dann macht auch er eine komische Figur. (Das Beispiel hinkt .. wie jedes). Hier rede ich nicht gegen öffentliche Diskussionen, die ein Kern der grundgesetzlich verankerten, freien Meinungsäußerung darstellen, sondern von dem Problem, wie sie geführt werden und wer auf wen losgelassen wird. Eine Diskussion über die hier behandelte Problematik ‚Flüchtlinge‘ sollte ein konstruktiver Vergleich zwischen unterschiedlichen Ansichten mit dem Versuch eines ebensolchen Ergebnisses im Sinne eines ‚kleinsten, gemeinsamen Vielfachen‘ (Minimalkonsens) sein und keine Redeschlacht, in der der rhetorisch besser Geschulte und Lauteste auch noch das letzte Wort hat.

Fazit : Allgemeiner Konsens in diesem Lande sollte sein, dass Menschen, die nicht nur Deutschland, sondern europäisches Land betreten, menschenwürdig behandelt werden. Die einzelnen Länder haben dafür Sorge zu tragen, dass das uneingeschränkt der Fall ist ! Das war und ist die unmissverständliche Aufgabe der Politik. Offensichtlich geht das wohl nicht ohne ein konkretes ‚Einwanderungsgesetz‘ für die europäischen Länder, um das sich keines der Länder herummogeln kann. Das wäre schon einmal eine klare Linie – eine Direktive, ohne Geschwafel und den Vorrang von Länderegoismen. Das zu konkretisieren und festzuzurren hätte Leuchtturmcharakter. Bänke, auf die etwas geschoben werden soll oder kann, müssen nicht zwingend lang sein, wenn es um jeden einzelnen Menschen geht, der Hilfe braucht !

Warum schreibe ich das hier :

Meine Eltern, meine Geschwister und ich waren selber Flüchtlinge, die im westlichen Teil dieses Landes (bei Verwandten) in beispiellos selbstloser Weise aufgenommen und versorgt wurden, bis wir eine eigene (Miets-) Wohnung beziehen konnten. Am eigenen Leibe habe ich damals erfahren, was es heißt, der ‚Flüchtlingsjunge‘ zu sein. Mir ist bewusst, dass der Vergleich zu den aktuellen Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten tatsächlich hinkt, weil wir damals recht abgepolstert in die neue Situation fielen. Meine Herkunftsfamilie hat sich sehr schnell integriert und gehörte nach einiger Zeit einfach dazu. Das war sehr schnell möglich, da keine sprachlichen Barrieren zu überwinden waren.

Die Sprache ist das A und O, um eine Integration erfolgreich werden zu lassen. Zu uns in dieses Land kommende, anderssprachliche Menschen sollten konzentriert in die Landessprache ‚Deutsch‘ eingeführt werden. Die Fördermittel dafür wären bestens angelegt.

Abschließend noch ein Zitat von Marie Curie :

> Durch gemeinsame Kenntnis voneinander verliert das Fremde sein Gesicht <

Warum die Deutschen über Europas Einigung abstimmen sollten


© Süddeutsche Zeitung GmbH, München. Mit freundlicher Genehmigung von http://www.sz-content.de (Süddeutsche Zeitung Content).

Warum die Deutschen über Europas Einigung abstimmen sollten

Der Historiker Heinrich August Winkler kritisiert im SZ-Gespräch die Angst vor den Deutschen in Europa – und erklärt, welch gravierende Folgen deutsche Reparationen an Griechenland hätten.

Interview von Oliver Das Gupta, Berlin

Heinrich August Winkler, Jahrgang 1938, ist einer der bedeutendsten Historiker Deutschlands (hier ein Porträt von Franziska Augstein). Schon als Schüler interessierte er sich für Europa und engagierte sich politisch – zunächst für die CDU. Nachdem die Konservativen den Kanzlerkandidaten Willy Brandt persönlich angegriffen und diffamiert hatten, trat Winkler 1962 in die SPD ein. Im Alter von nur 32 Jahren wurde Winkler als Professor an die FU Berlin berufen, danach lehrte er in Freiburg und zuletzt wieder in Berlin, diesmal an der Humboldt-Universität.

Winkler hielt 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges die Gedenkrede im Bundestag. In seinem zweibändigen Werk „Der lange Weg nach Westen“ schildert Winkler die deutsche Geschichte von 1806 bis 1990, im September erscheint sein Aufsatzband „Zerreißproben. Deutschland, Europa und der Westen. Interventionen 1990-2015“. (C.H. Beck).

 SZ: Herr Winkler, welche Rolle wünschen Sie sich für Deutschland in Europa und der Welt?

Heinrich August Winkler: Mein erster Gedanke ist: Keine deutschen Sonderwege, auch nicht in Zukunft. Wir sollten uns immer mit unseren Nachbarn abstimmen, zuallererst mit Frankreich, aber auch mit Polen und den anderen Partnern. Deutsche Interessen, die nicht mit den Interessen der Europäischen Union verträglich sind, sind nicht legitim. Die EU besteht aus postklassischen Nationalstaaten, die Hoheitsrechte an supranationale Einrichtungen abgegeben haben oder gemeinsam ausüben. Ein Rückfall in die Denkkategorien des souveränen Nationalstaats wäre ein dramatischer Rückschritt.

Und Ihr zweiter Gedanke?

Mehr Europa darf es nicht um den Preis von weniger Demokratie geben. Integrationsfortschritte müssen einhergehen mit entsprechender parlamentarischer Mitverantwortung. Und dieser Integrationsprozess muss von der Bevölkerung gewollt werden.

