Archiv der Kategorie: Veganismus

Eine friedfertige Sicht auf das Leben auf diesem Planeten …


Bei diesem Beitrag auf „idealisten.net“ ist mir der ‚Kamm geschwollen‘. (Direkter Link ist am Ende dieses Beitrages zu finden). Den Link erhielt ich von einem seelenverwandten Menschen (einer ethisch durchsensibilisierten Frau), der es mindestens ebenso ging. Das Lesen eines solchen Textes erfordert regelrecht Mut. Die Aussagen sind an Unsinn kaum zu überbieten, strotzen vor Arroganz und sind eines gebildeten Menschen nicht würdig. Solche Texte sind es, die ‚das menschliche Denken‘ regelrecht gefangen halten und einer nötigen, geistigen Entwicklung im evolutionären Sinne blockieren. Solche Menschen wird auch der Besuch eines Schlachthauses nicht wirklich aus ihrer Bahn werfen.

Die Wahlpredigt

Bild : Zeitschrift „Der Wahre Jakob“ aus dem Jahre 1930

Sie sind tatsächlich der Meinung und verhalten sich auch danach, dass ihr Gehabe richtig und -wie auch immer- abgesegnet ist. Für diese Aussage ist ein Konjunktiv nicht angesagt, weil da für sie eine Art ‚lockerer Imperativ‘ zu gelten scheint. Kurzum : Wie da über Materie gesprochen wird, die vorher beseelt war und in uns bekanntem Sinne gelebt hat, ist eine Verhöhnung und Degradierung des Lebens anderer Spezies zur Speisekarte. Ernährung, die durch Beschaffung der dazu erforderlichen Produkte auf rohester Gewalt basiert, kann für den Menschen nicht zuträglich sein. Heute kann niemand mehr sagen, er habe nichts gewusst …

 

 

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Bild : Privat

 

Ich vertrete die (eigene) Theorie, dass jegliche Art physischen Lebens einen Mental gleicher Beschaffenheit besitzt und durch eine Inkarnation in eine befruchtete Zelle diese zur ersten Zellteilung veranlasst. So wie bei der Vorstellung, dass ein Mental nicht nur mit einem markanten Körperteil (Gehirn) verbunden ist, sondern ganzkörperlich und speziesübergreifend von gleicher Art ist. Ein recht simpler Gedankengang mit weitreichenden Folgen. Sicherlich … doch daraus erwächst der Gedanke oder die Vorstellung, dass das Töten eines Tieres einen Mental aus dessen Körper treibt, der von der gleichen Beschaffenheit ist wie der desjenigen, der tötet. Also ‚externer Selbstmord‘ ? Ein allgemeines Akzept eines solchen Rückschlusses hätte massive gesellschaftliche Auswirkungen sowohl im Hier und Jetzt als auch in der zukünftigen Ausrichtung. Die positivste Auswirkung wäre eine friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Tier. Tiere, die sich dem Joch der dominanten Spezies Mensch auf diesem Planeten zu unterwerfen haben bis zur letzten Konsequenz : ihrem Leben, ihrer Existenz. Schlimmer noch : deren Körper nach finaler Gewalteinwirkung auch noch von dieser Dominanz zur Nahrung aufbereitet werden und damit zum Teil der Nahrungskette degradiert werden, als seien sie seelenlos.

Freiheit

Bild : Aus der Zeitschrift „Der wahre Jakob“ aus dem Jahre 1920

Als hätten sie keinen Mental. Das Begreifen und Realisieren der Vorstellung, dass sie Existenzen aus Körper (Physis) und Geist (Mental) sind, würde dazu führen, dass die rückgewandte, geisteskranke Verhaltensweise der Menschheit der Tierwelt gegenüber ein Ende hätte und die dadurch gewonnene Energie wie eine Befreiung auslösend in eine Richtung gelenkt werden könnte, die die Spekulation über eine Befragung nach dem körperlichen Tode (Christen nennen das Jüngstes Gericht) gegenstandslos machen würde. Was für eine Ungewissheit, was für eine Last würde da einfach wegbrechen !? Die Gesellschaften würden sich in relativ kurzer Zeit markant verändern. Das Erforschen von jetzt nicht vorstellbaren Nahrungsquellen und -methoden ließen dann in der Rückschau die Barbarei der Vergangenheit erkennen.

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Bild : Zeitschrift „Der Wahre Jakob“ aus dem Jahre 1916 !!!

 

Fortschritt in den Denkweisen der Menschen wäre nicht nur sichtbar, sondern allgemein gültige Realität. Gewaltpotentiale würden sich in der Folge minimieren, sowohl im Kleinen als auch im Großen. Soll heißen, dass Toleranz regelrecht erzeugt und Misstrauen der Völker untereinander verringert würde mit der Erkenntnis, dass die Daseinsberechtigung militärischer Potentiale schwinden oder gar entfallen würde. Solche Vorstellungen lassen sich anhand nur eines Gedankenganges konstruieren und auch in alle möglichen Lebensbereiche hineinweben.

 

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Bild : Privat

 

Ist dem Leser bei der kurzen Beschreibung dieser Theorie zwischenzeilig etwas aufgefallen ? Diese Vorstellung geht und ist ohne Bezug auf irgendeine Religion ! Allein die Vorstellung, dass das so sein könnte und wahrscheinlich (nach meiner Überzeugung) auch so ist, erzeugt eine friedfertige Sicht auf das Leben ansich auf diesem Planeten in seiner ganzen Vielfalt.

Die Brisanz der vorher kurz angedeuteten Theorie über das Auslösen einer ersten Zellteilung durch einen Mental ergibt eine Parallele der Meinungsprägung religiöser Institutionen. Die Darstellung hier wurde allerdings als religionsfrei herausgestellt. Interessanterweise deckt sich das mit der Auslegung z.B. der katholischen Kirche. Doch …  ebenso deutlich wird und ist herauszustellen, dass die von mir dargestellte Sichtweise auf keine religiösen Aspekte verweist oder darauf gründet, sondern bei dem Akzept eines Mentals (einer Geistigkeit) eine ansich logische Konsequenz ist, frei von Dogmen, kirchlichem Brimborium und ohne die Drohkulisse einer irrationalen Hölle auskommt. Jedem fällt dabei das Wort ‚Abtreibung‘ ein. Da maßen sich religiöse Institutionen die Deutungshoheit über die Wirklichkeit an, indem sie polarisieren und postulieren. Ein frei denkender Mensch braucht solche Vorgaben und Anweisungen nicht, da er eigenständig denken kann. Z.B., dass eine durch nichtgewollte Einwirkung Schwangere (Vergewaltigung) explizit das Recht auf einen Abbruch zuzusprechen ist, ohne dass sie für diese Entscheidung Repressalien befürchten muss. Ob das solchen Institutionen nun passt oder nicht.

Abschließend und bevor der dieses lesende Mensch den folgenden Link anklickt, noch ein eigenes Zitat :

 „Ich glaube nicht an eure menschlichen Gebilde – ich kenne eure gebildete Unmenschlichkeit“ © Joachim Rohlfing   (es sollte selbstverständlich sein, dass vor Verwendung dieses gesamten Textes oder Auszüge davon mein Einverständnis eingeholt wird.)

UND DANN LIEST MAN SOWAS :  

http://www.idealisten.net/beitrag/article/frisch-frech-froehlich-lecker-fleisch.html

An den Text habe ich nur einen kurzen Kommentar -unter anderen- angefügt.

Warum Vegetarier, Veganer oder gar Fruitarier ?


S/W Ver: 85.97.C3P

Bild : Privat / Apfel aus dem eigenen Garten. (Sorte „Prima“)

Warum Vegetarier, Veganer oder vielleicht sogar Fruitarier ?

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Eine Frage, mit der ich vor 10 , 20 oder mehr Jahren häufiger konfrontiert wurde. Vor mehr als 20 Jahren war ein fleischlos lebender Mensch tatsächlich noch ein richtiger Exot und wurde von Leuten belächelt oder bedauert, die überhaupt keinen Zugang zu einem solchen Thema hatten und den auch nicht suchten. Alles, was im eigenen Umfeld eines Menschen fremdartig oder nicht allgemeingültig erscheint, wird nach anfänglicher Vorsicht  eine gewachsene Ablehnung. Es sei denn, er stellt sich der Bereitschaft zum vorurteilslos reflektierten Denken und Handeln. Wer macht oder kann das schon, wenn doch alle Anderen ‘kalkulierbarer’ erscheinen als dieser Mensch, der seine Ernährungs-und Lebensweise völlig anders ausrichtet. Zumal es da noch ‘aus kompetenten Kreisen’ mit wissenschaftlicher Schützenhilfe (Medizin, empirische Erhebungen) nicht nur Bedenken angemeldet werden, sondern regelrechte Warnungen. ‘Komischer’ Weise werden es aber immer mehr Menschen, die sich dem Frevel an den Tieren versagen. Massentierhaltungen,  regelrechte Schlachtindustrie, Fleischindustrie .. und so geht das weiter. Das perverseste ist nach meiner Einschätzung die Vivisektion (Tierversuche), obwohl es einem schwer fällt, eine Steigerung des Begriffes ‘Perversion’ überhaupt zu denken. Denken reicht da aber nicht mehr : Es ist Realität !