Die EU-Bürger sollen in Referenden abstimmen?

Wenn ein qualitativer Sprung in der Europäischen Einigung anstehen sollte, ein Schritt hin zu einer weiteren bedeutsamen Verlagerung von Kompetenzen auf die EU oder die Währungsunion, dann sollten die Bürger darüber abstimmen. Das erfordert in Deutschland eine europapolitische Revision des Grundgesetzes. Letztlich läuft das auf ein Verfassungsreferendum nach Artikel 146 des Grundgesetzes hinaus.

 

Was ist für Sie das Ziel des europäischen Einigungsprozesses?

Ich wünsche mir ein Europa, das in den großen Fragen mit einer Stimme spricht. In der bislang noch nicht vergemeinschafteten Außen- und Sicherheitspolitik wird man die Regel der Einstimmigkeit modifizieren müssen. Bevor wir aber die „Finalität“ der EU sprechen, muss erst einmal ein Grundkonsens der 28 Mitgliedsstaaten in Sachen Demokratie und Rechtsstaat geschaffen werden.

 

In welchen Ländern sehen Sie Probleme?

Ich denke da an Ungarn mit dem nationalkonservativen Regierungschef Viktor Orbán. Er spricht vom Ideal einer antiliberalen Demokratie und nennt Erdoğans Türkei und Putins Russland als Vorbilder. In Rumänien ist ein Mann Ministerpräsident, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Geldwäsche, Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung ermittelt.

Victor Ponta. Seine parlamentarische Immunität schützt ihn bislang vor der Justiz.

Beide Fälle sind für sich genommen ein Skandal. Ich habe aus der jetzigen EU-Kommission keinen Protest vernommen. Die europäischen Schwesterparteien schauen leider ebenso weg: Die EVP drückt bei Orbán gerne ein Auge zu. Ähnlich verhalten sich Sozialdemokraten und Sozialisten, wenn ihr angeblicher Parteifreund Ponta wieder etwas tut, was im krassen Gegensatz zu den Grundprinzipien der EU steht. Das ist falsch verstandene Solidarität.

Kann sich Europa nur als Ganzes weiterentwickeln? Oder sollten einige Länder vorangehen?

Das kommt darauf an: Wenn einige Länder damit beginnen, verstärkt eine gemeinsame Außenpolitik zu betreiben, halte ich das für richtig. Wir leben seit längerer Zeit ohnehin schon in einem Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten: Einige Mitglieder sind Teil der Währungsunion, andere nicht. Die Herausbildung eines Kerneuropa darf allerdings nicht dazu führen, dass es eine neue Ost-West-Spaltung gibt.

Deutschland ist der bevölkerungsreichste EU-Staat und hat die größte Wirtschaftskraft. Verändert sich im krisenhaften Europa gerade die Rolle der Bundesrepublik?

Deutschland trägt eine hohe Verantwortung für den Zusammenhalt der EU. Aber nicht die deutsche Frage ist wieder offen, sondern die europäische Frage ist immer noch so offen, wie sie in Maastricht geblieben ist.

Dort ist 1991 die Währungsunion beschlossen worden, aber nicht die politische Union.

Und auch die Fiskalunion fehlt bislang. Die Währungsunion kann nicht dauerhaft stabilisiert werden, so lange Haushalts- und Fiskalpolitik nicht harmonisiert sind. An diesem Mangel krankt der Euro. Das ist das eigentliche Problem, über das im Zusammenhang mit Griechenland momentan diskutiert wird. Vor allem aber müssen Frankreich und Deutschland sich auf einen gemeinsamen Weg zur Vollendung der Währungsunion verständigen.

 

Wie könnte dieser Weg aussehen?

Auf jeden Fall muss es ein ausgewogenes Verhältnis geben zwischen fiskalischer Konsolidierung und wirtschaftlichem Wachstum. Ein historischer Kompromiss zwischen Berlin und Paris müsste auf ein Miteinander von Strukturreformen und Wachstumspolitik abzielen.

 

Welche Fehler hat die deutsche Seite gemacht?

Berlin hat den Eindruck erweckt, dass Sparen allein ausreiche, um zu Wohlstand zu gelangen und dass Austerität die Mutter der Prosperität sei. Das ist zu einseitig. Richtig ist aber auch: Ohne Konsolidierung der Finanzen und ohne strikte Beachtung der Schuldentragfähigkeit ist anhaltendes Wachstum nicht möglich. Es ist ein vulgärkeynesianischer Aberglaube, man könne ausgebliebene Strukturreformen mit deficit spending – kreditfinanzierten Invesitionen des Staates – kompensieren. Dabei geht es nicht um spezifisch deutsche Interessen, sondern um die Interessen der Währungsunion. Was die Erklärung einer solchen Politik angeht, gibt es da sicherlich eine deutsche Bringschuld. Die Bundesregierung ist gut beraten, wenn sie ihre Ziele immer wieder geduldig und allgemein verständlich darlegt.

Durch die harte deutsche Position bei den Griechenland-Verhandlungen ist in Europa Angst vor einem teutonischen Hegemon entstanden. Zur Sorge kommt eine regelrechte Wut auf die Deutschen, Nazi-Vergleiche inklusive.

Manche Debattenbeiträge der jüngsten Zeit sind so emotional und voller Ressentiment, dass man nur hoffen kann, dass es sich um ein Übergangsphänomen handelt. Vieles davon ist sicherlich auch gesteuert und manipuliert, denken Sie an die Berlusconi-Presse in Italien. Vieles erklärt sich schlicht aus dem Erfolgsgefälle der Volkswirtschaften.