Basierend auf dieser hier sehr allgemein gehaltenen Betrachtungsweise zog ich Ende des Jahres 1985 die Konsequenz und nahm mir vor, ab dem 01.01.1986 kein Fleisch und damit auch keine Fleischprodukte mehr anzurühren. Da muss ich hier fairerweise zugeben, dass ich in den Tagen vor ‘Ultimo’ noch mal so richtig … –  Ab dem selbst vorgegebenen Stichtag war dann mit dem Verzehr von Tierkörperteilen Schluss – und zwar ersatzlos ! Circa zwei Wochen vorher habe ich mich darauf ‘programmiert’ und versucht, mich auf Einwirkungen oder Situationen der Verführung gedanklich so einzustellen, dass ich erschütterungsfrei zu meiner Entscheidung stehen konnte/kann. Das waren Hilfsmittel wie die Vorstellung beim Anblick einer Currywurst oder eines Nackensteaks vom Grill an Tierexekutionen in Schlachthäusern zu denken. Da ich so etwas auch in den abartigen Details kannte und kenne, wurde die Leichtigkeit, einer solchen Begierde nachzugeben, zur unüberwindbaren Hürde ! Die Vorstellung, Körperteile eines mit Gewalt entseelten Lebewesens, das ein Gesicht, einen Blutkreislauf und ein zentrales Nervensystem hatte/hat, löschte -bei mir jedenfalls- ein Verlangen nach noch so schön aufbereitete und gewürzte ‘Produkte’ davon gänzlich aus ! Und das ist bis heute geblieben und wird auch so bleiben ! Eine Nachhaltigkeit in der Sichtweise setzt also eine tief eingepflanzte Überzeugung ohne Eigengeißelung voraus. Das bloße ‘sich Anschließen’ an einen Trend wird nicht unbedingt nachhaltig sein, kann aber auch zu einer Art ‘Innere Festung’ gegen das Wegsehen werden. Wegsehen, weil es so einfach ist, Andere die ‘Drecksarbeit des Tötens’ machen zu lassen. Es dürften nicht Allzuviele sein, die den ‘Job’ selber erledigen würden, quasi die Basisarbeit dafür zu übernehmen, aus merkwürdig riechendem, blutigem Fleisch ‘Lebensmittel’ für Menschen herzustellen. Da würde dann die vorher weit entfernte ‘Ethikbremse’ einsetzen. Der Beweis also, dass da was nicht stimmt ! –

Als derart gewachsener Vegetarier kam ich schließlich mit der Vorstellung in Berührung, dass da noch eine scheinbar unerkannte Nebenwelt existiert : Die Welt der Milch und deren Produkte, der Eier von Hühnern aus Massentierhaltung, der Pelztierzucht, der Lederindustrie, der Ausbeutung von Tieren in jeglicher Form. Mit Haustieren wird geschmust und anschließend oder parallel eine Fleischfrikadelle, Würstchen oder ähnliches konsumiert. Da muss einem solchen Menschen doch klar werden, dass da mit zweierlei Maß gemessen wird. Das Wort Selektion hat da einen nicht wahrgenommenen Beigeschmack. Und die Medien, die Werbung befeuern diesen ‘Normalzustand’ mit allen Tricks. Der Kapitalaufwand, der in der direkten Erzeugung pflanzlicher Nahrungsmittel -ohne den Umweg über einen Tiermagen- dazu führen würde/könnte, dass kein Mensch mehr Hunger leiden müsste, wird umweltbelastend auf unsinnigste Weise verprasst und vergeudet. Das ist sogar volkswirtschaftlicher Unsinn. Ressourcenvernichtung ! Also raus aus dem Gedankengut ‘Wir wollen ja schließlich auch leben’ und ‘Was soll man denn noch essen?’, indem man keine derartigen Produkte mehr konsumiert, keine Ledersachen mehr an den Körper lässt usw.. Das geht sehr gut und ohne die befürchteten, einschneidenden Entbehrungen. Ich trage seit der weitgehenden Umstellung auf die vegane Lebens-und Sichtweise keine Lederschuhe mehr (sondern Schuhe aus Hanf) , keinen Ledergürtel, kein Lederportemonnaie. Da auf unserer ‘Ranch’ noch Hühner frei auf der Wiese laufen dürfen, esse ich allerdings hin und wieder auch deren Eier. Das ist die absolute Ausnahme, da mir irgendwo gekaufte Eier mehr als suspekt sind und nicht in meine Sichtweise passen. Diese Hühner kenne ich persönlich. Da mag man sagen, dass der ja inkonsequent ist – ein Verräter also, bei dem Reden und Handeln zweierlei sind ? Fest steht, dass ich da keine Ausnahme zu machen bereit bin und das solange geht, bis das letzte Huhn die Hühnerwiese verlassen hat ! Es gibt auch in meinem Umfeld Menschen, die auf die hier von mir angeprangerte Art und Weise über kurz oder lang die Wiese leerköpfen werden. –

Fruitarier ? Dagegen ist ein Veganer fast noch ein Verbrecher. Ok, das ist extrem formuliert – doch sich nur von Früchten einer Mutterpflanze ernähren, die sich selber davon lösten wie Fallobst etc., könnte schwierig sein. Vielmehr erscheint mir diese Lebensauffassung als die eigentlich konsequenteste, da quasi weder auf die Fauna noch auf die Flora Gewalt ausgeübt wird. Es wird kein Salatkopf abgeschnitten, kein Obst gepflückt und kein Spargel gestochen. Wer so konsequent fruitarisch lebt, verdient meine Hochachtung ! Sich da selber mit anzufreunden, gelänge mir wahrscheinlich nur recht kurze Zeit – ein Tribut an meine vegetarische und (fast)-vegane Sichtweise.

Dieser Beitrag wurde unter Vegetarismus / Veganismus abgelegt am 30. Juni 2014. Bearbeiten