Ist die Angst vor einer deutschen Übermacht berechtigt?

Nein. Es geht nicht um deutsche Dominanz, sondern um eine grundsätzliche Frage: Kann eine Währungsunion Bestand haben, obwohl ihre Regeln immer wieder verletzt werden? Oder muss es Grundkonsens sein, dass die vereinbarten Regeln gelten und nur einvernehmlich geändert werden können? Ich halte Letzteres für richtig. Insofern vertritt Berlin nur die Logik der Währungsunion gegenüber denen, die im nationalen Interesse Abweichungen von den Regeln zum Prinzip erheben wollen. An solchen Differenzen kann die Einheit der Eurozone zerbrechen.

 

Bei Grundsatzfragen sollte Berlin also nicht nachgeben?

Deutschland darf nicht, das Falsche tun, nur um möglichst populär zu sein. Im Übrigen vertritt die große Mehrheit der Eurostaaten dieselbe Linie wie Deutschland.

Westdeutschland bekam 1953 einen Schuldenschnitt, Griechenland bislang keinen. Ist das gerecht?

Man muss unterscheiden: Die Bundesrepublik bekam damals einen Teil der Vorkriegsschulden aus der Zeit vor 1939 erlassen. Das geschah, weil man davon ausging, dass Westdeutschland keine neuen Schulden machen würde. Ich bin sehr dafür, dass man Griechenland entgegenkommt, wenn Athen die seit Jahrzehnten verschleppten Reformen ernsthaft angeht. Ein klassischer Schuldenschnitt wäre aber bei einem Grexit leichter gewesen. Der Vertrag von Maastricht verbietet einen „bailout“, eine gemeinsame Schuldenhaftung.

 

Im Falle Griechenlands gibt es noch die Frage der Reparationen für die deutsche Besatzung und Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges. Sollte Berlin seine Meinung ändern und zahlen?

Wenn man dieses Kapitel noch einmal anginge, würde man die Büchse der Pandora öffnen. Es gäbe einen Dominoeffekt. Auch andere Länder würden entsprechende Forderungen stellen, und zwar nicht nur an Deutschland. Rom etwa könnte auch von Griechenland und den Nachfolgerepubliken Jugoslawiens zur Kasse gebeten werden, auch von Äthiopien und Libyen, wo die Italiener Kriegsverbrechen begangen haben. Die ehemaligen Kolonien könnten ebenso Forderungen stellen an frühere Kolonialmächte und so weiter. Das wäre das Ende von internationaler Rechtssicherheit und würde die Weltwirtschaft in gewaltige Turbulenzen stürzen, von den politischen Verwerfungen ganz zu schweigen. Deshalb sollten wir die Reparationsfrage nicht neu aufgreifen. Das lehrt auch die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

 

Gibt es andere Wege, Überlebenden und Nachfahren von Opfern zu helfen?

Ja. Lösungen, die von Reparationen abgekoppelt werden können, müssen konstruktiv geprüft werden. Deutschland muss sich nach wie vor seiner Verantwortung bewusst sein gegenüber Ländern wie Griechenland. Berlin sollte Athen deshalb bei jeder Art von Zukunftsinvestitionen nach besten Kräften helfen.

Griechenland


Nach all dem den Medien entnommenen Hin und Her über das Problem ‚Griechenland‘ poste ich hier   mein Statement dazu :

Die Wurzel des scheinbar endlosen Problems lag in der Tatsache, dass Griechenland mit geschönten Zahlenwerken in die Währungsunion gelangte. Das war damals sicherlich schon erkennbar, ging aber durch die Prüfungsgremien. Da wurde ganz offensichtlich darauf gesetzt, dass das Land -oder besser die jeweilige Regierung- sich durch Reformen und Anpassungen ökonomisch und politisch in die Eurozone eingliedert. (Austerität) Das geschah nicht. Ein aufgeblähter Beamtenapparat, Korruption, kein Kataster, kaum Steuerkontrolle – organisatorische Mängel vorne und hinten. Das Desaster war absehbar und nur eine Frage der Zeit. Nur – nun war das Land in der Währungsunion und steuerte schnurstracks auf die Staatspleite zu. Ergebnis : Der Status als €-Land forderte natürlich die Solidarität der anderen EU-Mitgliedsstaaten. Die sogenannten ‚Rettungspakete‘ kommen da ins Spiel. Erst eins, dann zwei und nun drei an der Zahl. Insgesamt mittlerweile in dreistelliger Milliardenhöhe. Die griechische Regierung setzte auf das ‚gute‘, alte Pokerspiel und zockte hemmungslos, beleidigte andere Staaten, zumindest in erster Linie Deutschland und die dominanten Politiker und die Staatenlenkerin. Als die griechische Regierung realisierte, dass ihr Pokerspiel doch nicht dahin führte, wohin sie wollte, ruderte sie zurück. Wie ein Katz und Maus-Spiel. Nur hier ging es nicht um ein Spiel, sondern um Milliarden an Steuergeldern. Geld also, dass von Steuerzahlern anderer Länder erarbeitet und damit erwirtschaftet wurde. Geld, dass in den jeweiligen Ländern sicherlich verwendet werden könnte für Infrastruktur oder Sozialwesen.

Dass das hier so einfach Zusammengefasste zweifellos in den Details komplexer war und ist, erscheint völlig klar. Nur … da bleibt die Gretchenfrage : Wäre der sogenannte Grexit kalkulierbarer gewesen als ein weiteres Hilfspaket ?

Warum sollte den Griechen geholfen werden ?

Unbestritten spielte und spielt Deutschland eine recht dominante Rolle in der Problematik. Deutschland, dass selber einen Schuldenschnitt bis zum Jahr 1939 nach dem Desaster, dass es über diesen Planeten gebracht hat, zugesprochen bekam, dreht und wendet sich in einer Weise, die schon fast beschämend ist. Diesem Land wurde von den sogenannten Siegermächten wieder auf die Beine geholfen, weil diese davon ausgingen, dass Deutschland keine Schulden mehr machen würde und der sprichwörtliche Fleiß der Deutschen Wachstum erzeugen würde. Und genau das geschah, was das Wachstum betraf. Es ist eines der reichsten Länder dieses Planeten. Auch basierend auf dem Vertrauen und der -man könnte durchaus sagen- Großzügigkeit der Alliierten. Das hat diesem Land einen hervorragenden Neustart ermöglicht. Genau das sollte kein Deutscher vergessen. Und kein Deutscher sollte das nur als Selbstverständlichkeit für sich herausstellen, weil wir ja so musterhaft sind. Das Problem ist immer, dass die Zeit sowas sehr schnell zudeckt und kaum jemand unangenehm Historisches, also Schnee von gestern, in die Gedanken- und Verhaltenswelt von heute ziehen und wahrnehmen möchte. Fakt ist, dass die ehemaligen Kriegsgegner diesem Land die Möglichkeit zusprachen, wieder aufzustehen, den Nachhall der Diktatur der Verbrecher und Massenmörder zu überwinden und einen demokratischen Staat aufzubauen. Es waren also die Mächte, denen millionenfaches Leid aufgedrückt wurde, die dem Täterland die Chance des Neuaufbaus und einen vertrauensvollen Neustart ermöglichten. Da kann man definitiv nur den Hut ziehen.

Dieses derart begünstigte Land Deutschland sollte sehr vorsichtig damit sein, eine Art Dominanz anderen Ländern gegenüber zu erzeugen und sich entsprechend zu verhalten, deren Karren bildlich vor der Wand steht. Mit vollem Bauch lässt sich hochmütig vom problemlosen Ertragen des Hungers reden und handeln.

Meine Sicht :

Austerität erzeugt nicht zwingend -oder wie auch immer- Prosperität. (Oder : Disziplin oder Strenge ist nicht unbedingt mit dem damit verbundenen Wohlstand einer Gesellschaft verbunden). Muss aber auch nicht marginal (nebensächlich) sein.

Hilfspakete an Griechenland sollten sinnvollerweise eine win/win – Situation erzeugen, indem sie an dringend durchzuführende, konsequente Reformen gebunden werden. Wie gesagt, konsequent und ohne ‚Daumenschrauben‘, die die Bevölkerung dramatisch leiden lässt. Das ist immer ein Nährboden für extreme, politische Randgruppen, deren Ziel immer das Aushebeln demokratischer Prinzipien ist. Wie das dann funktionieren kann, ist die eindeutige Aufgabe der Politik, in der sie ihre Kompetenz unter Beweis stellen kann und muss.

Es darf in keinster Weise in Kauf genommen werden, dass diese EU wieder in Nationalstaaten auseinander fällt. Nicht koste es, was es wolle … aber es darf tatsächlich nicht daran scheitern, dass Staaten wie Deutschland, die selber in einer absoluten Nehmersituation waren, lehrmeisterlich Bedingungen stellen, denen sie in ihrer damaligen Situation nicht ausgesetzt waren. Deutschland wurde geholfen und wieder auf die Beine gestellt – durch Vertrauen. Drohgebärden wie die des deutschen Finanzministers (Grexit auf Zeit) sind da absolut kontraproduktiv, ja aus meiner Sicht sogar unerträglich und ja … arrogant.

Es wird lange dauern (Jahre ?), bis in Griechenland die Gesellschaftsordnung funktionierend korrigiert ist, doch es wird sich lohnen. Dass das nicht billig sein wird, leuchtet sicherlich jedem ein. Es ist aber ein Schritt in die richtige Richtung, denkt man in Richtung Fiskalunion oder an eine föderalistisch ausgerichtete Staatenunion. Große Ziele, die nur erreichbar erscheinen, wenn die einzelnen Staaten mit auf diesen ‚Weg‘ genommen werden.

Das Schlüsselwort dabei ist : Transparenz. Und zwar der jeweiligen Bevölkerung gegenüber. Die Menschen müssen den Eindruck und die Wahrnehmung haben, dass sie mit einbezogen und gefragt werden, wenn schon mit ihrem erwirtschafteten Geld (Steuern) ein erheblicher Aufwand für Hilfe einer anderen Gesellschaft im Hause Europa bewegt und aufgewendet wird. Verhandlungen und Beschlüsse hinter verschlossenen Türen tragen nichts dazu bei, sondern erzeugen Misstrauen gegenüber Mandatsträger und das Selbstgefühl der Bürger, nur Stimmvolk zu sein. Mit Transparenz meine ich auch sogenannte Volksbefragungen mit dem bewussten Risiko des Einbezugs bildungsferner Teile der Bevölkerung. Das funktioniert, wie man in der Schweiz sehen kann.

Das so mühevoll aufgebaute, halbfertige Haus Europa braucht die vollherzige Unterstützung und Einbringung der Strippenzieher in Richtung Fertigstellung, also einer Fiskal- und Staatenunion, um tatsächlich eine Befriedung der Mitgliedsstaaten zu besiegeln. Das ist die höchste Priorität und Hauptdirektive, wenn auch die Schritte dahin mit harter Arbeit und mit Intelligenz ohne eigennützige Hintergedanken verbunden sind. … Ich habe den Eindruck, dass so eine Roadmap im Bewusstsein der Entscheidungsträger noch nicht ganz festgezurrt ist ! Das ist gefährlich und darf nicht durch Nationalstaatendenken ins Hintertreffen geraten ! Dann wird das was ……

Das ist die sinnvollste Ergänzung des Wortes ‚Hilfspaket‘.

Aus dem Blog „Veganverstand“ (s.link)


  1. Hier poste ich eine Ausarbeitung eines mir sehr gut bekannten Bloggers mit der Zielsetzung, dass so ein Gedankengut und so eine Arbeit nicht ausreichend gewürdigt in den Weiten des Netzes verschwindet. Der Beitrag ist zwar nicht mehr so ganz taufrisch, ist und bleibt aber absolut lesenswert  … für Veganer, Vegetarier oder solche, die es (hoffentlich) werden wollen.

(Nochmal ausdrücklich betont : Das ist nicht mein Text, sondern der des Bloggers Julius Morgenstern vom Blog „Veganverstand …   http://veganverstand.blogspot.de/

Sonntag, 6. April 2014

Metaperspektive: Über die aktuelle Rezeption der China Study.

Dieser eröffnende Blog-Eintrag nimmt Stellung zu der momentanen Internet-Debatte über die Auslegung der China Study Leider zeigt sich in aktuellen Youtube-Videos (1. Bsp.:  Re: Udo Pollmer – Die China Study – missbraucht für vegane Zwecke– 2. Bsp.: Die China Study – missbraucht für vegane Zwecke), wie anhand eines starren Empirismus versucht wird, Lebensweisen zu rechtfertigen oder zu diskreditieren. Da es für diese Debatte dutzende Beispiele gibt, möchte ich nur 3 Videos verlinken.

Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter in den Fakten der Studien herumstochern, sondern versuchen anhand eines persönlichen Gedankenkonvoluts eine Metaperspektive einzunehmen. Einerseits versuchen Freunde des Veganismus durch Zahlen ihre Lebensweise wissenschaftlich aufzuwerten, andererseits wird versucht über das Aufdecken von Interpretationsfehlern empirischer Studien durch Veganer, wie in diesem Falle der China Study, den Wert dieser Lebensweise herabzusetzen und als dogmatische Religion ohne Beweisgrundlage abzustempeln. Doch ist dies wirklich ein starres Dogma? Gibt es vielleicht Beweise außerhalb des empirischen Bereichs? Kann der gesunde Menschenverstand als Beweis dienen? Oder könnte man eher das Festhalten an einem unaufgeklärten und blinden Fleischkonsum als eine Art Religion ansehen, die bis an den Rand mit Dogmen gefüllt ist? Neben der starren empirischen Attitude zeigt sich darüber hinaus eine Haltung des persönlichen Erwachens oder einer Art Erleuchtung, die durch das Lesen eines empirisch begründeten Buchs illuminiert wurde (Bsp.: Christoph Maria Herbst über »China Study«). Ähnliche Extasen könnte man auf der anderen Seite anführen, worauf ich an dieser Stelle verzichten möchte. Ich finde es gut, wenn positive Gedanken, Lebenseinstellungen und Verhaltensweisen Menschen berühren, denn dies ist eine gesunde und offene menschliche Haltung, doch reicht der Glaube daran meiner Meinung nicht aus.

Also was stimmt nun? Wer hat Recht? Hat überhaupt jemand der Parteien Recht?
Ich denke das Hauptproblem liegt in dem eigentlichen Irrglauben und der Mode heutzutage alles mit passenden Zahlen beweisen und legitimieren zu wollen. Das funktioniert auch anscheinend leider nicht so gut, wie man es sich erwünscht. Nimmt man den Herren und Damen der aktuellen Debatte die empirischen Grundlagen weg, was passiert dann? Schaltet sich dann vielleicht bei einigen der gesunde Menschenverstand an? Beginnt an der Stelle ein aktiver Reflexionsprozess, oder ist er vielleicht gar nicht möglich? Wieso können Fakten nicht eindeutig sein?
Die Faktenlage und die Studie für eine vegane Lebensweise ist meiner Meinung nach schwierig, denn durch Lobbyarbeit der Fleischindustrie fällt es schwer Gelder für wirklich groß angelegte Studien zu bekommen, die eine vegane Lebensweise unterstützen, wie es zuhauf auf der Gegenseite passiert. Allein aus dieser Warte betrachtet ist die Ableitung des eigenen Handelns aus Studien im Bereich der Ernährung schwierig, da vielerseits die Interessen der Studienleitung oder der Personen, die solche Studien in Auftrag geben, im Ergebnis wiederzufinden sind. Nicht umsonst werden Studienergebnisse, die zuvor aufgestellte Hypothesen wiederlegt haben, nicht veröffentlicht, da man über das Ergebnis seine zuvor feststehende Meinung lediglich empirisch absichern wollte und dies nicht gelungen ist. Das ist leider schon öfter vorgekommen als es wahrscheinlich vielen Recht ist, nicht selten durch Druck der Lobbies, um die eigene Position aufrecht erhalten zu können. Da die Forschungsgelder allgemein knapp sind und die Zukunftsaussichten momentan keine Besserung versprechen, sind Wissenschaftler auf Gelder der Industrie angewiesen und wirklich unabhängige Studien sind daher in vielen Bereichen unmöglich oder rar gesäht. An dieser Stelle sei der gesunde Zweifel dadurch angeregt, dass die Fleischlobby in Deutschland und vielen anderen Ländern extrem stark ist und allein durch diese Tatsache größte Skepsis bestehen sollte. Nicht umsonst findet man viele Akteure der Fleischindustrie im Fußball und anderen im Überfluss Geld anhäufenden Wirtschaftszweigen wieder. Über den Zusammenhang unmoralischen Handelns dieser Akteure brauche ich spätestens nach dem aktuellen Steuerhinterziehungsskandal eines gewissen Managers nicht weiter einzugehen.

Spätestens seit Karl Popper, einem der berühmtesten Wissenschaftstheoretiker des 20. Jahrhunderts, wissen wir, dass es keine wissenschaftlichen Wahrheiten gibt. Wir können lediglich Hypothesen aufstellen, diese belegen und hoffen, dass sie so lange wie möglich nicht widerlegt werden, um unser wissenschaftliches Ego aufrecht zu erhalten. Wie würde dies besser gelingen, als über empirische Zahlen? Das Stützen auf Ergebnisse von Studien stellt aber eine große Einschränkung und leider oftmals eine unzulässige Vereinfachung der komplexen Welt dar. Wir müssen unseren Verstand selbst einschalten und unser Gewissen im Rousseau’schen Sinne nicht an belegbare Zahlen ‚ketten‘. Man sollte seinen eigenen Verstand selbst gebrauchen und sich fragen, was kann als objektiv gut angesehen werden? Wenn Zahlen diese eigenen Überlegungen bestätigen, ist es natürlich umso schöner. Hierbei wird das Belohnungszentrum im Hirn des Empirikers angesprochen, was allein aber nicht ausreicht. Im Universum gibt es dauerhaft leider nichts dauerhaftes. Unser Sonnensystem wird nicht dauerhaft existieren und wir selbst schon gar nicht. Ähnlich sieht es leider auch mit Zahlen aus.

Nun stellt sich die Frage, welcher Ansicht man sich in seinem Geiste als zugehörig fühlt? Einerseits den Verfechtern einer veganen Ernährungsweise oder andererseits den Verfächtern des Fleischkonsums? Da wir Nahrung aufnehmen müssen, muss sich jeder für eine der beiden Seiten entscheiden. Oder hat man vielleicht abgeschaltet und lässt sich passiv von Werbung, günstigen Angeboten und netten Verpackungen einfach in seiner Ernährungswiese treiben und bezieht sich dabei auf die Tradition, „so haben wir Menschen doch seit Jahrtausenden schon gelebt“. Letzteres ist meiner Beobachtung zufolge der Prototyp eines unmündigen Menschen, wie Kant ihn skizziert hat:
„Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“
Die ‚Leitung‘ durch die Lebensmittelindustrie ist so schön einfach und außerdem kann die Werbung ja auch nicht komplett falsch sein, denken wahrscheinlich viele. Obwohl sie wahrscheinlich tief in sich drin eine skeptische Stimme hören, dass ihr Handeln falsch ist, ändern sie nichts, da die anderen es auch nicht tun. Gerade in Ernährungsfragen reagieren viele Menschen sehr empfindlich. Man fühlt sich extrem schnell angegriffen. Aber viele bleiben in diesem Bereich trotzdem gerne unmündig und ernähren sich einfach so wie ihre Umwelt. Das wird schon so passen. Der blinde Konsum industrieller Lebensmittel etc. zeigt dies deutlich. Man denkt lieber mit dem Gaumen als mit dem Kopf ohne Dinge mit natürlichem Geschmack je probiert zu haben. Daher erinnere ich an dieser Stelle an ein weiteres Zitat des genannten Königsberger Philosophen:
„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!‘ ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“
Setzt euch mit den Themen der Ernährung, den Lebensmitteln und ihren Inhaltsstoffen auseinander, um selbst entscheiden und selbst wissen zu können, was gut für euch ist! Wer dies neutral und faktenbasiert durchführt, kann nicht zu dem Schluss kommen, dass industrielle Lebensmittel und tierische Produkte für sich selbst, die Umwelt und die darunter leidenden Subjekte sein kann.
Um eigene Interessen durchzusetzen, wie es eine starke Fleischlobby aktuell vollzieht, setzt man auf die moderne Propaganda, die heutzutage Werbung genannt wird, und hofft so die Menschen für die eigenen Interessen als Konsument zu gewinnen. Hierbei ist ein unmündiger Mensch der perfekte Konsument. Vertraue uns und unseren Produkten, wir werden dir schon das passende liefern, dass du brauchst: „Bestes der Milch“ oder „Gutes vom Bauern“. Diese und ähnliche Slogans sind allen bekannt und das Unterbewusstsein wird durch Massenmedien und die ständigen Wiederholungen dieser Scheinwahrheiten manipuliert. Doch was ist dran? Brauchen wir wirklich unbedingt Studien um die Absichten dahinter zu erkennen und zu widerlegen? Ich denke diese sind nützlich, dürfen im Denkprozess aber nur eine sekundäre Stellung einnehmen. Zunächst muss man selbst feststellen und sich selbst informieren und kann diese gewonnenen Einsichten mit den Studien kritisch reflektieren und hinterfragen. Das benötigt aber Zeit und Geduld, denn es handelt sich um einen aktiven und langfristigen Prozess. Das ist nicht jeder bereit zu investieren. Leider in letzter Konsequenz zum Leidwesen anderer Lebewesen. Dazu sei der Königsberger Denker erneut zitiert:
„Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt usw., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen.“

Wie dem auch sei, die negativen Auswirkungen des Konsums vieler tierischer Produkte lassen sich nicht ernsthaft schön reden. Der eigene Verstand sollte, wenn er sich in einem normal funktionierenden Zustand befindet, Argwohn bei dem Gedanken auslösen, dass Tiere, die mit einem zentralen Nervensystem ausgestattet sind, die wie wir Menschen einen Vater und eine Mutter haben, Schmerz, Trauer und Emotionen empfinden, für die menschliche Nahrung in unzumutbaren Zuständen ihre Zeit auf diesem Planeten absitzen müssen, um umgebracht zu werden und den Menschen ihre Kadaver als Nahrungslieferant zu überlassen. Außerdem ist es recht ekelerregend so etwas zu essen, da der Verwehsungsprozess direkt mit dem Tod eines Körpers eintritt. Auf den Einsatz von Pestiziden, Fungiziden, Antibiotika, Wasserverschwendung, Genfutter etc. möchte ich an dieser Stelle gar nicht erst eingehen.
Neuerdings ist man sogar auf den Trichter gekommen, dass diese in Myriaden verspeisten Tiere gar nicht so dumm sein sollen, wie man dachte. Wer für diese Erkenntnis tatsächlich eine Studie benötigt, ist meiner Meinung nach einfach nur zu bedauern und hat eine zentrale menschliche Kompetenz in seinem Leben leider nicht erworben, nämlich die Verhaltensweisen und Reaktionen anderer Lebewesen zu verstehen.

Hierbei spielt die Natur eine wunderbare Rolle, denn durch passige Umstände und Nahrung wachsen die Nutztiere wie von alleine und benötigen nur eine gewisse ‚Wartung‘. Sie wissen nicht, dass sie nur als potienzielles Nahrungsmittel eine vom Menschen limitierte Lebenserwarung haben. Generell wurden sie durch die Domestizierung aus ihrer natürlichen Position entrückt. Würden sie sich vielleicht gegen das Wachsen des eigenen Körpers wehren oder demonstrieren wollen, wenn sie wüssten, nur als Nahrungsmittel ausgebeutet und am Ende dafür als Dank umgebracht zu werden? Man könnte dies annehmen, aber Tiere sind sich ihrer selbst und ihrer Position in diesem vom Menschen geschaffenen System nicht bewusst. Das wissen wir Menschen, nutzen dies gnadenlos aus um einen egoistischen Vorteil daraus zu ziehen und einige Minuten Gaumenfreude an einem zuvor real existierenden Leben zu finden. Ist das gerecht? Können wir dies allgemein wollen? Ist dies also eine allgemein gültige Moralvorstellung der Menschheit, die für jedes Lebewesen gewollt werden kann? Ich denke an diesem Punkt sollten im Überlegungsprozess zumindest Zweifel auftauchen.

Interessant ist die europäische Tendenz des freien Denkens, die ihre Wurzeln in der Tradition der Aufklärung des 18. Jahrhunderts hat. Damals versuchten die Aufklärer die Rechte des Individuums zu stärken, um ihm eine Mitbestimmung am Staat und individuelle Rechte zu ermöglichen. Jeder sollte prinzipiell gleiche Rechte und Chancen besitzen ohne durch einen Fürsten oder Glauben fremdbestimmt zu sein. Das Leben sollte anhand von rationalen und toleranten Handlungen gegenüber anderen zu einer Übereinkunft und demokratischen Strukturen führen. Mir fehlt in der geführten Diskussion die Berufung auf die fundamentale Vernunft und den Respekt oder zumindest die Toleranz dem anders Denkenden gegenüber. Eher ist eine Gehässigkeit und Abwiegelung der konträren Meinungen in den einzelnen Meinungen vorzufinden. Positiv ist lediglich zu sehen, dass sie öffentlich Gebrauch von ihrer Meinung machen, auch wenn über die Art und Weise dieses Gebrauchs gestritten werden kann. Zahlen dienen für beide Seiten anscheinend als Ersatzreligion, da man dem in die Mode gekommenden Empirismus bis auf das Verderben folgen möchte. Meiner Meinung nach wird diese spirituelle Neigung des Menschen den Parteien auf beiden Seiten zum Verhängnis. Hauptsächlich vernehme ich empirische Argumente oder Bekundungen, die einem Glaubensbekenntnis ähneln. Die Entscheidungen eines jeden einzelnen sind frei, lassen rational durchdacht aber nur einen Schluss zu …

Ich möchte mit diesem Blog-Eintrag keine neuen Fakten schaffen oder jede Nuance bis zum Ende analysen und interpretieren. Dies würde einerseits den Rahmen sprengen und wenig Diskussionsspielraum lassen. Über Kommentare freue ich mich selbstverständlich. Zumal dies der erste Blogeintrag ist. Es ist der erste Versuch eines blutigen Anfängers, der zum dogmenfreien Denken versucht anzuregen. Den hier zitierten Text Kants über „die Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ ist im folgenden verlinkt. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (bereitgestellt von der Uni Potsadam)

Antwort(en) auf meine email an Amnesty International


Meine email an Amnesty International wurde wie folgt beantwortet :

Sehr geehrter Herr Rohlfing,

vielen Dank für Ihre ausführliche eMail.
Dieser möchte ich zunächst unsere ausführliche Stellungnahme entgegenstellen, aus der Einzelheiten unserer Position besser verständlich werden:
https://www.amnesty.de/2015/8/13/position-zur-verantwortung-von-staaten-fuer-den-schutz-und-die-umsetzung-der-menschenrecht
Das Thema ist sehr komplex und der erhobene moralische Zeigefinger bringt den Betroffenen wenig. Auch in Ländern mit drakonischen Strafen findet Prostitution statt – aber durch die Gesetzeslage noch tiefer im Untergrund und ohne Schutz und Rechtssicherheit für die Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter.
Wir sind mit der Resolution gerade am Anfang, viele Details müssen noch ausdiskutiert werden – und hier haben Sie als Mitglied ja ein Mitspracherecht, z.B. auf der nächsten Jahresversammlung der deutschen Sektion (Pfingsten).

Beste Grüße,

xxxxxx xxxxxxx

Mein kurzes Statement zur obigen Antwort :

Liebe xxxxxxx xxxxxxx,

Vielen Dank für die Antwort.

unsere ausführliche Stellungnahme entgegenstellen,

Das habe ich ausführlich getan .. und zwar vor meiner email.

der erhobene moralische Zeigefinger bringt den Betroffenen wenig.

Solche Hinweise waren nur Teil meiner Argumentation. Entscheidend ist u.a. die zu befürchtende Legalisierung potentieller, krimineller Handlungen, die dann keine mehr wären. Ob das den Prostituierten zugute kommt, wage ich nicht nur zu bezweifeln. Das hat mit ‚moralischem Zeigefinger‘ nicht mehr zutun.

Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter…

Die Bezeichnung mag realistisch sein … verharmlost aber den menschenverachtenden Hintergrund und stellt das auf den Level moralisch nicht oder weniger anrüchiger Arbeit.

hier haben Sie als Mitglied ja ein Mitspracherecht, z.B. auf der nächsten Jahresversammlung der deutschen Sektion (Pfingsten).

In welchem Jahr ?
Leider stelle ich fest, dass ai den eingeschlagenen Kurs beibehält. Dann geht es wohl doch für mich in die Richtung
einer anderen Organisation. Eine solche ‚Entwicklung‘ hätte ich noch vor einer Woche absolut ausgeschlossen.
Ich werde nicht der Einzige sein … Mein geliebtes ‚Amnesty International‘ verspielt gerade seine Grund- oder Kernkompetenz
in Sachen Glaubwürdigkeit und ………..
Freundliche Grüße
Joachim Rohlfing

Email an Amnesty International zum Thema : ‚Prostitution‘


Hi,

mit Entsetzen habe ich heute in der ‚Süddeutschen‘ einen Artikel darüber gelesen, dass ‚ai‘ prinzipiell die Prostitution freigegeben sehen möchte … und wie sich der Nachklang anhört – das auch zielorientiert beabsichtigt.

Als Amnesty-Mitglied erschließt es sich mir nicht, dass (m)eine Organisation das (von mir hier frei interpretierte) Menschenrecht auf Schutz vor  Ausbeutung und Missachtung der Individualität (ob gegenseitiges Einverständnis oder nicht ..) in derart unglücklicher Weise fehlinterpretiert
und offensichtlich deutlich empirischen Daten vertraut, also messbaren ‚Dingen‘.
Menschen, ob Männer oder Frauen, mit Geld für sexuelle Aktivitäten zu bezahlen, entbehrt jeglicher Empathie dem jeweils Anderen gegenüber und ist eine prinzipielle Ausbeutung – körperlich und seelisch. Was schreibe ich in meinen urgent actions : ‚…  und führt zur Verrohung der  beteiligten Personen.‘ Ein Quäntchen weitergedacht .. und schon ist die Parallele da. Hemmschwellen sinken und die sogenannte Sex-Szene mit all ihren Begleitfacetten, Drogen usw., wird aus der Grauzone völlig legal in die ‚grüne‘ Zone gelassen.
Eine Freigabe der Prostitution samt Zuhälter kann eine Fördermaßnahme in Richtung Verharmlosung und Förderung der ‚organisierten Kriminalität‘ sein, die dann in dem Konsens ja keine solche mehr wäre und völlig befreit ‚aufschlagen‘ könnte. Das wäre ein Etappensieg der Empathielosigkeit und niederfrequenten Arroganz derer, die jetzt noch einigermaßen im Zaume gehalten werden (können).
Der Amnesty-Gedanke ist diskutabel, sollte aber die genannten Aspekte nicht ausschließen.
Beschreitet Amnesty diesen gedachten Weg, dann denke ich ersthaft über einen Austritt nach. Das wären dann faktisch wieder einige Hundert urgent actions weniger.
Die Prostitution war und ist  für mich als Mensch nicht nachvollziehbar, wurde von mir bislang bei jeder Diskussion darüber mit eindeutigem Unverständnis bedient, und das wird auch so bleiben. Es wäre für mich ein echter Gau, wenn die Menschenrechtsorganisation meines bisherigen Vertrauens sich thematisch in eine derartige Sackgasse begibt, in die ich ihr dann nicht mehr folge.
Diesen Text poste ich in meinem Blog ‚Joachim Rohlfings Blog‘ (über www.joachim-rohlfing.de erreichbar)
Beste Grüße
Joachim Rohlfing

neue Kategorie ‚Querbeet‘


Wieso ‚Querbeet‘? Es könnte ja auch ‚Dies&Das‘ oder wie auch immer heißen …  Das spielt nun wirklich keine Rolle. Also ‚Querbeet‘ …

In diese Kategorie werden die Themen ihren Platz finden, die nicht unbedingt speziell einer bestehenden Kategorie zugeordnet werden. Ein weiter gesteckter Rahmen also …